Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Fanrechte: die Freiheit der Andersdenken und USP

Dieses Banner hatte nach dem Spiel plötzlich so eine ganz andere Aussagekraft…

In Anlehnung an den weisen Spruch von Rosa Luxemburg „Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“ heißt es bei mir seit gestern

Die Freiheit des Andersdenkenden endet da, wo das Freiheitsbegehren von USP beginnt.

Mittendrin statt nur dabei, in erster Reihe vor den Blockierern des Eingangs S3. Und just an diesem Eingang wurde erwartungsgemäß alles verspielt, was vielleicht anfangs ein guter Gedanke war. Am Betreten der Südtribüne gehindert durch Vertreter der USP und von hinten eingekesselt durch Nachrücken von Fans mit dem gleichen Begehr, denen ebenfalls die Fanrechte, um die ja gestritten werden sollte, verweigert wurden, endet für mich die Berechtigung des Konzepts der selbstverwalteten Kurve.

Nicht, dass mich überrascht hätte, dass die Situation haarscharf an der Eskalation vorbeigeschrammt ist, aber das Ausmaß des angerichteten Schadens, dass man jetzt in Diskussionen der Fans untereinander und auch in der öffentlichen Wahrnehmung unschwer erkennen kann, ist nicht mal absehbar.

Aber zunächst: was war passiert?

Gegen 12.30 Uhr trafen meine Bezugsgruppe und ich am Ausgang S3 ein, wo bereits eine Gruppe USP-Vertreter in drei Reihen den Zugang blockierte. Schon zu diesem Zeitpunkt ersuchten mehrere Leute um Einlass. Vergebens. Wir schafften es bis genau vor die selbsternannte Blockpolizei und ersuchten ebenfalls um Einlass, der uns mit dem Hinweis auf den Flyer „5 Minuten“ und die Protestaktion verwehrt wurde. In vorderster Front, wahrscheinlich als eine Art menschlicher Aggressionspuffer, ein ca. 1,50 m kleines blondes Mädchen, das sich im Repetieren von auswendig gelernten Worthülsen erging und auf die Frage „Wer gibt Euch das Recht, uns das Recht auf Eintritt hier zu verwehren?“ lediglich wiederholte, es seien „doch nur 5 Minuten“. Während die Anzahl der Fans, die nicht an der Protestaktion teilnehmen wollten. ständig stieg, beharrte man weiterhin auf Blockade. Aus allen Richtungen drangen die Fragen nach dem Recht, dass sich USP nimmt und nach der Lächerlichkeit, ihre Aktion durch eben dieses Verhalten komplett in Frage zu stellen, nach vorne. Keine Reaktion, Wiederholen von Worthülsen, Blockade steht.
Der picklige Jüngling in zweiter Reihe, dem ich die Frage stellte, wer ihm das Recht gäbe, mich am Betreten des Stadions zu hindern, antwortete: „Ihr habt keine Rechte.“

Lassen Sie das mal sacken. Nicht nur, dass Sie als nichtorganisierter Fan (wobei die Leute das ja nicht einmal wissen konnten, inwieweit man organisiert ist, ich bin es zum Beispiel) sich sagen lassen müssen, dass Sie „kein aktiver Fan“ sind, nein, USP maßt sich durch ihr Blockadepersonal auch noch an an, Andersdenkenden die Rechte im Allgemeinen abzusprechen. Das alles, während eine schiebende, immer aggressiver werdenden Menge von hinten drückt und von Nachrückenden gedrückt wird, das vorhandene Teilverständnis für die Aktion einem unbändigen Zorn aufgrund der Durchführung der Protestmaßnahmen weicht (Video unten), in dem Pulk befindliche Kinder in Bedrängnis geraten und das Gedrücke so stark ist, dass man den Weg zurück nur noch unter Drängeln und Hinausquetschen schafft (großartig auch die Empfehlung eines Forumsusers, bei so einem Spiel doch Kinder zuhause zu lassen. Wunderbar, nun sind schon keine Rostocker da, aber man muss Kinder wegen der eigenen Mit-Fans zu Hause lassen?)

Die auf den Treppen stehenden Ordner waren der Situation hilflos ausgeliefert, ihr Auftrag bestand nur noch daraus, wenigstens die Sitzplatzbesucher, die es durch Menge der Stehplatzbesucher bis zum Aufgang schafften, durchzulassen (Buttje Rosenfeld von der Mopo musste auch dadurch, diesmal war die Mopo sogar dann mal live dabei). Ich wühlte mich wieder hinaus und sprach den Chef der Ordner unten an der Treppe an, wann denn bitte gegen die Zustände vor den Eingängen etwas unternommen wird. Zunächst avisierte er ein Eingreifen der Polizei, da die Ordner selbst personell das einfach nicht leisten könnten, dann erklärte er, nach Absprache mit Polizei und Vereinsführung sei entschieden worden, dass man nicht eingreifen würde, damit die Situation nicht noch weiter eskaliert. Die Argumentation seitens USP-Vertretern, dass es ja „gar nicht so schlimm gewesen sein könnte, weil ja die Ordner nichts gemacht hätten“ macht dieses Statement bedeutungslos. Man hatte Angst. Angst vor Fans des FC Sankt Pauli. Den eigenen Leuten.

Im Nachhinein war das eine weise Entscheidung, denn es ist nur der Besonnenheit der empörten Fans zu verdanken, dass die Menge sich nicht einfach durch die Blockade geschoben hat, weil eben Kinder dabei waren und weil man nicht riskieren wollte, dass die Eiferer der Stadionpolizei noch rücklings die Stufen nach dem Eingang zum Block hinunterstürzten.

Während draußen die Menge (GG und Nord waren ja trotz Protest erstaunlich gut besetzt) noch beeindruckt war von der vorgeblichen Solidarität der Südkurvenbesucher, erklangen drinnen schon die ersten Gesänge „Wir wollen rein“ und „Scheiß USP“. Ich gebe zu, ich habe mich daran beteiligt. Hat nicht viel gebracht, weil die gut gebriefte Singing-Area durch Anstimmen von St. Pauli-Liedern das begann zu übersingen.

Die selbst im Zorn noch selbstregulierten Ausgesperrten der Süd haben verhindert, dass aus diesem nachtschwarzen Tag der Fangeschichte ein noch dunklerer durch Verletzte und andere zu Schaden gekommene Fans gworden ist, indem sie auf die passive Gewalt, der sie gegenüberstanden, nicht mit aktiver Gewalt reagiert haben. Umgekehrt würde ich so ein Verhalten in Abrede stellen. Gefühlsmässig.

Es ist für mich nicht mehr akzeptabel, dass eine Gruppierung, die in selbstherrlicher, rechtsmißachtender Art und Weise selbstdefinierte Rechte mit solchen Mitteln durchsetzt.
Dass sie mit der reinen Verwaltung der Kurve überfordert sind, haben bereits die Vorfälle rund um die Dauerkartenvergabe bewiesen. Dass aber nun die „Anarchie unter den St. Pauli-Fans“ (Abendblatt) eingezogen ist, weil eine Minderheit unter Anwendung von Maßnahmen, die sie selbst aufs Schärfste verurteilt, wenn sie auf sie angewendet werden, das Hausrecht beim FC Sankt Pauli übernimmt, ist spätestens dann klar, dass das Konzept seine Berechtigung verloren hat und der ehemals gute Ansatz der Sache dieser herrschaftlichen Attitüde zum Opfer gefallen ist.

Sollte die Vereinsführung jetzt -und das erwarte nicht nur ich- durchgreifen, wird das Geheule sicher groß, aber das haben sie nun selbst zu verantworten, dass Herr Littmann seit gestern weit mehr Unterstützer in den Reihen der Fans hat als noch einen Tag zuvor. Das verhasste Establishment hat mit Hilfe von USP genauso klar gepunktet wie die Mannschaft gestern gegen Rostock.

Ein Mitglied meiner Bezugsgruppe, der zuvor in verschiedenen Diskussionen die Aktion noch unterstützt hat und bei freundlicher Ansprache auch bereit gewesen wäre, sich anzuschließen, hat gestern einen großten Teil der Illusionen über „seinen“ Verein eingebüsst. Ich habe selten ein Gesicht gesehen, dem die Erschütterung so klar anzusehen war. Nicht in seinen wildesten Träumen hätte er mir vorher glauben wollen, dass ich das, so wie es nun war, nicht für überraschend halte. Zu welchen Auswüchsen die selbsternannten Besserfans fähig sind. Gerade bei Fans, die seit Jahrzehnten ans Millerntor gehen, ist ene Menge gestern unwiederbringlich zerstört worden, nicht nur, weil sie von Tribünenterroristen, denen nach wie vor Einsicht und Erkenntnisfähigkeit völlig fremd sind, gegängelt wurden, sondern sich dann noch im Forum als jammernde „Eventlutscher“ beschimpfen lassen müssen.

Was nach außen wie eine solidarisch leere Südkurve aussah, war innen eine Zwangssolidarisierung übelster Sorte. Die Fanrechte, die diese Gruppierung einfordert -mit Unterstützung des Fanladens und des Fanclubsprecherrates, die sich allerdings von der Blockademaßnahme distanzieren* (*Korrektur: der FCSR tut das nicht, auf die Stellungnahme des Fanladens wareten wir noch gespannt)- hat sie in meinen Augen gestern mit Füßen getreten. Und wenn ich mir dann noch die überheblichen Bagatellisierungsversuche von Blockierern anderer Ausgänge anhören muss, die im Kreise ihrer Lieben stadionmittig mit weniger Einlaßersuchen konfrontiert waren und von den Vorgängen in S3 NICHTS bemerkt haben wollen und alles verniedlichen wollen, selbst angesichts von Videobildern nicht bemerken, dass hier ganz krass überzogen wurde und Vorwürfe wie „faschistoid“ nicht von ungefähr kommen, selbst wenn sie nur in der ersten Wut geäußert wurden, kann ich nur noch fassungslos feststellen:
DAS ist nicht mein St. Pauli.

DAS ist mein St. Pauli!

Links zum Thema:

Stadionschutz Ultra Sankt Pauli
Erzwungener Boykott -Ultras treten Fanrechte mit Füßen
Wie weit dürfen Ultras gehen?
Ereignisort Süd – Nachbetrachtung
Ein Nein ist ein Nein
Souveränität, Disziplin, Sicherheit – wie man Zwangsmaßnahmen internalisiert
Anarchie im Fanblock (Abendblatt)
Krieg der St. Pauli Fans (Mopo)
Wie männliche Cheerleader (Zeit)
Stell Dir vor, es ist Fussball und keiner darf rein
Peng
Glorreicher Sieg oder verheerende Niederlage?
28. Spieltag

Und ganz aktuell vom 30.03.2010 bei 11Freunde

Und noch viel aktueller die Stellungnahme von Sven Brux (ca. Mitte der Seite)

Interview mit S. Brux (Sicherheitschef St. Pauli), B. Pahrmann (Journalist) und R. Galczynski (Redakteur „Übersteiger“) bei 11Freunde

und über 70 130 Seiten im Forum und unzählige Beiträge auf twitter. Aber das sind sicher alles Wahrnehmungsstörungen und von Corny inszenierte Aktionen.

Wer von USP-Affinen nach Lektüre dieses Beitrags eine Antwort auf meine nach wie vor im Raum stehende Frage: „Wer hat Euch das Recht gegeben, die anderen Fans am Betreten der Südkurve zu hindern?“ geben kann, der möge das bitte tun, sofern er auf Beleidigungen verzichten kann dabei.

Ich werde sicherlich auch Kommentare, wie man sie gestern im Forum fand, nicht löschen, da sie ein wunderbares Spiegelbild des jeweiligen Gedankeneigners sind.

Selbstverständlich belasse ich es nicht beim „Rumhupen“ im Blog, in dieser Sache ist mein Engagement erst am Anfang.

Das war ein doppelseitiger Knieschuß. Aber sowas von galore. Glückwunsch.

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158 Gedanken zu „Fanrechte: die Freiheit der Andersdenken und USP

  1. Was nach außen wie eine solidarisch leere Südkurve aussah, war innen eine Zwangssolidarisierung übelster Sorte.

    100% Zustimmung. Und danke für diesen wichtigen Artikel. Das Recht, das Stadion zu betreten, haben uns die Ultras gestern genommen. Wie von Ihnen richtig angemerkt, ohne jede Grundlage und unter Ausbleiben einer nachvollziehbaren Argumentation. Wir haben physisch nichts dagegen unternommen, um die Situation im aufgeheizten Gedränge auf Einlass nicht zur Eskalation zu führen. Aber wenn auch nur irgendjemand gedacht haben sollte, dass wir im Anschluss an so eine ungeheuerliche Missachtung der Rechte der Fans der eigenen Mannschaft schweigen würden, der hat sich geirrt. Deshalb ist auch Ihr Artikel so wichtig. Danke.

    Forza St. Pauli!

  2. Hallo,

    meinen Standpunkt fasst eigentlich der Übersteiger-Blo mit einem Eintrag von Frodo ganz gut zusammen: http://blog.uebersteiger.de/2010/03/29/89/

    Ich sehe seit gestern weder den Untergang des Abendlandes noch der St.Pauli-Fanszene gekommen. Auch habe ich persönlich keine Gewalt, keine weinenden Kinder, keine Herzinfarkte gesehen – ein subjektiver Eindruck, klar. An meinem Eingang gab es durchaus Unmutsäußerungen, aber vorallendingen jede Menge Diskussion über den Sinn und Unsinn dieser Aktion; dort standen keine schwarz uniformierten, sonnenbebrillte Nazis, sondern eine bunte Mischung aus USP-Leuten, die den Leuten auf Nachfrage freundlich erklärten, worum es ginge. Und, glauben Sie mir bitte, dass ist einfach mein Eindruck vom Geschehen.

    Ich wäre auch gerne auf die Tribüne gegangen, kann aber nach den Aussagen dieser Menschen die Aktion verstehen und finde es gut, dass mit einer komplett leeren Tribüne ein Zeichen gesetzt wurde.

    Man merkt Ihnen in Ihrem Blogeintrag doch ganz gut an, wie wütend und fassungslos Sie das Ganze gemacht hat, aber vielleicht sollten wir alle mal einen Gang zurückschalten und die Blockade, und was dazu geführt, aufarbeiten.

    Geforderte Stadionverbote, Klagen wegen Nötigung, die Bezeichnung der USP-Leute als „faschistoid“ – das schießt meines Erachtens über das Ziel hinaus.

    Zum Thema „Wer hat euch das Recht gegeben“ möchte ich auf das an anderen Stellen genannte Beispiel eines Streikes in einem Betrieb nochmal erwähnen. Wer ist bei sowas im Recht, die Streikenden oder die Streikbrecher?

    Fazit, nochmal: keine gute Aktion und sicherlich ein Eigentor von USP. Aber muss man deswegen vom Untergang der Fanszene, vom Scheitern des Südkurvenkonzeptes und vor allem in einem solch aufgeregten Ton reden, bzw schreiben?

    • Weil Sie es nicht gesehen haben, ist es also nicht passiert.
      Ok, das als Grundlage ist dann zum Diskutieren etwas zu wenig.

