Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Kommentar zu “DFL contra Rechtsstaat”

Das Blog, in dem meine Kommentare explizit nicht erwünscht sind, hat das ja sehr schön im Einzelnen aufgeschlüsselt und die Kritik ist ganz klar gerechtfertigt und die deutlichen Worte auch angemessen, was den klar überwiegenden Teil der Inhalte angeht. Das wäre dann der Kommentar gewesen:

Die Inhalte des Papiers sind mir en derail schon länger bekannt, allerdings gehe ich -aus Gründen- davon aus, dass es ohne die Beteiligung von Dr. Stenger inhaltlich in diversen Punkten noch wesentlich schlimmer gekommen wäre. In diesem Zusammenhang stellt sich mir die Frage, ob eine protestbegründete Abwesenheit einzelner Eingeladener, wie z.B. der Vertreter von Union Berlin, wirklich so sinnvoll und lobenswert ist, wie zu lesen war. Durch Abwesenheit schwindet die Möglichkeit der Einflussnahme. An der ein oder anderen Stelle wäre es sicher besser gewesen, wenn sich mehr als nur einer dagegen ausgesprochen hätte. Die Intention, durch Abwesenheit etwas zu ändern oder ein Zeichen zu setzen, ist in Verbindung mit der DFL mehr als blauäugig.

Ich schließe mich allerdings der Aussage, dass die Anwesenheit eines Dr. Stenger ein guter Grund für eine JHV-Abwahl ist, auch deswegen eindeutig nicht an. Abwesenheit ist eben auch die Abwesenheit der Möglichkeit von Einflußnahme. Oder wäre durch die Anwesenheit eines Fanvertreters auch die Anwesenheit eines Dr. Gernot Stenger “legalisiert” gewesen? Oder wäre jetzt ein Fanvertreter, dem keine wesentlichen Änderungen gelungen wären, auch eine persona non grata nur durch Anwesenheit?

Hier wird wieder eine namentlich benannte Sau gesucht, die man durchs st. paulianische Dorf treiben kann. Schade, dass es einen erwischt, dem Fanbelange nicht total egal sind.

Reiben sollte man sich an den Vereinsvertretern, denen das wirklich alles total egal ist und denen dieses Papier auch teilweise ganz gelegen kommt. Es gibt Vereine, die brauchen keine DFL-Statuten, um seltsame Verbote auszusprechen, sie tun es bereits jetzt.

Aber immerhin ist die Suche nach der nächsten st. paulianischen Sau, die man durchs Dorf treiben kann, jetzt erfolgreich gewesen. Alle auf den Dr.
Der ist ja auch näher und greifbarer als die DFL. Ich bin gespannt, wieviele Fanabordnungen in Tausend-Mann-Stärke bei der DFL in Frankfurt zu Protestaktionen auflaufen oder ob es sich wieder nur um Internethuperei handelt, bis zum nächsten Skandal. Aber wenigstens hat man sich mal schriftlich aufgeregt. Wer eine Anfahrtbeschreibung benötigt, findet sie hier.

Einfacher und naheliegender wäre natürlich die Abwahl des Präsidiums des FC St. Pauli. Das wird die DFL sicherlich untröstlich bestürzen.

Edit: wobei ich noch eher den Verdacht habe, dass Vertreter von FC St. Pauli und Union zum Beispiel nur deswegen eingeladen worden sind, dass es später nicht heisst, man habe ja nur Abnicker eingeladen bei der DFL. Nur so eine Vermutung..

05.10.2012 FC Sankt Pauli vs. Union Berlin 2:2 oder Seit langem nicht…

…war ich so aufgeregt schon vor Beginn des Spiels.
Seit langem nicht hab ich mir so sehr gewünscht, dass das Stadion ALLES gibt und sie die Botschaft verstehen.
Seit langem nicht habe ich soviel Kampfgeist bei den Jungs gesehen.
Seit langem nicht war ich beim 0:1 Rückstand der festen Überzeugung, dass sie das noch drehen können.
Seit langem nicht war das so sehr mein FC Sankt Pauli wie heute.

Auch wenn es nur unentschieden ausgegangen ist, das war ein gefühlter Kantersieg. Der Sieg über das Verzagen, der Sieg über die Angst vorm Tor, der Sieg über das Verzweifeln am Rückstand. Das waren heute so viele kleine Siege, dass ich das zufriedene Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht kriege. Dazu noch ein wirklich spannendes Spiel mit einem kämpfenden Gegner, der dummerweise Mattuschka-Du-bist-der-beste-Mann am Start hatte. Sie sind wieder da. Sie sind wieder bei sich oder zumindest auf dem besten Weg. Und wie viele Felsbrocken da dem einen oder anderen beim Ausgleich von der Seele stürzten, liess sich an Florian Bruns´Gesicht an der Seitenlinie sehen: die Wangen aufgeblasen wie bei einem japanischen Kugelfisch und dieser Ausatmer, als würde er alles, was ihm damit auf der Seele lag, ausatmen.

