Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Mail an den DFB zur Sperre des Spielers Deniz Naki

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe soeben von der 3-Spiele-Sperre gegen Deniz Naki vom FC St. Pauli wegen unsportlichen Verhaltens beim Spiel gegen Hansa Rostock erfahren, in erster Linie ging es dort um die „Halsabschneider“-Geste.

Ich habe mich schon bei den Ausschreitungen im letzten Jahr in Rostock über die lasche Verfahrensweise des DFB, der sich sein Engagement gegen Rassismus ja weithin sichtbar auf die Fahne schreibt, gewundert, aber das Urteil setzt Ihnen ja nun die Krone auf. Die der Ignoranz, der Unverhältnismässigkeit und der Doppelzüngigkeit.
Ebenfalls äußerst moderat bis „beide Augen zugedrückt“ ging es seitens des DFB gegen die Groß-Pyroaktion und die offen zur Schau getragene Lust auf Randale beim Spiel in Hamburg letzten März zu.

Dass Sie bei diesen Plakaten http://www.suptras.de/bilder/fotos/0910/pauliheim/index.php?picno=3 kein unsportliches Verhalten entdecken können, dem der Verein, vertreten durch seine Ordner, ein schnelles Ende hätte setzen müssen, und auch nicht in den rassistischen Anfeindungen, denen sich im letzten Jahr Morike Sako und dieses Jahr auch Deniz Naki ausgesetzt sahen, ist mir unerklärlich. Das Absingen vom U-Bahn-Lied im Fanblock und Anfeindungen über 90 Minuten sind offenbar etwas, was ein Spieler klaglos hinnehmen muss.

Wir sprechen hier von einem sehr jungen Mann, der mit einer solchen von Haß zersetzen Atmosphäre in seiner erst kurzen Karriere noch nie konfrontiert worden ist und dem die Spieldauer einiges an Contenance abverlangt hat. Dass er -zugegeben- überreagiert hat, ist unbestritten, aber eine Sperre von drei Spielen ist ebenso überzogen wie Ihre Reaktion in Richtung Rostock so gut wie nicht existent ist.

Dass Sie damit das Gefahrenpotenzial zwischen den Fangruppen vergrößern, scheint Ihnen nicht bewusst zu sein.
Mit einer Strafe hatten alle gerechnet und das ist angemessen, so darf ein Spieler nicht vorgehen. Aber hätte Schiedsrichter Kinhöfer die Aktion bemerkt und mit gelber oder auch roter Karte geahndet, wäre es auf maximal zwei Spiele Sperre hinausgelaufen und weiteres Vorgehen des DFB wäre nicht nötig gewesen.

Davon abgesehen, dass Ihre Glaubwürdigkeit ohnehin schon stark gelitten hat, vermitteln Sie nun den Eindruck, als würden Sie die „Ausfälle Ost“ weitgehend tolerieren.
Ebensogut könnten Sie den Verein Hansa Rostock dazu auffordern, den Ordnungsdienst anzuweisen, Plakate mit grob unsportlichen Inhalten (siehe Beispiele oben) entfernen zu lassen. Das könnte einer Deeskalation eher nützen, als Ihre merkwürdige Ansicht zu angemessenen Bestrafungen.
Dem DFB, der ach so engagiert gegen Rassismus ist, ist im Grunde egal, dass ein farbiger Spieler wie Morike Sako Affengeräusche und andere rassistische Anfeindungen hinnehmen muss, dass ein U21-Nationalspieler aufgrund seines Namens ebenso in die Ausländerschublade gestopft und dementsprechend verhöhnt wird, daß es mittlerweile ligaweit vermehrt Ärger gibt, wo Hansa Rostock mit seinen Fans auftaucht und der Verein vom DFB in keiner Weise dazu aufgefordert wird, Maßnahmen zu ergreifen.

Dass diese Mail bei Ihnen wahrscheinlich inhaltlich nicht mal ankommt, geschweige denn einer Antwort wert ist, ist mir schon beinahe klar, aber ich muss es trotzdem loswerden. Scheiss-DFL war gestern…

——————————————————————————————————–

Ich erwarte keine Antwort oder allenfalls eine standardisierte, automatisierte Mail, ungefähr so wie im letzten Jahr nach Rostock. Ohne freundliche Grüße und bar jeder Hochachtung, sehr emotional, aber so ist das nun mal, wenn die Ungerechtigkeit einen quasi anbrüllt.

Noch nicht dazu gekommen bin ich, auch meinem Verein, dem ich einen großen Teil meiner Freizeit und auch meines Geldes widme, eine Email zu schreiben. Inhaltlich schon etwas zusammengefasst hat es der User Linkskurve aus dem St. Pauli-Forum, mit dessen freundlicher Genehmigung ich das hier schon mal als Einstimmung veröffentliche:

Ich entschuldige mich hiermit in aller Form für meinen Verein, den FC St. Pauli, der menschenverachtende Transparente („Hals- und Beinbruch“), beleidigende, sowie nazistische Parolen unwidersprochen toleriert und in aller Öffentlickeit stehen lässt, der sich weder hinter seine friedlichen Fans, noch hinter seine jungen Spieler stellt, die einen Fehler gemacht haben, aber geschützt werden müssten. Der Verein wurde somit Teilhaber dieser Parolen. Deeskalation JA, reflexartiges Einknicken und Abgabe aller Überzeugungen: NEIN!

Herr Littmann, Herr Stanislawski, Herr Böning, Herr Schulte – heute abend kriegen Sie dann auch Post von mir.

Edit: Der Verlag, der das wunderbare Buch herausgebracht hat, twitterte gerade folgendes:

HoffmannCampe

As expected die standardisierte Antwort des DFB:

Sehr geehrter Fußballfan,

danke für Ihre Mail. Das Urteil im Fall Deniz Naki können Sie hier nachlesen:

http://www.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1%5BshowUid%5D=20573&tx_dfbnews_pi4%5Bcat%5D=145

Der Spieler, der sich auch entschuldigt hat, und der FC St. Pauli haben diesem Urteil zugestimmt.

Ferner möchten wir Sie davon in Kenntnis setzen, dass der DFB-Kontrollausschuss wegen der Vorkommnisse auf den Rängen während des Spiels FC Hansa Rostock – FC St. Pauli bereits Ermittlungsverfahren eingeleitet und beide Vereine zu zeitnahen Stellungnahmen aufgefordert hat. Sollten hier in den nächsten Tagen Urteile ergehen, so vermelden wir dies ebenfalls automatisch im News-Bereich von http://www.dfb.de.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre DFB-Pressestelle

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77 Gedanken zu „Mail an den DFB zur Sperre des Spielers Deniz Naki

  1. Piet sagte am :

    Respekt für so viel Contenance beim Schreiben dieser Mail. Dass Herrn Zwanziger nicht die Schamesröte ins Gesicht steigt angesichts des Leo-Baeck-Preises, den er heute Abend verliehen bekommt!

    Ich freue mich auf Freitag und viele schöne Aktionen. „Wir sind Deniz!“🙂

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  3. Aber alles Ehrabschneider beim DFB.

  4. dirk sagte am :

    ich versteh es nicht, 3 spiele,
    diese ignoranten, Sie sehen nie was die Hansa Seite macht und durchgehen läst

    Freitag sind wir alle Deniz

    • Die Geste war unklug, ja. Aber der DFB und auch der Verein (bisher) haben das Gegenteil erreicht. Die Sympathiewelle, die aufgrund der extrem überzogenen Strafe Deniz Naki entgegenschlägt, ist schon enorm. Zu Recht.

      Mein Chef hat übrigens letzte Woche beim Teammeeting exakt die gleiche Geste gemacht in die Runde, als ein wichtiger Anruf reinkam und er nichts verstand. Ich hätte ihn wohl anzeigen sollen wegen extrem arbeitnehmerunfreundlichem Verhalten.

