Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Hoffenheim – mal anders gesehen oder : Euer Hochmut kotzt mich an

Am Mittwoch also gegen Hoffenheim. Und natürlich wieder Thema: Hopp und das Geld und gleich erste Erörterungen, wie man am Besten die Hoffenheimer Fans schmähen kann. Und alles wegen Dietmar Hopp. Der Titel ist extra provokant gewählt, aber nicht weit weg von dem, was ich gerade so dachte. Auch nach ein paar Vorfällen von gestern. Egal. Zurueck zum Thema.

Stellt sich die Frage -mir wenigstens-: wer ist eigentlich Dietmar Hopp, wo kommt das Geld her und vor allem: wo geht es hin?

Zusammen mit Claus Wellenreuther, Hans-Werner Hector und Klaus Tschira ist er Gründer des Softwareunternehmens SAP AG, dessen Vorstandsvorsitzender er bis 1998 war.

Bereits 1995 gründete er die mittlerweile größte europäische Stiftung für gemeinnützige Zwecke, die Dietmar-Hopp-Stiftung, die mit einem Grundkapital von ca. 70 Millionen Euro bis Ende 2006 über 115 Millionen Euro in gemeinnützige Zwecke wie Medizin, Ausbildung an Universitäten und Schulen, soziale Einrichtungen und Schulen investiert hat.

Die angegebenen Links sollten zur Information erstmal reichen. Vielleicht ja für den einen oder anderen doch was dabei, was er nicht wusste. Zumindest hört es sich manchmal so an. Deswegen frage ich mich: was ist schlimm daran, dass Dietmar Hopp, statt seine Millionen einfach für sich auszugeben oder in Kunst, Musik oder Theater zu stecken, in den Sport und vor allem den Breitensport wie Fußball, Handball oder Eishockey investiert? Und in gemeinnützige Einrichtungen? Gerade der FC St. Pauli, der so stolz ist auf sein soziales Engagement, trötet ins gleiche Rohr wie alle anderen, hasst aus vollem Herzen den Millionenclub, freut sich schon auf Fan-Gedisse, spricht dem Verein von 1899 sämtliche Vereinstradition ab, nur weil ein Mäzen wie Hopp ihm eine Bewegung ermöglicht, die der FC St. Pauli selbst ja auch gar nicht will. Für sich nicht will. Hopp schafft Arbeitsplätze, steckt Geld in ein Faß ohne Boden ohne Aussicht auf Rendite und folgt seinen Überzeugungen. Und das zu einem großen Teil im Sinne des Allgemeinwohls. In einem Atemzug mit Abramovic und dubiosen Russeninvestoren, mit Gazprom und Großkonzernen, die nichts als Reklame und mehr Geld machen wollen, hat Hopp meiner Meinung nach nichts verloren.

Hopp ist ein Privatmann mit einer Leidenschaft, nein, zwei Leidenschaften: Sport und soziales Engagement. Und ich sehe selbst bei genauem Hinsehen nicht, was ausgerechnet der FC St. Pauli daran so Schmachvolles finden kann. Sollte man Herrn Hopp nicht eher mal das Projekt „Viva Con Agua“ vorstellen in der Hoffnung, dass er das finanziert? Oder ein anderes Projekt, das am Herzen liegt?
Aber nein, da wird lieber mit ganzer Leidenschaft überlegt, wie man die paar hundert Fans, die den Weg nach Hamburg auf sich nehmen -wohl wissend, dass es wieder einmal Antistimmung gibt, für die sie gar nichts können- so richtig runtermachen kann. Vielleicht sollte man den Anteil dieser Leidenschaft lieber produktiv in den Support der eigenen Mannschaft leiten, da ist er besser aufgehoben.

Mannschaften wie SV Wehen-Wiesbaden und TSG Hoffenheim, die einfach friedlich ihren Fußball spielen, aggressionsfreie Fans haben und eigentlich keinen Anlaß bieten, mit Häme und Hohn überzogen zu werden, einfach mal in Ruhe lassen und, wenn man schon ein erhitztes Gemüt kühlen muss, es lieber verstärkt in Richtung der Vereine lenkt, die sich durch Rassismus und Ausländerfeindlichkeit auszeichnen und dort vermehrt Signale zu setzen als sich an den Harmlosen hochzuziehen und sich dabei auch noch supercool und so ganz „anders“ zu fühlen? Das ist nämlich alles andere als „anders“, ins gleiche Horn zu blasen wie alle anderen auch und das ist genau das, was hier passiert.

