Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

14.03.2010 FC Sankt Pauli vs. RW Oberhausen 5:3

mit freundlicher Genehmigung von Stefan Grönveld

„Die Torfabrik läuft wieder“ – schrieb bundesliga.de
Das hätte auch anders ausgehen können, schreibe ich.

Nach dem Betätigen der Reset-Taste durch Stani Anfang letzter Woche war aber nicht das Empfinden resettet, dass dieses Spiel unbedingt gewonnen werden musste. Und Kanonenfutter war Oberhausen ganz und gar nicht.
Trotz eines furiosen Auftaktes mit einem Führungstreffer in der 5. Minute (Ausgleich in der 18.), einem weiteren Führungstreffer in der 24. Minute (Ausgleich in der 30.), einem weiteren Führungstreffer in der 54. Minute und dem Sargnagel zum 5:3 Führungstreffer in der 74. Minute folgte noch in der 77. der Anschlusstreffer, man schon an dieser Auflistung, dass Oberhausen sich zu keiner Zeit aufgegeben hatte. Ich habe zwei Mannschaften gesehen, die siegen wollten, die gekämpft haben und bis zur letzten Minute hätte das Spiel so, aber auch anders ausgehen können. Ein Unentschieden wäre ebenso verdient gewesen wie ein gegnerischer Sieg, dass es aber zum Schluss 5:3 steht, darüber möchte ich mich definitiv nicht beschweren.

Ich bin zufrieden. Noch nicht wieder begeistert, aber sehr zufrieden. Es scheint auch noch nicht alles nach Stanis Gusto gelaufen zu sein, zwischenzeitlich konnte man leichte Verärgerungssymptome auch von der weit entfernten Süd ausmachen, aber unterm Strich kann man das zusammenfassen mit: sie schiessen wieder Tore.

Oberhausen war zwar mit schmalem Fan-Aufkommen am Start, aber dafür mit kryptischen Spruchbändern wie „Nürnberg ohne Fahnen ist wie Ruhrpott…“. Was wollten uns diese Worte sagen? Sängerisch konnte die Truppe natürlich nicht mithalten, aber wer will auch schon gegen unsere Singing Area ansingen? Und wenn sich die Gästekurve erdreistet, bei der Aufforderung zum Wechselgesang durch die „Millerntorchöre Mitte“ beim Stand von 2:2 nicht mitzumachen, wenn für beide Mannschaften der Baum brennt, dann ist das doch auch ein gepflegtes „Scheiss RWO“ und begleitende Pfiffe wert, oder?
Auch „Who the f…“-Choräle sind immer wieder originell, seltsam, dass sie mittlerweile nicht mehr weitergetragen werden. Das könnte sich am 28.3. ändern, aber dann daran liegen, dass „die anderen“ dann auch mal im Stadion sind.

Zurück zum Spiel: Spieler des Tages für mich eindeutig Deniz Naki. Geackert, gerannt, keinen Ball verlorengegeben, ein paar schöne Freistöße, ein paar schöne Ecken. Okay, nicht alles hat geklappt, aber der Junge ist ein Beißer, ein Kämpfer, so will ich das. Und der ganze Naki eine einzige Körperspannung, spornt Kollegen und Fans zu mehr an… großartig.
Einen gebrauchten Tag hatte Sukatu-Pasu, Richy gelang… nichts. Die Bälle, die er nicht verlor, begrub er beim Fallen unter sich oder fiel ihnen hinterher, sein Bemühen war zwar sichtbar, aber von Erfolglosigkeit geprägt. Ändert nichts dran, dass ich bei ihm den gleichen Vertrauensvorschuss verwalte wie dereinst bei Rouwen Hennings (dass ich Recht behalten habe, muss ich nicht extra betonen). Auch Sukatu-Pasu ist noch nicht ganz angekommen, im Gegensatz zu Bastian Oczipka, der sich sehr schnell als Stammspieler-Empfehlung eingearbeitet hat. Aber hier lohnt sich die langfristige Planung von Schulte & Co., die Ausleihen haben nicht nur ein mickriges halbes Jahr, sondern noch eins drauf. Dieses Konzept geht auf, da bin ich überzeugt.
Ebbers war und ist eine Bank, Eger eine Wand (wie der gegnerische Torwart auch feststellte, das Foul von Eger beim 4:2 blieb -dank der zweifelhaften Schiedsrichterleistung übers ganze Spiel hindurch- ungeahndet), Lehmanns Knieprellung gottlob nicht so schlimm, um Gunesch muss man sich leider Sorgen machen, das klingt nicht gut, der magische Morike hat sich keinen Gefallen getan und mit der Gelben lag der in seinen fachlichen Möglichkeiten offenbar limitierte Schiedsrichter immerhin richtig.