  5. Sascha sagte am :

    DFL-Mafia!
    Unfassbar diese Sperre, ein WITZ!

    Freitag alle FÜR Naki !

    • Bitte für mich mit, habe mir leider den falschen Zeitpunkt für den Urlaub ausgesucht😦

      Ich fand eigentlich schon immer, dass die DFL der falsche Ansprechpartner ist. Die Wurzel allen Übels liegt woanders. Hat aber auch drei Buchstaben.

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  8. chapeau
    Wie immer wird mit zweierlei Maß gemessen und man ist auf dem rechten Auge blöd.
    Andersrum, hätte ein Hansa-Spieler ähnliches gemacht, wäre die Aktion imho ungeahndet geblieben.

    Ja, sicher hat Deniz überreagiert. Ggf. hat es aber auch Aktionen seitens der Rostock-Fans gegeben, die Deniz Naki zu dieser Reaktion verleiteten. Die Fernsehbilder lassen leider keine entsprechenden Rückschlüsse zu. Also bleibt nur Spekulation. Aber der DFB hatte hier durchaus mehr analysieren können.

    Schön finde ich aber die Einigkeit der Fans, die ich lese und höre. Alle sehen, dass die Aktion von Naki nicht in Ordnung war, aber auch, dass der DFB vollkommen übertrieben hat mit der Sperre.

  9. ottoerich sagte am :

    es war keine „Halsabschneider-Geste“, die uns-Naki da demonstrierte, sondern eine „Kehle durchschneiden-Geste“. Das ist ein Unterschied.

    Ob 3 Tage zu hart sind, darüber lässt sich streiten. Dass die Geste einfach nur widerlich ist, nicht, meint ottoerich, Südkurve.

    • Ottoerich von der Süd, über die Begrifflichkeit sind wir uns glaube ich aber einig.
      Hals abschneiden und Kehle durchschneiden ist im Ergebnis wohl das Gleiche.
      Und dass das nicht in Ordnung war, darüber sind sich so ziemlich alle einig.

      Unter „widerlich“ verstehe ich allerdings eher sowas wie die Plakataktion gegen Mini. Da bin ich jetzt penibel in Begrifflichkeit.

      • ottoerich sagte am :

        Gummipuppe und Spruchband waren widerlich – keine Frage. Aber gerade, weil man sich nicht mit denen vergleichen will, begibt man sich auch nicht auf deren Niveau. Sportlichkeit ist nicht teilbar.

      • Galgenkind sagte am :

        Die „Hals- und Beinbruch“ ist ganz sicher jenseits des guten Geschmacks, aber das USP Plakat mit „Follow your Leader – Do it like Rieger“ war kein deut besser. Aber was haben solche „Fan“ Aktionen bitte mit der Aktion von Naki zu tun? Der Junge möchte „Profi“ sein, dann soll er sich auch wie einer Verhalten. Warum suchen jetzt eigentlich fast alle Pauli Fans zwanghaft nach Ausreden für sein Verhalten?

        mfg

        • Piet sagte am :

          Wir suchen nicht nach „Ausreden“. Wie Sie, wenn Sie die Diskussion verfolgt haben sollten, bemerkt haben müssten, sehen die meisten Sankt Paulianer die Aktion kritisch, halten das Strafmaß aber für deutlich überzogen und ungerecht (s. exakt gleiche, aber vom DFB nicht geahndete Aktion, s. HRO letztes Jahr ohne Strafe, u.s.w.). Ich hingegen mache kein Hehl daraus, dass ich die Aktion im Rahmen der Semantik (Piratenflagge, Kogge entern und versenken auf großer Fahrt, das ist keine Sightseeing-Tour) spätestens nach den rassistischen Schmähungen, die er sich fast 90 Minuten lang hatte anhören müssen, grenzwertig aber in Ordnung fand, vertrete damit aber sicher eine Minderheitenmeinung. Kann man sicher so und so sehen.

          „Follow your Leader – Do it like Rieger“: Sorry, nach all den Jahren mit Nazi-Hools in Ihren Reihen und einer Mehrheit an Mitmachern, Unterstützern oder auch nur Schweigern war das die einzig passende Antwort! Und wenn Sie noch zig mal wiederholen, dass es keine „echten“ Rostocker waren: DAS macht es nicht besser, nur peinlicher! Solange HRO Nazi-Hools in seinen Reihen duldet, kann es nur eine Antwort geben! Sie war passend und absolut im Rahmen, wobei jeder (Rostocker) sich den Schuh anzieht, der ihm passt.

          Stellen Sie sich auf die Seite derer, die GEGEN diese Meute den Rücken gerade macht, entsprechende Tapeten malt, entsprechende Sprechchöre anstimmt, die Leute rausschmeißt, dann gehören Sie auch nicht zu denen, die damit gemeint sind. Noch ist das bei HRO aber eine kleine Minderheit, deswegen: „Do it like Rieger“ und „Scheiß Hansa Rostock“!

          Das aber mit dem tragischen Unfall eines Fans zu vergleichen, der nun zufällig St. Paulianer war, letztlich aber Fan eines beliebig anderen Vereins hätte sein können (ja, auch Rostocker!) und dann nicht weniger Anteilnahme erfahren hätte, ist… abgrundtief grottig. Da verbietet sich jeder Vergleich.

          • Galgenkind sagte am :

            „Das aber mit dem tragischen Unfall eines Fans zu vergleichen, der nun zufällig St. Paulianer war, letztlich aber Fan eines beliebig anderen Vereins hätte sein können (ja, auch Rostocker!) und dann nicht weniger Anteilnahme erfahren hätte, ist… abgrundtief grottig. Da verbietet sich jeder Vergleich.“
            Aber pauschal mal alle die nicht St. Pauli mögen als Nazis beschimpfen und ihnen den Tot nahelegen . Ich liebe diese triefende Doppelmoral.
            Vieleicht sollten sie sich mal Gedanken darüber machen warum das ach so Nazi verseuchte HRO von den Linken regiert wird (im Gegensatz zu HH).

            Ich halte beide Aktionen für Geschmacklos, was ich schon geschrieben habe, was aber nichts daran ändert das ein „Profi“ sich von so etwas nicht ablenken lassen sollte und schon gar nicht noch Öl ins Feuer kippen sollte. Jetzt mit den Finger auf andere (Asamoah) zu zeigen ist Kindergarten Niveau.

            meine Meinung😉

            mfg

            • Wer wollte die Hamburger mit Zettel am Zeh nach Hause schicken?
              Hat auch was von Doppelmoral, sich dann über eine deutbare* Geste zu beschweren, oder?
              Ich kann ja hier nur für mich sprechen und konstatieren, dass ich nicht alle, die St. Pauli nicht mögen, als Nazis beschimpfe. Ich beschimpfe die als Nazis, die Nazis sind oder sich in der Couleur präsentieren. Dass Hansa Rostock (der Verein) ein „Rechtsproblem“ hat, streitet nicht mal der Verein selbst ab, darüber müssen wir hier nicht diskutieren, oder?

              Ganz unterschlagen wird gerade bei diesem Ereignis die Randale zwischen Rostockern und der Polizei mit über 20 verletzten Polizisten. Wie es scheint, kam diese im Vergleich dazu lächerliche Gestik von Naki gerade recht, um davon abzulenken. Wäre die nicht gewesen, hätten sich die Medien wieder auf „echte“ Krawalle“ beschränken müssen.

              Es wird nicht mit dem Finger auf Asamoah gezeigt, sondern lediglich ein Beispiel für die sehr unterschiedliche Handhabung von Problemfällen des DFB gebracht. Dass behauptet wird, man habe im Jahr 2007 keine Beweisfernsehbilder gehabt, kommt fast in die Kategorie „Brüller des Tages“.