Das mal meine unerhebliche Meinung zu Dietmar Hopp. Und Hoffenheim.

Also einfach gutes Spiel machen, das Ding dominieren, Tore schießen und 3 Punkte holen. Mehr ist nicht nötig. Und da selbst das immer mal zu viel verlangt ist, Energien bündeln. In die richtige Richtung.

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45 Gedanken zu „Hoffenheim – mal anders gesehen oder : Euer Hochmut kotzt mich an

  1. Hui, da ist aber jemand sauer?! Ist doch klar, dass ein Verein, in den eine Einzelperson, bzw. ein einzelnes Unternehmen, viel Geld steckt, auch Häme kassiert.

    Aber in Ihrem letzten Abschnitt sagen Sie ja zum Hoffenheim-Spiel am Mittwoch schon das, worauf es ankommt (und was ich jederzeit unterschreibe):

    Also einfach gutes Spiel machen, das Ding dominieren, Tore schießen und 3 Punkte holen.

  2. Sauer ist nicht ganz richtig, befremdet und irritiert, aus dargelegten Gründen. Das Gedisse ist so überflüssig wie ein Kropf, da gibt es lohnendere Adressaten.

    Musste ich einfach mal sagen. Es soll ja auch Leute geben, die unhinterfragt einfach Einstellungen übernehmen. Ausreichende Information wird unterschätzt.

  3. Wie wahr, wie wahr.
    Tradition ist inzwischen ein derart abgegriffener Begriff der völlig wahllos für oder gegen alles verwendet wird. Je nach dem wie es dem Argumentierenden gerade passt. Nun hat Hoffenheim also keine Tradition (1899), St. Pauli hat diese (1910). Warum? Weil St. Pauli das Glück hatte früher erfolgreicher zu sein.

    Traditionsclubs sind immer nur diejenigen, die nicht nur alt sondern auch erfolgreich waren.

    Und was war Herr Weisener anderes als ein früher Roman Abramovic? Geld in den Club stecken mit dem Ziel der Gewinnausschöpfung (jedenfalls hat er ja seine Kohle ganz gut wieder aus dem Club gezogen).

    Am Ende ist doch alles nur der Neid darauf, dass ein andere Club einen Sponsor gefunden hat, der bereit ist besser zu bezahlen. Oder würde hier ernsthaft eine Nennswerte Zahl an Fans und Mitgliedern sich wehren, wenn jemand sagt „ich schenke euch ein Jugendleistungszentrum und viel Geld damit ihr erfolgreicher Fußball spielt“? Ich fürchte fast ja. Aus Prinzip.

    Schöner Beitrag

  4. Genau, das Prinzip kennt man ja. Mir fällt langsam auch kein Sponsor mehr ein, der politically oder socially correct enough wäre und selbst wenn, dann noch den Mut hätte, sich dem FC St. Pauli anzubieten.

    Wieso gab es eigentlich bei Congstar keine Proteste? Immerhin der Billigableger der extrem mitarbeiterverbrennenden Telekom, ist ja auch eigentlich nicht so das Richtige, oder?

    Danke.

  5. picasso sagte am :

    Ein Verein mit Investor, der aus irgendeiner Dorfliga in die Bundesliga geführt wird und finanzielle Mittel hat von denen ein Durchschnittsverein in Deutschland nur träumen kann, erweckt natürlich immer Neid.
    Sicherlich ist in gewisser Art und Weise etwas dran wenn behauptet wird, der Verein besäße keine Tradition, die Mannschaft ist ein zusammengewürfelter Haufen und vor allem: Diese Art Mannschaft tötet den Fußball in seiner traditionellen Form.
    Ich könnte jetzt hier ewig lange Formulierungen zum Thema Komerz von mir geben aber das soll nicht Thema dieses Beitrags sein. Nur soviel: Investoren werden zum Modernen Fußball gehören wie Stadionnamensverkäufe, „Die Ecke wird präsentiert von Hastenichgesehn AG“, Spielertransfers in Millionenhöhe, ja sogar Vereinsnamenverkäufe, gekaufter Support, VIP-Logen, Business Seats, Tennispuplikum, Fanunfreundliche Anstoßzeiten, Pay-TV, und und und … man könnte diese Liste denke ich beliebig weiterführen.
    Aber selbst wenn man einem Verein wie Hoffenheim finanziell in jeglicher hinsicht hinterhersteht, selbst wenn man bei Hoffenheim einen unfairen Vorteil sieht, selbst wenn man dem Verein sämtliche Tradition abspricht, die Fans bloß Modefans sind, und der FC St. Pauli NIE NIE NIE Geld hat,
    sind mir die Modefans vom Milliardenclub des Dietmar Hopp lieber als Irgendwelche Offenbacher Vollassi(-Toni)s die nichts als pöbeln können.
    Ich geh lieber mit nem Wehener ein Bier trinken, wo ich mit nem netten Transpi empfangen werde als mit irgendeinem Typen von einem ach so traditionsreichen verein der seine rechte Scheiße von sich gibt!

