Saisonfazit

•Juni 5, 2009 • 3 Kommentare

Soooo, das war es dann also für 2008/2009. Was haben wir gezittert, gejubelt, gelitten, gezürnt, gefeiert. Egal, ob vor dem Raubfernsehen, am AFM Webradio, im Stadion daheim oder auswärts, eins steht fest: dieser Verein ist gut für drei vollergraute Haarschöpfe pro Saison.
DAS Highlight zweifellos die zweite Halbzeit gegen Hansa Rostock, wir haben gehofft, aber nicht wirklich geglaubt und sind alle überrascht worden, das war Emotion pur, das war Leidenschaft und ging sogar über das hinaus, was man ohnehin immer am Millerntor spürt.

Lowlights gab es allerdings auch genug, ich erinnere mich mit Grauen an das Spiel in der Nichtlandeshauptstadt Hessens, wo es in der berüchtigten 88. Minute nach einem Grottenkick in Eieseskälte noch hiess “Bembl voll für Frankfurt”. Um nur eins zu nennen.

Knapp den Titel “Schießbude der Liga” noch an die Osnasen verloren, Vize-Schießbude reicht mir persönlich aber auch vollauf. Die Tatsache, dass wir mit diesem zweifelhaften Fast-Titelgewinn die Klasse gehalten haben, liegt wieder mal… am Millerntor. Die Heimstärke.

Auf die möchte ich mich aber gerne in der nächsten Saison nicht ausschließlich verlassen müssen, obwohl die Aussichten zur Zeit noch gemischt sind, am Kader wird noch gebastelt, einige Weggänge sind zu verkraften (der eine mehr, der andere weniger). Mein kleiner Hoilett wird wohl nicht zu halten sein, es war aber klar, dass wir allenfalls Durchgangsstation sind, dennoch meinen tiefempfundenen Dank für den nicht unwesentlich beteiligten Youngster.
Der kleine Tscheche geht nach Mainz. Sie erinnern sich, vor diesem Transferzirkus war ich durchaus ein Trojan-Anhänger, aber was danach kam, hat meine Anhänglichkeit geschmälert. Dennoch, viel Glück beim Karnevalsverein. Den ich schmerzlich vermissen werde, war er doch einfach nur “umme Ecke” und immer eine lustige Auswärtsfahrt. Standard-Ludwig aka Lustlos-Ludwig ist immer noch unentschlossen*, ich bin es da weniger. Ich werde keine Träne vergiessen, wenn er geht, obwohl sich durch den Abstieg von Cottbus die diskutierten Möglichkeiten um ca. 50% verringert haben. Glück für ihn, dass Hans Meyer Gladbach verlässt, mit dem würde er nicht glücklich. Also beide nicht. Um wen es mir sehr leid tut, ist blonde Brunnemann. Der hat mir so gut gefallen in den letzten Spielen, natürlich besonders in dem gegen HRO, aber auch danach habe ich ihn immer kämpfen sehen. Gut, manchmal erfolglos, aber immer mit Einsatz, was man von vielen anderen nicht behaupten kann. Ich mag ihn als Typ und ich mag ihn als Kämpfer, den hätte ich gerne behalten, glaube aber auch, dass er bei Union gut aufgehoben ist. Wünsche mir fast ein Tor von ihm am Millerntor…

Das Stadion wächst auch langsam zusammen, erhebliche Entwicklung auf der Nordtribünekurve stimmungsmäßig, auch die Haupttribüne gibt mittlerweile Gas – es ist nicht mehr nur die Süd oder die Gegengerade, der Millerntor-Roar wird immer eindrucksvoller. Es waren wunderbare Choreographien zu sehen in dieser Saison, an dieser Stelle ein Dank an die Pinseler, Näher, Fahnenbastler, Schredderer, Ballonaufbläser, Konfettiverteiler, Transpimaler. Obwohl ich die schönsten Choreos meistens erst später in voller Pracht bewundern darf, weil ich auf der Süd ja immer Teil der Choreo mit beschränktem Sichtfeld bin, ist allein das schon ein Genuß.

Unser kleiner Trupp auf der Süd von ursprünglich mal drei Personen wird auch größer, in der kommenden Saison begrüßen wir (Herr sparschaeler, Herr Markus und ich) dann regelmässig Herrn Curi0us und ring2 und unregelmässig callmeuschi und/oder Sarahkiez und dann und wann auch den geschätzten Ulf Harten, wenn er meine Karte babysittet.

Prognosen bezüglich der nächsten Saison verkneife ich mir mal mangels ausreichender Informationen. Und selbst wenn ich die hätte: bei DIESEM Verein ist ohnehin alles möglich. Ausnahmslos. Und eben das ist “mein” St. Pauli.