      Und aufgeregt bin ich nach einer Nacht drüber schlafen und einem halben Tag Rückreise -so als inaktiver Fan- nicht mehr. Hätte ich das gestern geschrieben, DAS wäre aufgeregt gewesen.

      Habe ich Ihre Antwort auf meine abschließende Frage nur überlesen oder war da keine?

      Edit: in einem Punkt muss ich Ihnen Recht geben: mit der leeren Tribüne wurde in der Tat ein Zeichen gesetzt. Nur ein ganz anderes als beabsichtigt.

    • Gegengeradefan sagte am :

      Ja, man muss vom Untergang der Fanszene und dem Scheitern des Südkurvenkonzepts reden. Mit dieser Aktion hat sich USP die viel zelebrierte „Andersartigkeit“ und eine Berechtigung des Südkonzepts hat sich damit für mich erledigt.

  3. Pingback: ► Wenn das Gesicht die Fassung verliert, sieht man in die bedrängte Seele | Buffen Sankt Pauli

  4. „Wer ist bei sowas im Recht, die Streikenden oder die Streikbrecher?“

    Falscher Vergleich. Niemand hatte da ein Mandat oder auch nur annährend Ähnliches.

    • Ich warte ja noch auf die doch sicher einfache Antwort auf meine recht einfache Frage, vielleicht war das ja nur das Präludium dazu?

    • @SPT1910
      Wozu benötigt ein, in Besitz einer Zugnangslegitimaion, freier Büger ein Mandat um einen Bereich einer Veranstaltung zu betreten? Welches Mandat reklamieren die Blockierer für sich?
      Die Allherrlichkeit der USP, die laut Aussage des Übersteigers für die Durchführung dieser Aktion beurufen waren?

      Ist dies Mandat genug mit derartigen Mitteln einen Protest durzuführen?

      Ab wann führen Gewerkschaften dann bitte Mandate Streikbrecher zu erschiessen?
      Wo sind wir denn mittlerweile angekommen? Darf sich eine größere Fangruppe ähnlich der „Hells Angels“ bei dem Altamont Free Concert vom 6. Dezember 1969 der Rolling Stones aufführen?
      Unterschiede: Es gab keine Toten und die Hells Angels waren als Ordner angeheuert. Die hatten also ein Mandat!

      Sorry, aber für das Handeln der USP’ler wird kein Mandat gefunden werden.
      Das Mandat derer, die den Zugang für sich reklamierten, führten das Mandat des freien mündigen selbstbestimmten Demokraten, egal ob Fan oder „Konsument“.

      • Danke. Aber auch das wird keine erkenntniserhellende Wirkung haben.

      • Björn sagte am :

        Was für ein unglaublicher Vergleich. Die Hells Angels haben sich Fans herausgegriffen, verprügelt und einen Schwarzen erstochen, weil der mit einer Weißen bei dem Stones-Konzert war (so die Quellenlage).

        Die Frage nach Mandaten erscheint mir ein klein wenig bürokratisch.

        Interessanter finde ich , warum Menschen, die unfreiwillig warten müssen (eingeparkt, Kuhherde trabt voraus, Demozug kreuzt von rechts) dermaßen die Fassung verlieren. Zugegebenermaßen geht mir das genauso, auch wenn ich nicht immer gleich den Faschismus und den Stalinismus am Werk sehe. Müsste mal ein Soziologe erklären.

        Wenn sich alle Seiten notdürftig beruhigt haben, würde mich mal interessieren, wie alles weitergehen soll. Eine Süd mit Ultras und Ultra-Hassern als Nachbarn erscheint mir selbst aus sicherer Distanz der Nordkurve unheimlich. ..

        • Ein Kommentar wie dieser spricht für sich:

          Fortgesetzte Ignoranz ist aber jetzt auch keine neue Entdeckung.

        • @björn Genau deswegen habe ich diesen Vergleich gewählt.

          Ich freue mich, dass dies so erkannt wurde, denn ebenso unglaublich ist das, was sich gestern abgespielt hat. Diese Aktion enmtwickelte sich ebenso zu einm Ritt auf der Rasierklinge, allerdings ging es zum Glück ohne Verletzte aus.

      • Ich sag doch: falscher Vergleich.

  5. Pingback: Ein Nein ist ein Nein. « Wir müssen nicht gut finden, was ein anderer sagt, schreibt, denkt, aber um unserer eigenen Freiheit willen, müssen wir es ertragen.

  6. Ich bin ehrlich erschüttert. „Ihr habt keine Rechte“??? Un-be-fucking-lievable!

    Es haben ja nicht nur USP zum Boykottaufgerufen. Aber ich wüßte wirklich gern, wie die Meinung der anderen Unterzeichner des Flugblatts heute aussieht und ob sie nach wie vor voll dahinterstehen, auch zur Durchführung der Aktion.
    Und ich bin sehr gespannt auf die Reaktion der Vereinsführung. Alles andere als ein zumindest für den Rest dieser Saison geltendes Stadionverbot für diejenigen, die mit Gewalt blockiert haben, sowie das Ende der Selbstverwaltung der Süd wäre ein Schlag ins Gesicht jedes echten Fans.

    • Ja, „Ihr habt keine Rechte.“ Wörtlich. Das war eigentlich die Krönung an diesem denkwürdigen Sonntag. Und da dieser scheinbar minderjährige Slogannachplapperer das wohl in seinem Umfeld assimiliert hat, wird mir echt übel.

  7. Ich habe nicht behauptet, es sei nichts passiert. Ich wollte lediglich deutlich machen, dass es an unserem Eingang nicht zu den von Ihnen beschriebenen Szenen gekommen ist – um den Eindruck entgegenzuwirken, vor der kompletten Südkurve hätte es Aggressivität und null Kommunikation gegeben. Mir wurde die Aktion selbst und der Sinn des Ganzen erklärt. Und dadurch war ich zwar immer noch nicht glücklich darüber, dass dieser Weg gewählt wurde, konnte es aber nachvollziehen.

    Meine Antwort auf Ihre abschließende Frage war zugebenermaßen etwas kurz – der Hinweis auf die Aktionsform eines Streikes. Oder: wenn man eine Sitzblockade durchführt, wogegen auch immer, wird man dann von den blockierten Radfahrern / Autofahrern wegen Nötigung verklagt?

    Ich habe bei der ganzen Diskussion (nicht notwendigerweise bei Ihren Aussagen) den Eindruck, dass mit einem solchen willkommen Anlass die Wut auf USP bei Einigen mal so richtig schön abgelassen werden kann – sind ja eh nur 16jährige, Lalala-singende, schwarzgekleidete Idioten.

    • Jetzt haben Sie schon wieder eine Gegenfrage gestellt.
      Ich versuch es nochmal: wer gibt den Blockierern das Recht, mich an der Ausübung meiner Rechte mit passiver Gewalt zu berauben?

      Und seien Sie vorsichtig mit der Vermutung, es sei nicht zu Tätlichkeiten gekommen, es wurde nur nicht überall alles gesagt.

      Sollten Sie hier öfter mal gelesen haben, habe ich USP in der Vergangenheit insbesondere wegen ihrer Choreo-Aktivitäten und der Hingabe für den Verein durchaus Respekt gezollt, auch wenn ich explizit mit einigen Aktionen nicht einverstanden war. Aber das gestern, sorry, das war einfach zuviel. Und ist unentschuldbar. An einen Selbstreinigungsprozeß glaube ich nicht mehr.

      Grupo „Ihr habt keine Rechte.“

  8. Geht es nicht eigentlich immer nur um Fußball?
    Also am Ende des Tages wollen wir doch alle nur Fußball sehen?

    Unbeschreiblich.

    Mich hätte mal jemand daran hindern sollen, meinen Verein beim Fußballspielen zuzusehen. Also darum geht es doch, oder?

    Ich habe bezahlt, ich will das Spiel sehen. Wer oder was soll mich denn daran bitte mit welchem Recht hindern?

    • Dann hätten Sie gestern gerne mal versuchen können, sich Einlass zu verschaffen. Für Ihre körperliche Unversehrtheit hätte ich da keinen Pfifferling gegeben im Ernstfall.

      Was glauben Sie, warum ich so erschüttert bin?

      Die Frage „mit welchem Recht“ hat bisher keiner beantwortet. Sorry.

      • Dann zitiere doch wieder den Übersteiger (auf die Frage: „Mit welchen Recht“):

        „Es handelt sich um eine von Fans/Ultras selbst verwaltete Kurve, dies unterschreibt jeder Besucher dieser Stehplätze beim Erwerb der Saisonkarte… ob ihm dies gefällt oder nicht (und jetzt bitte nicht mit „Aber die Uralt-Südler haben noch Dauerkarten von vor dem Konzept…“ kommen, denn die jetzigen Unmutsäußerungen kommen bei weitem nicht nur von denen, wenn überhaupt). Genau jenes Konzept, mit dem sich der Verein gerne brüstet, welches auch einen guten Teil des „Non established“-Krams ausmacht und welches beim Verkauf der Business-Seats und Logen gerne auch nach vorne gestellt wird. Letzteres führt doch dazu (siehe ÜS Blog vom Logen-Besuch) dazu, dass „da oben“ die besser situierten Damen und Herren sitzen, die fasziniert auf das „merkwürdige Wesen Fußballfan“ herabblicken und entzückt jauchzen, wenn es sowas wie Wechselgesänge oder kollektives Hüpfen im Gleichklang gibt. Angestimmt von eben jenen Ultras, die unfassbar viele Aktionen durchführen, die den FC St.Pauli zu dem machen was er (noch) immer ist: Etwas anders. Ich will jetzt nicht alles aufführen, aber Projekte, die es Flüchtlingen ermöglichen, Spiele am Millerntor zu besuchen, oder das Engagement bei zahlreichen anderen Projekten, werden in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, weil USP es eben „wegen der Sache“ macht, und nicht um in der Öffentlichkeit gut dazustehen. Und um es auch noch einmal deutlich zu betonen: Es ging um fünf Minuten! Fünf Minuten, die man zu etwas ganz Besonderen hätte machen können, wenn man beispielweise die Bereiche unter und außerhalb der Süd dazu genutzt hätte, sich einzusingen. Stattdessen wurde geschubst und gedrängelt, um auf den eigenen Platz zu gelangen, an dem man ja sonst auch immer steht. Muss jeder für sich selbst entscheiden ob er da freiwillig zu bereit ist? Ja, normal schon. Aber gestern ging es eben um mehr, zumindest aus Sicht der Gruppen, die im Ständigen Fanausschuss zusammengeschlossen sind. Und nochmal: Es handelt sich um eine von Fans verwaltete Kurve, für die eben auch andere Regeln gelten als für den Besuch eines Kinos oder des Zoos oder einer 08/15 Tribüne bei Hoffenheim. Hierbei spielt aber sicher auch das Problem rein, dass eben viele dort nicht aus Überzeugung zur Ultrakurve stehen, sondern einfach in Ermangelung einer anderen Möglichkeit. “

        Nochmal: Auch ich halte die Aktion nicht für glücklich. Mir geht es mehr darum, dass quer durch die Internetwelt mit einer gehörigen Portion Wut Worte fallen wie „faschistoides Pack“, „Tribünenterroristen“ et cetera. – was ich in dieser Deutlichkeit nicht nachvollziehen kann. Auch wenn Sie es nicht mehr hören können: es waren nur 5 Minuten. Und die Ausgänge, zumindest die, waren frei. Man war also nicht eingesperrt! Nur ausgesperrt.

        Aber, wie man an der Stellungnahme des Präsidiums sehen kann, wird der ganze Vorfall jetzt schön dazu genutzt, mal richtig aufzuräumen.

        Ich persönlich bin gespannt, wie sich der FCSR, die auch beteiligte Fanclubs und USP äußern.

        • Ach was, der Verein hat das Hausrecht an USP abgetreten? Das war mir neu.

          • Naja: „selbstverwaltete Kurve“.

            Wie auch immer, ich bin an dieser Stelle raus und hoffe darauf, dass sich die Fanszene irgendwie verständigt, das Ganze aufarbeitet und miteinander kommuniziert. Und wenn nicht, sind wenigstens die Fronten klar. Reinigendes Gewitter und so.

            • An dieser Stelle danke ich Ihnen für die Beteiligung an der Diskussion. Warten wir, wie es weitergeht. Gewitter und so.

            • OMG!

              Eine Selbstverwaltung beinhaltet nicht die Asübung des Hausrechts! Was ist das für eine Argumentation?

              Nu‘ gut, anderen Orts werden die Kritiker ja bereits als Internetzwerge betitelt, somit zähle auch ich dazu (find‘ ich auch irgendwie lustig),somit ist meine Kapazität dieser Argumentation zu folgen wohl eher beschränkt!

              Es gibt hier übrigens keine Ansätze, warum hier die ges. Fanszene Aufarbeiten sollte.
              Die USP ist allein verantwortlich für eine Aufarbeitung.
              Eine Stellungnahme vom Verein ist bis Mittwoch eingefordert.

              Sollte diese ähnliche Ansätze beinhalten, wie zahlreiche beführwortende Kommentare zu der USP Aktion, haben wir „rohe Ostern“ zu erwarten.

              QuoteniRud.us

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  10. Aber, wie man an der Stellungnahme des Präsidiums sehen kann, wird der ganze Vorfall jetzt schön dazu genutzt, mal richtig aufzuräumen.

    Luschdig, ich lese aus der Stellungnahme eigentlich nur windelweiches Wischi-Waschi-Gesülze, wie schon nach der Dauerkartenaktion Anfang des Monats, als man sich ja von offizieller Seite noch was überlegen wollte, wie Fans doch noch an Karten kommen können.
    Mir macht diese Stellungnahme jedenfalls nicht gerade Hoffnung, daß diese faschistoiden Tendenzen der Besserfans ernsthaft geahndet und künftig unterbunden werden.

  11. Pek sagte am :

    Schon paradox. Einerseits ist die Empörung riesengroß und der Faschismus nah, wenn es um 5 Minuten der eigenen Rechte geht – andererseits ist es den gleichen Leuten egal oder man findet es sogar richtig, wenn anderen, z.B. Auswärtsfans, die Rechte genommen werden. Aber auch das war genau so und nicht anders zu erwarten.

    • Verdrehen Sie jetzt nicht gerade die Tatsachen um 180 Grad?
      Wer für Fanrechte kämpft, darf Fanrechte nicht mit passiver Gewalt einschränken.
      Welchen Teil davon kann man Ihnen nicht so erklären, dass Sie es verstehen?

      • Pek sagte am :

        Möglicherweise liegt das Verständnisproblem auch bei Ihnen. „Wer für Fanrechte kämpft, darf Fanrechte nicht mit passiver Gewalt einschränken.“ Zu dieser Thematik (was man darf oder auch nicht) hatte ich mich doch überhaupt nicht geäußert. Ich habe nur festgestellt, dass Betroffenheit für die einen erst einsetzt, wenn es sie selbst und unmittelbar betrifft. Andere fühlen sich eben schon betroffen, wenn um ihre Zukunft geht oder sogar um andere Menschen. Ansonsten fragen Sie doch Herrn Littmann, der ist der Experte wie man „Wahrung der Fanrechte“ in Worten und das Gegenteil davon in Taten zusammenbringt.