    Wenn man als St. Pauli Fan seine Stimme gegen Intoleranz, Hass, Diskriminierung, Homophobie, Rassismuss und sonstige psychischen und physischen Diffamierungen erhebt, dann sollte man wirklich drüber Nachdenken ob es Sinn und Zweck hat die Fans zu beschimpfen und zu verschmäen die uns NICHTS getan haben….

    Ich kann mich durchaus mit dem Gedanken anfreunden gegen die Idioten aus Offenbach zu pöbeln die uns so „herzlich“ empfangen haben, aber Fans zu beleidigen weil jemand Geld in seinen Heimatverein steckt… bei aller Liebe zum Fußball wie er mal war, bei aller Abneigung gegen den modernen Fußball, DAS muss nicht sein.

    Und mal Hand aufs Herz, wer von uns würde nicht, wenn er das Geld hätte, unseren Verein finanziell unterstützen? Ich würds tun. Und unsere Anzeigetafel ist auch von einem Investor … ja wir haben auch einen. Scheiß Anzeigetafel *roll eyes*

    Will sagen: 100% Zustimmung und Voran FC St. Pauliiiiii *sing*!

  6. Ich bin froh, dass ich mit meiner un-mainstreamigen Meinung nicht so ganz alleine da stehe. Ist schon komisch, im Zusammenhang mit St. Pauli von Mainstream zu reden, aber was Hoffenheim angeht, kann man es leider nicht anders sagen.

  7. Ich kann mich den Ausführungen nur anschließen. Jede Wahrheit braucht eine Mutige die sie ausspricht.

  8. Und ich habe gerade wieder das Gefühl, mein Herz an den richtigen Verein gehängt zu haben, und ich möchte auch gar nicht mutig sein müssen, sondern einfach nur meine Meinung sagen können. Dafür steht er auch, der FC St. Pauli. Das glaub ich einfach. Und nach dem, was ich mittlerweile so gelesen habe, ist das auch so. Schon dafür hat sich das gelohnt.

  9. Stefan sagte am :

    Mir ist es ehrlich gesagt ein Rätsel, wie man als Fußballfan das Konzept Hoffenheim verteiden kann.

    Wenn so etwas Schule macht und demnächst jeder x-beliebige Dorfclub von einem reichen Menschen durch die pure Zuwendung von Geldmitteln von der Kreisklasse in die Bundesliga gepusht werden kann, freue ich mich schon auf packende Partien zwischen TSG Hoffenheim vs. FC Cochem, bei denen es vor der traumhaften Kulisse von 12.000 Zuschauern (von denen 5.000 Freikarten von SAP bekommen haben) um den Einzug in die Champions-League kämpfen. Da ist Feuer drin, Atmosphäre, das will der TV-Zuschauer sehen.

    Also wirklich, als ob es nicht schlimm genug wäre, dass die Marketingmaßnahmen von VW und Bayer in der ersten Liga um den UEFA-cup-Einzug spielen, jetzt kommt im nächsten Jahr noch so ein Publikumsmagnet hinzu.

    Vielleicht liegt es auch daran, dass ich in einer Zeit mit der Bundesliga groß geworden bin, als sie noch von Vereinen wie Bayern, Köln, Gladbach, Schalke, Kaiserslautern und Hamburg dominiert wurde und Clubs wie Leverkusen noch eine Randerscheinung waren und somit eine Vormachtstellung der sogenannten heutigen Traditionsclubs vorhanden war.
    Sogenannte Traditionsclubs? Doch, diese Vereine kann man schon Traditionsmannschaften nennen. Tradition basiert nämlich meiner Meinung nicht auf dem Gründungsjahr eines Vereins (auch wenn das marketingtechnisch geschickt (die Leute scheinen es ja wirklich zu glauben..) bei Hoffenheim durch die Nennung des Gründungsjahres im Vereinsnamen suggeriert wird), sondern auf vergangenen Erfolgen, dadurch entstandenen Rivalitäten mit anderen Vereinen und vor allem auf einer langjährigen Fanbasis.