Und als Boll rausging, die geballte Faust, etwas, das mir auch so gefehlt hat. Weg mit den ausdruckslosen Augen, Kampf ist zurück. Back in the Hell of St. Pauli sind sie. Und das macht mich so was von froh!

Danke an Thomas Meggle, Mathias Hain und Timo Schultz – es scheint, als hätten sie den Schlüssel gefunden, der ins Schloß passt. Herr Frontzeck darf den gerne umdrehen und die Tür aufstoßen, er kriegt Kämpfer zurück und keine Verzagten. Ich wünsche es ihm und der Mannschaft, dass “es” passt, dass er den Weg so fortsetzen kann und einen weiteren Mentalkollaps verhindert. Ich habe das Gefühl, das kann er schaffen.

Und an die Zweifler: wir haben hier einen Trainer und Ex-Fussballer, der immer in der Bundesliga war. Wieviel Name darf es denn noch sein? Und was nützt uns ein Lehrgangsbester, wenn das Fach “Psychologie” und der Part “Mentaltraining” geschwänzt werden?

Wie man heute gesehen hat, können sie es. Herr Frontzeck, glauben Sie an die Jungs, ich tu es auch. Jetzt noch zweimal mehr.

Und besonders gönne ich diesen überaus erfreulichen Abend denen, die den Weg nach Regensburg auf sich genommen haben und dafür das Desaster geboten bekamen. Gerade die haben es besonders verdient, dass ihr unerschütterlicher Glaube und Support heute belohnt wurde. Ja, BELOHNT! Die Mannschaft hat sich belohnt und ein paar andere gleich mit. Klar, übern Berg sind wir damit nicht, aber das Basislager im Tal verlassen und mit dem Aufstieg begonnen.

Und natürlich freut es mich, dass der kleine Fin doch mal wieder den Vollstrecker gegeben hat. Obwohl ich es heute Saglik wirklich extrem gegönnt hätte, toller Einsatz. Und Mohr konnte so ein Erfolgserlebnis sicher auch gut gebrauchen. War ja für alle was dabei. Eins der schönsten Unentschieden seit ewigen Zeiten.

Kompliment an Union, aber natürlich freut es mich, dass wir nicht verloren haben. Das mag ich nicht mal gegen Union ;)

Habemus eine neue Front-Zecke!

Nun ist es entschieden. Michael Frontzeck wird es. Und wie @LizasWelt so richtig konstatiert:

Wir brauchen jetzt einen, der vorangeht. Emotional, mental. Und den Jungs den Spaß am Fußballspielen wieder beibringt. Nach diesem schlimmen Interview mit Fabian Boll, nach dessen Ansicht ich erst so richtig besorgt war, kann mich eigentlich auch Frontzecks eher nicht so überzeugende Statistik nicht mehr schrecken als dieser todtraurige Anblick von Boller.

Jedem eine faire Chance, also ein herzliches Willkommen, möge das SEIN Verein werden.

Quelle (unter anderem)

Und schwupps hat es die Presse assimiliert :-)

Das war FC St. Pauli vs. VfR Aalen 0:1

oder anders ausgedrückt: die erste Heimniederlage seit Oktober 2011, wie dieser Sky-Kommentator, den ich am liebsten mit 400er Schleifpapier abgeschliffen und mit Chillischoten eingerieben hätte, so richtig konstatierte. Und mehr gibt es eigentlich auch nicht zu sagen. Festgemauert auf St. Pauli stand die Abwehr bombenfest. Die von Aalen. Die haben das richtig gut gemacht und beim Abwehren auch das nach vorne gehen nicht vergessen, ein ums andere Mal die Braunweißen stehen lassen und von deren Ideenlosigkeit profitiert. Was dieser Sky-Reporter gesagt hat, war zwar niederschmetternd, was die Adjektive und Adverbien anging, aber leider hatte er, was das Spielerische angeht, Recht.

Zwangsoptimisiert hatte ich im Tippspiel auf ein 1:1 gehofft. Meine Erwartungen wurden selbst auf diesem Niveau noch unterboten. Und mehr muss man zu diesem Spiel auch nicht sagen. Zumindest nichts, was ich nicht ohnehin schon zu anderen Gelegenheiten gesagt habe.