              Ihre Meinung ist hier willkommen, sonst bräuchte ich das hier gar nicht machen.
              Ich habe schon des Öfteren den Dialog mit Rostockern gesucht und auch guten Dialog gefunden, ich hasse nicht kollektiv, das nur nebenbei.

              *Definition wikipedia:
              Throat slash
              The „Cut-throat“ or throat slash sign
              A sign is made by moving one’s finger across one’s throat; the gesture imitates cutting a person’s throat with a blade. The gesture indicates strong disapproval, extreme anger, or displeasure with others or with oneself.[5]
              This gesture can also mean to „cut,“ „stop,“ or to discontinue a particular action, though this is usually done with the palm facing downwards and the index, middle, ring, and small fingers sweeping quickly across the throat. It can also be used to indicate something has ended or a previous process has concluded. Scuba divers use this gesture with the palm swept across the throat to indicate that they have run out of air

            • Piet sagte am :

              «Aber pauschal mal alle die nicht St. Pauli mögen als Nazis beschimpfen und ihnen den Tot nahelegen.»

              Was ist an dem Satz „Jeder ziehe sich den Schuh an, der ihm passt“ und dem Hinweis auf das (im Verein ja durchaus bekannte, und wie Frau Jekylla freundlicherweise schon formulierte, auch nicht geleugnete und seit vielen Jahren! bestehende) Nazi-Hool-Problem so schwer zu verstehen? Sich dabei in sein Schneckenhaus zurückzuziehen, sich ungerecht behandelt zu fühlen (böses Pauschalurteil, böse Doppelmoral) und die beleidigte Leberwurscht zu spielen (Abwehr, Abwehr) statt einfach mal zu konstatieren, dass 90 Min rassistische Schmähungen vermeintlich nicht deutscher Spieler einfach Dreck sind, löst Ihre Probleme nicht!

              Wer sich nicht gegen den Pöbel stellt, macht sich mit dem Pöbel gemein und ist mit obigem Satz auch gemeint. Wo Sie sich positionieren, müssen Sie schon selbst entscheiden. Und? Fühlen Sie sich immer noch angesprochen?

              «… und ihnen den Tot nahelegen»

              Ach wissen Sie: Wer „Nazis raus!“ ruft, wünscht seinen Nachbarn nicht dieses Dreckspack auf den Hals, haben die Nachbarn doch gar nicht verdient. Dass Sie eher an dieser Stelle merkwürdige Kritik üben, über Thor-Steinar-gekleidete Pitbull-Terrier und Jogginghosen-Helden im Stadion aber geflissentlich hinwegsehen (ischa alles so unpolitisch hier, nä?), ist mir eher ein Hinweis darauf, dass wir mit der Tapete alles richtig gemacht haben.

              • Galgenkind sagte am :

                „Dass Hansa Rostock (der Verein) ein „Rechtsproblem“ hat, streitet nicht mal der Verein selbst ab, darüber müssen wir hier nicht diskutieren, oder?“
                Das der Verein ein Problem mit gewalttätigen Fans hat ist bekannt, für ihr Argument finde ich auf die schnell aber leider kein Beleg. (und bitte nicht falsch Verstehen, Gewalt, egal welcher Motivation, finde ich schlecht und inakzeptabel) Auch will ich hier ganz sicher nicht sagen das es überhaupt keine Rechte unter den Hansa Fans gibt, solche „Fans“ finden sich aber leider in jedem Verein der sich eher als Unpolitisch ansieht.

                Aber lassen Sie uns hier lieber den Themen Bereich beenden (über einen Link zu ihrer Aussage das der Verein sich gegen Rechte einsetzt würde ich mich aber trotzdem freuen), das ganze lenkt imho nur vom eigentlichem Thema ab.

                „Es wird nicht mit dem Finger auf Asamoah gezeigt, sondern lediglich ein Beispiel für die sehr unterschiedliche Handhabung von Problemfällen des DFB gebracht.“
                Das damals nicht dagegen was unternommen wurde rechtfertigt doch noch lange nicht das nun nichts unternommen wird. Jahrelang wurde verlangt das der DFB was unternimmt und nun ist es auch nicht Recht.
                (und auch Hansa musste schon ordentlich wegen seiner Problem „Fans“ [zurecht] bluten)

                mfg

                • Piet sagte am :

                  «das ganze lenkt imho nur vom eigentlichem Thema ab.»

                  Sie sind ernsthaft der Ansicht, dass zwischen Nakis Geste und dem Rassismus, mit dem ihm 90 Min lang begegnet wurde, bzw. dem Hass der Sankt Paulianer und dem rechten Gesocks in ihrer (Rostocker) Mitte und (noch schlimmer: Dem Leugnen desselben: „Das der Verein ein Problem mit gewalttätigen Fans hat ist bekannt, für ihr Argument [Rechts-Problem] finde ich auf die schnell aber leider kein Beleg.“ kein Zusammenhang bestehen würde? Na Sie machen mir Spaß…

                  «Auch will ich hier ganz sicher nicht sagen das es überhaupt keine Rechte unter den Hansa Fans gibt, solche „Fans“ finden sich aber leider in jedem Verein der sich eher als Unpolitisch ansieht.»

                  Dass diejenigen, die „unpolitischen Fußball“ einfordern, in Wahrheit rechten Pöbel dulden (und damit schützen!) will, ist ja nicht neu. Traurig nur, dass das noch immer schöngeredet wird: Denn die Massen, die in rechte Gesänge (ach so unpolitisch, nä?) einstimmt, die Massen, die dazu schweigen (ist mir egal, sowas gibts halt), machen mit! Es sind also nicht die Bohne so, dass es nur ein paar wenige wären, wie Sie es darzustellen versuchen.

                  Blättern Sie mal 70 Jahre zurück: Der Nachbar, der weggesehen und geschwiegen hat, war unpolitisch? Der Blockwart, der mitgemacht hat, war unpolitisch? Gott sei Dank leben wir heute in anderen Zeiten, aber diejenigen, die zu Nazis schweigen, sind NICHT unpolitisch! Sie machen mit!

                  «Gewalt, egal welcher Motivation, finde ich schlecht und inakzeptabel»

                  Pauschal? Undifferenziert? Staatsmacht (die Staatsgewalt) ist: Gewalt. Ist die (immer) schlecht? Ist es schlecht, wenn sich paar Leute zusammentun und einen Nazi ohne viele Worte, aber, ähm, „körperlicher Präsenz“ (ich wähle absichtlich diesen Begriff) aus dem Stadion schmeißen? Ist es schlecht (im Sinne von unmoralisch), wenn sich paar Leute hinstellen und demjenigen, der „Schiri, du schwule/schwarze/… Sau“ ruft, am Schlawittchen packt und SEHR deutlich macht, dass dieses A*loch sowas nicht noch einmal ruft?

                  Es gibt sicher sehr unterschiedliche Arten, sich zu positionieren. Das muss nicht gewalttätig sein, wenn man der Typ nicht ist. Aber WO ich mich positioniere, ist überhaupt keine Frage! Insofern kann ich Ihnen in dieser Pauschalität nicht zustimmen.

                  • Galgenkind sagte am :

                    „Sie sind ernsthaft der Ansicht, dass zwischen Nakis Geste und dem Rassismus, mit dem ihm 90 Min lang begegnet wurde, “
                    Nein, ich bin nur der Ansicht das ein Profi Spieler über solchen Dingen stehen müsste (was sicher schwer ist) und nicht auch noch Öl ins Feuer gießen sollte.

                    Aber schön das Sie mich nun gleich in die „rechte Sympathisanten“ Ecke gestellt haben, das wird der Diskussion ungemein weiter Helfen. Da bin ich mir sicher. Und auch schön das Sie mir mal Pauschal unterstellen das ich mich nicht gegen Rechte nicht engagiere.
                    Schade das Sie nicht akzeptieren wollen das Fußball keine Politik ist.