        Davon ab, nicht ganz am Thema – sondern zur allgemeinen Sicht vieler Fußballfans auf die Ultras , kann ich einen Artikel bei Trainer Baade empfehlen. http://www.trainer-baade.de/?p=4883

        • Den Artikel von Trainer Baade habe ich selbstverständlich schon gelesen und im Blogbeitrag bewusst auf eine Verknüpfung von Inselbegabung und Ultra-Bewegungen verzichtet.

          Ich habe Sie schon verstanden, keine Sorge, aber ich habe mich mit dem Thema Fanrechte und Protest hier schon ausgiebig auseinandergesetzt und warum ich der Meinung war, dass die Aktion, so wie sie geplant war, nur ein Knieschuß werden konnte.
          Meistens habe ich gern Recht, in diesem Fall hätte ich noch viel lieber darauf verzichtet.

          Man legitimiert eine Sache nicht damit, indem man illegitime Mittel anwendet. Und Solidarität und Unterstützung holt man sich nur selten durch Gewaltanwendung, sondern mit Argumentation. Und wenn man es damit nicht schafft, hat man eine andere Meinung eben zu respektieren, so schwer es fällt.

          Inwieweit die beklagten Repressalien illegitim sind, ist wieder eine andere Diskussion, hier geht es um gestern.

          • Pek sagte am :

            Zum Gestern: Macht was daraus. Das Verhältnis Ultra/der Rest („Rest“ als Sammelbegriff) ist mittlerweile in jedem größeren Verein ein oftmals angespanntes. Vielleicht findet ihr ja einen nicht etablierten Weg, wie man da künftig miteinander umgehen kann.

          • Den Artikel von Trainer Baade habe ich selbstverständlich schon gelesen und im Blogbeitrag bewusst auf eine Verknüpfung von Inselbegabung und Ultra-Bewegungen verzichtet.

            Danke. 😉

        • „Ich habe nur festgestellt, dass Betroffenheit für die einen erst einsetzt, wenn es sie selbst und unmittelbar betrifft. Andere fühlen sich eben schon betroffen, wenn um ihre Zukunft geht oder sogar um andere Menschen.“

          Nun, ich für meinen Teil war am Sonntag nicht unmittelbar betroffen, da ich nicht vor Ort war. Nun wird es jene geben die sagen, dann hätte ich auch gefälligst die Klappe zu halten, weil mich die Sache ja gar nicht unmittelbar betroffen habe. Und dann solche wie Dich, die unterstellen, die Betroffenheit setze erst dann ein, wenn sie mich persönlich betrifft. So oder so bin ich also dumm dran und kann in Deinen Augen nicht gewinnen.

          Aber ich bin betroffen, denn ich bin St. Pauli Fan. Und ich sehe nicht gerne mit an, auch aus der Ferne und mit zeitlichem Abstand nicht, wie von einer absoluten Minderheit die vermeintlichen „Fanrechte“ über Menschenrechte gestellt werden.

          Warum käme ich im Traum nicht auf die Idee, zu einem Spiel gegen Hansa zu gehen? Weil ich weiß, daß ich mich in eine unnötige Gefahr begebe, denn bei den Begegnungen kommt es immer zu Ausschreitungen. Und nun, da Hansa gar nicht da war und man eigentlich davon ausgehen können sollte, daß man beruhigt, ggf. mit seinen Kindern ins Stadion gehen könnte, da fallen einem die eigenen Fans in den Rücken und selbst der Übersteigerentblödet sich nicht zu sagen:

          „Wer sich pro Tag auch nur zehn Sekunden mit dem FC St.Pauli beschäftigt, dem muss klar sein, dass ein Spiel gegen Hansa Rostock vielleicht sowieso schon nicht geeignet ist, sein Kind mitzunehmen.“

          Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Man sollte seine Kinder besser zuhause lassen, OBWOHL DIE HANSA FANS GAR NICHT DA WAREN!
          Ich muß also damit rechnen, daß es in „meinem“ Stadion zu Übergriffen von den eigenen Fans kommt!

          Daß die Süd den Ultras überantwortet wurde, bedeutet meinem Verständnis nach nicht, daß die dort Narrenfreiheit geniessen und das Hausrecht ausüben dürfen. In erster Linie bringt das Pflichten für sie mit: Die Pflicht, die Mannschaft anzufeuern und die anderen Zuschauer mit abwechslungesreichen und passenden Gesängen und Choreographieen mitzureissen. NICHT, stundenlang dieselben bescheuerten, einfallslosen Lalalala-Gesänge zu bieten, wie sie jeder Ultra-Vortuner in jedem Stadion abhält, nur mit wechselnden Vereinsnamen. Die Pflicht, bei der Dauerkartenvergabe eben besonders aufmerksam zu sein und sich ihre Fans genau anzusehen und danach die Vergabe zu entscheiden, wer in ihr Kurvenkonzept passt. NICHT, den Leuten mit den spitzesten Ellenbogen die Tickets mit Zucker bestreut in den Allerwertesten zu schieben. Und zu guter Letzt: Die Pflicht, andersdenkende und supportende Fans zu tolerieren, denn wie auch der Übersteiger sehr genau weiß: Für viele verzweifelte Fans ist die Süd während der Umbauphasen halt besser als gar keine Karte, die tolerieren im Gegenzug halt auch das Dauerlala und -gehopseder Ultras, Hauptsache sie sind live dabei.
          In dieser Kurve ist Fingerspitzengefühl gefragt, aber alles, was die Ultras tun ist den Fans den ausgestreckten Stinkefinger zu zeigen und auf ihre „Rechte“ pochen.

          • Auch den Übersteiger-Artikel habe ich mit hier bereits begründetem Unverständnis gelesen. Als meinungsbildendes Organ war das eher eine unreflektierte Darstellung der Dinge. Aber ich toleriere auch diese Meinung, wenns auch sehr schwer fällt.

            Aber so lange das die Meinung der Seite ist, die gerade im Mittelpunkt des Interesses und der Angriffe steht, sehe ich die Erfolgsaussichten bezüglich einer Selbstreinigung so etwa gegen Null.

    • Es ging ja nur um 5 Minuten, es ging ja auch nur um 1.400 Karten. Also warum die Aufregung?

  12. Gegengeradefan sagte am :

    Ein schöner Artikel aus der Zeit der mir ebenfalls aus der Seele spricht…

    http://www.zeit.de/sport/fussball/2010-03/pauli-rostock-fans-ultras-usp?page=all

  13. Schlangenfranz sagte am :

    Vielen Dank Daniela für diesen eindrücklichen Artikel!!
    War ich gestern noch schockiert über die Aktion an sich, bin ich es heute noch mehr schockiert darüber, mit welcher Ignoranz, sich die USP jeglicher konstruktiver Diskussion entzieht, da sie in keinster Weise auf Gegenargumente eingeht.

    Beim Durchmarsch in die RL, war ich z.b. sicherlich auch traurig aber da sagte ich mir, das wird schon wieder, nach Regen folgt Sonnenschein…heute sind mir ob dieser Aktion, zum ersten Mal seit über 20 Jahren Leidenschaft für Sankt Pauli, die Tränen gekommen…ich kann es immer noch nicht fassen, das es soweit kommen konnte…

    Was bleibt ist wie so oft, die (wage) Hoffnung das alle Beteiligten wieder zusammenfinden und aus ihren Fehlern etwas lernen können, dafür bedarf es aber erst einmal einer gewissen Selbstreflexion und einer daraus resultierender einsicht!

    Liebe Grüsse Thorsten

    • Genau das ist es. Noch mehr als die Aktion per se schockiert mich der Umgang damit, die Ignoranz, die gönnerhafte Verweigerung der Fakten.

      Man kann sich mit einer Aktion durchaus mal vergaloppieren, aber ich hatte gehofft, dass es auch bei den USP-Verantwortlichen (die anwesend waren) Leute gäbe, die einschätzen können, wann es Zeit ist, die Strategie der Situation anzupassen. Oder imNachhinein wenigstens nicht weiterhin darauf beharren, alles richtig gemacht zu haben.

      Soviel dafür. Das mit der Einsicht ist eben so eine Sache.

      Vorauseilend wird sich jetzt wieder über die zu erwartenden Maßnahmen seitens der Vereinsführung beklagt, ungeachtet einer weiteren Tatsache (wie so oft): dieses Szenario ist selbstverschuldet. Nicht Littmann hat die Zugänge blockiert.
      Aber wahrscheinlich doch und ich habe ihn nur nicht erkannt hinter der Pudelmütze und der Sonnenbrille, das räume ich ja ein.

  14. sparschaeler sagte am :

    mittlerweile bin ich dazu übergegangen die reaktionen auf die vorgänge am sonntag entspannt zu erwarten. die diskussion dreht sich im kreis.
    ich vertraue auf die vereinsverantwortlichen und ihren gesunden menschenverstand , die darauf angemessen reagieren werden. sollte dies widererwartend enttäuschend ausfallen, bleibt dann immer noch die möglichkeit entsprechende stellen mit der überprüfung der rechtsstaatlichkeit der blockade zu betrauen. sammelklage ist hierzu das stichwort.

    ich bin mir sicher das die schaffung eines rechtsfreien raumes auf der südtribüne durch die selbsternannten volkspolizisten danach wieder auf einem freiheitlichen demokratischen grundfundament steht.

    und damit hier keine missverständnisse aufkommen werde ich in zukunft die mannschaft zusammen mit gruppierungen die ihre anliegen mit straftatsbeständen durchzusetzen versuchen nicht supporten.

    • Ich warte hier immer noch auf den Dauerbrenner „aber Ihr habt Euch doch für das Konzept der Kurve entschieden“. In Ermangelung anderer Möglichkeiten aufgrund des Umbaus war das in Teilen eine etwas… unumgängliche Entscheidung, so man denn regelmässig im Stadion sein wollte.
      Für ein Support-Konzept an sich (Singen, Fahne schwenken etc.) habe ich mich schon entschieden. Nur eben auch da nicht für Supporten unter Druck. Wo sich der Kreis wieder schließt.

      Man kann aber auch prima mit der Gegengeraden zusammen anfeuern, wie ich gestern festgestellt habe.

  15. Schlangenfranz sagte am :

    Man muss sich das ganze Szenario mal in aller Ruhe „auf der Zunge zergehen“ lassen:

    Da beschliesst der Verein nach jahrzehntelanger Planung, notwendigerweise das Stadion zu renovieren bzw. auszubauen, verbunden mit einem erheblich finanziellem Aufwand und Risiko. Die erste fertig gestellte Tribüne, wird weitesgehend einer Fangruppierung, zur Selbstverwaltung zur Verfügung gestellt aber alles was das Präsidium beschliesst oder sagt wird genau von dieser Fangruppierung, konsequent in den Dreck gezogen, anstatt das dieses Geschenk gewürdigt wird, wird es mit Füssen getreten. Manchmal beschleicht mich das Gefühl, das ein Teil der USP, im Grunde wenig mit dem Fussball am Hut hat, sondern sie mit dem F.C. Sankt Pauli, lediglich eine ideale Plattform gefunden haben, ihre Partyambitionen vor publikum ausleben zu können…

    • Diesen Artikel schon gelesen?
      http://www.trainer-baade.de/?p=4883

      Wurde weiter oben schon mal verlinkt, aber sicher untergegangen.

      • Schlangenfranz sagte am :

        Den hatte ich tatsächlich übersehen, umso erfreulicher Dein Hinweis 🙂

        Sehr gute, da ungeschimkte Gedanken…

        • Der Vergleich mit einer ernstzunehmenden Erkrankung wie Autismus ist natürlich auch nicht ganz unproblematisch für tatsächlich Betroffene, aber das Fundstück „Inselbegabung“ in der Krankheitsbeschreibung fand ich irgendwie… nicht ganz unpassend.

          • Schlangenfranz sagte am :

            Naja den wirklich Betroffenen, wird es egal sein, da sie es höchstwahrscheinlich, nicht wahrnehmen werden aber vom Prinzip her, hast Du natürlich Recht 😉
            Wobei generell so ein Vergleich, für mich keine Beleidigung des Menschen mit einer Behinderung darstellt, sondern viel mehr, wird dem vermeintlich „gesunden“ Menschen der Spiegel vorgehalten, bei ihren Handlungen, welche von unserer Gesellschaft mal als völlig normal gewertet werden und in anderen Situationen, als Symptom einer Behinderung gelten

            • Sehe ich genauso, aber es gab bereits Aussagen eines Betroffenen, der sich sehr wohl dadurch persönlich attackiert fühlte, deswegen wollte ich noch einmal explizit daraufhinweisen, dass dem nicht so ist.

  16. Übrigens: die zahlreichen Leser des BVB können hier gerne auch kommentieren, das ist kein geschlossenes Blog. Die Diskussion bei Ihnen finde ich übrigens sehr gut.

    Wen es interessiert:

    http://bvb-forum.de/forum_entry.php?id=496745#top

  17. hanscustom sagte am :

    Danke für diesen Beitrag. Zwei Dinge möchte ich kurz anmerken:
    1. Die „gut gebriefte Singing-Area“ hat es durchaus nicht geschafft „durch Anstimmen von St. Pauli-Liedern“ den Protest der Gehinderten zu übertönen. Von der Nordkurve aus war der USP-Kritische Gesang bestens zu vernehmen. Am Rande dazu: Während des weiteren Spiel war es durchaus interessant, wie sich durch die (zumindest aus meiner subjektiven Sicht) deutlich ruhigere Südkurve die Gegengrade und die Nordkurve stärker als Stimmungsmacher versuchten. Nicht unbedingt der schönste Anlass – trotzdem ganz nett zu sehen, dass die Fans hier mehr können als der Südkurve nach Aufforderung ein „St Pauli“ zurück zu rufen.
    2. Ich bin trotz allem von der Richtigkeit des Protestes überzeugt. Schwierig war allerdings das Timing, weil es problematisch ist, das Ganze im Zuge eines Spiels gegen Rostock in das Wahre Licht zu setzten. Deswegen scheint es für die Ultras (und auch allen Anderen an der Aktion beteiligten) schwer bis unmöglich gewesen zu sein einen Konsens unter allen Fans zu finden. Ich hatte (nach einigen Dingen die ich im St- Pauli Forum lesen musste) erwartet, dass es zu solchen Vorfällen kommen könnte – schade, dass es dann wirklich Leute gibt, die meinen, dass man anderen die eigene Meinung ohne Rücksicht auf Verluste aufdrücken kann/muss.

    P.S. Sorry für die vielen Klammersätze.

    • Sie haben hier ein Klammerrecht 😉

      Oh, waren unsere „Hilfeschreie“ doch so laut? Bis in die Nord? Wo man sie offenbar nicht mal bis Eingang S2 hören konnte…

      Alles sehr traurig, aber vorhersehbar. Was auch traurig ist. Wo blinder Aktionismus eben üblicherweise hinführt…

  18. @hanscostum das ist mir von anderen Nordstehern auch bestätigt worden, dass man sehr wohl das „Scheiß USP“ vernahm und das auch den Stehplätzen der Süd zuordnen konnte. Ein anderer Kommentator hat heute die Wiederkehr des spielbezogenen Millerntor rOARR beschrieben, den ja sogar Stani hervor hob – ein eindeutiges Zeichen, weiter zu ringen um den Diskurs, den wir Liebe nennen.