In diesem Sinne: bis in Kürze!

Edit: Danke, Herr ol_sen für den “Anschub” ;-)

Noch ein Edit: Piet hat mich im Kommentar zu Recht darauf hingewiesen, dass eine wichtige Erwähnung fehlt: MO! Morike Sako, der sich so gut entwickelt hat, dass man ihm mittlerweile ein eigenes Lied gewidmet hat “Voran, Magischer Morike Sako” auf die Melodie der Schlümpfe, das gerade in den letzten Spielen immer wieder gern angestimmt wurde. Ich fand Mo schon immer ganz gut, ein guter “Typ”, seine Einwechslungen haben immer ordentlich für Unruhe gesorgt, wenn er spät reinkam und der Hammer: der Elfer gegen Rostock. Gänsehaut pur, als es hieß, Mo macht den. Als Elferheld ja nicht sooo bekannt. Und dann geht der rein und… naja, Sie wissen ja selbst, wie es war, wenn Sie dort waren.

Und dann sag ich auch noch was zu unserer Leih-Raute: ich bin nach wie vor und wie schon das eine oder andere Mal erwähnt, der Meinung, dass der Junge noch ankommt. Wenn man ihn da einsetzt, wo er sich wohlfühlt, glaube ich fest dran. Enttäusch mich nicht, Rouwen!
Weil ich glaube, dass er bleibt.

*Lustlos Ludwig wird König in Bayern. Bei den Sechz’gern. Soviel also zu den Erstligaambitionen. Stimme mich schon sängerisch auf “Sportlich verbessert” ein :-D

FC Sankt Pauli o weh o weh o weh

•April 5, 2009 • 4 Kommentare

Das hab ich mal bei Erik entliehen, das trifft den Kern.

Ich wusste es in der 2. Minute, als dieses Tor fiel, daß weder ich noch die Mannschaft schon dafür bereit waren. Dass die Mannschaft im weiteren Verlauf allerdings zu nichts mehr bereit war, hatte ich allenfalls befürchtet. Das war wieder mal indiskutable Leistung gepaart mit grottiger Einstellung, die zum durch diverse Auswärts-Aufbauspiele bestätigten Ergebnis führt.
3:1 durch den Tabellenletzten. Prima. Aufbauhilfe Hessen war ein voller Erfolg, das kann man höchstens noch als taktische Absicht wegen Hansa Rostock verkaufen, anders macht das ja überhaupt keinen Sinn mehr.

Die Fans wieder absolut erstklassig im Support, die Mannschaft in dem Job, für den sie gut bezahlt wird, nicht mal annähernd Economy. Das war fliegerisch gesehen so ein Ticket, wo man das Lunchpaket noch selber mitbringen muss. Und immer noch gelingt es Menschen, das irgendwie schön zu reden. Und immer noch labern einige von Chance auf Relegation. Meine Güte, wer will das denn bitte? Aufstieg? Das ist doch der pure Horror mit dieser Truppe, die ständig zwischen Genie (2. Hz. Rostock, Spiel gegen Aachen) und Wahnsinn (FSV Frankfurt, Augsburg, München, Wiesbaden) taumelt und nicht mal ansatzweise ein Mittelmaß hinkriegt, mit dem man wenigstens so ein Spiel wie heute mal gewinnen könnte. Ach was, ein Unentschieden wär ja schon unfassbar. 1. Liga? Mit der Truppe? Also mein Selbstkasteiungssyndrom geht noch nicht so weit, dass ich zweistellige Niederlagen am Stück so gut verkraften könnte. Ich bin nicht Masochist genug, außer den obligatorischen -mit wenigen Ausnahmen- Auswärtsniederlagen noch ein gerüttelt Maß an Heimniederlagen mit der mittlerweile achselzuckenden “Ich wußte es”-Attitüde hinzunehmen. Nein, NEIN, NEIN!

Weder unsere Erstliga-Ambitionisten Trojan und Ludwig noch alle anderen, wie sie da heute so ziel- plan- und orientierungslos auf dem Platz herumgedümpelt sind, ändern was an meiner Meinung zu diesem Thema. Herzlichen Glückwunsch, liebe Abwehr, zum heutigen 50. Gegentor. Was für ein tolles Jubiläum, zumindest da sind wir ja absoluter Spitzenreiter. Wie erträgt das Mathias Hain? Wie hat das Herr Curi0us hier so interessant beleuchtet? Die Angst vor dem Aufstieg treibt sie zu absoluten Tiefstleistungen? Ich glaube mittlerweile an jede Theorie, die durch das Auftreten dieser Mannschaft auch nur halbwegs bestätigt wird.