                    „Pauschal? Undifferenziert? Staatsmacht (die Staatsgewalt) ist: Gewalt. Ist die (immer) schlecht?“
                    Hatte gehofft das das nicht falsch Verstanden wird, aber ihnen zu liebe konkretisiere ich das mal. Körperliche Gewallt ist mir zuwider, egal von wem.

                    „Ist es schlecht, wenn sich paar Leute zusammentun und einen Nazi ohne viele Worte, aber, ähm, „körperlicher Präsenz“ (ich wähle absichtlich diesen Begriff) aus dem Stadion schmeißen?“
                    Ja ist es, denn Sie begeben sich auf das gleiche Niveau wie die die sie damit „bekämpfen“ möchten. Auge um Auge, Zahn um Zahn war noch nie der Königsweg.

                    Wenn Sie sich mit mir über Politik Unterhalten möchten können wir uns gerne (ich nehme mal ganz pauschal an das Sie in HH zu Hause sind) irgendwo zu einem Bier treffen und darüber Diskutieren. Hier ist IMHO der falsche Platz dafür.

                    mfg

        • Für „fast alle St. Pauli Fans“ kann ich nicht sprechen, also kann ich dazu nur sagen, dass ich keine Ausreden suche, sondern mir das Verhalten erkläre. Wie Sie so schön sagen, der Junge möchte Profi sein, ist es aber offensichtlich noch nicht ganz und der unprofessionelle Teil des Spielers wird diesbezüglich auch gemaßregelt. Vereinsintern wie eben auch durch den DFB. Über das Ausmaß der Bestrafung lässt sich diskutieren, wenn man im Vergleich Aktionen auf den Plätzen sieht, die locker den Tatbestand der schweren, vorsätzlichen Körperverletzung erfüllen und auch mal „nur“ mit einer roten Karte geahndet werden. Oder mit nichts.

          Dass ein junger Mensch -mal weg vom Profi für einen Moment- in einer Atmosphäre wie dieser seinen Adrenalinspiegel nicht mehr unter Kontrolle hat, ist so verwunderlich nicht. Dass einem Profi das nicht passieren sollte, ist unbestritten. Dafür wird er bestraft. Nur wenn ich lese, dass das nun das schlimmste Entgleisung in der Geschichte der Bundesliga (BLÖD) sein soll, kann ich nur noch den Kopf schütteln.

          Über das unterirdische „Hals-und Beinbuch“ Transparent brauchen wir auch kein Wort mehr verlieren, das ist allerunterste Schublade.
          Das „Follow your leader…“-Ding in meinen Augen auch völlig verzichtbar, habe ich schon an mehreren Stellen so gesagt.

          Was solche „Fan-Aktionen“ mit der Reaktion von Naki zu tun haben? Darüber kann ich zum Teil nur spekulieren. Hat Naki das Gummipuppen-Set-Up gesehen? Hat ihn das an die Unglücksszene in Aachen erinnert, die er direkt gesehen hat und hat ihn das wütend gemacht? Waren es Fan-Aktionen wie Feuerzeugwürfe oder „Kanake“-Rufe, die ihn dann vielleicht noch richtig in Stimmung gebracht haben? Keine Ahnung, aber ich schliesse einen ursächlichen Zusammenhang rein spekulativ nicht aus. Hätte man Morike Sako nicht zurückgehalten letztes Jahr, wäre er vielleicht auch „entgleist“ angesichts der rassistischen Anfeindungen, die im Nachhinein niemanden mehr interessiert haben. Und hier beginnt das Paradoxon: es ist für Hansa Rostocks Fans normal, farbige Gästespieler oder dem Namen nach Ausländer (Naki ist gebürtiger Deutscher, das haben manche im Hansa Rostock Forum auch immer noch nicht mitbekommen…) zu beschimpfen und zu schmähen, Lieder über schwule Hamburger zu singen, für Ecken von Gästespielern braucht es Regenschirmschutz etc. etc. und dann wollen sie rumheulen wegen einer Geste??? I beg your pardon, das grenzt auch ans Lächerliche, oder?

          Wenn sich dann noch ein Herr Zachhuber hinstellt und meint, den Spieler als Schnösel bezeichnen zu müssen und ein Herr Stanislawski das unkommentiert stehen lässt und ihn nicht in seine Schranken verweist (da hat mir seinerzeit Jürgen Klopp vs. Franz Beckenbauer deutlich besser gefallen, wenn Sie wissen, wovon ich rede) platzt mir der Hals.

          Auch an dieser Stelle noch einmal: ja, das Verhalten war unprofessionell, ja, das Verhalten wird zu Recht geahndet. Und nein, das Strafmaß ist unangemessen und der Umgang mit Naki als „Volksfeind Nr. 1“ durch die Medien ist lächerlich.

          Wir reden hier vom Fußball und auch wenn das vielen nicht passt, da wird gepöbelt, provoziert und emotional reagiert. Ein Jens Lehmann zum Beispiel darf sich, obwohl gestanden-alter Profi, Dinge ungestraft leisten, für die ein Deniz Naki wahrscheinlich in Nowosibirsk Granitsteine abbauen dürfte, wenn es nach dem DFB ginge. Mit einem Unterschied: in 90% der Partien ist das Gepöbel mit Spielende vorbei und beschränkt sich auf den Fußball. Die anderen 10% sind das Problem. Und nageln Sie mich jetzt bitte nicht auf die Prozentzahlen fest, eine rein fiktive Größe und Sie wissen, was ich meine, davon gehe ich mal aus.

          Entschuldigung, ich bin jetzt ins Erzählen geraten, aber die Antworten auf Ihre Fragen sind da drin.

          Edit: und auch an dieser Stelle nochmal: Plakate wie „Rivalität ja, Gewalt nein“ sind die richtigen Zeichen. Schade, dass dieses Plakat in der Minderzahl war…

          • Galgenkind sagte am :

            „Entschuldigung, ich bin jetzt ins Erzählen geraten, aber die Antworten auf Ihre Fragen sind da drin.“
            Ich gehe mit vielem was Sie geschrieben haben konform, nur sehe ich keine Antwort auf meine Frage in ihren Text. Im Grunde Sie schreiben viel über die tiefe Feindschaft zwischen den „Fans“ beider Vereine, aber das hat nichts damit zu tun das wir hier über Fußball und so etwas gehört nicht auf den Platz.

            „Wir reden hier vom Fußball und auch wenn das vielen nicht passt, da wird gepöbelt, provoziert und emotional reagiert.“
            Und immer wieder gibt es Platzverweise und Strafen für solch ein Verhalten und das irgend wann irgend jemand mit so etwas durchgekommen ist sollte niemanden davon abhalten diesmal eine Strafe auszusprechen.

            mfg

            • Das liegt daran, dass Sie sich offenbar grundsätzlich weigern, zum ersten auch eine andere Interpretationsmöglichkeit zuzulassen (siehe wiki-quote), sondern lieber Tötungsabsicht unterstellen, was ich für absolut übertrieben halte.
              Das wissen Sie aber eigentlich selbst, dass Naki nicht im Nebenberuf Al Quaida-Kämpfer ist, oder? Nur weil er türkischer Abstammung ist, wollen Sie ihm doch nicht den Messerstecher by birth unterstellen?
              Wir reden hier über einen jungen „Schnösel“ (da bediene ich mich mal Herrn Zachhubers Wort, der das besser umschreibt als die Medien es hochstilisieren), der einen Fehler gemacht hat und eine Geste benutzt hat, die man ihm durchaus zum Nachteil auslegen kann. Ok, bestraft. Aber es geht hier nicht nur um Dinge, die auf dem Platz passieren und da nicht hingehören, sondern auch um Dinge, die um den Platz herum passieren und ich sehe nach wie vor einen ursächlichen Zusammenhang.

              Oder glauben Sie wirklich, DAS würde bei einem anderen Spiel so passieren? Ich nicht.