Der Trainer meint ja, so sagt die Zeitung, die man nicht zitieren darf, ausser es kommt gelegen, “wir” würden eine Kopie von Stani haben wollen. Was mich betrifft, möchte ich weder eine Kopie noch das Original zurück. Nach dem besten Spiel der Saison gegen Frankfurt -wir erinnern uns an eine 2:1 Niederlage am Freitag- kommt nun das wievieltbeste der Saison gegen Regensburg?

Aber ehe man mir wieder unterstellt, dass ich Spaß am Miesmachen und Nörgeln gefunden habe, an dieser Stelle die Versicherung: ich würde mich gern wieder begeistern. Man gebe mir einfach nur mal wieder eine Gelegenheit.

Edit: Und Textlinks auf einzelnen Wörtern sind nicht von mir, die macht dieses dusselige WordPress von alleine.

Update: Schubert entlassen

Review 21.09.2012 FSV Frankfurt vs. FC St. Pauli 2:1

Eigentlich wollte ich über dieses Spiel gar nichts schreiben. Aber als ich das beim Übersteiger gelesen habe

Wenn ich persönlich eine „Wer-ist-Schuld“-Plakette verteilen müsste, würde sie weder ein Schindler noch ein Kalla bekommen (welche ich live als Totalausfälle gesehen hatte) – die Schuld trägt für mich die Stimmung im Team. Diese wird zwar von offizieller Seite immer wieder als herausragend, fast sogar zu gut, dargestellt und auch SchuSchu lobt sie ja jederzeit, sobald irgendwo das rote Lämpchen einer Kamera aufflackert. Vielleicht stimmt dies auch im kollegialen Verhältnis, im Training und im Abschluss-Kreis nach Spielende, aber wer während der Partie in die Augen der Spieler schaut, sieht eher eine Leere. Es fehlt dieses hoffnungsvolle Flackern, welches letzte Saison so oft ansprang kaum hatte die Mannschaft ein Gegentor kassiert.

war ich mir zumindest sicher, dass wenigstens einer das auch gesehen hat. Da es diesmal keine Bezugsgruppe gab, mit der man auch mal abgelenkt ist zwischendurch, hatte ich Zeit genug, wirklich aufmerksam und lückenlos dieses Spiel zu betrachten. Und wie Herr Schubert sagt, man muss nicht alles schlechtreden jetzt, aber zum Schönreden fehlt mir der Anlass. Diesen Riesen-Einsatz, diesen tollen Kampf, diese Mordsverbesserung – ich hab sie nicht gesehen. Und ich gebe auch der “Atmosphäre” die Schuld, die für mich auch einen Namen trägt. Die Jungs können mehr, technisch, konditionell – davon bin ich überzeugt. Aber sie rufen es nicht ab. Nicht gegen Sandhausen, nicht gegen Köln und auch jetzt nicht.
Als sich Bruns, Ebbers und Saglik warmlaufen hinter der Torlinie, sehe ich versteinerte Gesichter statt gegenseitiger Aufmunterung. Keine spielbezogene Anspannung, sondern eine Scheißstimmung. Und die lag nicht an dem frühen Führungstor der Frankfurter. Ich habe natürlich keine Beweise, nur so ein Gefühl, aber ich bleibe dabei: die Spielleitung tut der Mannschaft nicht gut. Das sind fast alles junge Männer, die wahrscheinlich bei entsprechender Ansprache relativ den schnell den Kopf einziehen und das kann er, unser medientalentierter Trainer. Ich muss direkt nochmal aus demm Übersteiger-Bericht zitieren:

und auch SchuSchu lobt sie ja jederzeit, sobald irgendwo das rote Lämpchen einer Kamera aufflackert

Spätestens seit der legendären “Schulte raus, Schubert drin”-PK sollte jeder bemerkt haben, dass sein Umgang mit der Öffentlichkeit und den Medien und den roten Lampen tadellos ist. Zu tadellos dem gegenüber, was man als Realität sieht. Und was man so am Rande mitbekommt.

Zusammenfassend: die alte Meckerliese was not amused again, ich bin besorgt. Immerhin hat der Verein jetzt wenigstens seine hochambitionierten Aufstiegspläne in eine der unteren Schubladen gepackt. Keine echte Überraschung.

Was sonst so war? Nichts Unerfreuliches am Bernemer Hang von den Gastgebern, nur in unseren Reihen Menschen, die “alte Schwuchtel” immer noch als normalen Umgangston pflegen im Gespräch über gemeinsam Bekannte oder Menschen, die Zick-zack Zigeunerpack für total hippen Wortschatz halten. Bei denen krieg ich das Brechen. Ersterer Sorte habe ich ein paar Takte gesagt, er war zwar dann ruhig, aber begriffen hat er es definitiv nicht, da wette ich.