Aber es gab auch Positives am heutigen Spieltag. Dass Gabi und Otto aus Gummersbach schließlich doch den Weg zu mir gefunden haben. Dass das Wetter ganz grandios war. Dass der neue Fangesang, angeregt von der Sankt Pauli Mafia NRW, sehr gut angekommen ist, obwohl jetzt der eine oder andere sagen könnte, dass er Unglück bringt. Wobei es völlig egal ist, ob man “Vorwärts, Sankt Pauli” oder “Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt” singt, das Ergebnis ist das Gleiche.

An solchen Tagen frage ich mich wirklich, ob die Truppe das zu schätzen weiß, was die Fans so an unverbrüchlichem Support mitbringen. Wieder und wieder und wieder.
Ok, es haben sich ein paar in die Kurve getraut, um den Fans zu applaudieren. Aber ob sie wirklich wissen, wieviel Herzblut da jedesmal ins Stadion mitfährt, Hunderte und Tausende von Kilometern, für Mörderkohle und viel, viel Zeit, um uns dann sowas anzutun?

Mich hats wegen des “Heimspiels” ja nicht erwischt, aber jeder andere tut mir da unendlich leid.
Und das Schlimme ist: am Sonntag kommt vielleicht ein 1:0 gegen Duisburg rum und dann ist alles wieder schön. Ist es aber nicht. Ganz und gar nicht. Die haben Glück, dass ich nicht Trainer bin. In meiner momentanen Gemütsverfassung käme Felix Magath im Zorn ihnen vor wie die IKEA-Aufsicht an der Hüpfburg. Trainingsfrei? Nix da. Blut, Schweiß und Tränen müssten fliessen, damit dem einen oder anderen das Wort “Fussballprofi” aus Luftmangel nicht mal mehr über die Lippen käme.

Ich kann das nicht beschönigen und kleinreden auch nicht. Die Magie des FC St. Pauli besteht zur Zeit in allererster Linie daraus, wie erstaunlich es ist, dass sie es mit 50 Gegentoren und solchen Vorstellungen tatsächlich zum Klassenerhalt gebracht haben. Das ist mehr Glück als Verstand.

Und ich kann mir auch das Naheliegende nicht verkneifen. Gunesch, der auf Simac einwirft (wie AFm-Webradio so richtig konstatierte, einem gegenerischen Spieler) und dann dem Rothenbach beim einem dussligen Zusammenstoß auch noch die Rippe bricht, sollte sich weniger mit Boulevardzeitungen über sein Sexleben unterhalten, das so aufregend ja nun auch wieder nicht ist. Bitte schön, Sex im Auto, darüber spricht man nicht, das macht man höchstens. Und wenn man schon ausführlich drüber spricht, dann sollte man darauf achten, dass die Performance im Beruf nicht deutlich schwächer ist, damit man sich Sprüche wie “Mehr Kicken statt F*****” später nicht anhören muss.

Für Wehen-Wiesbaden freut es mich ein bißchen, zumal sie angesichts der 2. Halbzeit das auch verdient haben. Bißchen ungünstig, dass die Kogge gegen Frankfurt auch gepunktet hat, break-even. Aber es wird ihnen vielleicht mental helfen, die winzigkleine Hoffnung auf Relegation doch noch weiter zu nähren. Und wenn wir schon Punkte verschenken wie an der Kasse bei Real, dann lieber an solche Clubs.

Ach, ich hab jetzt keine Lust mehr auf mehr Worte dazu. Reicht. Mir jedenfalls.

Ein bißchen netter hat es Die Welt ausgedrückt. Aber nur ein bißchen.

Ach ja: an UNS lags nicht…

Ungefähr bei 04:40 das neue Lied…

Und natürlich geh ich wieder hin. Und wieder und wieder und wieder….

Dinge, die ich nicht wissen will über: Ralph Gunesch

•März 30, 2009 • 3 Kommentare

Dieser Artikel gehört zu den eindeutig verzichtbaren Artikeln, das sind Dinge, die ich lieber nicht gewusst hätte über Ralph Gunesch.

Dieses Interview mag locker klingen und mal was anderes sein -definitiv sogar- könnte sich aber beim nächsten Hänger -fußballerisch gesehen natürlich- als Boomerang erweisen. Ich warte schon auf die ersten, die das mehr oder weniger sozial verträglich formulieren, wenn Ralle mal wieder durch ein Formtief wabert.
“Wie wärs mit ein bißchen mehr Kicken statt.. Sex, Herr Gunesch?”