            • Piet sagte am :

              «… sollte niemanden davon abhalten diesmal eine Strafe auszusprechen.»

              An welchem Kommentar machen Sie fest, dass das der Fall wäre? Ehrlich, ich Lese- und Verstehensverhalten gibt mir Rätsel auf.

              Nun: Jeder Schüler hat mal abgeschrieben, wohl jeder ist dabei mal erwischt worden. Das wird auch bei Ihnen nicht anders sein. Wenn nun keiner der Schüler für dieses Verhalten – bei einem Lehrer, der durchaus Strafen auszusprechen gewohnt ist – je dafür bestraft worden wäre, Sie hingegen plötzlich schon: Wie wäre wohl ihre Reaktion? Unsere (mehrheitlich): Strafe ist gerechtfertigt, aber in dieser Höhe? Und wie steht’s mit der Gerechtigkeit, wie mit dem Maßstab?

              Diese Haltung muss man nicht teilen, bei uns ist das mehrheitsfähig.

  10. Vielen Dank !!!

    • spree sagte am :

      Toller Brief an das Idioten-Syndikat!

      Meiner Meinung nach hätte zwar noch reingehört, dass Deniz jetzt ausbaden muss, was DFB und DFL selbst mitverschuldet haben (Stichwort Montagsspiel im Dunkeln) aber ansonsten einfach nur top. Egal ob das nun von denen wirklich wahrgenommen wird, das hat heute wahrscheinlich vielen den Tag versaut.

      FORZA NAKI – FORZA JEKY – FORZA SANKT PAULI!

      • Danke, einige Stichworte beabsichtige ich noch in die Email an unseren Verein einzuarbeiten, das gehört dazu. Selbstverständlich bekommt der DFB eine Kopie der Email. Der Vollständigkeit halber.
        Wahrgenommen haben sie es, das sagt mir mein „Blogmonitor“😉

  11. Ich schließe mich Ihren Worten vollinhaltlich an und werde das Gefühl nicht los, dass die Funktionärsmafia „DFB“ hier ein Exempel an völlig falscher Stelle statuieren wollte.

    • Man sich dieser Theorien nicht erwehren. Ansetzung eines Montagabendspiels beim Derby, damit die Emotionen richtig hochkochen, vorher schön Tamtam drum machen und alle auf diese Emotionen einnorden und dann empört sein, dass die Taktik aufgeht…

  12. Falscher Zwanziger sagte am :

    Die großen Pädagogen des DFB haben entschieden.

    Leider folgen sie nicht dem Grundsatz:

    Beste Strafen maximieren die gewünschten Wirkungen und minimieren die unerwünschten Nebenwirkungen.

    • Dass Deniz Naki das Urteil abnickt, kann ich verstehen. Ich denke, der Junge war wie paralysiert von dem, was er ausgelöst hat und hätte zu allem Ja und Amen gesagt, hauptsache, es ist dann vorbei. Dass der Verein das klaglos abnickt, steht auf einem anderen Blatt. Ich denke, bei drei Spielen Sperre (Strafe genug!) kann auf die Geldstrafe seitens der Vereins auch verzichtet werden. Das wäre jetzt eine gute Antwort an den DFB.

  13. Linuxfux sagte am :

    Sehen wir es mal so. Wenn der DFB und/oder die DFL tatsächlich solche Zustände wie in Rostock, Dresden oder Cottbus scharf ahnden würde, dann dürfte es inzwischen eigentlich keinen Profifußball mehr in Ostdeutschland geben.

    Und das will dieser Verband anscheinend irgendwie verhindern.

  14. Mario sagte am :

    Toller, emotionaler Brief an den DFB! Trotzdem habe ich ein Problem mit der dargebotenen Geste. Alle Provokation darf einen Profi, auch einen jungen nicht zu solchen Reaktionen verleiten. Über drei Spiele darf man sicher diskutieren, deeskalation sieht aber natürlich anders aus😉

    Schade das der Fussball teilweise so politisch geprägt wird (von beiden Seiten).

  15. Eindrucksvoller und sauber geschriebener Bericht,jedoch eines gefällt mir persönlich nicht,

    „gegen die Groß-Pyroaktion“.

    denn was ist denn bitte schlimm an Pyrotechnik?!
    Solange keine Leuchtstifte,Böller und Bengalen in Richtung Spielfeld fliegen stört dass doch nicht,im Gegenteil,es ist eine grandiose Show,wie man an folgendem Bild sehen kann:

    Für mich als Fußballfan gehört Pyro dazu – Kontrolliert,aber vorhanden!

    • Da wohnen zugegeben zwei Seelen in meiner Brust: die eine, die auf Lichtspektakel jeder Art steht (Stichwort Pyronale), die andere, die einfach akzeptiert und respektiert, dass Pyro im Stadion verboten ist. Welchen Teil von „Pyro ist im Stadion verboten“ kann man denn nicht verstehen? Welchen Teil von „Pyro im Stadion kostet den Verein Strafe“ kann man nicht verstehen?

      Wenn ich große Pyroshow sehen will, die erlaubt ist, muss ich eben z. B. zu Lech Poznan fahren.

  16. Ich würde es als eine Art „stillen“ Protest der Fans sehen – wie man es hier in Österreich zur Zeit sehr deutlich sieht.Ab 2010 sind ja hier in Österreich sämtliche Pyrotechnischen Gegenstände in Stadien verboten.Die Argumentationsnot solcher Verbote sieht sogar die Bevölkerung selbst ein – bloß die Politiker selbst nicht.Ich meine,warum dürfen dann die Schifahrer noch zündeln ?! (Zugegebenermaßen abstruses Beispiel,entspricht aber der Wahrheit.)

    Ich stehe selbst in einem ähnlichen Zwiespalt,ich finde es ja ebenfalls nicht gut,dass der Verein durch Fans zu Strafen gezwungen ist.Aber ich denke,wenn man diese Mentalität „Die Fans sind immer schuld“ beiseite legen würde und beginnen würde zu sehen – was können wir gemeinsam (Verein und Fans) ändern,dann würde sich die Situation deutlich entschärfen,und man kann sich einiges an Geld,und auch Spannungen ersparen.

    Beste Grüße!

    • Wenn man die Vereine zum Beispiel dazu bewegen könnte, „Pyro-Zones“ einzurichten, in denen das gefahrlose und vor allem kontrollierte Abfackeln möglich wäre, wäre ich die erste, die das befürworten würde.
      Aber bis dahin ist es eben verboten und ich finde es hohlköpfig, diese Verbote immer wieder zu ignorieren.

  17. Pingback: St. Pauli, Rostock, der DFB und die “Kollegen” : SportsWire

  18. Frank sagte am :

    Moinsen!
    Wie ich sehe sind wir doch alle einer Meinung!
    Zu Deniz, ich kann seine Reaktion durchausverstehen! Korrigiert mich, aber ich meine mich erinnern zu können, dass mit ansehen musste, wie Mini damals abgestürzt ist……
    Für mich ist seine Reaktion, im Sinne von „Jetzt zeig ich es Euch“, voll nachvollziehbar. Das sie nicht richtig war wie ich ja gar nicht abstreiten, aber ich kann es verstehen.
    Aus diesem Grunde ist die 3 Tagesperre völlig überzogen UND es wird mal wieder klar, dass für viele (Presse, Verein, DFL….) der Tellerrand viel zu hoch ist……

    Ciao!
    Frank

  19. Pingback: Nachbearbeitungen « Metalust & Subdiskurse Reloaded

  20. Jetzt muss man hier doch mal ehrlich rangehen und das nicht so einseitig betrachten.

    Es gab Provokationen aus dem Pauli Block und es gab Provokationen aus dem Hansa Blocks.

    Deniz Naki hat ein Fehlverhalten an den Tag gelegt und dafür wird es jetzt bestraft, vollkommen zu Recht. Er steht als Spieler in einer gewissen Verantwortung.