Fröhliches Umherwandern rund ums Stadion ohne Abtrennungen, Fantrennungen und mit einer Polizeipräsenz, die nicht mehr präsentiert als nur ihre Anwesenheit oder auch mal Hilfe beim Anfertigen von Pärchen-Schnappschüssen und ansonsten entspannt und total “unangezogen” an den Einsatzwagen lehnt. Gleich zwei (!) Polizisten am Bahnhof Hauptwache (mehr waren es nicht), die sich in ein angeregtes Gespräch über Fußball verstricken ließen – ich mag das. Wenn es überall so wäre…

Stimmung. Ich hab ja gelesen, die Stimmung sei so toll gewesen. Das stimmt meines Erachtens nach zum Teil. Da, wo USP und -Affine standen und die drei Zaunkönige saßen, wurde gesungen, gewedelt und was sonst dazu gehört. Aber fünf Meter rechts ging da schon nicht mehr viel bis wenig. Ohne USP wär da gar nichts los. Ist so. Schade finde ich nach wie vor, dass die drei quasi nebeneinander sitzen vor einer Gruppe, die das auch alleine könnte, die Nebenschauplätze aber nicht miteinbezogen werden. Ich denke, das würde besser funktionieren, wenn sich die Einheizer verteilen würden. Ab und zu mal aus 30 Meter Entfernung angewunken werden, reicht für viele als Ermunterung nicht aus.

Dass keine überragende Stimmung aufkam aufgrund der Spielsituation, ist allerdings verständlich. Ich verharrte dann selbst irgendwann in stummer Frustration. Wobei meine Erwartung im Grunde ja auch nicht enttäuscht wurde. Ein 2:1 war mein Tipp.

Die Frankfurter Mannschaft spielte nun auch keinen überragenden Ball, aber bei den Jungs hab ich das gesehen, was ich bei unseren vermisste. Immer wieder Druck nach vorne, dafür zwar hinten weit offen, aber der das Ergebnis ist der Lohn des Sturms und des Dranges. Wenn man Frankfurter Spieler höflich Richtung Tor begleitet, statt sie mal abzugrätschen -was sicherlich auch der Stimmung mal gut täte- dann ist das eben … nett.
Wo sind die blutigen Knie eines Brunnemann, wo die Wadenkrämpfe eines Lechner? Biß sieht für mich anders aus, auch wenn einige das als tollen Kampf gesehen habe. Und hier schließt sich der Kreis zum Eingangszitat: mir fehlt auch das Feuer in den Augen. Und im Spiel. Und ich muss dazu keinen Sieg sehen, um zufrieden zu sein.

P.S.: Man kann natürlich auch das Beste draus machen und das schafft mit seiner unvergleichlichen Art immer wieder der Gegengeraden-Gerd.

Preview 21.09.2012 FSV Frankfurt vs. FC St. Pauli

Um mal etwas Erfreuliches zu schreiben: es geht wieder an den Bernemer Hang (für Ortsfremde: den Bornheimer Hang). Warum das Erfreulich ist? Ob es sportlich erfreulich wird, lasse ich mal dahingestellt, auf jeden Fal ist ein Besuch beim FSV Frankfurt nicht nur eine kurze Anreise für mich, sondern eines der nettesten Auswärtsspiele, die ich so kenne. Die, die dabei waren, werden sich sicher an das Willkommensgetränk für St. Paulianer erinnern. Einfach so, weil man sich freute, dass der FC St. Pauli kam. Oder den denkwürdigen Fan-Zusammenschluss von FSVlern, Lauterern und St. Paulianern, als es beim FSV gegen Augsburg um die Aufstiegswurst ging. Ich erinnere mich auch an ein Pokalspiel gegen S04 im Jahr 2010, dem ich völlig entspannt beiwohnen konnte in der Heimkurve des FSV (danke dafür an @borrachos_bornh mit dem gleichnamigen Blog) und das der FSV nur knapp mit 0:1 verloren hat.

Was dieses Mal die Auswärtsfahrt etwas spannender macht als die vorherigen, ist die Tatsache, dass wir diesmal nicht als Favorit nach Frankfurt fahren. Wir fahren zum momentan Drittplatzierten der Tabelle, der einen richtig guten Start hingelegt hat. Wir sind 11., aber doll ist das nicht wirklich. Und nachdem ich gestern das Köln-Spiel (berufsbedingt leider mit der verfallenen Eintrittskarte zuhause) gesehen habe, würde ich sagen: Obacht!