    Mir bleibt nur noch zu hoffen, dass Hoffenheim den Aufstieg doch noch irgendwie verpasst oder Hopp schnell das Interesse an seinem Spielzeug verliert, allein der Glaube dafür fehlt mir. Zumindest wünsche ich St. Pauli alles Gute fürs match am Mittwoch, Köln wird Euch die Daumen drücken!

  10. Was das Thema Hoffenheim-Kommerz angeht, sagt dieser Link hier eigentlich alles
    http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/wer-hat-angst-vor-hoffenheim/?src=TE&cHash=7542e93777

    Danke aber für eine sachliche Meinungsäußerung, das ist wenigstens mal eine Diskussionsgrundlage und auch nachvollziehbar, anders als z.B. etwas wie das hier von einem St.Pauli-Fan: ich sach´s mal ganz salopp – f*ck dich hopp!! f*ck dich hopp, du dreckiges stück mistvieh! Genau um sowas ging es mir.

    Ich wollte hier nicht das Konzept Hoffenheim verteidigen, diesbezüglich liegst Du argumentativ natürlich richtig, wenn auch eben hoffnungslos, denn das Konzept funktioniert. Und nicht, weil Geld Tore schießt. Menschen tun das und auch nicht wie Roboter.
    Mir geht es in allererster Linie darum, wie unsachlich, uneffektiv und unsportlich die Fans mit den Fans und der Mannschaft umgehen. Aber wie im St. Pauli Forum auch schon gelesen, wahrscheinlich macht man sie dadurch ohnehin nur stärker nach dem Motto “Jetzt erst Recht”.

    Ich bin nach wie vor dafür, einfach den Support der eigenen Mannschaft zu verstärken, anstatt primitiv verbal und mit Tapeten auf Gästefans einzukloppen. Abgesehen davon, dass diese “Sozialromantik” und “wie es früher einmal war”-Attitude angesichts der tatsächlichen Entwicklung ungefähr so effizient ist wie Don Quichottes Bewaffnung gegen Windmühlen.
    Einfach mal realistisch bleiben. Gefallen muss einem das nicht, aber es ist die Art und Weise, wie man damit umgeht.

    Danke fürs Daumendrücken für Mittwoch, ich hab das Gefühl, es könnte klappen. Warum auch nicht, die spielen auch nur Fußball

  11. Le Roi sagte am :

    Wer hatte denn Tradition als Gladbach, Schalke, Bayern, Köln noch keine hatte? VFB Leipzig? Hamborn 08?

    Verarschen kann man gerne die Pöbelfans aus Offenbach. Aber den Hoffenheimern zu sagen: „Ich war schon vor Dir 2. Liga“ ist genau wie „I was Punk before your were“.

    Da muss man schon genauer hingucken!

  12. Danke, Le Roi, schoen gesagt.
    Sonst muesste man sich ja auch ueberlegen, ob man dem HSV als Gruendungsmitglied ein Dauerbleiberecht in der 1. Liga einraeumt, egal, wie sie spielen. Damit ein Traditionsverein dabei bleibt ….

  13. Pingback: justgiveitsoul » Hoppenheim: das schönsaufen beginnt

  14. Es ist eben auch beim magischen FC nicht einfach gegen den Mainstream anzuschwimmen. Und vordergümdig bedient das Beispiel Hoffenheim auch alte Reflexmuster. Da wird schnell mal zugebissen.

  15. Aber auch das macht dann wieder einen Teil des Reizes aus beim magischen FC 😉

  16. Noch’n Link, der mich per PN uebers Forum erreichte.
    Wen es interessiert…:

    http://ultrassindia.blogsport.de/texte/hoffenheim-und-sap/

  17. @Stefan
    Warum soll man als Fan nicht Hoffenheim + Co verteidigen? Weil sie weniger Fans haben? Weil sie das Glück eines potenten Sponsors haben?

    Fans sind bei St. Pauli ja auch nicht von 0 auf 20.000 gesprungen, das hat sich eben entwickelt. Und mit dem Erfolg (!!), sprich dem damaligen Aufstieg in die zweite Liga kamen die Fans. Modefans wenn man so möchte.
    Und der Aufstieg wurde damals natürlich nur weil die besseren Menschen bei St. Pauli spielten realisierbar (achtung, Ironie).

    Bei aller berechtigten Kritik an bestimmten Auswirkungen der Kommerzialisierung, man kann es echt auch übertreiben.