    Bei den Provokationen aus den Fanblöcken, das steht nicht in der direkten Macht der Vereine, deshalb wäre es aus meiner Sicht unverhältnismäßig die Vereine dafür zur Rechenschaft zu ziehen.

    Das solche beschämenden Anfeindungen durch Hansa Anhänger inhaltlich nicht toleriert werden dürfen, da stimme ich Ihnen vollkommen zu, aber ich denke aus Sicherheitsaspekten geht dort kein Ordner rein und entfernt diese Transparente und Banner, dann würde die Lage eskalieren und das will keiner, das müssen Sie auch eingestehen.

    Zieht man nun den realistischen Schluss dieser Geschichte und nimmt dazu noch ihre fordernde Veröffentlichung, kommt man zu dem Punkt, das solche Spiele nur noch unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden werden. Ich denke das ist aber nicht in Ihrem Sinne.

    Ich muss jetzt sagen ich bin kein Fussballfan, aber ich durfte dank dieser Geschichte die ganzen Einschränkungen in der Stadt Rostock erleben. Einschränkungen aufgrund sogenannten Fussballfans, auf beiden Seiten, die für mich langsam in keinem Verhältnis mehr stehen. Insgesamt waren rund 1900 Polizisten im Einsatz, die Kosten dafür zahlt der Steuerzahler.

    • Ich bin ja gar nicht so anderer Meinung als Sie und habe schon oft das Verhalten beider Seiten bzw. der Chaoten beider Seiten kritisiert. Und dass Deniz Naki zu Recht eine Strafe erhält, habe ich hier mehrfach auch unterstrichen.

      Und ich bin dennoch der Meinung, dass auch die Vereine für das Verhalten ihrer Fans zur Verantwortung gezogen werden können. In diesem Zusammenhang ist sicher interessant, ob es dem Verein FC Sankt Pauli gelingt, die Pyromanen ausfindig zu machen und die angekündigten Stadionverbote zu verhängen.

      Das Argument, dass dort kein Ordner reingehen würde, um die Banner zu entfernen, kann ich nur zum Teil nachvollziehen. Die Begründung Eskalationsverhinderung scheint mir dann gefählich zu sein, wenn die Schlußfolgerung ist, dass dann ja quasi alles erlaubt ist, weil die Angst zu groß ist, es zu verhindern?

      „Spiele unter Ausschluß der Öffentlichkeit“ – genau das, was Herr Zwanziger nach den neuesten Randalen ja jetzt auch in Erwägung zieht. Wohlwissend, dass er auch durch die Spielansetzung an einem Montagabend diese Entwicklung gefördert hat. Und Herr Zwanziger mag vieles sein, aber dumm ist er sicher nicht und war sich darüber im Klaren, dass das nicht deeskalierend, sondern eskalierend wirken würde und zudem die Arbeit der Polizei -die übrigens nach Aussagen von Anwesenden einen sehr guten Job gemacht hat- erschweren würde. Beschwerden von allen drei Seiten -St. Pauli, Rostock und der Polizei- einfach geflissentlich zu ignorieren, zeugt von einem planvollen Vorgehen. Was immer er damit eben wollte…

      Ein gutes Argument sind die erheblichen Kosten, die durch die Polizeieinsätze entstehen.

      Davon mal ab: ganz persönlich würde ich auch lieber ungetrübt und angstfrei zu einem Auswärtsspiel nach Rostock fahren, aber das wird wohl so schnell nicht möglich sein.

      „Das solche beschämenden Anfeindungen durch Hansa Anhänger inhaltlich nicht toleriert werden dürfen, da stimme ich Ihnen vollkommen zu,…“

      Und was wäre Ihr Gegenvorschlag? Was dagegen tun? Was hat der prämierte Herr Zwanziger letztes Jahr dagegen getan? Was dieses?

  21. Paulchen sagte am :

    Hallo,

    eigentlich mag ich St. Pauli. Aber dieses arrogante (wir sind „moralisch allen Vereinen überlegen“) und vorurteilsvolle Getue geht mir ganz schon auf die Nerven. Ich bin auch kein Rostock-Fan, aber ich war bspw. beim Cottbus-Spiel bei euch im Stadion. Nur ein Beispiel: im Cottbus Block werden Rauchbomben und Bengalos gezündet (kommt wie wir sehen in den besten Kreisen vor). Das erste was von St. Pauli kommt ist „Nazis Raus“. Obwohl es keine wirklichen Erkennbaren außeren Anzeichen von Nazitum gab (keine Affenlaute, keine Nazisprüche…, auch die „Wurggeschosse“ gegen Takye hätte es bei jedem weissen Spieler genauso gegeben). Ich will nix beschönigen, sicher gab es genügend Glatzen im Block. Aber auch eine entsprechende (und hörbare) Anti-Bewegung. Sich als St. Pauli Fan ins gemachte Nest zu setzen ist auch ziemlich einfach. Wa? OK, bin ein wenig vom Thema abgekommen. Aber, einfach mal hinnehmen das Ganze. Andere haben es auch nicht leichter. Schöne Grüße.

    • Piet sagte am :

      In welchem Block hast du gestanden? Bei den Cottbussern? *amkopfkratz:

      «Obwohl es keine wirklichen Erkennbaren außeren Anzeichen von Nazitum gab … Ich will nix beschönigen, sicher gab es genügend Glatzen im Block.»

      Merkst du was?

      «auch die „Wurggeschosse“ gegen Takye hätte es bei jedem weissen Spieler genauso gegeben»

      Hätte? Hat es aber nicht. Komisch, oder?

      Du kannst uns arrogant nennen, aber nicht für dumm verkaufen.

      • Piet sagte am :

        Nur um das klarzustellen: Meine Antwort soll keinen Affront gegen die Skinheads Sankt Pauli darstellen. Aber die Cottbusser gehörten nicht zu den Grillkönigen, die ich so schätze.

    • Ich habe an anderer Stelle die Pyro-Aktion von Cottbus ebenso verurteilt wie jetzt die Pyro-Aktion von St. Pauli. Darüberhinaus war es eben aus diesem Grunde auch noch relativ hirnbefreit und ich kann auch nicht verstehen, wie man sich eine Woche zuvor noch echauffieren kann über Pyro und dann in der Woche drauf ausgerechnet bei Hansa Rostock eine solche Steilvorlage abliefert. Keine Frage, dumm. Ich kann auch nur hoffen, dass die Verursacher dafür zur Verantwortung gezogen werden.

      Ich stand beim Cottbus-Spiel auf der gegenüberliegenden Südtribüne und muss gestehen, dass ich von der Anti-Bewegung nichts gehört habe, aber später unter anderem auch im Cottbus-Forum gelesen habe, dass dort eine Menge Entrüstung über die eigenen Idioten geäussert wurde.

      Aber es dürfte Ihnen nicht entgangen sein, dass es bei keinem anderen Spiel der jüngeren und mittelalten Vergangenheit zu solchen Vorfällen wie beim „Derby“ gekommen ist und auch nicht kommen wird. Bei den Auswärtsspielen, die ich in den vergangenen Jahren besucht habe -und das waren ein paar- bin ich fast ausnahmslos freundlich empfangen worden als St. Pauli-Fan (von Offenbach mal abgesehen) und hatte nie das Gefühl, dass ich mich als Fan in unmittelbare Gefahr begeben würde. Das ist bei Rostock anders. Beim Heimspiel im März stand ich ebenso auf der Südtribüne, hatte danach nur einen Gedanken: weg hier.

      Meine ganz persönliche Meinung: ich hätte nicht einmal was gegen 2 Geisterspiele in dieser Saison gehabt, da beide Seiten offenbar auch nicht in der Lage sind, nachzulassen.