Bei sich auf der Website unter Favoritenschreck, Fahrstuhlmannschaft, Aufstiegskandidat finden sich meine Bedenken auch wieder, eben nur andersrum.

Nach dem Auftritt in Köln jedenfalls ist für die Frankfurter realistisch gesehen wirklich was drin im Punktepott und da muss schon noch ein deutlicherer Ruck durch die Mannschaft gehen, also ganz das Gegenteil von dem mit dem Auftritt von gestern auch noch zufrieden wirkenden André Schubert.

Positionspapier der Fanszene des FC St. Pauli

Museum statt Goliathwache!

Für eine sinnvolle Nutzung der neuen Gegengerade

Die Gegengerade des Millerntor-Stadions ist ein entscheidender Ort für die Geschichte des FC St. Pauli.

Dies ist der Ort, wo die ersten Totenkopf-Fahnen wehten. Dies ist der Ort, wo eine vollkommen neue Art der Fankultur entstand. Dies ist die Keimzelle des „Mythos St. Pauli“.

Wir sollten diesen Ort Leben lassen. Wir sollten ihn nutzen, um diesen unglaublichen Verein zu feiern. Und alle zu würdigen, die ihn ausmachen.

Wir haben die Chance dazu. Wir haben sie jetzt und nie wieder. In der Gegengerade sind 600 zusammenhängende Quadratmeter frei. Direkt neben den Fanräumen. Direkt neben dem zukünftigen Sitz des Fanladens. Eine Fläche von unschätzbarem Wert.

Niemand im FC St. Pauli will, dass diese Fläche für einen vereinsfremden Zweck blockiert wird. Niemand will, dass eine Polizeiwache dort einzieht – als Ersatz für die alte Domwache, genutzt an allen Dom- und Spieltagen. Eine Nachbarschaft, die auch die Arbeit des Fanladens stark behindern würde.

Der FC St. Pauli steht im Wort. Sein Präsidium hat vor Jahren mündlich versprochen, der Stadt bei der Erneuerung der Domwache zu helfen. Im Gegenzug für Unterstützung bei der Stadion-Rekonstruktion.

Doch für den Standort einer Dom- und Stadionwache gibt es Alternativen. Für ein FC St. Pauli-Museum nicht. Auf einen solchen Ort zu verzichten, wäre eine historische Weichenstellung. Weg vom „Lebensgefühl St. Pauli“. Hin zu einer leeren Hülle.

Lange haben Fans auf dieses Risiko hingewiesen. Lange wurde intern verhandelt. Es ist spät, doch nicht zu spät. Darum machen wir Druck.

Und wir bieten unsere Hilfe an. Unsere Ideen. Unser Wissen. Unsere Hände. Unser Herz. Wir sind viele. Wir sind entschlossen. Und gemeinsam schaffen wir nahezu alles.

Wir fordern das Präsidium des FC St. Pauli auf, den Auftrag der Jahreshauptversammlung 2010 zur Einrichtung eines Vereinsmuseums umzusetzen:

• Macht ein FC St. Pauli-Museum in der Gegengerade möglich, das diesen Namen auch verdient!
• Nehmt unsere Hilfe an!
• Entscheidet Euch für Identität und Geschichte des FC St. Pauli!

• Entscheidet Euch für ein gemeinsames Ziel, das alle St. Paulianerinnen und St.Paulianer eint!
• Entscheidet Euch für eine Realisierung der Domwache außerhalb des Millerntor-Stadions!

FÜR eine gemeinsame Lösung von Verein und Stadt!

GEGEN eine Goliathwache in der Gegengerade!

FÜR ein Museum, wie es die Welt noch nicht gesehen hat:
Das FC St. Pauli-Museum. In der Gegengerade. Am Millerntor.

Aus gegebenem Anlass: SOS St. Pauli sucht Helfer

Hallo liebe Unterstützer und Unterstützerinnen von SOS St.Pauli,

die Sommerferien sind fast vergessen und Weihnachten steht vor der Tür.

wir haben viele neue SOS Plakate (4000 Unterschriften und wir wollen
mehr) und noch einige Schaufenster zu dekorieren.

Um diese Aktionen zu Planen, trifft sich am Dienstag, den *11.09.2012,
zum ersten mal die “SOS St. Pauli – Plakatier und Dekorier – Gruppe” um
20:00 in der Kogge.*

Kurzes Treffen !!!

Generell braucht SOS St. Pauli immer wieder Unterstützung beim Materialverteilen, Unterschriften sammeln, Infostand machen. Wenn Ihr Euch das vorstellen könnt, hierfür zur Verfügung zu stehen, dann würden wir uns freuen, wenn Ihr Euch bei uns meldet!