  18. Ich frage mich warum sich die Leute immer so aufregen, weil Hoffenheim einen so großen Sponsor hat.
    Welcher Verein hat das denn nicht?!
    Bayern hat Toni, Klose und Co. sicher nicht mit Fanliebe bezahlt. Geld regiert nicht nur die Welt, sondern auch den Fußball.
    Aber das eben auch Geld nicht immer Tore schießt, hat ja der BvB schon bewiesen 😉
    Hoffenheim ist echt und die Fans sind echt!

  19. Durchaus ein guter Artikel, der einen anderen Blickwinkel beleuchtet. Ich sehe es allerdings anders: natürlich ist Tradition kein Wert an sich, jeder Verein, egal ob alt oder ganz neu oder neu aufgestellt, muss die Chance haben, sich nach oben zu arbeiten. Der entscheidende Punkt dabei ist „arbeiten“. Jahrelange gute Arbeit der Funktionsteams, darauf aufbauende sportliche Erfolge, wachsende Fangemeinde und damit steigende Einnahmen – so wird man in meinen Augen zu einem respektierten Verein.
    Der künstliche Weg, einfach heftige Summen ohne „echten“ Gegenwert in einen Verein zu pumpen, ist einfach und plump, das kann jeder, der Geld über hat. Das mag zu sportlichem Erfolg führen, aber Respekt? Sympathie? Sportliche Rivalität, wenn sich der neue, bessere Stürmer mühsam erwirtschaftet wird, während beim Gegner einfach auf nie versiegende Geldquellen zurückgegriffen werden kann, die sich aus komplett sportfernen Bereichen speisen?
    Der FC Bayern hat im Vergleich zum FC St.Pauli auch viel mehr Geld – aber auch die mussten darum kämpfen. Die Waren mal viel kleiner, als z. B. das „Urgestein“ HSV, haben es aber mit harter Arbeit (im sportlichen Bereich, bei der Sponsorenakquise etc.pp.) viel weiter geschafft. Insofern ist es auch i.O., daß die sich zurzeit Toni und wir nur Schnitzler leisten können. Bei Hoffenheim ist das anders, das Geld stammt nichtmal indirekt aus dem sportlichen Bereich, sondern aus der Softwareentwicklung.

    Das alles sollte allerdings nicht zu persönlichen Anfeindungen gegenüber Hopp führen. Nur, weil er meiner Meinung nach falsche Dinge tut, ist er natürlich kein schlechter Mensch. Es ist immerhin sauber erarbeitetes Geld, das zudem noch innerhalb des falschen Maßstabs sinnvoll und intelligent eingesetzt wird, ein starker Gegensatz zu den kurzfristigen und -sichtigen Shoppingtouren der Schwarzgeldrussen. Die starke Förderung der Nachwuchsarbeit könnte sogar mittel- bis langfristig Hoffenheim zu einem „respektablen“ Verein befördern, wenn ein hoher Anteil lokaler Spieler zu einer ganz anderen Identifikation der Region mit dem Verein führt.

    Soweit meine spontane Meinungsäußerung 😉

  20. Danke, astro, das ist eine Meinung mit Argumentation, die man 1a so stehen lassen kann.
    Ich respektiere die Mannschaft von Hoffenheim als Mannschaft und ihre Leistung, unabhängig von der Entstehung und die Fans von Hoffenheim als Fußballfans, nichts anderes als ich. Die Unterscheidung nach Traditionsfan und Modefan, Besser- und Schlechter-Fan finde ich einfach überflüssig. Welcher Fan auch immer, er fährt zu Spielen, supportet seine Mannschaft und möchte sie gewinnen sehen oder wenigstens guten Fußball. Dass manche das nicht mal gedanklich trennen können
    -und wie man an Deinem Beispiel sieht, geht das sehr gut ;-)- finde ich einfach nur traurig. Stichtwort Anti-Support. Geht gar nicht.

  21. @Fanclub Hoffenheim: und das Geld nicht immer genug Tore schießt, hat Hoffenheim ja in Aachen gerade selbst bewiesen 😉

  22. @curi0us: ja, kann man. Schon mein seit 1948 aktiv kickender Vater mochte den FC (außer seinem eigenen Verein), damit bin ich aufgewachsen. Trotzdem sehe ich mich als “Modefan”, weil ich nicht schon seit 20 Jahren selbst ans Millerntor renne. Was meiner Begeisterung für den Verein keinen Abbruch tut. Was aber gür manche nix wert ist.
    Was mir aber wiederum nix macht.

    OHH ST. PAULI!
    DU BIST mein VEREIN!
    UND DU WIRST ES AUCH FÜR IMMER BLEIBEN!
    GANZ EGAL WAS AUCH GESCHIEHT, WIR WERDEN IMMER BEI DIR SEIN!!

