Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Hansa Rostock – der Abgesang oder: Neues aus Rostock?

Nein. Alles beim Alten.

Was man zu den Vorkommnissen vor, während und nach dem Spiel am Freitag im Ostseestadion sagen könnte, wurde darüber hinaus hier schon gesagt.

Ich habe mir das Spiel wohlweislich im Clubheim angesehen, dort waren nur die altbekannten, langweiligen „Scheiß St. Pauli“-Rufe zu hören, was sich ansonsten abgespielt hat, entnahm ich den Erzählungen derer, die dabei waren und den Bildern und Videos sowei Nachrichten, die publiziert wurden. Entgegen aller Lippenbekenntnisse der Vereinsführung hat sich in Rostock NICHTS getan, die schweigende Mehrheit ist nicht so schweigend, wie sie glauben macht, und auch wenn St. Pauli in der Vergangenheit wahrlich kein Unschuldslamm war, das Problem ist ein hauseigenes von Hansa Rostock. Sie werden des rechten Gesocks und der Hool-Touristen nicht mehr Herr, es ist die Frage, ob es überhaupt ernsthaft versucht wird. Verbrüderte Ordner, die die Hirnbefreiten per Handschlag begrüßen, lassen nicht darauf schließen, dass in irgendeiner Form gegengewirkt werden kann.

Wie Stefan Schatz nur im Ansatz auf die Idee kam, das zu unterstützen, bleibt mir nach wie vor ein Rätsel. ein „Nicht-Sicherheitsspiel“ mit 600 Polizisten zu flankieren, ist allerdings auch ein Novum.
Aussagen wie die des Vize von Hansa Rostock dokumentieren nur, wie realitätsfern auch die Vereinsführung weiterhin bleibt, vom Präsidenten Grabow zunächste mal abgesehen, aber die Erfahrung der Vergangenheit lässt befürchten, dass auch dieses Mal nicht mit schmerzenden Sanktionen seitens des DFB gegen Hansa Rostock zu rechnen sein wird.

Im Forum von St. Pauli haben sich zwar einige „normale“ Hansa Rostock Fans geäußert, aber auch hier bleibt es bei Lippenbekenntnissen wie „wir finden das ja selbst nicht gut“, der Rest fühlt sich in der Opferrolle, findet das alles nicht so schlimm, ist der Meinung, St. Pauli habe angefangen, ignoriert Bilddokumente und bezichtigt die Presse der Lüge, bewegte Bilder hin oder her.

Ich bin wirklich ein gewaltloser Sozialromantiker, aber nach allem, was ich gelesen habe, fällt es mir wirklich nicht schwer, in der Vorausschau auf das Rückspiel weitere Eskalationen zu sehen.
Natürlich ist das ein frommer Wunsch, aber die Rücksendung der Gästekarten von Hansa Rostock und somit ein Ausschluß der Hansa-Fans würde dann auch mal die treffen, die ich nur als Mitläufer und Mitgröler bezeichnen möchte. Vielleicht begreifen sie dann endlich, welchen Schaden die hohlen Glatzen -auch wenn sie nur „zugereist“ sind- dem Verein und den Fans von Rostock zufügen. Es kann nicht so schwer sein, sich dem zu entziehen, indem man sie nicht mehr durch begeistertes Mitsingen auch noch unterstützt. Das ist lange kein „internes“ Problem mehr zwischen St. Pauli und Rostock, die Vorfälle in Dänemark dieses Jahr und in Essen letztes Jahr sprechen eine deutliche Sprache. Von den ewigen „Scheiß St. Pauli“-Rufen bei Spielen ohne St. Pauli-Beteiligung mal ganz abgesehen.

Ein paar Transparente „Nazis raus“ wären nicht nur hilfreich, sondern auch ein Zeichen dafür, dass sich die Fanszene in Rostock endlich mal mit dem Problem auseinandersetzt. Bevor der erste gegnerische Fan tot auf einer Bahre nach Hause kommt.

Ach ja, Fußball gespielt wurde auch noch. 3:0 für Rostock. Verdient. Mehr muss man nicht sagen.

Am Mittwoch äußern sich in Rostock Verein, Polizei und Ordnungskräfte gegenüber der Presse. Thema: die Ausschreitungen beim Spiel gegen St. Pauli und Lösungen für die Zukunft
Man darf gespannt sein. Gespannt wäre ich dann langsam aber auch mal auf eine Stellungnahme des FC St. Pauli. Auf eine von Stefan Schatz im Besonderen. Und wie man sich das Rückspiel so vorstellt. Und auf eine vom DFB, der für einen Flitzer im Stadion 4.000 Euro in Rechnung stellt. Ob man da die Relationen mal im Blick behält oder doch dem Vize Recht gibt, der das Ganze für nicht relevant hält, weil außerhalb des Spiels stattgefunden?
Hier wäre mal eine schöne Gelegenheit für den DFB, sich auch zu positionieren, gegen Gewalt rund um den Fußball. Nicht nur während des Spiels. Aber auch hier ist meine Hoffnung mehr als gebremst.

Noch mehr zum Thema? Bei Endstation Rechts oder auch hier und hier.

Am schönsten fand ich die Einlassung eines Hansa-Fans im Forum, der die A-Jugend zum Spiel am Sonntag nach St. Pauli begleitet hat und sich am meisten darüber geärgert hat, dass ein Junge seine konfiszierte Thor-Steinar-Jacke nicht wiederbekommen hat. Unterwegs in einer Gruppe von „40 Jahre alten“ Leuten ist ihm nicht eingefallen, mal dem Erziehungsauftrag begleitender Erwachsener nachzukommen und dem Bengel mal zu erklären, was er da eigentlich trägt.
Die von Stani bescheinigte Intelligenz einer halben Gehirnzelle hat auch der User Ricki, der zur Dokumentation von St. Paulis Gewaltbereitschaft ausgerechnet die Links zu den Beiträgen postet, in denen es um die Angriffe von Kölnern auf eine mit St. Paulianern besetzte Straßenbahn geht oder die Ausschreitungen von Chemnitzern bereits während eines Spiels.
Dieser Koggerist ist ein wunderbares Beispiel für die große Aufgabe, die vor den Fanverbänden von Hansa Rostock liegt, denn der ist offenbar sogar ein Gewaltfreier. Da frage ich manchmal, wer eigentlich schlimmer ist, die gewaltfreien Hirnlosen oder die gewalttätigen Hools. Von ersteren gibt es nämlich deutlich mehr…..

Und DAS HIER ist so richtig gruselig..

Ach ja, eins noch: ich bin mächtig stolz auf „mein“ St. Pauli. Weil es sowas bei uns nicht gibt, die rechte Brut, das Ausländergedisse, die Schwulenfeindlichkeit… Weil die mitgereisten Fans durch Zurückhaltung Schlimmeres verhindert haben. Und sich gegenseitig geschützt haben.

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3 Gedanken zu „Hansa Rostock – der Abgesang oder: Neues aus Rostock?

  1. sparschäler sagte am :

    ich möchte noch kurz anmerken, dass ich für die vereinsführung und die sportliche leitung dieses vereines nur noch verachtung habe. wer sich nicht klar abgrenzt gegen das braune pack macht sich mit schuldig.

  2. Wenn auch Herr Grabow nach anfänglich gezeigter Empörung wieder einknickt, ist alles klar.

  3. „Der FC Hansa aber schafft es einfach nicht, seine Gäste vor den eigenen braunen Wichten zu schützen, wie es scheint. Da fehlt der Mut, oder die Courage.“

    http://www.ringfahndung.de/archives/rotten-rostock

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