    Meine Gedanken dazu: http://www.ring2.de/archives/schoenes-neues-sankt-pauli

    • So lange die Botschaft noch nicht angekommen ist, dass die „Streikbrecher“ nicht grundsätzlich dem Protest, sondern unter anderem dem Zeitpunkt und insbesondere den Durchführungsmethoden entgegenstanden, sehe ich einen Konsens in weiter Ferne.

  19. Froschwein sagte am :

    Vielen Dank für Deine Worte, Du hast mir aus dem Herzen gesprochen.

    Die Ereignisse vom Sonntag lassen mich immer noch nicht so recht zu Ruhe kommen, da ich so etwas bei uns am Millerntor einfach nicht erwartet habe. Als Gegengraden-Zuschauer war anfangs etwas verwirrt über die Scheiß-USP-Rufe und hielt diese für ziemlich übertrieben, auch wenn ich ein durchaus gespaltenes Verhältnis zu der Boykott-Aktion hatte. War dann aber auch zu beschäftigt mir darüber mehr Gedanken zu machen, ich wollte schließlich ein sehr wichtiges Fußballspiel schauen, welches dann ja auch ein wundervolles Ergebnis fand… Naja, zumindest auf dem Platz… Denn was ich danach von Freunden hörte bzw im Internet lesen musste, konnte ich zunächst einfach nicht glauben, so ungeheurlich klangen die Vorwürfe. Und wenn ich nun noch die Rechtfertigungsversuche einiger Blockadebefürworter höre (siehe hierfür beispielsweise den Übersteiger-Blog, aber auch im Forum), wird mir ganz schlecht… als hätte das Verhalten einiger am Sonntag nicht schon ausgereicht, wird nun lustig Opfer – und Täterrolle vertauscht („die Blockierer wurden böse beschimpft etc“) und das Aufzwingen der eigenen Meinung/Weltbild als zwingend erforderliche Solidaritätsbekundung („wir machen das ja auch für euch!“ Juhu!! ) verkauft.

    Das wurde zwar schon alles gesagt, aber ich habe mich hier gerade sehr verstanden gefühlt… und irgendwie muss das Kommentar-System ja auch genutzt werden. 🙂

    • Eine sehr gute Nutzung, danke für den Kommentar 😉

      Ich habe an Bekannte auf der Nord auch per SMS den Lagebericht weitergegeben, mit denen ich mich vorher noch unterhalten habe, eine mögliche „Blockierung“ war da im Gespräch, aber insgeheim auch die Hoffnung, dass sie nicht so kurzsichtig sein würden.

      Wie ich schon weiter oben schrieb: so lange die Erkenntnis nicht reift, dass es nicht um die 5 Minuten ging, die Erzwingung des Protests, ist da auch keine Einigung in Sicht.
      Den Artikel im Übersteiger bedauere ich sehr, diese Form der Rechtfertigung führt nicht weiter, spiegelt jedoch das Meinungsbild nach über 130 Seiten Forum wieder. Nichts begriffen.

      Frontenverhärtung ist kontraproduktiv, zum Schluß bleibt dem Verein nichts anderes übrig als regulierend einzugreifen und daran ist natürlich wieder Corny schuld. Womit sich der Kreis schließt.
      Und in der ganzen Kette sind USP und mitorganisierende Gruppen an nichts schuld. So einfach ist das.

      • Die Befürworter des Protests und insbesondere die Befürworter der Blockade sollten sich Gedanken darüber machen, welch einen Bärendienst sie sich und allen Pauli-Fans mit der Aktion erwiesen haben. Ja, auf Sky kam es natürlich irritierend deutlich rüber, daß da die Heimkurve leer war. Und zumindest für die Dauer des Spiels ist der Plan aufgegangen: Pauli solidarisiert sich mit dem Erzfeind im Kampf um die Fanrechte.

        Aber das trat seit dem Abpfiff in den Hintergrund und wird in wenigen Tagen vollständig vergessen sein. Denn dann wird man sich nur noch an die Berichte in SpOn, auf ZEIT Online, MoPo, Blöd, Abendblatt etc. erinnern, wo Fans des FC St. Pauli Fans des FC St. Pauli drangsaliert und bedroht haben. Ausgerechnet die Fans, die mal als die beliebtesten und friedlichsten der Liga, wenn nicht sogar allen Ligen galten. Das „Freudenhaus der Liga“ wurde zum zweiten Hamburger Kessel (die älteren unter uns werden sich erinnern).

        Wenn Konsequenzen wie z.B. Stadionverbote oder gar Anzeigen seitens der Vereinsführung gezogen werden sollten (was ich zumindest stark hoffe), dann werden diejenigen, die ohnehin in erster Linie und durch ihr extremes Verhalten in den vergangenen Jahren, zuhause und auswärts, zur Ausgangssituation beigetragen haben (personalisierte Tickets, begrenzte Kartenkontingente, Hundertschaften von Polizei in Bereitschaft), laut wehklagen, wahrscheinlich aus Frust ganz wörtlich auf die Barrikaden gehen und den schwarzgekleideten Berufsanarchos, denen es immer nur um die Gewalt geht und die sich an jeden Vorwand dranhängen um Bambule zu machen einen Feiertag bescheren. Vielleicht kann man das ja so timen, daß man das Wochenende zum 1. Mai gleich doppelt belegt. Und natürlich wird es Verletzte und Sachschäden und vielleicht sogar Tote geben. Und alles natürlich im Namen des FC St. Pauli und des Fussballs, oder?

        Nicht in meinem Namen!

  20. wacho_chorro sagte am :

    Das ist bitter. Aus der Ferne ist es leicht zu urteilen/beurteilen. Anfänglich war ich nach dieser Aktion eigentlich hin und her gerissen. Zum einen überzeugt mich das Argument: „ein Boykott an dem kaum einer teilnimmt ist kein Boykott!“ Was aber schlussendlich den Ausschlag zum Contra gegen die „USP-Aktion“ führte: “ Niemand entscheidet über meine Zeit ! Niemand schreibt mir vor gegen was ich „protestiere/demonstriere/boykottiere“. Niemand nimmt mich als „Geisel“ für seine ach so hehren Zwecke !!!!!!

    Ich habe eine Schulausbildung, sowie eine brauchbare Erziehung genossen und bin durchaus in der Lage Entscheidungen zu treffen. Zumindest schätze ich mich so ein. 😉

    Was ich persönlich hoffe, die USP bekennt sich zu dieser „Fehlentscheidung“ als „Fehlentscheidung“ und ALLE Betroffenen schaffen es sich wieder nebeneinander und miteinander für IHR ST. PAULI einzusetzen. In welcher Form auch immer.

    ICh fürchte, es wird schwer………

  21. Gegengeradefan sagte am :

    Jetzt sind wir auch schon in der geliebten 11 Freunde gelandet…

    http://www.11freunde.de/bundesligen/128787

    Viel Spaß beim lesen…

    • Hatte es oben schon verlinkt und den Fehler gemacht, es im Forum zu posten. Rein informativ, ohne Kommentar, nur als weitere Reaktion der „Öffentlichkeit“.

      Antwort:
      „super, andreas bock, ein bekennender hsver, schreibt einen artikel voller unzulänglichkeiten und feiert altona 93 ab. sehr zielführend für eine diskussion über unsere fanszene, vielen dank für den beitrag.“

      Kein Kommentar.

  22. Pingback: Peng : Curi0usities

  23. Tresen Olli sagte am :

    „Das alles, während eine schiebende, immer aggressiver werdenden Menge von hinten drückt und von Nachrückenden gedrückt wird, das vorhandene Teilverständnis für die Aktion einem unbändigen Zorn aufgrund der Durchführung der Protestmaßnahmen weicht (Video unten), in dem Pulk befindliche Kinder in Bedrängnis geraten und das Gedrücke so stark ist, dass man den Weg zurück nur noch unter Drängeln und Hinausquetschen schafft (großartig auch die Empfehlung eines Forumsusers, bei so einem Spiel doch Kinder zuhause zu lassen. Wunderbar, nun sind schon keine Rostocker da, aber man muss Kinder wegen der eigenen Mit-Fans zu Hause lassen?)“

    Also vielleicht stimmt irgendwas mit meiner Optik nicht, aber die schiebende, immer aggressiver werdende Menge, die von hinten drückt und von Nachrückenden gedrückt wird, kann ich auf dem Video beim besten Willen nicht erkennen. Aber wahrscheinlich waren es die gleichen Drängler, die schon beim DK-Vorverkauf ihre Ellenbogen eingesetzt haben und sich listig vor dem Objektiv der Kamera versteckt haben.

    • Das Video zeigt 2 Minuten von über einer Stunde.
      Aber auf die Argumentation gehe ich nicht mehr ein, das führt zu nichts. Ich war da ganz vorne drin. Und hab mich zweimal nach draußen durchgekämpft, um mit dem Ordnerchef draußen zu sprechen. Du auch?
      Nein? Dann nenn mich Lügner. Darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an.

  24. Und hier, ungefähr in der Mitte der Seite, die Stellungnahme von Sven Brux

    http://www.stpauliforum.de/viewtopic.php?t=55909&start=180

    • Gute Stellungnahme von Sven (auch bei 11Freunde), selbst wenn ich das dumpfe Gefühl habe, die Ultras werden mit einem Klaps auf die Finger davonkommen. Wahrscheinlich will man zum Jubiläum nicht den totalen Bruch, was ich auch etwas verstehen kann. Dennoch habe ich wenig Hoffnung, was die Kittung des Risses angeht. Allein schon, daß weder USP noch sonst ein verantwortlicher Fanclub sich bislang öffentlich gemeldet, ganz zu schweigen von entschuldigt hat, läßt mich da eher skeptisch zurück – wenn man mal von dem unsäglichen Geschwaller im Übersteiger Blog absieht, dessen Autor im Forum und auf Twitter ja auch nur Häme und Spott für die wütenden Betroffenen übrig hat. 48 Stunden später setzt man offenbar auf’s Kohl’sche Aussitzen der Probleme.

  25. sparschaeler sagte am :

    warum immer nur konsequenzen fordern, man könnte doch auch selber welche ziehen.

    daraufhin hab ich mich hingesetzt und mein austrittsschreiben an den verein formuliert, meine dk mit in den umschlag gepackt und zugeklebt. nun liegt der hier und bis dahin ist es mir gar nicht so schwer gefallen wie ich dachte.
    denn wenn man die sache emotionslos betrachtet kommt man zu der erkenntnis das alles seine zeit hat und vielleicht ist jetzt der zeitpunkt gekommen sich zu trennen.
    ich werde morgen ein paar tage verreisen und eine st.pauli pause einlegen und wenn ich wieder zuhause bin, sind sicher schon ein paar statements, entschuldigungen etc. pp. veröffentlicht. nach der lektür werde ich entscheiden ob ich meinen brief abschicke oder nicht.

    nach meiner anfänglichen wut empfinde nur noch traurigkeit und enttäuschung über die gegenseitigen vorwürfe, über herabsetzungen, gewalt und was es noch an unschönen gab. sehr berüht hat mich die geschichte über den 77 jährigen mann, die sven brux in seiner erklärung geschildert hat. wie kann man es zulassen das dieser mann das erleben musste. fanrechte, usp, logenbesucher, modefan hin oder her, für mich ist dieser mann mehr st.pauli als so viele die sich dafür halten.

    ich kann darüberhinaus nicht nachvollziehen, das man eine andere meinung nicht gelten lassen kann oder will. meine schmerzgrenze ist eben erreicht wenn man mich zu irgendetwas zwingen will, das habe ich noch nie akzeptiert und werde auch beim thema fc st.pauli da keine ausnahme machen. für andere sind es nur lächerliche 5 minuten für mich ist das ein prinzip diesen sachverhalt völlig anders zu sehen.

    ich gebe gerne zu, mich sehr emotional und in teilen auch agressiv verhalten zu haben. in diesem zusammenhang ist mir ein erlebnis am gestrigen sonntag in erinnerung geblieben. mit dem ordner 683? bin ich am eingang s3 anfangs ziemlich heftig aneiandergeraten, im verlauf der blockade hat er mir seine sichtweise erklärt die ich auch nachvollziehen konnte. wie der zufall es wollte sind wir uns nach spielende am ausgang noch einmal begegnet, ich bin zu ihm hin habe ihm die hand gereicht und mich entschuldigt. er hat diese angenommen und mir gesagt, weißt du, ich verstehe dich . wenn ich irgendwann an diesen sonntag zurück denken werde, wird mir dieses erlebnis immer wieder einfallen.

    aber nun genug der sentimentalen schreiberei, nächste woche wird sich die frage stellen, abschicken oder nicht abschicken. ich bin selber am meisten gespannt wie das ausgehen wird, aber eins wird immer bleiben, st. pauli trage ich im herzen und das wird sich nie ändern, ganz egal was auch passiert 😉

    • Bitte nicht abschicken. Bitte nicht!! Ansonsten vollstes Verständnis für das, was Du schreibst.

    • Das Feld zu räumen kommt gar nicht in Frage. Die Südkurve zu einer Kurve der aktiven Fans zu machen, statt einer der Ultras. Das ist der Auftrag der Stunde!

      Nix austreten, ich trete gerade wieder ein. Jetzt, wo diese Vorfälle den Schleier gelüftet und den Blick klar gemacht haben, wie an einem frischen Septembermorgen nach einem schwülen Sommer voller Gewitter – jetzt wird sich entschuldigt, nötigenfalls stellvertretend – und dann wird sich hingestellt und das eigene St. Pauli eingefordert. Ein St. Pauli, das auch im Süden autonom-liberalen Zwergen und Schnachlatten, also uns ebenso Raum bietet.

      • sparschaeler sagte am :

        es freut mich das dein kämpferherz wieder erwacht ist. meins ist mir abhanden gekommen. aber wie gesagt, über ostern kann ich mich noch mal auf die suche machen

    • @sparschaeler ich kanns auf der einen Seite verstehen, auf der anderen Seite ist es noch zu früh. Immerhin könnte USP nach der Stellungnahme FCSR die eigene nochmal überdenken, zumindest haben sie jemand gehabt, der vorgelegt hat und alles andere als gut damit angekommen ist.
      Dann wäre das noch der Fanladen. Und schließlich und endlich noch der Verein, nach Sichtung aller Fakten.

      Ich geb erst auf, wenn die dicke Dame gesungen hat.
      Und Sie auch! SO!

  26. Ich gebe Dir völlig Recht. Das einzig gute war, dass aufgrund des „Jubelboykotts“ der Ultras endlich mal wieder situationsbezogene Reaktionen der echten Fans zu hören waren oder eben auch einfach nur das Atem anhalten.

    Wird zeit das die Fußballcheerleader sich ein anderes Hobby suchen.

  27. Ich schließ mich ansonsten meinen Vorredner an: Austreten wäre komplett falsch. Sonst bereitet man den Ultras – teilweise kaum Haare am Sack, aber uns sagen wollen, wie man sich als Fan zu verhalten hat – noch mehr die Bühne.

    Der Verein muß aktiv werden und sollte z.B. damit anfangen die Dauerkartenregelung klar zu überdenken.