  23. @astro:
    „während beim Gegner einfach auf nie versiegende Geldquellen zurückgegriffen werden kann, die sich aus komplett sportfernen Bereichen speisen?“

    Ich dachte spontan an Orion und wollte gleich Einspruch erheben, von wegem „sportferner Sponsor“, dann hab ich nochmal nachgedacht 😉

  24. @jekylla: das ist gut 😉

    Nochmal zur Verdeutlichung: die sportfernen _Sponsoren_ wie Orion zahlen, weil sich der Verein eine entsprechende Außenwirkung erarbeitet hat. Hopp zahlt, weil er persönlich Bock darauf hat, Geld in dem Verein zu versenken und schiebt die damit überschnell in die 1. Liga. Gerade dieses sehr zielgerichtete Vorgehen (möglichst schnell in die 1. Liga und zwar nach deren Aussage zuvorderst aus wirtschaftlichen Gründen, damit die TSG schnell allein überleben kann), ist aus meiner Sicht ziemlich krank.

    Und es unterscheidet sich deutlich von z. B. Spenden für die Jugendarbeit, Bereitstellung von Geld bei drohender Insolvenz und auch von einigen staatlichen Förderungen wie z. B. den 20 Mio für den HSV und die 5,5 Mio für St.Pauli für die jeweiligen Stadien, weil die Stadt das ja auch nicht aus purem Spaß gemacht hat, sondern weil die Vereine und damit ihre Stadien sich jeweils über Jahre bis Jahrzehnte hinweg aus eigener Kraft als Wirtschafts- und Imagefaktor für die Stadt bewiesen haben.

  25. @astro: ob das überschnelle Vorgehen aber so auch funktioniert, wird man dann nach einem Jahr 1. Liga sehen. Es sind zwar ein paar superteure Spieler dabei, aber dennoch funktioniert das nur als Mannschaft und auch das muss wachsen. Zumal die ja auch noch recht jung sind. Hopp hätte ja auch problemlos Ribery kaufen können oder so ein Kaliber. Einen aus tausend brasilianischen Eduardos, das ist sooo spektakulär nun auch nicht.

    Auch Abstauber wie Luca Toni wären ohne die Hintermannschaft kaum ihr Geld wert. Sag ich mal so..

    Und interessant wird es, WANN die TSG allein überleben kann. Dann wäre doch quasi das Klassenziel erreicht, oder?

    Wie gesagt, ich mag nur das Gedisse um Hopp selbst als Mensch (wie z.B. dieses Zitat „f*ck dich .. dreckiges Mistv*eh“) und die Mannschaft und die Fans nicht. Diese Hysterie geht wirklich komplett an mir vorbei.

  26. Le Roi sagte am :

    @astro
    Der Vergleich mit dem FC Bayern ist richtig. So gesehen kann man Abneigungen gegen 1899 haben.

    Meist hassen die Leute aber Bayern UND Hoffenheim und da braucht man dann nicht mehr zu argumentieren.

  27. Ist doch ganz einfach: alle shysse außer uns?

    Ach nee, und Celtic.

  28. Um noch eine Ebene reinzubringen: Man vergleiche den Aufbau eines Unternehmens wie SAP mit dem von sagenwirmal Gazprom …

  29. Den Vergleich Hopp-Abramovic hatten wir ja schon, das ist eine feine Erweiterung.

    Ich habe beruflich seit langen Jahren mit SAP zu tun, die Unternehmenskultur auch unter Hopp ist mir bekannt. Nach Hopp wurde das etwas weniger kuschelig, aber SAP ist immer noch ein „Familien-Gigant“ mit einer extremen corporate identity-Mentalitaet. Bei Gazprom bin ich mir da nicht so sicher…

  30. Pingback: Mittwoch 17:30 Hoffenheim « The Boys and Eve

  31. Le Roi sagte am :

    Ja, was kam war: Abramovic macht das zum Spass, Hopp investiert. Ich würde weiter gehen und sagen: Hopp hat zumindest sich die Milliarden redlich verdient. Bei Gazprom bin ich mir da nicht so sicher …

    Aber verlieben werde ich mich in die TSG 1899 auch nicht so schnell.

  32. Von Liebe auf den ersten oder auch zweiten Blick bin ich weit entfernt, aber ich versuche gerne, Dinge von mehreren Seiten zu betrachten. Scheuklappen behindern mich ungemein.