Dass auch die anderen am Wochenende in unserem Sinne gespielt haben (der FSV holt 3 Punkte und füllt bei der Kogge nach und die Verfolger ebenfalls glücklos), war eine Aufforderung, der die Mannschaft gestern nachgekommen ist. Also auf zum zweiten Spiel nach Reset.

Leider fehlte bei der anschließenden Siegesfeier der Bezugsgruppe unser aller Modefotograf, dafür gesellte sich Herr @unverlierbar dazu, was mich sehr gefreut hat, gerne wieder!

Bei Herrn Markus auch noch eine schöne Zusammenfassung mit weiterführenden Info-Links hier und bei @unverlierbar gibt es Bilder hier.

Edit: manchmal sind es ja so die Kleinigkeiten, die man gut oder schlecht findet. Gut fand ich die Verabschiedung der Oberhausener Spieler Ecke Süd/Ecke Gegengerade mit freundlichem Applaus. Überrascht davon waren sie allemal. Und erfreut.
Ich halte es da mit Robin Dutt gestern im „Doppelpass“: wenn das Spiel vorbei ist, kann man auch etwas Positives ins Stadion bringen. Benehmen. Gastfreundschaft. Höflichkeit. Nur mal so als Idee.

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29 Gedanken zu „14.03.2010 FC Sankt Pauli vs. RW Oberhausen 5:3

  1. Michael Hein sagte am :

    Der magische Morike ist leider überhaupt nicht mehr zu ertragen. Sportlich gesehen, ist die 2. Liga für ihn eine, wenn nicht sogar zwei Ligen zu hoch. Ihm fehlt leider alles, was einen Zweitliga-Spieler ausmacht. Dazu kommen dann immer noch ein Menge an Undiszipliniertheiten, die mich echt auf die Palme bringen. Ich habe nichts gegen ihn persönlich, aber ich frage mich, was Stani immer wieder dazu bringt, ihn einzuwechseln. Da würde ich einen ambitionierten Spieler aus der Zweiten bevorzugen (z.B. Pichinot). Ich hoffe, dass er in der neuen Saison einen Verein findet, der in einer Liga spielt, in der er sein sportliches Potenzial einbringen kann und selbst auch wieder Spaß am Fußballspielen bekommt.

    • Das ist fast wortwörtlich das, was gestern après Spiel zu dem Thema in der „Scheune“ diskutiert wurde. Die Sako-Waffe war eine Weile lang immer gut, wenn zum Ende hin noch Unruhe reingebracht werden musste, aber die einzige Unruhe, die er in der letzten Zeit bringt, sind die erwähnten Undiszipliniertheiten. Unschön.

      Ich will nicht undankbar sein, er hat einiges geleistet in der Vergangenheit und auch für die magischen Momente gesorgt, aber die Mannschaft hat sich mittlerweile sehr weit von ihm weg gespielt. Passt nicht mehr. Und ist wohl auch auf ein paar verbliebene Spieltage der laufenden Saison beschränkt. Wenn überhaupt.