  28. hanscustom sagte am :

    Leute! Jetzt wo nach 3 Tagen der Rauch etwas verflogen ist, solltet ihr Euch auch wieder ein bisschen runter fahren. Auch wenn ich (wie weiter oben schon erwähnt) nicht in der Südkurve dabei war und deswegen nur wie ein Blinder von Farben reden kann:
    – Auch wenn man grade angepisst ist, die Dauerkarte und Mitgliedschaft zurück zu geben ist der falsche Schritt.
    – Ich finde die Antwort von Sven gut und kann ihn verstehen. Jetzt einfach nur auf USP einzudreschen macht (weil Menschen, wenn sie in die Ecke gedrängt werden gerne trotzig werden) überhaupt keinen Sinn.
    – Das gleiche gilt für die Rufe, die ein Machtwort des Präsidiums oder sogar Stadionverbote fordern. Die Ultras gehören genau so zu St. Pauli wie aller anderen Fans auch; diese Eskalation ist vor allem eine Sache innerhalb der Fanszene. Herausforderung und Chance auf Besseres.
    – Das geht zwar hier an die falsche Adresse: Ich glaube, dass die Ultras die Reaktionen auf ihr Handelns falsch eingeschätzt haben. Das kann passieren, aber ich habe das Gefühl, dass ein einfaches „Sorry, wir haben gedacht, dass ihr alle so denkt wie wir – im Nachhinein war es ein Fehler, Euch zu zwingen und Euch nicht zu überzeugen.“ sehr viel helfen würde.

    • sparschaeler sagte am :

      über das stadium angepisst zu sein bin ich schon längst überweg. ich warte die reaktionen der beteiligten gruppen, sowie die des vereines ab. sollte ich mit diesen nicht zufrieden sein muss ich über konsequenzen nachdenken. um keinen zu ermüden spare ich mir wie diese nach meiner meinung nach aussehen sollten.
      bei aller liebe zum verein muss ich am ende vor mir selber bestehen können und am ende kann auch dieser schritt nötig sein.
      über das “ was wäre wenn“ hab ich mir ganz emotionslos gedanken gemacht, nicht mehr aber auch nicht weniger.

      • hanscustom sagte am :

        Ich kanns mir selbst halt so überhaupt nicht vorstellen meine Dauerkarte zurück zu geben und es wäre schade um jeden der sich offensichtlich so viel Gedanken über den Verein macht. Hab mich in Deinem Fall einfach nur die krasse (mögliche) Konsequenz erschrocken.

    • @hanscustom
      Die Antwort von Sven fand ich auch gut. Ein zartes Pflänzchen. Und dann kommt der FCSR. Tenor: Blockade geht klar, nur Medienecho war Scheiße.
      Ist wie beim Schiffe versenken. Die nächste Chance: USP oder Fanladen.

  29. Pingback: Wie St. Pauli? « HansCustom

  30. Mr.Fiebelkorn sagte am :

    Hmm, also mal ganz im Ernst. Hat mal jemand überlegt was jetzt wäre wenn die Unwilligen auf die Südtribüne gelassen worden wären? Wieso glaube ich, dass wir dann hier und an anderen Stellen alle möglichen Beiträge und Kommentare über einen Boykott der Aktion von einigen aus der Südkurve lesen würden. Wie hätte es der Rest des Stadions empfunden? Wir hätten jetzt lustige Videos und Erlebnisberichte von Schmähgesängen gegen die Verweigerer, oder seh ich das falsch?
    Um es deutlich zu sagen, die Blockade der USPler ging definitiv so nicht in Ordnung da niemand auf diese Art und Weise aufgehalten werden darf und ich kann nur hoffen dass man es in Kreisen des USP früher oder später mal einsieht.
    Diese ganze übertriebene Aufgeregtheit ist für mich unterm Strich ein wenig unverständlich. Ich stand mitten im Pulk vor S3 und hatte mich entschieden die Aktion zu unterstützen. Das nur weil ich den Fussball unterstützen wollte und nicht den USP. Die Aggressionen welche allerdings einige Blockierte gegen ihre Peiniger aufbrachten sprachen ehrlich gesagt auch nicht gerade für sie.
    St.Pauli ist und bleibt ein besonderer Verein und wer jetzt den Untergang der Fankultur in diesem Club heraufbeschwört der sollte vielleicht nochmal in sich gehen. Die Südkurve und der gesamte Verein ist was besonderes und sollte es auch bleiben.
    Ach ja, dass die Stimmung diesmal mehr von den anderen Tribünen kam war super, aber warum kommt denn sonst nicht auch mehr von dort? Gebt Gas Jung un Deerns 😉
    Also ein wenig mehr Aufgeregtheit und eine gehörige Portion Unterstützung für die Mannschaft für den Rest dieser bisher so tollen Saison wünsche ich mir und allen.

    • Gegengeradefan sagte am :

      Naja, wenn man den durchgehenden Geräuschteppich von der Süd hat, dann hört man vielleicht nicht, dass in den anderen Geraden/Kurven die Stimmung auch nicht schlecht ist. 😉 Es kam nur wohl langsam ein wenig Resignation auf wegen der unterschiedlichen Stimmungsmentalitöt (Italienisch/Englisch) und des damit verbundenen durchgehenden Klangteppichs…

      Ich hoffe auch, dass es ein Miteinander geben kann und JEDE Seite ein wenig Rücksicht und Verständnis für die Anderen aufbringt. Den Vorfall als indiskutabel festzuhalten ist meiner Ansicht aber ein Muss. Es gilt nun klare Regeln aufzustellen, damit jeder weiß woran er ist. In welche Richtung auch immer.

    • @Mr. Fiebelkorn: Diese „Aufgeregtheit“ resultiert daraus, dass eine verhältnismässig kleine Gruppe (wenn man mal die Stadionauslastung betrachtet) sich anmasst, eine Tribüne, die dem Verein bzw. der Stadionbetriebsgesellschaft gehört, herrschaftlich zu übernehmen und sämtliche geltenden Gesetzte ausser kraft zu setzen. Selbstherrlich, eigenmächtig und offensichtlich nicht mehrheitlich getragen.
      Den Versuch hätte man verziehen, wäre er abgebrochen worden, als sich herausstellte, dass das aus dem Ruder läuft. Aber es wird drei Tage später IMMER NOCH als legitimes Mittel verkauft. Und das geht nicht.

      Ist ja nett gemeint, aber da reg ich mich lieber weiter auf.

      Edit: wenn ich jetzt noch zitieren könnte, wo ich gelesen habe, dass unser „Mannschaftssprecher“ und Trainer Stani das auch nicht so doll fand, machts vielleicht noch mehr Sinn?

  31. Mr.Fiebelkorn sagte am :

    edit:
    der letzte Satz sollte um Gottes Willen natürlich…
    „Also ein – bisschen weniger – Aufgeregtheit und eine gehörige Portion Unterstützung für die Mannschaft für den Rest dieser bisher so tollen Saison wünsche ich mir und allen.“
    …lauten. Man möge es mir verzeihen.

  32. Froschwein sagte am :

    Ich musste eben, mal wieder fassungslos (ein Gemütszustand der in den letzten Tagen erstaunlich häufig vorkommt… ), die Stellungsnahme vom FCSR lesen… traurig, traurig… ich hätte zumindest erwartet, dass die Problematik der eigenen Handlungen erkannt wird. Dass aber nicht nur der Boykott selber, sondern auch die Form nochmal unterstrichen wird, lässt mich stark am FCSR zweifeln.

    Naja… Selbst wenn es schwer fällt, sollte man ja versuchen auch positives aus der Geschichte mitzunehmen. Ich für meinen Teil habe immerhin einen netten St.Pauli-Blog gefunden, den ich sonst nicht, oder erst viel später, entdeckt hätte (Ich hoffe Du verzeihst mir das Honig-ums-Maul-Geschmiere). 🙂

    • Gegengeradefan sagte am :

      Mir zeigt die Stellungnahme des FCSR nur, was ich schon immer vermutet habe. Er ist nicht wirklich selbständig sondern nur von den „Ultras“ infiltriert und deren verlängerter Arm… Schade, schade, schade… So kann es jedenfalls nicht weiter gehen…

      Ich finde den Blog auch sehr toll, das hat glaube ich weniger mit Honig-ums-Maul-Geschmiere zu tun als das es einfach zutrifft… Ich bin schon jetzt traurig, wenn die Arbeit dann in der kommenden Saison eingestellt wird.

      Schon jetzt ein großes Dankeschön an Jekylla!!!

      • Froschwein sagte am :

        Ich war so naiv und habe auf eine Reaktion gehofft, in der zumindest die Form hinterfragt wird. Es scheint aber überhaupt kein Unrechtsbewusstsein auf seiten der Blockierer zu geben, was mich dann leider schon wieder zum Thema Fassungslosigkeit bringt.

        Mal schauen was nun noch von USP selber kommt, aber nach der FCSR-Stellungsnahme habe ich absolut Null Hoffnung auf eine differenziertere Haltung.

        Dem Danke an Jekylla schließe ich mich natürlich an, zumal ich auch ihre Ausdauer im Forum bewundere… ich habe mich dort bewusst komplett zurückgehalten um meine Nerven zu schonen… 😉

        • Ich hatte sowas Ungeschicktes, Wachsweiches schon befürchtet, aber wie sich das für einen echten St. Pauli Fan gehört: Hoffnung, zuletzt, sterben.

          Ausdauer? Ach, das hab ich von meinem Dad. Devise: never surrender. Only when you are wrong 😉

      • @Gegengeradefan

        Auf jeden Fall ein weiterer klassischer Knieschuß. Kommt mir langsam vor wie beim Schiffe versenken.

        Danke schön, ich freue mich ja auch, wenn das, was ich hier so fabriziere, in irgendeiner Form interessiert. Zum Diskurs, zur Kontroverse, zu was auch immer, anregt. Vor allem, das muss ich mal so in die Runde plärren an dieser Stelle: wenn das hier nicht wäre, gerade jetzt im Moment, wo man an allem Möglichen zweifelt und Grundsätzliches in Frage stellt, tut es gut, wenn man sieht, man ist nicht allein.

        Schachtelsatz rulez!!

        Dank(e) Ihnen auch allen.

    • @Froschwein es wird Ihnen bestimmt nicht immer alles gefallen, was ich so schreibe, aber das können Sie ja dann auch sagen 😉

      Ja, man muss sich auch über das freuen, was aus so was entstehen kann, schön, dass Sie hergefunden haben.

      • Froschwein sagte am :

        … so lange ich nicht durch eine Blockade zu einer Meinung gezwungen werde, bin ich durchaus tolerant was andere Ansichten angeht…

        Darf man Sie(/Dich) eigentlich auch duzen? Ich fühle mich ansonsten immer so furchtbar alt. 😉

        • Wenn Sie sich damit besser fühlen, dann darfst Du das 😉

          Ich bin auch sehr tolerant. So tolerant, dass ich noch nie hier einen Kommentar gelöscht habe, auch wenn da schon ein paar grenzwertige dabei waren. Ich habe immer den Dialog gesucht und auch meistens gefunden. Man muss nicht einer Meinung sein, wenn man sich dann trennt, aber Respekt für den anderen und dessen Meinung. Also unliebsame Meinungen löschen ist ungefähr so wie unliebsame Meinungsdissidenten blockieren.

          • Froschwein sagte am :

            Ich danke Sie!

            Und dann sei noch angemerkt, dass Du hier auf Deinem Blog sehr viel mehr Recht dazu hast ungewollte Kommentare zu löschen, als das USP & Co das Recht hatten eine Blockade auf der Süd zu errichten. Dass Du dieses Recht nicht wahrnimmst, spricht für ein Demokratieverständnis welches ich mir von vielen Blockierern wünschen würde, und von dem ich fälschlicherweise annahm, dass es ein Grundkonsens (mal von Ausnahmen abgesehen) am Millerntor sei.

            Was mich persönlich gerade auf Palme bringt, ist die Forderung von einigen, dass nun alle aufeinander zugehen müssten. Das mag vielleicht auf die klassischen Ultra-Basher zutreffen (von denen es leider auch zu viele gibt), aber ansonsten ist ganz klar die Blockierer-Fraktion in der Bringschuld.

            • Gerade beim Übersteiger gelesen, dass auch da weitere 70 Seiten Diskussion zu keinerlei Akzeptanz der Unrechtmäßigkeit einer Blockade, einer Aussperrung, geführt haben. Insofern ist von mir -kann ja nur für mich sprechen- dieses Aufeinanderzugehen keine Option.

              http://blog.uebersteiger.de/2010/03/31/die-sudblockade-three-days-after/

              Es kommen ja noch ein paar, ich warte mal. Nicht allzu gespannt auf die von USP, gespannter auf die vom Verein. Mit Brux und Stani haben sich ja schon nicht ganz irrelevante Sprachrohre geäußert.

  33. Guter Artikel. Ich stand auf der Gegengeraden am Zaun und habe nichts von allem mitbekommen. Wir haben von der ersten Minute an das Team unterstützt – wie immer eben. Und nebenbei auch unsere Currywurst gegessen, unser (leider alkoholfreies) Bierchen getrunken und über die Schiedsrichterleistungen gefachsimpelt. Wie immer eben. Das ein Teil der Gegengerade also „gebrieft“ war, St.Pauli-Gesänge anzustimmen kann ich daher nicht sehen. Die Bilder im Fernsehen, die Schilderungen von Beteiligten und die Artikel in der Presse haben mich dann aber komplett entsetzt!
    Die Stellungnahme des FCSR dazu? „Es wurde der Solidaritätswillen der Fans auf der Südtribüne überschätzt…“ Leute, Solidarität geht nur freiwillig! Die Weltgeschichte zeigt doch, dass alle, die es mit Zwang versucht haben, bislang gescheitert sind. Und das ist auch gut so.

    • Die gebrieften Gesänge waren von den Blockade-Supportern rundum, als die „Wir wollen rein“-„Scheiß USP“ Gesänge der Blockierten kamen, nachdem alle Argumentationen, man führe doch sein eigenes Anliegen mit der Aktion ad absurdum und solle doch bitte die Leute, die sich nicht beteiligen wollen hineinlassen. Als nach einer Weile klar war, dass da nichts passiert, wurde alles noch viel aggressiver. Argumente waren ja auch komplett wertlos.

      Was NICHT heisst, dass rassistische, homophobe oder ähnlich gelagerte Schmähungen auch nur ansatzweise zu tolerieren sind, aber so reagiert mancher Mensch auf extremen Druck. Von tief drinnen. Was in dem Zusammenhang auch sehr gruselig ist. Andere Baustelle aber.

      Der FCSR hatte eine wichtige Aufgabe mit der Stellungnahme.
      Glatte 6, würde ich sagen.

  34. millern sagte am :

    Ein guter Artikel.

    Als „alter“ St.Paulianer (Mitglied seit 1979, Dauerkarte seit 1986) erlaube ich mir das Verhalten der sog. „Ultras“ als maßlos, arrogant und zynisch zu beurteilen.
    Die Lektüre diverser Seiten (z.B. auch des Übersteigers) zu diesen Vorfällen bestärkt mich in der Ansicht, dass es sich bei dieser Gruppierung um ziemlich unreife und dabei noch überheblich agierende Leute handelt. Diese „Ultras“ sind nichts anderes als eine zweifelhafte Kopie anderer „Ultras“, was dazu zu sagen ist und warum solche Gruppen nicht ans Millerntor passen steht ausreichend und gut beschrieben hier: http://www.zeit.de/sport/fussball/2010-03/pauli-rostock-fans-ultras-usp?page=all

    Es handelt sich eben nicht um Kreativität wenn Gesänge und Verhaltensweisen abgekupfert werden und sich letztlich lediglich in den Farben der Banner und den überall hörbaren und deshalb auswechselbaren Gesängen darstellen.