    Abramovic kauft irgendeine Truppe -oder hat er emotionale Bindungen zu Chelsea, die mir entgangen sind?- und will Premiere League Sieger und offenbar ein drittes strike Stand strike bein…

    Was die Milliarden angeht, teile ich Ihre Unsicherheit…

  33. Hochmuthoffenheim sagte am :

    „Euer Hochmut kotzt uns an“-
    Liebe Freunde St.Pauli´s, könntet ihr nicht wieder das übliche „Eure Armut kotzt uns an“ als Motto schreiben? Wie ihr vielleicht nicht wisst, heißt unsere Familie mit Nachnamen Hochmuth, wir wohnen in Hoffenheim, zufälligerweise auch noch in der Silbergasse (ist die Straße die zum Stadion führt).
    Unser Sohn spielt bei der TSG 1899 Hoffenheim in der Jugend Fußball. Daher finden wir es doch ein wenig übertrieben, daß euch ein 8-jähriger Junge „ankotzen“ soll. Er hat euch doch nix getan.
    Wäre diese Spiel an einem Wochenende, kämen wir sicherlich nach Pauli aber auch dann hätten wir euch nicht angekotzt.
    Auf ein schönes Spiel und 3 Punkte für uns.

  34. Sehr geehrter Herr Hochmuth,
    vielleicht sollten Sie sich die Zeit nehmen, den Blogeintrag mal in Ruhe durchzulesen, dann sollte Ihnen auffallen, dass man das eher als PRO-Hoffenheim Beitrag verstehen sollte, was die Kommentatoren bisher auch ausnahmslos getan haben, unter anderen auch die Fangruppe Hoffenheim.

    Es geht hier um den Hochmut einzelner Fans aus den EIGENEN Reihen und um ueberfluessige Schmaehungen in Richtung Hoffenheimer Mannschaft sowie Fans.

    Also geben Sie dem ersten Eindruck eine zweite Chance und dann werden Sie lesen, dass hier einige ebenso empfinden, das sollte Sie dann doch eher freuen und ich hingegen wuerde mich freuen, wenn Sie dann abschliessend diesen Beitrag als das sehen, was er ist: ein Versuch, dieses Thema unter einem zugegebenermassen provokanten Titel sachlich zu diskutieren, was m.E. bisher auch sehr gut gelungen ist.

    Ebenfalls auf ein schoenes Spiel, die Punkte bleiben aber zuhause.

  35. Sutje sagte am :

    Hmmm, ich bin so ein wenig hin- und hergerissen.

    Auf der einen Seite wird angeklagt, dass etwas sehr schnell künstlich, durch einen Gönner angeschoben, wächst.

    Auf der anderen Seite wird gesagt, dass der der Gönner authentisch ist. Es ist legitim seinen eigenen Club zu pushen!

    Also ich tendiere zur Zeit schon fast zu pro Hopp. Wer träumt nicht davon den eigenen Heimatverein mit den eigenen Millionen bis in die Bundesliga zu pushen. Er macht es einfach!
    Wenn er nix anderes machen würde, dann könnte man meinen, der könnte doch mit seinem Geld was sinnvolles unterstützen -das macht er schon durch seine Stiftung!

    Hmmm, also mir scheint das sympatisch, aaaaaber wenn das jeder macht wo kommen wir da hin.

    Ach, ich weiss immer noch nicht….

  36. Ja. Warum macht Hopp das? Ganz einfach: weil er es KANN.
    Uber das “kuenstlich Hochgepuschte” laesst sich unendlich diskutieren, aber den Rest sehe ich irgendwie wie Sie. Und durch diesen Beitrag in Kontakt mit dem einen oder anderen Hoffenheimer gekommen, kann ich nur sagen, was ich ich schon vorher sagte: das waren einfach Fussballfans, die begeistert zu den Spielen ihrer Mannschaft fahren und das gaenzlich ohne Stress.

    Ich wuensch mir fuer morgen einfach ein spannendes, faires und atmosphaerisches Spiel, am besten mit dem Millerntor Roar, spaetestens dann sind uns die Punkte sicher. Und auch einen naehme ich gern. 😉

  37. Menschen gehen meistens so mit Geld um, wie sie es verdient haben. Wer es ohne oder mit geringer eigener Leistung bekommen hat, wird es eher verprassen, verspielen, als jemand, der es mit Intelligenz und harter Arbeit über einen längeren Zeitraum erworben hat. Siehe Chelsea und Hoffenheim, das ist schon ein unterschiedliches Vorgehen.