Hat der Mann keinen Berater, der ihn von so einem Blödsinn ab-rät? Oder hat er wohlgemeinte Ratschläge in den Wind geschossen, weil er mal lässig und unverkrampft sein wollte? So ganz persönlich fand ich dieses Interview eher kontraproduktiv. Auch nicht wirklich sympathisch, sondern eher prahlerisch. Was er wohl nicht mal beabsichtigt hat, aber das Ding ist ohnehin durch. Aber nicht für ihn. Da bin ich bereit zu wetten.

Auch auf die Gefahr hin, als verklemmt zu gelten: manche Dinge will ich einfach nicht wissen.

Nochmal FCSTP vs. HRO

•März 28, 2009 • 4 Kommentare

Der neue Header ist von Miles Photography und jedesmal, wenn ich hier draufklicke, muss ich nochmal an dieses sensationelle Spiel denken. Und diese überschäumenden Emotionen. Und diese unwirklichen Momente. Und diese Wahnsinns-Choreo, die ich ja wieder erst im Nachhinein gesehen habe, weil ich eine der braunen Fahnen im linken Bereich geschwenkt habe.

Was das Erlebnis aber fast schon wieder und wieder wiederholbar macht, ist die Tatsache, dass ich eine wunderbare Aufzeichnung des Spiels von Herrn Markus kombiniert mit dem kompletten Podcast von Wolf habe und das eigentlich wirklich nur noch vom Live-Event zu toppen ist.

Mit diesem Spiel werde ich aus verschiedensten Gründen außergewöhnliche Erinnerungen verbinden. Besondere Begegnungen, besondere Erlebnisse, besondere Erkenntnisse.

Tach Post! Vol. ??

•März 24, 2009 • 1 Kommentar

Am Freitag bekam ich eine Mail von einem sehr lieben Freund. FC Kölle-Fan mit Leidenschaft, ein echter Kölner. Es sei ein Päckchen an mich unterwegs. Was ja toll ist. Nicht toll, dass es ja exakt dann ankommen würde, wenn ich gerade weg wäre, Stichwort Heimspiel gegen Ausgsburg. Also nichts mit Päckchen schon am Samstag entfesselt aufreissen, sondern erst am MONTAG!! Sie wissen, was das bedeutet? Also für den widderesken Typ jetzt? Eine Katastrophe! Warten, Geduld und Ausharren sind Vokabeln, die beim Widder nicht zur Grundausstattung gehören.

Sonntag Zettel im Briefkasten. Nachbarn haben es. Zu spät zum Klingeln. Also Montag Nachmittag. Päckchen in Buchgröße. Aber ganz leicht. Schublade, Schere, aufgerissen.

Und was sehe ich? Den 1978-2008 Fanfreundschaftsschal vom FC Köln und FC St. Pauli!

fckfcstpschal1

Jaja, ich weiß, die Bildqualität. Und man kann die Jahreszahlen nicht sehen und unscharf ist es auch.

Das hat mich jetzt aus drei Gründen sehr gefreut:
erstens erinnere ich mich immer gerne an das Auswärtspiel in Köln 2008 an Karneval, hey, hatten wir Spaß! Und sogar gut gespielt!
Zweitens finde ich es immer wieder erstaunlich, dass doch sehr viele Kölner zu “umliegenden” St. Pauli-Auswärtsspielen zum Supporten fahren. Das sind noch die Old-school-Fanfreundschaften, denn besonders gepflegt wird die wohl leider nicht mehr.

Und Drittens, was der allerwichtigste Grund ist: der Schenker ist nicht nur ein wirklich guter Freund, sondern zittert immer mit mir mit, wenn St. Pauli spielt und versteht und teilt Freud wie Leid. Nicht nur sportlich. Umgekehrt natürlich auch. Der Schal ist wirklich toll, ich werde ihn in Kürze einweihen, da wohl leider nicht mehr damit zu rechnen ist, dass der FC Kölle den Klassenerhalt nicht schafft. Das “leider” ist darauf bezogen, dass ich da gerne wieder Auswärts hinfahren würde. Nun ja. Dann eben nach Cottbus….

Also nochmal: DANKE SCHÖN, DANNY, Du Chaot ;-) !!!

Niemand siegt am Millerntor…auch nicht der EC Augsburg

•März 24, 2009 • 1 Kommentar

Leider auch St. Pauli selbst nicht, das war ein recht emotions- und ereignisloses Gekicke, aber immerhin 90 Minuten lang bemüht. Hatten wir ja auch schon anders. Aber eben ohne durch Erfolg gekrönt zu werden.
Gerechtfertigtes Unentschieden, wobei Hain da einen großen Anteil dran hat, da waren ein paar kitzlige Situationen durch die Augsburger dabei. Die leicht indifferente Verhaltensweise der Fans ist vermutlich noch den Aufregungen um das „Jahrhundertspiel“ geschuldet, denn bis auf Torjubel und Gegentorbedauern und dem gewohnten LaLa gabs es nichts. Keine Wechselgesänge mit Millerntor-Roar, die Haupttribüne im zumindest visuellen Dornröschenschlaf, Nordtribüne auch nicht viel mehr, viele beschäftigten sich lieber mit ihre direkten Umfeld und eigenen Gesängen in Kleingruppen.

