Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

FC Sankt Pauli o weh o weh o weh

Das hab ich mal bei Erik entliehen, das trifft den Kern.

Ich wusste es in der 2. Minute, als dieses Tor fiel, daß weder ich noch die Mannschaft schon dafür bereit waren. Dass die Mannschaft im weiteren Verlauf allerdings zu nichts mehr bereit war, hatte ich allenfalls befürchtet. Das war wieder mal indiskutable Leistung gepaart mit grottiger Einstellung, die zum durch diverse Auswärts-Aufbauspiele bestätigten Ergebnis führt.
3:1 durch den Tabellenletzten. Prima. Aufbauhilfe Hessen war ein voller Erfolg, das kann man höchstens noch als taktische Absicht wegen Hansa Rostock verkaufen, anders macht das ja überhaupt keinen Sinn mehr.

Die Fans wieder absolut erstklassig im Support, die Mannschaft in dem Job, für den sie gut bezahlt wird, nicht mal annähernd Economy. Das war fliegerisch gesehen so ein Ticket, wo man das Lunchpaket noch selber mitbringen muss. Und immer noch gelingt es Menschen, das irgendwie schön zu reden. Und immer noch labern einige von Chance auf Relegation. Meine Güte, wer will das denn bitte? Aufstieg? Das ist doch der pure Horror mit dieser Truppe, die ständig zwischen Genie (2. Hz. Rostock, Spiel gegen Aachen) und Wahnsinn (FSV Frankfurt, Augsburg, München, Wiesbaden) taumelt und nicht mal ansatzweise ein Mittelmaß hinkriegt, mit dem man wenigstens so ein Spiel wie heute mal gewinnen könnte. Ach was, ein Unentschieden wär ja schon unfassbar. 1. Liga? Mit der Truppe? Also mein Selbstkasteiungssyndrom geht noch nicht so weit, dass ich zweistellige Niederlagen am Stück so gut verkraften könnte. Ich bin nicht Masochist genug, außer den obligatorischen -mit wenigen Ausnahmen- Auswärtsniederlagen noch ein gerüttelt Maß an Heimniederlagen mit der mittlerweile achselzuckenden „Ich wußte es“-Attitüde hinzunehmen. Nein, NEIN, NEIN!

Weder unsere Erstliga-Ambitionisten Trojan und Ludwig noch alle anderen, wie sie da heute so ziel- plan- und orientierungslos auf dem Platz herumgedümpelt sind, ändern was an meiner Meinung zu diesem Thema. Herzlichen Glückwunsch, liebe Abwehr, zum heutigen 50. Gegentor. Was für ein tolles Jubiläum, zumindest da sind wir ja absoluter Spitzenreiter. Wie erträgt das Mathias Hain? Wie hat das Herr Curi0us hier so interessant beleuchtet? Die Angst vor dem Aufstieg treibt sie zu absoluten Tiefstleistungen? Ich glaube mittlerweile an jede Theorie, die durch das Auftreten dieser Mannschaft auch nur halbwegs bestätigt wird.

Aber es gab auch Positives am heutigen Spieltag. Dass Gabi und Otto aus Gummersbach schließlich doch den Weg zu mir gefunden haben. Dass das Wetter ganz grandios war. Dass der neue Fangesang, angeregt von der Sankt Pauli Mafia NRW, sehr gut angekommen ist, obwohl jetzt der eine oder andere sagen könnte, dass er Unglück bringt. Wobei es völlig egal ist, ob man „Vorwärts, Sankt Pauli“ oder „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“ singt, das Ergebnis ist das Gleiche.

An solchen Tagen frage ich mich wirklich, ob die Truppe das zu schätzen weiß, was die Fans so an unverbrüchlichem Support mitbringen. Wieder und wieder und wieder.
Ok, es haben sich ein paar in die Kurve getraut, um den Fans zu applaudieren. Aber ob sie wirklich wissen, wieviel Herzblut da jedesmal ins Stadion mitfährt, Hunderte und Tausende von Kilometern, für Mörderkohle und viel, viel Zeit, um uns dann sowas anzutun?