    Kreativität war z.B. in den letzten Minuten auf der Gegengeraden zu hören: Das massenhafte kommentieren der Aktionen auf dem Platz (vom „Aaaahh“ und „Ooooh“ bis zum einfachen Grummeln wenn der Ball verlorenging) hatte mehr Kreativität als die auf den Zäunen hockenden Vorturner der Südkurve je erreichen werden.

    Nein – ich brauche niemanden der mir vorschreibt oder vormacht wie meine Anfeuerung wann und wo und wie auszusehen hat.
    Nein – ich brauche auch keine Gruppierungen auf St.Pauli die sich vor allem durch Sektierertum und Unfähigkeit zur Selbstkritik hervortun und die mir vorschreiben wann ich ins Stadion darf und wann nicht.

    Ja – ich würde mich freuen wenn diese Leute die passende Antwort bekämen: Ihre Choreographien kann man mit Nichtachtung strafen, ihre Gesänge kann man ins Leere laufen lassen, statt dessen kommuniziert die Gegengerade in Zukunft lieber mit der Nordkurve – spontan und kreativ – wie früher.

    Die Mißachtung (und das Lachen über ihre Aktionen) wird diese um Aufmerksamkeit bemühten Leute mehr treffen als jeder Kommentar.

    • Es sieht so aus, als wäre das schlußendlich die einzige Möglichkeit. Nur angesichts der paar Hundert Drängler mit der richtigen Paadie-Einstellung bei der DK-Vergabe befürchte ich, dass da ungewollt (?) die richtige Klientel rekrutiert wurde. Ellenbogen für die Karte, Ellenbogen in der Kurve.

      Ich sehe eigentlich stündlich schwärzer. Annäherung nicht in Sicht, von Einigung gar nicht erst zu reden. Ein voller Erfolg. Nur eben ganz anders.

  35. Entschuldigung in Sachen Südkurven-Boykott am Millerntor
    http://s.ring2.de/61d

    (lustig, dass 1. April ist, da schnallt sicher keiner, dass das nicht (nur) als Scherz gemeint ist 😉

  36. Ed sagte am :

    Es hat jetzt etwas gedauert, bis ich wieder auf diesen Blog gestoßen bin; es ist der zweite Zusammenstoß nach der Süd-DK-Aktion. Beim ersten Mal dachte ich, ich sollte vermitteln, aber ich merke es bringt hier nichts. Also feuere ich mal los:
    Ich hatte vorher geahnt, dass Rosa Luxemburg der Aufhänger wird. Fantastisch. Welch elementare Blödheit. Wie hieß es doch noch im Blogeintrag vom 17. März hier: „Fanrecht verwirkt“, die Aussperrungen für Rostock, Nürnberg und Köln sind legitim. Soviel zur Freiheit der anderen; jetzt wird die eigene Freiheit eingeschränkt, und die Welt geht unter. Das ist das Gute an dieser dummen Blockade: Sie deckt gnadenlos auf, was mir als FCSP-Fan von vielen Fans anderer Vereine schon immer vorgehalten wird: Die Scheinheiligkeit vieler Fans des FCSP und ihr Irrglaube, moralisch auf einem höheren Roß zu sitzen. Man ist ja nicht rassistisch und homophob (siehe 17.3.), anders als diese dummen Zonies. Dass man allerdings mittlerweile zu größten Teilen established ist, wird dabei vollkommen übersehen. Pseudolinkes Spießbürgertum alá Schanze halt: Man steht dahinter, dass der Verein sich nicht auf eine juristische Auseinandersetzung mit der Polizei einlässt, aber verklagt sich innerhalb wegen einer der Blockade. Ich bin halt solange non established, bis etwas gegen den nichtetablierten Konsens (Achtung: Oxymoron!) geht, dann hol ich meinen Anwalt.
    Bezeichnend auch die Kommentare hier: Es geht um Haare am Sack und wer wie lang wohin geht. Erinnert mich an einen Leserbrief im Boulevard, in dem sich der Schreiber darüber aufregte, dass ihm irgendsoein kleiner Pups nicht zu sagen hätte, dass er St. Pauli sei und der Schreiber nicht, schließlich kommt dieser Pups ja bestimmt aus Hummelsbüttel oder so. Hinterher war der noch nicht mal Deutscher, was!
    Und die letzten 5min waren also kreativer Support. Aha. Ich fand das auch total anarchisch…muss man erstmal drauf kommen, „Hey“, „Buh“, echt klasse.
    Für den FCSP gilt halt das gleiche wie für alle einstigen Subkulturen: Erst aufregend, dann wachsend, dann etabliert und langweilig. Wie sagten die Boxhamsters mal so schön: Punkrock ist die konservativste Jugendbewegung von allen. Gilt halt auch für St. Pauli.
    So schlecht die Blockade auch in vielerlei Hinsicht war, sie wird von ihren Gegnern mühelos über-(oder besser unter?)boten.

    • Wo fange ich nun an? Lasse allerdings die elementare Blödheit mal weg, halte ich für besser.

      Wie hieß es doch noch im Blogeintrag vom 17. März hier: “Fanrecht verwirkt”, die Aussperrungen für Rostock, Nürnberg und Köln sind legitim. Soviel zur Freiheit der anderen; jetzt wird die eigene Freiheit eingeschränkt, und die Welt geht unter

      Ich wusste nicht, dass wir jetzt wieder bei Grundsätzlichem anfangen. Diese Aussperrungen waren nicht willkürlich, haben nicht nur Stadionordnungen, Hausrechte, Rechte auf körperliche Unversehrtheit und was man noch alles legitim und gesetzlich verfolgen kann, verletzt. Und ich finde sie nach wie vor legitim, insbesondere als die Vereine Köln und Nürnberg selbst noch einige interne Sanktionen nachgezogen haben. Ganz so falsch liege ich dann wohl nicht.
      Aber an dieser Stelle frage ich Sie dann mal: wo hört denn Fanrecht Ihrer Meinung nach auf oder ist das völlig grenzenlos?

      Haben die Blockadeunwilligen jemandes Freiheit eingeschränkt? Jemanden in Brand gesetzt? Stadionordungen verletzt? Nein? Ach. Niemand wollte Protestierer am Protestieren hindern, nur umgekehrt hat das nicht funktioniert. Sie vergleichen hier doch eher Äpfel mit Birnen und obwohl beides Früchte sind, klappt es unterm Strich nicht.

      Man ist ja nicht rassistisch und homophob (siehe 17.3.),
      Ich habe nie behauptet, dass es das beim „heiligen FC Sankt Pauli“ nicht geben könnte, aber da sieht man mal, was für düstere Seiten so eine Streßsituation hervorholt. Bei mir wohlgemerkt nicht. Ich denke, ich habe auch an mehreren Stellen hier bemerkt, dass das absolut inakzeptabel ist. Hier wie dort.

      Bezeichnend auch die Kommentare hier: Es geht um Haare am Sack und wer wie lang wohin geht.

      Das scheint insbesondere dann eine Rolle zu spielen, wenn man das Fan-Sein abgesprochen bekommt, weil man keine 90-Minuten-Dauersingsang super findet und nicht alles kommentarlos übernimmt, was dominante Gruppen vorgeben. Aber das ist auch wieder so eine Endlosdiskussion.
      Und offenbar geht es beiden Seiten so, dass sie das Fansein immer irgendwie meinen beweisen zu müssen. Auf die eine oder andere Art. Gut tut das nicht.

      Und die letzten 5min waren also kreativer Support. Aha. Ich fand das auch total anarchisch…muss man erstmal drauf kommen, “Hey”, “Buh”, echt klasse.

      Auch das unterschiedliche Supportempfinden kann man hier schwer diskutieren. De gustibus und so.

      Für den FCSP gilt halt das gleiche wie für alle einstigen Subkulturen: Erst aufregend, dann wachsend, dann etabliert und langweilig

      Wer jetzt erst merkt, was ein Aufstieg in die 1. Bundesliga heutzutage bedeutet, sollte sich vielleicht einem in einer anderen Liga befindlichen Verein zuwenden, so fürs eigene Seelenheil.
      Das soll NICHT heißen, dass mir das gefällt und manches kann man sicher noch als gefälliger behalten, aber das werden Sie genausowenig ändern wie die Anstoßzeiten. Ich verschwende nur sehr ungern Zeit mit nutzlosen Aktionen, dazu ist das Leben zu kurz. Meines jedenfalls.

      So schlecht die Blockade auch in vielerlei Hinsicht war, sie wird von ihren Gegnern mühelos über-(oder besser unter?)boten.

      Mit etwas mehr Übersicht an die Planung herangegangen und nicht wildem Aktionismus verfallend, hätte all das nicht passieren müssen. Aber Vogelwild ist wahrscheinlich auch Punkrock.

      Bei der Sache gibt es keinen einzigen Gewinner.

      Wieviele der über 250 Fanclubs haben einen Boykott (nicht Blockade) unterstützt? 19? Wieviele hätten eine Blockade unterstützt?

      Mir scheint eher im Fanclub-/FCSR-Bereich einiges an zukunftsweisender Arbeit zu liegen. Auch das könnte helfen.

      Edit: ich finds übrigens gut, dass Sie hier kommentieren, auch wenn ich nicht Ihrer Meinung bin in weiten Teilen, ich bin pro Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt. Und könnte Sie ja auch löschen. Oder blockieren, weil mir Ihre Meinung nicht gefällt. Oder Ihr Ton. Mache ich aber nicht.

      • Ed sagte am :

        1. Man kann nicht unbeteiligten Rostockern, Nürnbergern oder Kölnern die Freiheit absprechen, Spiele zu besuchen, und dann mit dem Finger auf die Blockierer zeigen. Das hat nichts mit Äpfeln und Birnen zu tun, sondern mit dem Grundsatz der Freiheit der anderen. Entweder man ist dafür oder dagegen unabhängig davon, ob es einen selber trifft.
        2. Es geht nicht darum, dass es auch rassistische/homophobe/sexistische Ausfälle beim FCSP gibt, sondern dass viele, die diese Ausfälle nicht zeigen, ihre Einstellung vor sich hertragen wie einen Orden (s.o.), aber auf anderer Linie halt genau die Spießer sind, die sie vorgeben, nicht zu sein. Dissidenten abzufotografieren und mit Anwälten zu drohen ist das Gegenteil von „non established“. Dass der FCSP das schon lange nur noch als Marke trägt, ist mir durchaus bewusst.
        3. Ich fand die „Hey“ und „Buh“-Rufe nett, aber wenn damit der Begriff „kreativ“ ausgefüllt wird…wie schon erwähnt, anderes Thema.
        4. Konsens besteht bei uns darüber, dass es auf Fanseite durch diese Aktion keine Gewinner gibt. Ob der Verein und die Obrigkeit Nutzen daraus ziehen, wird sich zeigen.

        • 1. Grundsätzlich natürlich nicht. Aber haben Sie einen Vorschlag, wie man aus z.B. dem Pyropulver-Block die „Richtigen“ hätte rausziehen können? Oder nachdem die Berliner Platzstürmer die Gräben auf dem Rückweg wieder in die Menge hin überwunden haben? Wie trennt man die „Guten“ von den „Bösen“? Und bitte nehmen Sie den Vorfall mit den brennenden Menschen als Beispiel, weil das nun wirklich weit ab von ein bißchen Folklore ist, sonst fängt hier wieder eine Pro-/Contra-Pyro-Diskussion an.

          Ich sehe da eher auch ein Problem bei der vielgerühmten und gern in Anspruch genommenen Selbstreinigung (Eigenverantwortung?) bei den Fans, die wohl in diesen Fällen immer weniger funktioniert. Mal ganz simpel gesprochen: wenn ich als bis dato gleichgültiger Fan einfach die Augen verschlossen habe vor Randalierern und Zündlern, weil es mich ja nicht betraf, werde ich dann eventuell, WEIL es mich durch eine Sperre jetzt auch betrifft, aktiver, weil betroffener? Und sehe zu, dass die, die ursächlich dafür verantwortlich sind, sowas nicht mehr tun? WEIL ich nicht mehr mithaften will? Nur so ein Gedanke. Sensibilisierung. Aktivierung. Keine Ahnung. Wenn ich alles wüsste, wär ich Königin von Deutschland.

          Das ist doch das Problem, dass in großen unübersichtlichen Gruppen gut verstecken ist.

          2. Man weiß niemals, was wirklich hinter den Stirnen vorgeht. Ich habe festgestellt, dass das Maximum an Ärger am Sonntag bei mir ein kurzes, aber deftiges „Scheiß-USP“ ausgelöst hat. Und ich war auf 180, das gebe ich zu. Aber weiter war nichts und das finde ich mir gegenüber verzeihlich. Nicht schön, aber verzeihlich.
          Die anderen Dinge, die gesagt worden sein sollen (ich gehe davon aus, dass das stimmt, weil ich grundsätzlich kaum etwas für nicht möglich halte, wenn Menschen es tun) sind absolut inakzeptabel. Und wie Sie sagen, erschreckend. Entlarvend. Ich habe solche Rufe in meinem Umfeld, so lange ich da stand, nicht gehört. Aber das heisst nichts. Ich finde das ebenfalls unsäglich.

          3. Beim Support wird man sich nie einig werden. Muß man aber auch nicht. Jeder, wie er möchte und wenn es -wie es offenbar war- vielen Spaß gemacht hat, muss es auch nicht zwingend kreativ sein. Spaß. Der kommt viel zu kurz beim Uniformieren…

          4. Das wird sich zeigen. Ich wäre überrascht wenn nicht. Steilvorlagen eben. Aber nochmal: diese Entwicklung war abzusehen und ist keine Überraschung. Das war mir schon vor Sonntag klar. Wenn man nicht nur zum Krabbencocktail und Prosecco zum Fußball geht, kann man schon ein bißchen einschätzen, was passieren kann.

  37. Ihr Name sagte am :

    Hallo.

    Schon lange lese ich diesen blog und nun möchte ich auch einmal ein paar Worte anmerken. Fange ich mit einem Lob für diesen blog und auch diesen Beitrag an, die Worte sind wohl gewählt und auf die Ansichten Andersdenkender wird ohne Griff in die rethorische Giftküche mit Argumenten reagiert – gerade letzteres ist heutzutage selten geworden, so es denn jemals überhaupt anders war.

    Die Aktion habe ich übrigens von der Nord mitbekommen – und schon lange, bevor das Spiel angepfiffen wurde, habe ich mit meinen Nebenleuten darüber gesprochen, was wir von unserer Position aus sehen konnten: nämlich daß offensichtlich nicht Ordner, sondern wohl USP-Leute (später erfuhr ich, daß auch andere Fangruppen beteiligt waren) an den Eingängen standen und diese blockierten. Da keiner hineinging, noch nicht einmal ein paar wenige Personen, war unsere Vermutung, daß es sich um keine freiwillige Aktion handelt, und entsprechend war unsere Unmutsäußerung, als der Block später gefüllt wurde. Übrigens konnte man von der Nord auch gut erkennen, daß die Sitzplätze weitgehend ebenfalls leer geblieben waren, jedenfalls bis zum Ende der Aktion.