Der einzige, der wirklich mitging, war der Herr hinter mir, bei dem ich in naher Zukunft, spätestens aber bei einem richtig spannenden Spiel Kammerflimmern oder Herzklappendefekte prophezeie bei der Aufregung.

Eine tolle „Gazzetta D´Ultra“ gab es diesmal, viel zu Lesen und vor allem ein grandioses Beilageposter der wunderbaren Südchoreo vom Rostock-Spiel.

Weitaus aufregender und vor allem zeitraubender war das Anstellen für die Dauerkarten Süd für 2009/2010. Unglücklicherweise hatten wir vorher eine Stadionführung gebucht und sahen bereits gegen 13.45 Uhr, als wir das Stadion betraten, eine schon beachtliche Warteschlange. Was den Genuss bei der Führung etwas beeinträchtigte, sah man doch vor dem geistigen Auge die Schlange minütlich anwachsen. Und so war es auch. Als wir uns kurz vor 15.00 Uhr einreihten, reichte die Schlange der Begehrlichen bis kurz vor die Glacischaussee. Deswegen heißen Dauerkarten eben auch Dauerkarten, weil es dauert, bis man sie hat.

Die Führung allerdings war hochinteressant, ging es doch in Bereiche, die man sonst nicht zu sehen bekommt. Spielerkabinen, Auflaufkinderkabinen, Bubu war gerade mit den Vorbereitungen fürs Augsburg-Spiel fertig, Pressebereich. Das absolute Highlight für mich war allerdings die Besichtigung des Führungskamera- und Reportergehäuses.

kamerahaus

Im Stil einer verlassenen 70er Jahre Kneipe, nur eben vorne teilweise offen, so dass es bei starken Regenfällen drinnen nicht langweilig wird, vier nicht zusammenpassende Barhocker, davon einer im frühen IKEA-Design, ein metallumrandeter Hocker, dem der Flugrost schon deutlich zugesetzt hat und zwei hölzerne Sitzgelegenheiten, die bei Ebay gern unverschämt in der Rubrik Antik angeboten werden. Wenn ich mir da die Herren von Premiere oder vom DSF im feinen Zwirn vorstelle .. wunderbar! Der Pressebereich hinter der Haupttribüne fordert auch alles vom gemeinen Pressevertreter. Luxus ist definitiv ein Fremdwort am Millerntor, urtümlich auch schon nicht mehr das richtige Wort. Die Gegensätze zwischen der neuen Süd (vom Kamerahaus aus)

sudtribune

und dem Rest des Stadions sind bei genauerer Tageslichtbetrachtung wirklich krass. Man sieht das aber mit den Augen der Liebe. Können Gästefans natürlich nicht so nachempfinden. Verstehe ich auch irgendwie.

Zurück zur Warteschlange: dem Konzept der Südkurve verschreiben sich in der nächsten Saison zusätzlich noch Erik und Herr Curi0us und im Teilzeitbetrieb @callmeuschi. Betrüblich, dass das Liedgut, das sie sicherlich im Vorfeld eifrig studiert haben, bei Abgabe der Anträge überhaupt nicht abgeprüft wurde. Glück für Herrn Markus, an seiner Textsicherheit, insbesondere bei unserer Hymne, hätte das auch scheitern können.
Keinerlei Gesinnungsprüfung, man unterschrieb nicht irgendwas mit einem Gänsekiel und frischem Blut, keine Initiierungsriten jedweder Art – also ein bisschen enttäuscht war ich dann doch. Das war zu leicht.
Und nach zweieinhalb Stunden (gefühlten 10) hielten wir alle die Quittungen in den Händen. Karte garantiert. Früh genug. Alles gut. Der Gedanke, in der nächsten Saison wieder von Spiel zu Spiel erneut auf die Jagd nach Karten gehen zu müssen, ohne jegliche Planungssicherheit wäre auch einer der unerträglicheren gewesen. Aber jetzt ist alles gut. Forza 2009/2010.

Auswärtssieg!!!!!

•März 15, 2009 • 10 Kommentare

Dass ich das nochmal schreiben darf!!

Betrüblicherweise war ich kurzfristig verhindert, man kann sich den Zeitpunkt eintreffender Notfälle nicht aussuchen. Die zwei Karten hängen noch in der Küche.