      Was Sie mit dem „ins gemachte Nest setzen“ meinen, verstehe ich nicht ganz, aber vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass sich auch öffentlich viele St. Paulianer kritisch mit dem Fanumfeld befassen.

      Im öffentlich lesbaren Forum von HRO ist das auch überwiegend so.

      • Paulchen sagte am :

        Mit dem „ins gemachte Nest setzen“ meine ich, dass es recht einfach ist, die entsprechende Weltanschauung vorausgesetzt, St. Pauli Fan zu sein. Selbst muss man nicht viel zu diesem Mythos beigetragen haben, ist aber bestimmt „stolz“ auf diesen. Es ist ungleich schwieriger Fan eines „Problemvereins“ zu sein und sich gegen derartige unschöne Entwicklungen zur Wehr zu setzen. Nun könnte man sagen, „man kann sich ja einen anderen Verein suchen“. Aber im Fussball verliebt man sich halt nur einmal. Und alle, die das noch einmal aus den geschilderten Gründen mit St. Pauli schaffen, die sind mir auch suspekt.

        Ansonsten stehe ich der Debatte um St. Pauli und Rostock recht leidenschaftslos gegenüber. Obwohl, vielleicht ist ein kleines Schmunzeln in mir.

        • Wie im richtigen Leben kann man sich auch entlieben. Und würde „mein Verein“ eine Richtung einschlagen, mit der ich unglücklich bin und mit der ich mich nicht identifizieren kann, mich vielleicht sogar dauerschämen muss, ist das nicht mehr mein Verein.

          Man muss auch nicht viel dazu beigetragen haben, dass ein Verein eine gewisse Weltanschauung hat, wenn man Fan des Vereins wird. Man kann aber dazu beitragen, dass das auch so bleibt. Dazu gehört auch offene Kritik in den eigenen Reihen.

          Einen Grund zum Schmunzeln sehe ich jetzt gerade nicht so wirklich, aber Humor ist ja auch so eine ganz eigene Sache.

        • Piet sagte am :

          Also an Märchen wie „der Verein hat mich gesucht“ glaube ich nicht, und auch kann man Fan verschiedener Vereine sein oder seine Präferenzen ändern. Einige aus meiner Jugendzeit habe ich geändert (Rauten *schauder*), andere (Werda) beibehalten.

          Was aber heißt „ins gemachte Nest setzen“? Selbst wenn man mal konstatiert, in Nach-Hafenstraßen-Zeiten dazugekommen zu sein, wird ja ein gewichtiges „Erbe“ übernommen, das nicht immer so einfach und unproblematisch ist, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, zum anderen aber in seiner Entwicklung nicht stehen bleibt (dann wäre der ‚Mythos St Pauli‘ Geschichte und tot, aber es kommen neue Sichtweisen und andere Themen dazu) und letztens ist es schwierig genug, neue Leute in „die Szene“ zu integrieren (Themen wie Support, Alkohol, Pyro, Sexismus, Gewalt, Ost-West, …) also da sind massig Themen, die einen Umgang nicht einfach machen. Liebes Paulchen, das täuscht sehr!

          Tscha nu, und die „Arbeit“ in einem Problem-Verein ist nunmal zu leisten, da führt doch gar kein Weg dran vorbei. Meinen Sie denn, St. Pauli (immerhin das, was man einen „Problemstadtteil“ nannte, hätte sich die Arbeit von selbst erledigt? Und glauben Sie ernsthaft, das alles aufrechtzuerhalten wäre ein Kinderspiel?

          Seit wie vielen Jahren sagen wir: Leute, fangt an! Schmeißt die Nazis raus, und wenn das nicht sofort geht, baut Netzwerke und Strukturen auf, wir wären die letzten, die das nicht unterstützen würden? Malt Tapeten gegen die Nasen im eigenen Stadion? Lies es nach in den Foren. Nur, wie von Zauberhand erledigt sich das nicht, die Arbeit müsst ihr leisten! Die Nazis am Millerntor (die es hier wie in jedem anderen Verein gab) sind auch nicht von selbst gegangen! Aber gemachtes Nest? Mitnichten.

    • Egal sagte am :

      Kleiner Einwand: „Good night LEFT side – Banner“ !!!

  22. Ja die Frage ist, gibt es wirklich eine Lösung, wie man sinnvoll damit umgeht.

    Es kann seitens der Vereine selber nur ein bundesweites Stadionverbot verhängt werden, seitens St. Pauli gegen die Pyromanen und seitens Hansa gegen die solche Transparente hochhalten bzw. erstmal mit ins Stadion bringen.

    Über kurz oder lang denke ich aber, solche Spiele mit Gewalt- und Aggressionspotential, sollten „Geisterspiele“ werden. Die tut mir zwar für die Mannschaften und die ordentlichen Fans Leid, aber es erscheint das sinnvollste zu sein.

  23. Ich muss leider an meinen Beitrag noch eine kurze Frage hängen:
    So hirnrissig es auch sein mag,aber welche Möglichkeit habe ich denn als (von den Medien) kriminalisierter Fußballfan,gegen etwas zu protestieren ?

    • Sie können hier anhängen, was Sie mögen. Wohler wäre mir allerdings, ich hätte eine gute Antwort auf die Frage.
      Im Stadion mit Transparenten, mit Briefen, Emails, Leserkommentaren… aber ob das was bringt? So wirklich? Sie sehen ja, wie es hier ist. Aber gar nichts tun geht irgendwie auch nicht.

  24. Pauli1910 sagte am :

    Moinsen, schalte mich in diese, zugegebenermaßen spannende Diskussion auch mal kurz mit ein. Bevor ich zum eigentlichen komme, ein kurzer Exkurs in meine Pauli Vergangenheit: Ich besuche diese „alte“ Liebe nun seit mehr als 25 Jahren. Spiele in denen man in der Halbzeit noch die „Seiten“ gewexelt hat sind noch durchaus in der Erinnerung…Seit vielen Jahren erlebe ich aber beim FC eine Kultur die nicht mehr „meine“ ist. Streit und Anfeindungen unter den Fangruppen, Umzug in andere Bereiche, „wir sind mehr Fan als Ihr“ etc…

    Nun aber zum Ursprungspunkt. Deniz Naki hat eindeutig überreagiert. Eine Strafe dafür ist, aus meiner Sicht völlig gerechtfertigt. Ich denke, sie wird ihm in seinem Entwicklungsprozeß auch helfen. Es ist eben nicht immer nur blauer Himmel und eine leichte Brise im Profigeschäft. Heute wollen ihm die Fans solidarisch zur Seite stehen. Okay, nur beschönigt das die Aktion von ihm in irgendeiner Form? Was wäre denn die gerechte Strafe gewesen? 1 Spiel? 2 Spiele? Würden wir dann auch diskutieren? Und wie soll sich der Verein denn verhalten? Soll Hr. Stanislawski sich hinstellen und sagen, das war schon okay was der Spieler gemacht hat? Soll er vor laufenden Kameras eine Diskussion über das Wort „Schnösel“ beginnen? Wo Hr. Zachhuber doch mit Weltmeistern und Menschen die Zitat „wirklich etwas geleistet haben“ seinen Trainerschein gemacht hat? Ich empfand das Verhalten von Hr. Stanislawski als sehr wohlüberlegt. An seiner Stelle hätte ich vielleicht den „Moderator“ Hr. Helmer gefragt, ob er sich sicher sei, den richtigen Job zu haben…und „Barbie“ ( a)Nein, das ist nicht frauenfeindlich gemeint / b) diese investigativ fragende Sprechmaschine des DSF) gleich mitnehmen möchte zum nexten Modeauftritt. Natürlich stößt es mir sauer auf, wenn Hr. Asamoah für eine ähnliche Bewegung nicht gesperrt wird. Doch es ändert ja nichts an der Geste des Hr. Naki. Und dafür können weder Hr. Helmer, Barbie oder Hr. Zachhuber als Entschuldigung herhalten.
    Auch das Verhalten der Rostocker „Fans“ stößt mir sauer auf. Auch ich habe einige Spiele in Rostock erlebt. Ich stand im Ostseestadion im Steinhagel, mußte mich prügelnder Menschen auf der Tribüne erwehren und wurde aus dem Dunkeln mit Flaschen beworfen…..
    Jetzt sind es doch ein paar Zeilen mehr geworden, dafür „Schulle“ – ich finde die Strafe für Hr. Naki gerechtfertigt und sehe auch kein Fehlverhalten seitens des FC. Und ich stelle mir nur gerade vor, was passiert, wenn wir in der nexten Saison ein Derby im Stadion an der Müllverbrennungsanlage haben…