    Erschrocken war ich dann, als ich vom Ausmaß der Blockade später lesen mußte und auch, mit was für gegenseitigen Anfeindungen sich unsere Fanszene, der ich nun schon seit Ende der Achtziger auf meine ganz persönliche Art und Weise (einschließlich Heimspielbesuchen) angehöre, sich derzeit gegenseitig zu zerfleischen droht. Gerade jetzt, wo wir so dicht vor einem erneuten Aufstieg in die erste Liga stehen. Gerade jetzt, wo der 100. Geburtstag vom FC St. Pauli bevorsteht. Gerade jetzt, wo man friedliche Fans überwiegend auch in einst problematischen Gegnerarenen (wie vom HSV) finden kann – ausgerechnet jetzt findet eine Straftat von Fans gegen Fans am Millerntor statt und, was ich noch schlimmer finde, eine Einsichtsfähigkeit ist im Nachhinein nicht wirklich zu erkennen.

    Ich wünsche mir persönlich keinen Ausschluß von Fangruppierungen wie den USP – jedenfalls wäre es ein schrecklicher Verlust, wenn eigene Fangruppen, die so viel Support abliefern und insbesondere auch auswärts unseren FC St. Pauli so lautstark unterstützen, nicht mehr dabei wären. Das bedeutet aber nicht, daß ich jede deren Aktionen gut finde – über deren einschläfernden Gesang rege ich mich fast jedes Spiel auf, nebenbei bemerkt. Aber diese Ablehnung ist auf einzelne Aktionen beschränkt und nicht allgemein gehalten. Mich persönlich und meine Art des Fanseins kann ja auch gerne von anderen abgelehnt werden und wird es offensichtlich auch, da ich als Individualist mich einer Organisierung des Fanseins vom Prinzip her verweigere. Jeder, wie er will.

    Jeder, wie er will, muß eben auch für einen Protest gehen, der von mehreren getragen werden soll. Mit Solidarität hat es nicht zu tun, wenn man mitmachen soll / muß, obwohl man dies aus individuellen Gründen ablehnt. Solidarität, die nicht freiwillig erfolgt, ist genausowenig wert wie Wahlergebnisse, bei denen die Wähler zur Wahlabgabe und Stimmverteilung gezwungen werden, sei es nun mit aktiver oder passiver Gewalt oder mit Drohungen oder welchem Zwang auch immer.

    Zugute halte ich den Initiatoren, daß sie eine gute Absicht hatten. Für mich ist dies momentan DIE Grundlage schlechthin, um ein Aufeinanderzugehen als machbar anzusehen. Es sollte etwas in deren Augen Positives bewirkt werden, böse Absichten bestanden nicht (sofern man die Blockade selber nicht als solches bezeichnen will). Mit einer aufrichtigen Entschuldigung wäre so viel gewonnen – und leider warte ich immer noch auf mehr als ein „es tut uns leid, daß wir uns entschuldigen müssen“ bzw. „es tut uns leid, daß die Blockierten nicht verstanden haben, worum es ging und es deswegen zu Problemen führte“.

    Unabhängig von einer Entschuldigung, die vielleicht nicht auf die Weise kommen wird, wie ich sie mir wünsche, kann das Ganze aber die Lektion gebracht haben, daß eine solche Blockade, also eine Aktion gegen den Willen der anderen Fans, nicht akzeptabel ist und zukünftig unterlassen wird. Das wäre zumindest ein Fortschritt, den für notwendig man vorher nicht für möglich gehalten hätte. Aber jeder positive Fortschritt bei dieser Sachlage ist momentan gut und wichtig, weswegen ich mich auch über kleine Schritte freuen werde. Positiv gedacht.

    • @IhrName Danke für die netten Worte. Einfach ist das auch nicht immer mit der Sachlichkeit, bin ich doch ein emotionaler und durchaus subjektiv fühlender Mensch in Sachen FCSP. Wie wir alle.
      Aber sich zu disziplinieren hilft oft auch, die eigenen Emotionen in die richtige(re)n Kanäle zu lenken. Und das hier hilft mir sehr. Sie also auch. Schön, dass Sie sich entschlossen haben, teilzunehmen.

      Wo Sie es gerade erwähnen, Nord, GG… wie kommt es eigentlich, dass trotz einer Sache, die ja eigentlich alle angeht, so wenige auf den anderen Tribünen teilgenommen haben? Die Frage beschäftigt mich schon eine Weile, wo wir doch thematisch ALLE in einem Boot sitzen müssten, oder?

      Die gute Absicht stand auch hier nie zur Diskussion, die Grundlage zum Protest war durchaus berechtigt, allerdings bin ich nach wie vor der Ansicht, dass die Auswahl von ausgerechnet Hansa Rostock in der „Opferrolle“ einen erheblichen Teil Supportwillige gekostet hat.
      Geschickt war das nicht. Und ich bleibe dabei: zu übereilt. Es ging, wenn schon, dann nicht um Hansa Rostock, sondern ums Prinzip. Und das hätte man wohlvorbereitet zu einem anderen Zeitpunkt unter günstigeren Umständen machen können. Meine unerhebliche Meinung.

      Auf eine erzwungene Entschuldigung kann ich auch verzichten (zu dem Thema Entschuldigung übrigens eine interessante Diskussion bei Momorulez http://metalust.wordpress.com/2010/04/01/warum-fordert-man-entschuldigungen-ergebnisoffen-gefragt-ich-weis-es-ja-auch-nicht/
      und auf Einsicht warte ich eigentlich auch nicht.

      Es wäre natürlich mahatmamäßiger, sich jetzt zum ersten Schritt der Handreichung zu entschließen, aber da fehlen mir einige Birnen zum Heiligenschein. Das will ich mir gern auf die Negativseite bei mir notieren. Wenn ich mich im Unrecht befinde und das einsehe, bin ich die erste, die zugibt, Mist gebaut zu haben und die sich entschuldigt. Ohne Zackenbruch in der Krone.

      In diesem Fall bin ich dann aber auch ein bißchen USP 😉

      Wir werden sehen, wie das weiter geht. Was bleibt uns auch anderes übrig, wir haben in jeder Beziehung alles getan….

      Edit: Gerade die neue „Gazetta“ bekommen.
      Zitat: „Emotionen garantieren,
      aber keine Mitbestimmung haben? Nicht mit uns.“

      Genau. 😉

      • Gegengeradefan sagte am :

        Wie mein Nick ja schon sagt, bin ich ständiges Mitglied des GG Pöbels 😉 Auf deine Frage möchte ich dir gern antworten. Ich kam zwar recht knapp zum Spiel (ca. 13:15 am Stadion), weshalb ich nicht völlig objektiv berichten kann.

        Als ich vor/im Stadion angekommen bin, war ich selbst überrascht, dass sowohl die Nord als auch die GG VOLL besetzt war. Fast voller als sonst zu der Zeit. Also bin ich auch direkt rein. Bis zu „meinem“ Platz habe ich aber KEINEN einzigen gefunden, der versuchte mich zu einer Teilnahme an dem Boykott zu überzeugen oder aber zumindest einen Flyer in die Hand gedrückt hätte auf dem ich dazu aufgerufen wurde. Keine Ahnung ob das vorher der Fall war.

        Ich gebe gern zu, dass ich von der Aktion als solches nur ganz am Rande mitbekommen habe und keine Ahnung hatte wann, was, wo und wie, da ich derzeit einiges um die Ohren habe und die Tage davor mich nicht wirklich intensiv mit dem Internet oder sonstwie einschlägigen Informationsangeboten eingedeckt hatte.

        Hätte es eine eindeutige, geplante und überzeugende Aktion diesbezüglich gegeben, ich wäre sicher dabei gewesen. So geht es meiner Ansicht nach vielen. Es scheint aber ein absolutes Versagen bei der Planung und Durchführung gegeben zu haben. Soweit wenigstens dies EINDEUTIG anerkannt und zum Ausdruck gebracht wird, dann ist zumindest ein kleiner Anfang auf dem richtigen Weg gemacht.

        Jetzt hilft nur noch sich zusammen zu setzen, gemeinsam die Scherben zu kitten und über ein künftiges Miteinander zu reden.

        Ich hoffe sehr, dass die Spaltung und Gräben zwischen den Fans nicht schon jetzt unüberwindbar ist und sich die Stimmung negativ auf die Mannschaft auswirkt. Wir sind einfach in einer viel zu wichtigen Zeit – mit dem Jubiläum und der einmaligen Aufstiegschance – als das wir mit den Problemen zwischen verschiedenen Fangruppen die Mannschaft belasten können.

        FORZA ST. PAULI

      • Ihr Name sagte am :

        @jekylla „Wo Sie es gerade erwähnen, Nord, GG… wie kommt es eigentlich, dass trotz einer Sache, die ja eigentlich alle angeht, so wenige auf den anderen Tribünen teilgenommen haben? Die Frage beschäftigt mich schon eine Weile, wo wir doch thematisch ALLE in einem Boot sitzen müssten, oder?“

        Hierauf kann ich eigentlich nur zynisch werden, indem ich die fehlende Blockade anführe. Davon einmal abgesehen, vermag ich weder für die Gegengerade bzw. Nord noch für irgend jemand anderen zu sprechen, zumindest habe ich keinen entsprechenden Auftrag und auch keine Lust.

        Ich für meinen Teil finde die Vergabe von lediglich 500 Gästekarten an Rostock nur aus dem Grunde für falsch, weil dies von der Polizei in Zusammenarbeit mit der Vereinsführung des FC St. Pauli und nicht von DFB angeordnet wurde. Die Polizei wird prinzipiell in jedem Fußballspiel ein Einsatzrisiko sehen können, welches durch restriktive Anordnungen wie auch einem gänzlichen Ausschluß von Gästefans angegangen werden könnte – dies ist in meinen Augen bedenklich, da mit einer solchen Begründung nahezu alles, was eine Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung bringen könnte, eingeschränkt und verboten werden könnte, wobei dies nicht allein eine Theorie ist – hier sollte nur sehr restriktiv von Gebrauch gemacht werden. Der Verein FC St.Pauli hat ein wirtschaftliches Interesse daran, vom DFB nicht für Ausschreitungen oder Pyro-Aktionen der Gästefans in Anspruch genommen zu werden – dies sollte aber nicht durch eine Reduzierung der Gästekarten, sondern durch ein Umdenken beim DFB angegangen werden, indem die Vereine eben für ihre Fans bei anderen zu Gast und nicht als Veranstalter vom DFB in die Haftung genommen werden. Der DFB könnte aufgrund von tatsächlichen oder auch defintiv zu befürchtenden Ausschreitungen ein Sicherheitsspiel ausrufen und in diesen Zusammenhang das Gästekontigent beschränken – in meinen Augen der einzige Weg im Fußball, der nicht durch Drittinteressen (Polizei: keine Arbeit, Heimverein: keine Sanktionen für Gästefans) beeinflußt wird.

        Dem Protest anschließen mochte ich mich aber aus dem Grunde schon nicht, weil die damit verbundene Erklärung mit meiner Meinung nicht übereinstimmt. Insbesondere habe ich keine Veranlassung, Herrn Littmann als Lügner zu bezeichnen. Ich war nicht dabei und kann nicht beurteilen, welche Seite was gesagt hat. Als Boykott fand ich die Idee an sich nicht schlecht, auch wenn ich mich persönlich dem nicht anschließen wollte – wie ich eh Probleme damit habe, mich derartigen Dingen anzuschließen. Es wird zu schnell zu vieles über einen Kamm geschert, Einzelmeinungen für eine Gruppenmeinung zurechtgestutzt und dann noch von Anführern der Meinungsbildung deren Sicht intensiv hineingebracht, daß man die eigene Meinung kaum noch wiederfindet. Zu oft erlebt und schnell für uninteressant empfunden.

        Zum Thema Entschuldigung: in einer Entschuldigung, genauer gesagt und wie dort schon treffend formuliert, in der Bitte um Entschuldigung, steckt Größe. Nicht ein Eingestehen von Schwäche in Form einer Unterwerfung, sondern die Größe, zu dem eigenen Fehler zu stehen, in als einen solchen zu bezeichnen und es damit in einer eingefahrenen Situation es den Betroffenen (Geschädigten) wieder möglich zu ermöglichen, sozial miteinander zu verkehren und den Vorfall zu vergessen. Die Blockierer sollten nicht vergessen, daß sie Mit-Fans, die ihnen nichts getan haben, geschadet haben – der Strafrechtler nennt dies (unter anderem) Nötigung, wobei die Blockierer die Täter und die Blockierten die Opfer sind (mag das der eine oder andere, insbesondere auf Seite der Blockierer anders sehen, aber das ändert an der strafrechtlichen Beurteilung nichts). Man mag damit kein Problem haben, eine Straftat zulasten von Mit-Fans von St. Pauli begangen zu haben und das auch noch am Millerntor während eines Spiels – aber wie man sich dann gleichzeitig darüber beschweren kann, daß “USP-Bashing” betrieben wird oder aber andere gegenüber den Blockierern Straftaten begangen haben, das erschließt sich mir nicht. Wer austeilt, der muß auch einstecken können. Noch schöner wäre es aber, wenn wir untereinander nicht austeilen und einstecken, sondern zusammen trotz aller bestehenden Unterschiede ein Fußballfest feiern würden. Ging doch bislang – und es wäre schade, wenn die Aktion der Fangruppierungen um den USP samt fehlender Bitte um Entschuldigung dazu führen würde, daß dem in Zukunft nicht mehr so ist.

  38. Froschwein sagte am :

    @ed:

    „. Man kann nicht unbeteiligten Rostockern, Nürnbergern oder Kölnern die Freiheit absprechen, Spiele zu besuchen, und dann mit dem Finger auf die Blockierer zeigen. Das hat nichts mit Äpfeln und Birnen zu tun, sondern mit dem Grundsatz der Freiheit der anderen. Entweder man ist dafür oder dagegen unabhängig davon, ob es einen selber trifft.“

    Diese Argumentation ist mehr als schwach, da man es auch ganz einfach umdrehen kann… Man darf nicht mit dem Finger auf Polizei/Präsidium zeigen und sich über ausgesperrte Fans beschweren, nur um kurz darauf ganz genauso zu handeln, ja das Prinzip gar auf die Spitze zu treiben, indem man so gegen die eigenen Mitfans vorgeht, wie es doch eigentlich die „bösen da oben“ machen.

    Es wäre übrigens schön, wenn nicht ganz so viel in Schwarz und Weiß gedacht wird, aber das wird wohl ein hehrer Wunsch bleiben, die letzten Tage haben mich da ziemlich desillusioniert.

    Achja, die (unterschwellige) Verschwörungstheorie am Ende (Stichwort „Obrigkeit“), ist, ich bitte um Verzeihung für diese Wortwahl, zum Kotzen.

    • Die Desillusionierung haben wir zumindest schon mal gemeinsam. Und das mulmige Gefühl bezüglich des nächsten Auswärtsspiels hab zumindest jetzt ich.