Und ich gebe zu, mein erster Gedanke war “Mist.” Und der zweite war “Naja, eine Auswärtsschlappe, die mir erspart bleibt.” Und dann das!
Als es nach 15 Minuten noch 0:0 stand, keimte schon ein bißchen Hoffnung auf, allerdings war ich durchaus geneigt, eine Niederlage gelassen hinzunehmen – ich sage nur Schiffe versenken.

Aber dann: der kleine, GROSSE Hoilett!! Im Doppelpack. Und dazu noch einer Vorlage für Standard-Ludwig. Der offenbar auch einen seiner helleren Tage hatte, wenn man dem sporadisch zu empfangenden AFM-Webradio glauben darf und das tue ich.

3:0

Das ist nicht mehr mein Sankt Pauli! Ich kenne diese Spieler nicht! Ich beneide die Auswärtsfahrer von heute (was man ja nicht oft sagen kann), aber ich freue mich für Gabi und Otto, dass sie dabeigewesen sind, was für ein Fest!

Schlußfolgerung: ich darf nicht mehr auf Auswärtsspiele, dann geht das.
Alternativ: der Knoten ist jetzt endlich geplatzt bei den Jungs und ich fahr auch weiter auswärts.

Dass ausserdem die Osnasen die Fürther mit 5:1 planiert haben, ist ebenso überraschend wie der Zebra-Erfolg gegen Freiburg. Ein klein bißchen Wermut in Tropfen das Unentschieden von Rostock, die Schanzer hatten das 2:1 ja quasi auf dem Fuss.

Morgen wird Wehen es sicher nicht schaffen, gegen Mainz die Kellertreppe raufzukommen, das wäre sonst die letzte Überraschung dieses Spieltages. Dass ich beim Tippspiel mit nahezu JEDEM Tipp komplett falsch gelegen haben mit ein, zwei unwesentlichen Ausnahmen, muss ich bei DEN Ergebnissen nicht extra erwähnen, also lasse ich es.

Forza St Pauli! Auswärtssieg! Oder wie AFM-Mods sagen: Leck am Arsch.. Auswärtssieg!!!!

Das Magische Geschenk

•März 9, 2009 • 7 Kommentare

Ich war auf der Suche nach einem Geschenk. Für einen 50. Geburtstag. Es sollte etwas Besonderes sein. Etwas Persönliches. Und etwas mit dem Magischen FC. Und irgendwie mit dem Hafen. Und einem Haus.

Und dann war da die Idee. Diese fabelhafte Ausstellung in der Südtribüne von Ulf Harten, von dem ich ja schon mal eine Zeichnung als Blogillustration verwendet habe (nach Genehmigung gefragt!) im Hinterkopf, dachte ich mir, frag einfach, mehr als Nein sagen kann er ja nicht. Hat er aber nicht. Und gemeinsam entwickelten wir die Idee, das Haus auf St. Pauli an der Hafenstraße im typischen Harten-Style erstrahlen zu lassen.
Dazu brauchte es nur noch Herrn Markus, der in eisiger Kälte in der ersten Januarwoche von Wandsbek nach St. Pauli eilte, um die erforderlichen Fotos als Grundlage zu machen und den Ulf Harten, der sich die Örtlichkeiten anschauen musste und das Ganze dann künstlerisch verwerten.

Und das ist das großartige Ergebnis:

bernhard_nocht_68

Davon mal ganz abgesehen, dass ich jedes Mal, wenn ich das Bild betrachte, irgendeine weitere Kleinigkeit entdecke, die mir vorher gar nicht aufgefallen ist, finde ich es einfach wunderbar. Und ich danke Ulf –der übrigens ein supernetter Mensch ist, wie ich beim gemütlichen Klönschnack anlässlich der Bildübergabe festgestellt habe- dass er meine nur vage amateurhafte Idee so toll umgesetzt hat und wer mal ein richtig besonderes, einzigartiges, einmaliges Geschenk braucht … hin da!!!

Übrigens gibt es da noch ein Ulf Harten- Großprojekt (14 x 6 Meter oder waren es 16 x 4 Meter?) in Planung für den FC St. Pauli, aber da unser Verein ja ein Traditionsverein ist –also traditionell knapp mit Geld- werden immer noch Sponsoren gesucht. Also, wer etwas Besonderes für sich selbst oder einen Lieben sucht oder ein bisschen sponsern will:

Kontakt über http://www.nillosan-comic.de

Schiffe versenken – das war ein Dreier! FCStP vs. HRO

•März 7, 2009 • 12 Kommentare

tafel

Was hatte ich den ganzen Tag ein mulmiges Gefühl. Schon morgens um 9 dem Team Green an der Davidwache beim Beladen der Mannschaftswagen mit allerlei Utensilien zugesehen, die waren für alles gerüstet. So was macht nicht gerade entspannt, das steht fest. Das war eher wie ein Termin beim Zahnarzt, vom Wohlgefühl her gesehen.