Einfach eine Mail an:
info@sos-stpauli.de
(wenn ihr wollt auch mit handynummer, muss aber nicht).

Ihr kommt dann auf eine Bereitschaftsliste, die Euch immer informiert,
wenn Hilfe gefragt ist !!!

Viele Grüße

Euer SOS St. Pauli Büdnis


Das S.O.S. St. Pauli Bündnis ist entstanden aus des Vorbereitung zur 1. Stadtteilversammlung „S.O.S. St. Pauli“ vom 22.10.2011. Der dort verabschiedete 12-Punkteplan macht deutlich, dass die Menschen auf St. Pauli eine grundlegende Kehrtwende in der Stadtentwicklungspolitik einfordern. Es braucht neue Partizipationsstrukturen, die eine wirkliche Teilhabe und Mitbestimmung der Stadtteilbevölkerung ermöglichen.

Mit dem Bündnis wollen wir einen Kontrapunkt zur herrschenden Stadtentwicklungspolitik setzen. Es muss Schluss sein mit einer neoliberalen Stadtentwicklungspolitik, die die Profitinteressen einer Immobilienwirtschaft zur obersten Maxime erklärt.

Das Bündnis besteht zur Zeit aus:
Es regnet Kaviar – Aktionsnetzwerk gegen Gentrification
GWA St. Pauli e.V.
Intitiative ESSO-Häuser
No BNQ
Reeperbahn 157
und vielen Einzelpersonen

Entweder Ihr seid St. Pauli … oder haut ab

Hier steckt sicherlich eine gute Absicht dahinter,

aber.. ich hab damit das eine oder andere Problem. Fühle ich mich jetzt als Gast angesprochen, weil ich im Viertel nicht wohne oder fühle ich mich als Mitredner angesprochen, weil ich oft auf St. Pauli bin? Dass dieses “raus aus unserem Viertel'” mittlerweile eine gern genommene Redewendung von allen möglichen St. Pauli-Fans ist, von denen ein großer Teil dem Spieltagstourismus entspringt, befremdet mich relativ häufig in letzter Zeit. So impliziert auch dieser Flyer nicht das, was er sollte, nämlich dass man solche Menschen nicht im Stadion haben will. Das Stadion “gehört” den St. Pauli Fans und da finde ich es auch legitim, diese Forderungen aufzustellen. Wobei, da wäre ich dann schon beim nächsten Punkt. Den Normen und Werten. Die ja -ob zu Recht oder Unrecht, sei mal dahingestellt- eher Ausdruck von bourgeoiser Spießigkeit sind, weil St. Pauli ja so anders ist, so bunt und so tolerant. Normen und Werte, damit darf man eigentlich nicht ankommen, ohne sich auf den folgenden Shitstorm vorzubereiten. Aber in dem Flyer sind Normen und Werte dann wieder (st.pauli-)gesellschaftsfähig. Weil wir sie aufstellen und definieren. Wir aus unserem Viertel.

Wo sind diese Leute eigentlich, wenn es Demonstrationen im Viertel gibt, Stichwort Gentrifizierung, BNQ etc etc.? Auf der Bürgerversammlung, die ich besuchte, habe ich gerade mal ein bekanntes Gesicht gesehen, das sich offensichtlich für die Belange “unseres” Viertels interessiert. Die, die ich kenne, die solche Veranstaltungen und Demos besuchen, berichten in der Regel enttäuscht, dass sie niemanden von den “unser Viertel”-Rufern dort haben erspähen können. Woran liegt das? Ist es dann nicht doch nur “unser Viertel”, wenn wir da selbst nur zu Gast sind, an Spieltagen oder wenn mal eine FCSP-Veranstaltung stattfindet? Wieso habe ich so ein ungläubiges Staungefühl, wenn jemand aus dem Süden oder der Mitte Deutschlands mit “seinem Viertel” argumentiert und wen oder was er da alles nicht haben will? Nennen Sie mich altmodisch, aber “mein Viertel” ist das Viertel, in dem ich wohne, nicht das Viertel, das ich besuche. Ist so, als wenn mir hier einer aus Frankfurt würde erzählen wollen, was in “meinem Viertel” abzugehen hat und was nicht und wer sich hier besser verp***** oder wer bleiben darf. Ist man ein besserer St. Pauli Fan, wenn man das Viertel als sein Eigen erklärt, aber gehört dann nicht auch Engagement dazu, dieses Viertel zu erhalten und sich außer durch den vierzehntäglichen Millerntorbesuch auch anders einzubringen? IM Viertel fürs Viertel?