  2. wacho_chorro sagte am :

    Es klappt ja doch noch mit dem siegen.😉

    Und sollte die Mannschaft mal wieder durchhängen (was ich nicht hoffe) schieben wir gerne mit an und demoralisieren die direkten Gegner. *hüstel*

    Im übrigen habe ich den Grund für´s „durchhängen“ gefunden und erlaube mir diesen hier zu posten:

    http://www.bornheim.net/blog/index.php?op=ViewArticle&articleId=12164&blogId=1

    • Jetzt erschließen sich mir die Zusammenhänge mit dem Spiel gegen den FSV und unserem nachfolgenden Auftritt gegen Bielefeld! Der Fluch des FSV!

      Sei Ihnen aber verziehen, auch angesichts des Kollateralschadens, den Sie Richtung Ostsee am Wochenende angerichtet haben, vom direkten Verfolger mal ganz zu schweigen😉

      Ja, das sind Auswärtsheimspielfahrten, die wirklich Spaß machen. Viele Tore, aber mehr für uns🙂

  3. Piet sagte am :

    Die Oberhausender sind vollkommen zu Recht mit Applaus verabschiedet worden, und wenn ich die 3 Punkte nicht unbedingt hätte haben wollen — schon als wichtigen Auftakt für die kommenden zwei Partien, hätte ich ihnen einen Punkt als hochverdient wirklich gegönnt. Tolle Moral, die Mannschaft, meine Verneigung.🙂

  4. Der Herr Modefotograf war leider total durchnässt. Also die Klamotten trocknen heute noch. Ehrlich!

    • Ich glaube es! Selbst halb überdacht auf der Süd war das zeitweise echt eklig und dann so ungeschützt da unten rund um den Rasen? – es sei Ihnen also verziehen. Für diesmal.

    • Piet sagte am :

      Meine auch.😉 Aber Hamburger Wetter war genau, was ich mir für gestern gewünscht hatte, und nicht auf Beton stehen gegenüber in der Nord, sondern im Schlamm: Dreckig, kämpferisch, beißend! Naki war gestern Seelenverwandter!🙂

      • Drecksspiel braucht Dreckswetter, dachte ich auf dem Weg zum Stadion.

        Naki ist zwar ein ständiges emotionales Gefahrenpotential, aber er lebt St. Pauli. Das merkt man. Zumindest bilde ich mir das ein. Und finde es schön🙂

  5. sparschaeler sagte am :

    ohne oberhausens engagiertes spiel hätten wir da ein ermüdendes 1:0 gesehen. das so etwas nach dem spiel gewürdigt wird freut mich, denn nur 5 beifall klatschende südsteher + gegengradler bringen eher weniger.

    für cottbus bin ich verhalten optimistisch, das wir auch das 2. saisonspiel erfolgreich gestalten können.

    an dem sich breit machenden sako ärger beteilige ich mich nicht, der junge hat bei mir immer noch kredit und wird in dieser aison noch bei einem spiel eine wichtige rolle spielen, ich weiß nicht wann + wo aber laßt euch doch einfach überraschen.

    • Wir lassen uns doch im Grunde von Spiel zu Spiel neu überraschen, oder?

      Der berechtigten Kritik an Sako steht halt die unglaubliche Sympathie für den Menschen Sako entgegen. Ich neige dazu, das zuweilen zu vermischen. Er ist schon ein toller Typ. Aber… ach, Sie wissen schon.

      Den verhaltenen Optimismus bezüglich Cottbus teile ich.

  6. Ein Spiel von St. Pauli ist für mich immer erst dann erledigt, wenn ich Ihren Bericht gelesen habe.😉 Egal ob wir es zusammen im Stadion oder im Netz erlebt haben. Dass wir es gestern wieder einmal zusammen am Millerntor erfahren durften, was es heißt 90 Minuten, egal bei welchem Wetter, hinter dieser Mannschaft zu stehen, macht die Lektüre dieser Zeilen noch einmal um so angenehmer.