Vor dem Spiel Verteilung von kleinen braunen Fahnen auf der Süd. Rechts vom Tor. Kurz danach erkannt, wofür die Plastikabsperrungen gen Mitte des Blocks gedacht waren: weiße Fahnen, rote Fahnen, weiße Fahnen und wieder braune Fahnen. Konfetti zu Hell´s Bells, Fahnenmeer – großartige Anfertigungsleistung aller Beteiligten. Ich suche noch ein Bild davon, war ja selber mittendrin.

fahnenmeerrostock
Danke an Twitterer markymarked

Und dann die erste Halbzeit. Kaum, dass sie begonnen hatte, schien das Spiel schon vorbei. Den Geschwindigkeitsrekord für zwei Gegentore erneut lässig unterboten, eine unterirdische Leistung einer Mannschaft, die wieder mal nur den Körper, aber anscheinend nicht die Köpfe mit aufs Feld gebracht hatte, ein planos umherirrender Hühnerhaufen. Dazu geschlossener und für die geringe Gästeanzahl beeindruckender Support der Gästekurve, die hatten ja nur ihre Schals. Und zwei Transpis. “lieber die Kogge in Seenot als auf der Alster im Tretboot” fand ich sogar noch ganz witzig, das andere -irgendwas mit Muschis- dann eher wieder HRO-style, aber damit konnte man soweit gut leben. Aber leider war auch die Rostocker Mannschaft auf dem Platz eine geschlossene Einheit. Besonders auffällig gleich von Anfang an der Finne mit der Nummer 15 und der Fin mit der 27.

Also zur Freude des hoffnungsvollen Dieter Eilts, der gerne seinen Job behalten würde, alle mit 0:2 in die Kabine. Stani nach gefühlten drei Minuten wieder da, mit versteinertem Gesicht. Was hat er in der kurzen Zeit gesagt? “Jungs, Ihr geht mir sowas von auf die Nüsse, mehr hab ich nicht zu sagen?” Viellleicht sowas in der Art, dazu aber dann auch DREI Neue auf dem Patz beim Einlauf zur zweiten Habzeit: Brunnemann, Bruns und Hennings für Trojan, Ludwig und Schultz.

Das war kaum zu glauben, das würde wohl auf der Fußballschule keiner empfehlen, was für ein Risiko! Und wie sauer muss Stani gewesen sein, um das zu riskieren? Aber breite Zustimmung von den Rängen, zumindest rund um mich herum wurde die Herausnahme von Trojan und Ludwig begeistert aufgenommen, Kapitän ist jetzt Boll. Zurückgekommen sind die zwei Rasenkasper auch nicht, die Plätze auf der Auswechselbank blieben leer. Gleich Duschen und heim?

Egal. Bevor man intensiver drüber spekulieren kann, Pyroaktion im Gästebock. Rote und grüne Raketen, Bengalos, Rauch im Stadion – der ansonsten völlig überforderte Schiri Wingemann (wer auf die Idee gekommen ist, einen 29jährigen mit 13 Bundesligaspiel-Erfahrungen bei so einer Partie einzusetzen, verdient auch den “Danger Seeker des Jahres”) unterbricht das Spiel, schickt alle in den Gang. Erst nach Ansprache von Rostocks Trainer und dem herbeigeflitzten Rydlewicz wieder Ruhe im Block, das Team Green und die zahlreich erschienen Gelbbejackten hätten das wohll alleine auch nicht in den Griff gekriegt.

Und alle wieder auf den Platz und inmitten der Rauchschwaden steht der Mannschaftskreis, inklusive der drei Neuen und ich krieg alleine beim Betrachten dieses Bides (mit freundlicher Genehmigung von Twitterer fcstpauli) schon wieder Gänsehaut,

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und schwört sich neu ein und der Rauch verzieht sich und was dann auf dem Platz stand, war eine kompett ausgewechselte Mannschaft, im wahrsten Sinne des Wortes. Bis dato waren nur der kleine Hoilett und Sako irgendwie als dauerhaft bemüht aufgefallen, aber was dann kam, das fasse ich bis jetzt noch nicht. Brunnemann, gelaufen, gerannt, gekämpft, gebissen, gegrätscht, mit blutigem Knie -so Bruce Willis-mäßig, wie ich es mir gewünscht hatte- und Hoilett immer noch schnell wie ein Pfeil und Hennings so kopfballstark, wie ich ihn vorher noch nicht gesehen habe und alle anderen mit Druck, mit Herz, mit Willen. Und dann fällt Brunne im Strafraum (in der Nachbetrachtung war das kein Elfer, aber der nicht gegebene für das Foul an Hennings kurze Zeit später gleicht das wieder aus) und ungaublicherweise geht Sako auf den Elferpunkt und man denkt “Oh mein Gott Sako????” und dann spürt man diesen besonderen Moment, das ist symbolhaft, Sako soll es machen und er macht ihn! 1:2 und das Millerntor ist ein Hexenkessel, wir haben wieder Hoffnung und weiter gehts, sie lassen nicht nach, das ist der Hammer!