Man kann und muss sich im Stadion gegen Sexismus artikulieren und man schafft es sogar, einen auf St. Pauli ansässigen und “eingeborenen” Betrieb wie Susi´s Showbar aus dem Millerntor zu werfen, obwohl Susi´s Showbar und ihre Angestellten wahrscheinlich deutlich mehr St. Pauli sind als die Gegenrufer. Sie wohnen und arbeiten dort. In der Sexismus-Hochburg. Muss dann auch als Konsequenz eigentlich auch St. Pauli aus St. Pauli raus? Die Reeperbahn muss weg? Als sexistischste Meile überhaupt? Und mit ihr die ganzen Sexisten, die dieses Viertel zu einem großen Teil ausmachen und die mit ihren sexistischen Gewerben schon deutlich länger da sind als der Verein? Die rote Katze gleich mit?

Respektiert die Läden und wofür sie stehen

Die sexistischen Ausbeuterschuppen auch? Ist Sexismus nur im Stadion Scheiße und einen Steinwurf weiter gehört es zum Viertel? Und wie viele von den aufrechten Sexismusbekämpfern würde ich wohl in dem einen oder anderen Etablissement mal treffen, wenn ich es besuchte?

Das, was man nicht im Stadion haben will, ist eine Sache. Aber die Herrschaft über das Viertel zu proklamieren, indem man einfach ein “unser” oder “mein” davorsetzt, finde ich in gewisser Weise anmassend. Das ist ähnlich skurril, wie zu einer sowas von klassischen Eventveranstaltung wie dem “Tag der Legenden” zu gehen und sich dann über die Eventtouristen mit ihren Klatschpappen zu amüsieren oder gar zu echauffieren. Wie albern ist sowas?

Letztendlich bin ich ja auch nur ein Gästefan. Ein Gast, der als Fan des FC St. Pauli ins Viertel kommt und oft da zu Gast wohnt. Der beim Türken Frühstücksbrötchen kauft und beim Aldi Zutaten fürs Abendessen, wo der Zigarettenmann weiß, welche Marke ich rauche und ich die Hunde aus dem Haus beim Namen kenne. Aber ich bin dennoch nur zu Gast. St. Pauli als mein Viertel zu bezeichnen, käme für mich nie in Frage. St. Pauli ist mein Verein und wird es auch für immer bleiben, aber mein Viertel kann es nur werden. Es ist es nicht.

Nochmal: die Absicht des Flyers ist sicher eine gute, die Unterzeichner dürfen auch mit Fug und Recht von “ihrem” Viertel reden und die im ersten Satz aufgestellten Forderungen gelten im Grunde für das Umfeld jedes Fussballvereins, aber die Besucher aus Barmbek, Wandsbek, Alstertal, Eppendorf, Winterhude, Altona und und und sind und bleiben auch Gäste, die zwar von Hamburg als ihrer Stadt, aber nicht von St. Pauli als ihrem Viertel reden sollten. Oder sie ziehen halt hin. Und ertragen wie die St. Paulianer, die dort leben, die Eventtouristen beim Hafengeburtstag, beim Schlagermove, den Harley Days, den Cy Classics und so weiter. Und die Besoffenen ALLER Farben, die grölend morgens um vier am Fenster vorbeiziehen. Aber da zieht man sich gerne wieder in sein eigenes Viertel zurück, wo es beschaulicher ist. Und ruhiger. Und sauberer.

01.09.2012 FC St. Pauli vs. SV Sandhausen und von Meinungen und Ansichten

Gewonnen also. Und der kleine Fin hat ein Tor gemacht. Und Ebbe. Ok. Und sonst so?

Es wird ja immer gerne diskutiert, wo man ein Fussballspiel besser verfolgen kann, am Fernseher (Stream, Leinwand, TV) oder im Stadion. Keine Frage ist, wo man mehr Spaß hat, schon allein wegen der teilnehmenden Gleichgesinnten. Natürlich im Stadion. Ich kann allerdings nur für mich sprechen, wenn ich konstatiere, dass mir im Stadion immer mal was entgeht. Sei es durch einen ungünstigen Blickwinkel, das für einen Moment abgelenkt sein, die unterdurchschnittliche Größe, bei der man immer auch mal um Ecken gucken muss und dabei andere Ecken nicht sieht. Ich gebe ehrlich zu, dass ich im Stadion auf der anderen Seite des Feldes nicht entscheiden kann, was nun Abseits ist und was nicht. Und das Verschieben von Ketten sehe ich aus der Vogel- oder zumindest Giraffenperspektive eines Fernsehsenders auch besser.