Mich hats wegen des „Heimspiels“ ja nicht erwischt, aber jeder andere tut mir da unendlich leid.
Und das Schlimme ist: am Sonntag kommt vielleicht ein 1:0 gegen Duisburg rum und dann ist alles wieder schön. Ist es aber nicht. Ganz und gar nicht. Die haben Glück, dass ich nicht Trainer bin. In meiner momentanen Gemütsverfassung käme Felix Magath im Zorn ihnen vor wie die IKEA-Aufsicht an der Hüpfburg. Trainingsfrei? Nix da. Blut, Schweiß und Tränen müssten fliessen, damit dem einen oder anderen das Wort „Fussballprofi“ aus Luftmangel nicht mal mehr über die Lippen käme.

Ich kann das nicht beschönigen und kleinreden auch nicht. Die Magie des FC St. Pauli besteht zur Zeit in allererster Linie daraus, wie erstaunlich es ist, dass sie es mit 50 Gegentoren und solchen Vorstellungen tatsächlich zum Klassenerhalt gebracht haben. Das ist mehr Glück als Verstand.

Und ich kann mir auch das Naheliegende nicht verkneifen. Gunesch, der auf Simac einwirft (wie AFm-Webradio so richtig konstatierte, einem gegenerischen Spieler) und dann dem Rothenbach beim einem dussligen Zusammenstoß auch noch die Rippe bricht, sollte sich weniger mit Boulevardzeitungen über sein Sexleben unterhalten, das so aufregend ja nun auch wieder nicht ist. Bitte schön, Sex im Auto, darüber spricht man nicht, das macht man höchstens. Und wenn man schon ausführlich drüber spricht, dann sollte man darauf achten, dass die Performance im Beruf nicht deutlich schwächer ist, damit man sich Sprüche wie „Mehr Kicken statt F*****“ später nicht anhören muss.

Für Wehen-Wiesbaden freut es mich ein bißchen, zumal sie angesichts der 2. Halbzeit das auch verdient haben. Bißchen ungünstig, dass die Kogge gegen Frankfurt auch gepunktet hat, break-even. Aber es wird ihnen vielleicht mental helfen, die winzigkleine Hoffnung auf Relegation doch noch weiter zu nähren. Und wenn wir schon Punkte verschenken wie an der Kasse bei Real, dann lieber an solche Clubs.

Ach, ich hab jetzt keine Lust mehr auf mehr Worte dazu. Reicht. Mir jedenfalls.

Ein bißchen netter hat es Die Welt ausgedrückt. Aber nur ein bißchen.

Ach ja: an UNS lags nicht…

Ungefähr bei 04:40 das neue Lied…

Und natürlich geh ich wieder hin. Und wieder und wieder und wieder….

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4 Gedanken zu „FC Sankt Pauli o weh o weh o weh

  1. St. Pauli zuhause und auswärts: Dr. Jekyll und Mr. Hyde? Wenn der Verein zwei Gesichter hat ist es zwar schön, dass er sein gutes weitesgehend zuhause (am Millerntor) zeigt. Aber – wie Sie es oben deutlichst schildern, ist es ein schwacher Trost für die zu den Auswärtsspielen fahrenden Fans, sich so eine unsägliche Einstellung zum Spiel auf fremden Plätzen anschauen zu müssen.

    Und eines ist ja klar: Die Fans gehören in die 1. Liga des Supports. Solidarität mit ihrem Verein, der sportlich in der Tat momentan nicht ins Oberhaus des Profifussballs gehört, ist es, was auch die Fans in Liga zwo verbleiben lässt.

    Das neue Lied ist wirklich toll und Ihr Bericht – so richtig schön von der Seele geschrieben – ist es auch. Danke dafür!

    • Nachdem ich mir etwas Luft gemacht hatte, ging es mir besser. Und ich erfreue mich erneut an dem Video, denn das ist schon irgendwie unglaublich gut. Das entschädigt ein bißchen. Ein bißchen….

      Ich wünsche schon mal viel Spaß am Sonntag, da Sie dort sind, wird das ja nicht ins Auge gehen, wir schauen uns das mit einem Anreiseweg von 100 Metern bei der Premiere-Kneipe meines Vertrauens in der Konferenz an.

  2. halloooooo, ich mache mir sorgen! man hört und liest ja gar nichts mehr von dir! hoffe aber bald wieder!

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