    Oberhausen galt gestern unser verdienter Abschiedsapplaus, weil die wirklich gut gespielt und gekämpft haben (das Bild des bulligen, stets rackernden 8-ers bleibt mir da irgendwie besonders in Erinnerung). Sakos Zeit ist leider vorüber, da möchte ich Herrn Sparschäler widersprechen. Das schmälert nicht seine Leistung, die er in vielen Spielen für den FC St. Pauli geliefert hat und für die wir ihm natürlich dankbar sind.

    • sparschaeler sagte am :

      wenn sako diese saison mit seiner präsenz noch ein spiel rumreißt, nehme ich ein bier von ihnen entgegen. vielen dank im voraus.

      das er uns nach dieser saison verlassen wird steht auch für mich außer frage. aber er wird einer dieser spieler sein an den ich mich noch in einigen jahren erinnern werde.

    • Das habe ich gestern wieder genauso empfunden und bin überzeugter denn je: nicht ohne meine Bezugsgruppe!

      Der 8er hat uns ja das ganze Spiel über begeistert, auch so ein Kampfriese mit extremer Schrittfrequenz, bei der Größe so schnell – erinnert mich ein bißchen an Wayne Rooney, nur etwas.. *hust* eleganter😉

      Oberhausen ganz klar ein mehr als würdiger Gegner, die haben auf den Abstiegsrängen auch nichts zu suchen.

  7. Bin eben zu dem Schluss gekommen, ein Unentschieden oder gar eine Niederlage eures FC wäre des Guten zu viel für die Mannschaft vom MSV Duisburg gewesen. Deshalb bin ich bei aller Konkurrenz ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Lese ich über das Spiel, erinnert mich das sehr an unser Heimspiel gegen RWO. Hin und her und nie aufgeben. Ihr habt nur die besseren Stürmer als der MSV.

    • Dass die anderen am Wochenende so gut vorgelegt haben und die Verfolger gedeckelt haben, war ein Druck, dem man auch zwiespältig gegenübersteht. „Nicht auf die anderen sehen“ sagt sich so leicht, aber wem sag ich das?😉

  8. Pingback: uberVU - social comments

  9. stpauliroos sagte am :

    Sehr schoen geschrieben…

    „…Und wenn sich die Gästekurve erdreistet, bei der Aufforderung zum Wechselgesang durch die „Millerntorchöre Mitte“ beim Stand von 2:2 nicht mitzumachen, wenn für beide Mannschaften der Baum brennt, dann ist das doch auch ein gepflegtes „Scheiss RWO“ und begleitende Pfiffe wert, oder…“

    Auf der gefahr hin als „nicht abgeher“ darzustehen muss ich gestehen das ich es erfrischend fande als ein paar leute in unsere naehr ihre kollegen ange ssshhhhhtttt haben als sie zu „Scheiss RWO“ einstimmen wollten… RWO hat gut gespielt und uns gezwungen fuer unsere drei punkte hart zu kaempfen… ihre fans waren nicht uebermaessig laut aber meine meinung nach gab es kein grund sie zu dissen…

    • Kann sein, dass Sie bei uns in der Nähe standen? Da war das nämlich ähnlich.
      Für Dissen haben wir auch keinen Anlaß gesehen, ich habe Respekt für jeden Auswärtsfan, gerade den, der auch mit kleinen Gruppen anreist.

      Das heißt übrigens heutzutage nicht mehr „Nichtabgeher“, sondern „Schnarchnase“. Willkommen im Club😉

      • Seit dem die Dame des hauses mich vorgewurfen hatte das ich, unter aeusserst unguenstigen bedingungen, nachts schnarche versuche ich mich von der begriff “Schnarchnase” zu distanzieren… nein, nein das will und kann ich nicht ueber mich ergehen lassen…

        • Sie verkennen die Situation. Man hat keine Wahl.
          Aber es lebt sich nicht schlecht mit dem Status, wenn man ihn mal für sich entdeckt hat😉

          P.S. schickes Avatar und schönes Blog, ich darf das mal verlinken?

  10. unverlierbar sagte am :

    we (ich) love sankt pauli!

  11. Pingback: Oberhausen - Blog - 15 Mar 2010

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