Wir auch immer, dieses Spiel habe ich mangels Dauerkarte, die es wohl erst zur Rückrunde geben wird, zuhause gesehen. Alleine, konzentriert aufs Spiel. Und was ich gesehen habe, waren sehr starke Sandhausener in der ersten Halbzeit, die das Tor hätten machen müssen. Gesehen habe ich von unserer Mannschaft nichts, was mich in der ersten Halbzeit nur ansatzweise hätte begeistern können. Und ich wage zu behaupten, dass, wenn Sandhausen in der ersten einen versenkt hätte, das ein ganz, ganz bitteres Spiel hätte werden können. Von der Fernsehperspektive habe ich auch das Tor von Fin nicht unbedingt als ein “herausgepieltes” gesehen, das war ein Duseltor. Für mich. In der zweiten Halbzeit haben sich die Jungs am Riemen gerissen, aber das Erschütternde in der zweiten Halbzeit waren die nicht verwerteten Torchancen. Also ist das Problem im Abschluss auch noch nicht gelöst.
Insgesamt habe ich das -natürlich ganz subjektiv wie immer- nicht als klaren, (hoch)verdienen Sieg gesehen. Ein Unentschieden wäre den Abläufen auf dem Platz durchaus gerecht geworden.

Natürlich war das ein wichtiger Sieg, bei dem Auftakt und den Merkwürdigkeiten im Stimmungsumfeld noch besonders. Aber dieser Sieg alleine ändert meine Meinung nicht über Nacht. Weder über Schubert noch über andere Dinge. Ganz subjektiv. Schon klar, drei Punkte und alles ist wieder Zuckerwatte, aber eingedenk der Tatsache, dass Sandhausen da nicht als Favorit aufgetreten ist, haben sie sich erheblich gut verkauft. Soll heissen, die dicken Brocken kommen ja noch. Und da wage ich es eben zu bezweifeln, dass es dann mit der gleichen Leistung reichen wird.

In Köln bin ich dann wieder live dabei, direkt danach auch beim FSV, der anscheinend prima in die Saison geflutscht ist.

Wie ich schon auf Twitter sagte, es fehlt mir die Magie. Die Magie, die ich trotz Niederlagen gespürt habe, als da eine Mannschaft unterwegs war. Wenn sie biss, wenn sie kratzte, wenn sie blutete. Das, was mir fehlt, ist dieses Zusammengehörigkeitsgefühl, das überschwappt. Ok, bei den vielen neuen Spielern ist das auch ein bisschen viel verlangt, noch nicht eingelebt, noch nicht den Wohlfühlplatz emotional gefunden – wir haben uns eben von vielen Identifikationsfiguren verabschieden müssen.

Und genau das meine ich: bei der Verabschiedung von Morena war sie da, die Magie. Die Gänsehaut beim YNWA, bei seiner Ansprache. Und ganz großartig war natürlich auch die Jubiläums-Choreo von USP, dankenswerterweise bei Stefan Groenveld zu entdecken, wie natürlich auch wieder wunderbare Fotos.

Auch das kam auf dem Fernsehbild großartig rüber, wie immer hatte ich natürlich AFM-Webradio parallel am Start. Und ich erinnere mich an genügend Spiele, bei denen ich -auch zu Hause- kammerflimmernd und schweißgebadet die 90 Minuten überstanden habe. Diesmal, wie auch die letzten Male, war ich verhalten abwartend. Vor allem, als ich Sandhausen so in der 1. Halbzeit sah.

So, das macht ja alles nichts, jeder hat so seinen eigenen Blickwinkel. Aber mit dem Kritik äußern und dem nicht unkritisch Abfeiern nach Wochen der Diskussionen über die Trainerfrage und und und ist das nicht so ganz einfach. Jubelbefehl! Wenn man sich nicht aus dem Stand für ein insgesamt nicht sonderlich hochklassiges Zweitligaspiel begeistern kann, nur weil die drei Punkte eingefahren worden sind, sollte man sich besser vornehm in Schweigen hüllen. Problem: kann ich nicht.

Mag sein, dass ich mit meinen wenig begeisterten Bemerkungen die, die beflügelt von den drei Punkten direkt aus dem Stadion kamen, in der guten Laune empfindlich gestört habe, was mir auf der einen Seite ja leid tut, der Spaßverderber zu sein, aber so habe ich das nun mal gesehen. Und mir war der Spaß ja quasi auch verdorben.

Nun, wir werden sehen. Echte Zustandsmeldungen sind wohl erst zur Winterpause sinnvoll. Spätestens da sieht man, wo der Weg hingegangen ist und noch hingehen wird.

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