    Sollte ich durch ne gute Fee plötzlich x Millionen über haben, würde ich bestimmt u.a. auch St.Pauli unterstützen. Aber bestimmt nicht, indem ich eine teure Mannschaft zusammenkaufe, sondern z. B. durch Finanzierung der weiteren Tribünen, Rückkauf der Merch-Rechte und Unterstützung der Jugendarbeit. Denn das würde zwar Substanz schaffen, die Vereinsverantwortlichen müssten aber im Alltagsgeschäft und bei Spielerverpflichtungen immer noch mit spitzer Feder rechnen, das Vereinsgefüge würde nicht gestört, liquide Mittel würden eher mittel- bis langfristig zufließen, eben durch erhöhte Zuschauereinnahmen etc. – und nicht durch eine große Überweisung plötzlich explodieren. Hier gilt für Vereine das, was ich für Menschen behaupte: hat ein Verein plötzlich richtig Kohle, geht der Maßstab verloren und das Geld wird verprasst. Hoffenheim ist da anscheinend eine Ausnahme, weil die Verantwortlichen intelligent und diszipliniert genug sind, das ist aber nicht der Normalfall.

  38. Björn sagte am :

    Erstmal muss ich zugeben das ich nicht alle Kommentare, sondern nur 2/3 gelesen habe, sorry ich muss gleich noch weg, möchte aber noch vor dem Spiel kommentieren.

    Den Artikel unterschreibe ich, Gegenstimmung ist absolut unangebracht und ich hoffe das ich morgen früh hier nix von hören muss (bin gerade am anderen Ende der Welt). Abgesehen davon das ich eh grundsätzlich gegen das „Sch**ss XY“ bin, sehe auch ich gerade in diesem Falle keinen Grund. Die Fans sollte man beglückwünschen das sie unter der Woche den weiten Weg auf sich nehmen und ansonsten Stimme ich mit Stani überein… Hoffenheim hat andere Möglichkeiten, vielleicht keine Tradition, aber was sie draus machen machen sie (rein fussballerisch (für SIE)) gut. Ich mag das „Projekt Hoffenheim“ nicht leiden, aber deshalb hacke ich doch nicht auf denen rum, die aus dieser Stadt oder Umgebung kommen und ihrer Manschaft folgen, genausowenig dem der seinem Heimatverein kräftig unter die Arme greift (egal ob richtig, SEIN Geld). Das ich das Projekt nicht mag liegt auch weniger an der Geldgeschichte, sondern eher daran das ich große Städte präferiere, weil ich eben wenn ich auswärts bin noch mehr als nur ein Stadion im Nix besuchen möchte, Sachen und Städte erleben. etc… anderseits, lieber ein Bier am örtlichen Kiosk, als in Rostock von Polizei zum und wieder weg vom Stadion gebracht zu werden… 😉
    Also bleibt entspannt und supportet lieber Benny und seine Crew, selbst dagegen wurde schon angestunken… eigentlich unglaublich…

    Ps.: wer die Flimmerkiste nicht hat, weil nicht braucht, der hat verpasst was Stani mit 8 mio machen würde… „Trainingsplätze erweitern“ „Träum doch mal“ „Soviel haben wir doch nie!“ „Nun sag schon“ „Wenn wir 8 mio hätten würden ich und das Funktionsteam sich auf die Tasche setzen“
    🙂

  39. Ich würde gerne heute selbst erleben, wie das im Stadion ist mit dem Gast Hoffenheim nach den vielen Diskussionen, in denen mir aber die, die ein faires Fanverhalten unterstützen, deutlich in der Mehrzahl zu sein schienen.

    Was Flimmerkiste angeht, hab ich mich soeben endgültig entschlossen, nächste Saison Abonnent zu werden, so geht das ja nicht weiter 😉

  40. Le Roi sagte am :

    Fanverhalten war fair. Aber die Mannschaft, die Mannschaft … Gut, dass wir gewonnen haben, sonst würde ich mich noch aufregen.

  41. Heute ist kein Platz fuer diese Art Aufregung, Le Roi 🙂

    Musste lachen bei den Gesaengen „Schauspielertruppe…“, das hat wohl gepasst, nach allem, was man so ueber AFM gehoert hat.

    Ich sag ja, die einzige Antwort auf das alles ist so ein Sieg!

    *shalalala*

  42. ?
    I tried to find the sense within your words, but failed.

  43. Pingback: Ho-Ho-Hoffenheim – oh-oh-ohne mich « Fabulous Sankt Pauli

  44. Pingback: Das Spitzenspiel der 1. Fußball-Bundesliga. Einmal kneifen, bitte. « KleinerTods FC St. Pauli Blog

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