    • Keine Entschuldigung nötig, hier ist genug Platz, soviel wie gebraucht wird.
      Konsens, was das Fehlverhalten angeht, ebenso, was die Notwendigkeit einer Strafe angeht. So wie ich das sehe, ist das wohl im Fanlager auch eine beinahe einhellige Meinung. Korrekt auch, dass sich Stani entschuldigt, sowohl für Naki als auch die Pyromanen. Die meiner Meinung nach den wesentlich größeren Schaden angerichtet haben. Vorbei die Zeiten, wo wir mahnende Zeigefinger in Form von „Nazis raus“ bei Pyro am Millerntor erklingen lassen können, weil WIR machen sowas ja nicht, sowas machen ja nur Nazis aus Rostock und Cottbus. DAS macht mich viel wütender als diese Unbedachtheit von Deniz Naki. Auch falsch formuliert, denn das was Deniz gemacht hat, kann ich als Mensch unter diesen Umständen verstehen. Nicht gutheißen, aber verstehen.
      Böller im eigenen Block sind -this is a recording- verboten, aber das Werfen in angrenzende Blöcke eine Sauerei. Ich hoffe es gelingt, die Vollidioten zu identifizieren.

      Was Stanis Reaktion angeht: erinnern Sie sich an Jürgen Klopps Zoff mit Beckenbauer vor laufender Kamera nach Boatengs üblem Foul? Ich möchte nicht wissen, wie Klopp hernach Boateng in der Kabine gefaltet hat wegen des Fouls, aber er war der Ansicht, es stünde Beckenbauer nicht zu, sich in dieser Form zu äußern und hat sich den Medien gegenüber vor seinen Spieler gestellt.
      Es war korrekt von Stani, sich dafür zu entschuldigen, zu sagen, dass da noch ein paar ernste Worte gesprochen werden, aber den Zachhuber hätte ich an seiner Stelle gebeten, sich lieber mal ein bißchen zurückzuhalten mit solchen Äußerungen. Ein Satz. Stani-Style ganz ruhig und gelassen. Diese Äußerung hätte ich Zachhuber einfach nicht zugestanden. Pro forma.

      Was das Fehlverhalten des FC angeht, da hätte ich noch eine Frage: ist es nicht die Aufgabe des Pressesprechers aka Christian Bönig, bei Interviewwünschen der Medien ein bißchen das Auge drauf zu haben? Wer in Gottes Namen lässt Deniz Naki bei DSF ans Mikrofon? Es gibt Spieler, denen tut man einen Gefallen, wenn man sie eher im Hintergrund behält. Da schickt man einen Hain, einen Lehmann, einen Boll, einen Ebbers, einen Schultz. Aber nicht -vor allem nach so einem emotionalen Spiel mit Vorfällen- einen Deniz Naki. Das wäre Bönigs Job gewesen, aber ich glaube, ich habe ihn während der Interviews irgendwo mit den anderen Spielern auf dem Rasen feiern sehen, statt darauf zu achten, dass da jetzt nicht noch einer einen Bock schiesst im Interview. Wenn dem nicht so war, möge man mich korrigieren.

      Spätestens nach dieser unglaublichen Medienhetze (BLÖD: die schlimmste Entgleisung in der Geschichte der Bundesliga – ist das zu fassen, was für ein Blödsinn? Oder Welt online oder dieses fränkische Blatt, dass jetzt seine berühmten 5 Minuten hat? Oder oder oder?) wäre mal eine andere Pressemeldung angesagt gewesen. Ich habe das Gefühl, dass jetzt aus was auch immer für taktischen Gründen stillgehalten wird, um den DFB nicht noch mehr zu erzürnen. Wo sie schon so großzügig waren und NUR drei Spiele Sperre ausgesprochen haben…

      Wie sagte jemand im Forum sinngemäß? Dem DFB ist ein bißchen Rechts immer noch lieber als die linken Zecken? Ich neige dazu, dem zuzustimmen, denn wahre Milde hat der DFB bisher vorwiegend gegenüber diesen Vereinen gezeigt. St. Pauli passt nicht ins DFB-Weltbild. Wird es nie.

      Was das Derby an der Müllverbrennungsanlage angeht, dem sehe ich wesentlich entspannter entgegen. Wahrscheinlich, weil ich das Gefühl habe, dass die Entwicklung eher gegen Pro-forma-Hass geht als gegen das, was Rostock verkörpert. Kann mich täuschen, klar. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass wir es bald rausfinden werden, steigt. Das muss sogar ich jetzt langsam akzeptieren, die mit dem A-Wort immer Schwierigkeiten hatte.

      Jetzt entschuldige ich mich für den Roman😉

  25. casche75 sagte am :

    dieser blinde gehorsam von seitens des fc st.pauli macht mich wahnsinnig…

  26. Pingback: Hansa Rostock – St. Pauli 0:2 | Linus-Neumann.de

  27. Das Urteil ist eindeutig zu hart. Wenn ich mir überlege was sich Jens Lehmann (fast 40) in den letzten Jahren an unfairen Aktionen geleistet hat und nie vom DFB dafür zur Rechenschaft gezogen worden ist, dann ist das Urteil gegen Deniz Naki mehr als überzogen. Aber was will man von den DFB-Bonzen erwarten?

  28. Pingback: Blog für den kritischen Fußballfreund | direkter-freistoss.de » Wer emotional reagiert, ist nicht manisch aggressiv

  29. davyxx sagte am :

    DFB-Fußballmafia.

    Das ist doch schon immer so. Kleinere alternative Vereine werden härter bestraft als größere Traditionsvereine. Wenn ich mir überlege was der Kahn damals gegen Dortmund an den Tag legte. Dafür gab es damals weder gelb noch irgendeine Sperre. Dabei hätte er wenigstens wegen dem Tritt in Richtung Chapi 10 Spiele gesperrt werden müssen.

    Den Rostockern gehört mal 3 Spiele Zuschauersperre aufgebrummt, was in Italien übrigens fast jeden 3. Spieltag passiert.
    Dann wird der Verein auch auf rechte Hools reagieren und diese versuchen aus dem Verkehr zu ziehen!

    Gruß

    • Es wird so sein, dass es beim Rückspiel keine Gästefans geben wird. IM Stadion. Die Randale wird nach draußen verlegt, denn es wird wohl niemand glauben, dass keine Hansa-Anhänger anreisen werden. Und das werden genau die sein, die ohnehin weniger an Fußball interessiert sind. Und die treffen dann auf die andere Seite, die auch weniger an Fußball interessiert ist. Und dann kann das Hamburger Abendblatt dann zu Recht von Ausschreitungen berichten (anders als das Osterfeuer von Silvester auf der Hafenstrasse) und dann sind es wieder die bösen Fußballfans und der DFB hat eine weiße Weste, weil im Stadion ja nichts passiert ist. Wunderbare Welt der Frankfurter Torfnasen.

  30. Ein guter Tipp, solle man mal dran bleiben. Das wird in nächtster Zeit mit sicherheit noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Da habe ich doch schon neulich einen Bericht bei Siegel Online drüber gefunden? Gruß von Klaudius Gebert

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