Das Stadion ist wieder wach, der Millerntor-Roar zurück und ein bißchen Hoffnung auch und wir schreien und sie laufen und pressen und auf einmal können sie Kurzpässe und auch, wenn viel danebengeht, sie geben alles. Alle.
Und dann nickt der der kleine Hoilett per Kopf einen Aufsetzer ein, cool und abgeklärt und der Ausgleich ist da und mein Trommelfell platzt und die Kurve expodiert und das Stadion minus Gästekurve ist ein einziger Jubelschrei und es ist unglaublich! Und im Stillen wäre man zufrieden, wenn das Unentschieden gehalten werden könnte, aber bei Rostock geht nichts mehr zusammen, also weiter, Jungs, siegt für uns! Und irgendwann wird Eger böse gelegt und verletzt sich am Fuß, aber auswechseln ist ja nicht mehr, also Zähne zusammenbeissen und weiter und er macht das auch, so wie sich das gehört, echte Kerle eben, Aufgeben geht jetzt nicht.

Und dann vor dem Rostocker Tor Gewusel, Rothenbach, Hennings, Hoilett und der Torwart und auf einmal versenkt ihn der kleine Hoilett und es steht 3:2 in der 83. Minute und jetzt hab ich Tränen in den Augen, weil Rumschreien allein einfach für den Druck nicht mehr ausreicht und alle liegen sich in den Armen und das Wunder vom Millerntor ist perfekt. Jetzt nur noch die paar Minuten durchhalten und die Kogge ist versenkt, das hätte doch nach fünf Minuten niemand mehr geglaubt!!!

Erneut Pyroaktion in der 86. Minute, nur kurz. Was sind das für Hohlköpfe, die bei einer 2:0 Führung mit sowas einen Spielabbruch riskieren? Wo bei ihnen soviel auf dem Spiel steht. Der Trainer, der Klassenerhalt, der Absturz in die Unendlichkeit der nächsten oder auch übernächsten Liga, man weiss es ja nicht genau und dann bin ich nach wie vor der Meinung, dass alle bei uns -Mannschaft wie Fans- durch diese Pyro erst wieder richtig wach geworden sind, da ging ein Ruck durch die Massen und selbst ich habe dann “Scheiss Hansa Rostock” oder “Who the f***” gerufen, ich weiss es gar nicht mehr.

Gott, war das aufregend! Das war nervenzerfetzend, unglaublich, unfassbar, so wundervoll und wenn ich bis gestern abend nicht mehr wusste, warum ich mir das antue, die Antwort sind diese zweiten 45 Minuten.

Aber ich hätte es wissen müssen, denn der Mann, der St. Pauli noch nie am Millerntor hat verlieren sehen, Herr Markus, war ja dabei, das konnte nicht schiefgehen und er hat sich auch während der desaströsen 1. Halbzeit nach Kräften bemüht, den Optimismus hochzuhalten und es ist Magie, seine Serie hält!!!!

Niemand siegt am Millerntor, jedenfallls nicht, wenn Herr Markus dabei ist!!!

Und dann kommt der Schlusspfiff. Wir haben es geschafft. Sie haben es geschafft!

Von der dritten Halbzeit haben wir nichts mitbekommen, die berichteten Ausschreitungen von Vollspacken beider Lager fanden vorwiegend an der Feldstr. statt, wir sind an der Domschänke vorbei schnurstracks zum wohverdienten Vollbier in der “Scheune” gelaufen.

So ganz hab ich das ja immer noch nicht verinnerlicht, dass ich bei diesem Jahrhundertsieg dabei sein durfte. Was für ein Gefühl.

Und unbedingt lesen: Gegengeraden-Gerd!!!

QSP statt USP

•März 3, 2009 • 6 Kommentare

Quarter Sankt Pauli statt Ultra Sankt Pauli – ich musste einfach mal ausprobieren, ob mein Quarter Horse fahnenfest ist. Er hat den Test mit fliegender Selbiger bestanden.

Das nächste Mal versuche ich es mit der doppelt so großen Totenkopffahne, aber auch das dürfte kein Problem sein, er ist Hardcore-Fan :-)

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