      • Froschwein sagte am :

        Wenn es mich nach Düsseldorf verschlagen würde (was aber leider aus zeitlichen Gründen nicht passieren wird, wobei ich mittlerweile sogar fast froh bin, dass ich mir gar nicht erst Gedanken darüber machen muss), hätte ich wohl ähnliche Gefühle.

        Ich will noch kurz einen Gedanken über mir von „Ihr Name“ aufgreifen. Gerade was die Frage der Haftung bei Randale der Gästefans angeht, bin ich da komplett einer Meinung mit meinem Vorposter. Hier sehe ich ganz dringenden Handlungsbedarf. Es kann einfach nicht angehen, dass die Heimmannschaft für die Problemfans der Gäste bezahlen muss. Und das gilt natürlich auch, wenn diese Problemfans von unserer Seite kommen sollten. Solange es hier keine Änderungen seitens des DFB gibt, kann ich jeden Verein verstehen, der versucht das Risiko für eine mögliche Bestrafung bei bestimmten Spielen zu minimieren. Aus diesem Grund habe ich auch die Boykott-Aktion (von der Blockade ganz zu schweigen) für recht fragwürdig gehalten.

        • Ich habe zwar die Karten und fahre auch nach Düsseldorf, aber ob ich tatsächlich ins Stadion gehe, werde ich wohl nach Gefühl vor Ort entscheiden. Ich halte die Situation -insbesondere, wo wir da ein Scheiss-DSF-Montagsspiel haben, für äußerst prekär. Und kann mir mittlerweile so ziemlich alles vorstellen. Vor allem, wenn es dann noch Super Plus am Spritstand gibt…

          Das mit den Ordnern ist auch so ein Thema. Man sieht sie eigentlich meistens entweder rumstehen oder im Rückzug begriffen. Irgendwann kommt dann Team Green dazu. Die am Sonntag waren nach eigenen Angaben unterbesetzt und nicht mehr Herr der Lage.

          Bei bet&win hätte keiner auch nur einen Eurocent auf ein friedliches Miteinander mit der vollen Besetzung von HRO gesetzt, wie also das vermeiden? Oder wieder einfach passieren lassen, Strafen zahlen vom DFB auf die Finger, miese Presse, schlechte Öffentlichkeit (Fußballfans sind alles Randalierer)..?

          Schade, nun war es draußen ruhig, dafür brannte drinnen die Hütte. Irgendwas muss anscheinend immer sein. 😦

          • Froschwein sagte am :

            Hätte ich Zeit und Karten, würde ich wohl auf jeden Fall hingehen, mulmiges (Montags-) Gefühl hin oder her, dafür liegt mir der Verein, der Ereignisse in den letzten Tagen zum Trotz, dann einfach viel zu sehr am Herzen. Wobei ich Dir diese Liebe ganz sicher nicht abstreiten will! Ich weiß natürlich nicht wie ich mich verhalten, wie ich mich fühlen würde, wenn ich am Sonntag in der Süd (bzw im Gedränge vor der Blockade), und nicht wie immer in der Gegengrade, gestanden hätte.

            Mit Ordnern habe ich in all den Jahren auf der Gegengrade übrigens nie größere Probleme erlebt, mal von dem einen oder anderen Willküranfall abgesehen, der sich aber schnell dank Hilfe der Umstehenden erledigt hatte. Meist wurde sich aber angenehm zurückgehalten, teilweise kennt man sich auch schon ein wenig. Bei Auswärtsfahrten sah es sicherlich nicht immer so rosig aus, aber darüber zu berichten, sprengt ein wenig den Rahmen…

            Ja, wenns gegen Rostock geht, scheint es immer irgendwie krachen zu müssen… und wenn unsere geliebten Krawall-Touristen aus aus dem Hansa-Block den Job wegen bekannter widriger Umstände nicht übernehmen können, dann machen wir es halt selber! Hoffen wir mal stark, dass nächste Saison am besten die gesamte zweite Liga als Puffer zwischen uns und Rostock liegt und uns damit diese Partien vorläufig erspart bleiben… auch wenn sich Rostock ja zum richtigen Punktelieferanten gemausert hat… 🙂

  39. nico sagte am :

    Leute ! Ich kann euren Unmut über die Aktion verstehen und tolleriere diese auch. Aber das was USP gemacht haben soll stimmt nicht so ganz.
    1. Es war nicht nur USP sondern auch andere Fanclubs die diese Protest aktion mit trugen! Ich finde es einfach nur traurig das soetwas wie ein 5.Minütiger Protest heute nicht mehr möglich ist. Früher vor 10-15
    Jahren war so etwas noch denkbar auch in der Gegengerade oder der Nordkurve!!! Sankt Paulis Fanszene wurde nicht nur von USP angebrochen sondern von allen -auch von der Nordkurve der Gegengerade –
    Viele auf der GG und NK sagen das die Stimmung ohne USP viel viel besser wäre. Nun war USP mal ohne Vorsänger Unterwegs und es Passierte kaum etwas die Stimmung war nicht so wie dass alle immer von Sankt pauli dachten/sagen! Old School ist zwar geil!-Aber ohne USP wär die Stimmung nicht so wie sie ist meisten Grandios!- Natürlich stimmte die Kommunikatin nicht ganzso wie sie hätte sein müssen, Aber Onhe diese Aktion wäre kein ZEICHEN für die FANRECHTE gesetzt worden! Viele wollen Auswärts fahren … und was macht IHR (die dagegen waren) wenn z.B Energie Cottbus bei der Polizei eine Antrag stellt den Sankt pauli fans nur 500 Karten unter Personalisiertem verkauf zu überlassen und wir nicht Auswärtsfahren dürfen? Seit ihr dann immer noch gegen diese Aktion von USP ,dem Fanladen ,FCSR, Breiseite,Ragazzi U-18? Es sind Fehler von beiden Seiten gemacht worden aber nur USP
    die Schuld in die Schuhe zu schieben ist FALSCH und INTOLLERANT!
    USP ist die fangruppierung der wir es größten teils zu verdanken haben das immer Jugendliche denn Weg ins Stadion finden. USP ist nun mal geil! Genauso wíe es Old School ist ! Aber sich jetzt wegen einer 5.Protest Aktion selbst zu zerfleischen ist Traurig! Ohne solche Aktionen die am Sonntag da durgezogen worden sind wäre unsere Fanszene nicht die die sie heute ist!!! Der Unmut ist berechtigt aber der FCSP ist ein Verein denn WIR ALLE LIEBEN da sollten wir uns nicht wegen 5 MINUTEN in die Harre kriegen!!! Die Aktion war gut! Sie wurde Angekündigt wenn auch etwas Kurzfristig aber wenn man davon weiß sollte/hätte man später man später am Stadion erscheinen können!!!
    Nun gut ohne solch Aktionen kann diese Fanszene nicht überleben, es ist eine PRÜFUNG unser liebe zum Verein wenn auch der wohl größte Teil der Schuld auf den Schultern des Präsidiums liegt. Denn USP bzw.der FCSR hätten keine andere Möglichkeit gehabt ein Zeichen zu setzen!
    Hätten sie die leute die rein wollten einfach reinlassen sollen, hätten sie eine 90 minütigen Stimmungsboykott durchziehn soll?
    NEIN denn davon hätte nichts geklappt.

    STANDING UNITED ! FORZA SANKT PAULI !

    RAGAZZI U-18

  40. @nico
    Ich hätte mir wohl Textbausteine zurechtschnitzen sollen ganz am Anfang der Diskussion, dann müsste ich nicht alles nochmal tippen:
    die Aktion war Grütze. Von Anfang an.
    Bereits im Vorfeld gab es Diskussion um eine Aktion im „Verbund“ mit Hansa Rostock, der man leicht entnehmen konnte, dass der Solidaritätswille deutlich höher ausfallen könnte, wenn man nicht ausgerechnet mit dem Verein demonstriert, der seine Restriktionen selbst erarbeitet hat. Im Vorfeld gab es Meinungsverschiedenheiten im Bezug auf Littmanns Verfahrensweise, denen man entnehmen konnte, dass NICHT alle dagegen waren.
    Es war nicht genug Zeit, um eine solche Protestaktion wirksam vorzubereiten -selbst wenn die vorher erwähnten Punkte nicht gewesen wären.
    Wie ich jetzt erfahren habe, wussten einige Fanclubs nicht mal etwas von dem geplanten Boykott, der dann eigenmächtig zu einer Blockade wurde. Die Informationspolitik war ein Haufen Hühnermüll. Ich stand am Kartencenter an der Kasse, da lief ein Jüngling mit den Zetteln vorbei und wollte sie kommentarlos verteilen. KEINER von den ca. 20 Leuten aus der Schlange hat einen angenommen. Vor dem Stadion flogen Aberdutzende zerknüllte Zettel umher, so groß war das Interesse. Ich habe beobachtet, wie viele Leute die Flyer ungelesen weggeworfen haben. Die Gegengerade und die Nord waren mit nur wenigen Ausnahmen vollzählig am Start. Wo ist denn die überwältigende Mehrheit der Fans, die sich solidarisieren wollte? Weil 19 Fansclubs von über 250 da unterschrieben haben? Was ist mit den ca. 17.000, die sich nicht beteiligt haben? Auch alles keine Fans oder einfach nur Opfer der miserablen Informationspolitik der Boykott-Planer?

    Die „überwältigende Mehrheit“, die angeblich diesen Protest unterstützt hat, saß ab Minute 1 im Stadion und hat die Mannschaft angefeuert.

    Im Nachhinein, wo mich seit Tagen das absolute Unrechtsbewusstsein und das Zurechtbiegen von Tatsachen im Namen der „Mission“ der Blockadebefürworter schockiert, bin ich froh, dass ich mich dem zumindest nicht still untergeordnet habe und mich überdies auch für NICHTS entschuldigen muss. Außer für dreimal gesungenes „Scheiß-USP“.

    Sollte das jetzt etwas mißgestimmt rübergekommen sein, ist das nicht persönlich gemeint, immerhin steht ja ganz oben in Ihrem Beitrag, dass Sie das „tolerieren“. Akzeptieren wäre mir lieber gewesen. Am Sonntag, gegen 12.35 Uhr.

    • nico sagte am :

      Ich habe selber Blockiert und war nach dem Spiel hin und her gerissen ob es nun richtig war oder nicht. Viele von der U18 beteiligten sich ebenfalls and er Blockade. Ich glaube dass es richtig war das zu tun auch wenn man hätte besser planen müssen . Ich bin selber USP mitglied.
      Nätürlich hätten ALLE fanclubs davon was erfahren sollen. Was mich im nachhinein erschüttert wie es an die Medien herausposaunt wird weil eben dadurch mehr Blei ins Feuer gegossen wird.
      Ich finde man sollte denn Dialog über den Fanladen suchen .

      Das was sie davor gelesen haben ist die Stellungname der U-18.

      • Ich bin eben vor Erleichterung fast über der Tastatur zusammengebrochen und spreche Ihnen ein echtes tiefempfundenes Kompliment aus für das Hin- und Hergerissensein und dass Sie es auch äußern. Das ist doch genau das, was man für einen Dialog nach des Dramas erstem Teil gebraucht hätte. Wenn das mal ernsthaft in Frage gestellt worden wäre. Explizit. So wie Sie das ja gerade im Ansatz gemacht haben. Hinterfragen.
        Ich habe ja schon mehrfach bestätigt, dass eine Protestaktion für Fanrechte (so man das mal intensiv bearbeitet hätte und sich nicht mit bundesweit bekannten Randalierern quasi verbrüdert hätte (Stichwort medienwirksam)) natürlich begründet gewesen wäre. Aber die Planung war einfach schlecht und die Durchführung entsprechend der Planung. Es war niemand in der Lage, zu begreifen, dass man die Aktion hätte abbrechen müssen. Ich bin sicher, dann wäre alles nicht so hochgekocht, wie es das nun ist. Und ein Schaden ist für ALLE entstanden. Blockierer, Blockierte, Menschen mit und ohne Meinung, den Verein in der Außenwirkung, das Fanverständnis an sich.

        Die Stellungnahme des Fanladens ist ebenso geprägt von Rechtfertigungen statt von Einsicht. Noch vorgestern hätten zwei Sätze genügt.

        „Es tut uns leid, dass eine an sich gute Aktion offenbar durch schlechte Vorbereitung und mangelnde Information völlig aus dem Ruder gelaufen ist und in einem solchen Desaster für ALLE Beteiligten geendet hat. Wir müssen dringend dafür sorgen, dass dies jetzt nicht dazu beiträgt, uns, die Fans des FC Sankt Pauli, voneinander und dem was uns vereint, zu entfernen.“

        Oder so in der Art, hab ich mir jetzt gerade mal ausgedacht.

        Ich finde es großartig, wenn sich junge Leute politisch engagieren und sich für ihre Meinung stark machen, also Menschen wie Sie. Sie sind nämlich die Zukunft.

        Ich befürchte nur, dass es mittlerweile sehr, sehr schwer wird, noch einen fruchtbaren Dialog aufzubauen, so lange das Unrechtsbewusstsein immer wieder neue Rechtfertigungen für eine selbstgerechte Blockade sucht. Boykott ja, Blockade nein. Das wäre dann wohl der Beweis gewesen, dass das alles überstürzt und schlecht geplant gewesen war, aber zumindest gäbe es nicht diese Schluchten zwischen den Parteien, die wir jetzt haben.

        Was hätten Sie mir eigentlich geantwortet auf die Frage: „Wer gibt Ihnen das Recht, mir zu verbieten, wohin ich gehen will?“

        Einfache Frage, oder? 😉

      • Froschwein sagte am :

        Wie schon häufiger in den letzten Tagen kann ich mich jekyllas Worten anschließen.

        Es mag vielleicht unfair sein, aber ich hatte nach dem Lesen diverser Postings und Stellungsnahmen seitens der Blockade-Befürworter eigentlich keine ernsthafte, über sich wiederholende Phrasen hinausgehende, Antwort von Dir, nico, erwartet, umso erleichterter ist man dann, wenn man von Deiner Zerissenheit liest.

        Ich will aber noch was zu Deiner Kritik an den Darstellungen in den Medien sagen. Ich will Bild, Mopo & Co dabei überhaupt nicht groß verteidigen, aber hast Du mal überlegt, wie die Ereignisse für einen Außenstehenden, oder sogar für einen Nicht-Fußballfan, ausgesehen haben? Ich finde es toll wenn man sich für Fanrechte einsetzt, und bei vielen Aktionen stehe ich persönlich auch dahinter, aber für den Großteil aller Menschen in Deutschland sind Fanrechte nunmal herzlich egal, oder besser gesagt, im Verhältnis zu verschiedenen Straftaten im Umfeld von Fußballspielen (sei es Sachbestädigung, Körperverletzung oder „nur“ eine Nötigung) werden Fanrechte als bedeutend unwichtiger empfunden. Kann man es ihnen verübeln?

  41. Froschwein sagte am :

    So, da will man sich gerade schlafen legen und wird kurz vorher plötzlich von der USP-Stellungnahme sehr positiv überrascht. Auch das soll an dieser Stelle erwähnt sein!

    Da träumt es sich doch gleich wesentlich besser vom Aufstieg. 🙂

    • Diese Stellungnahme geht weit über das hinaus, was ich nach den Stellungnahmen Fanladen/FCSR und vor allem der der Rhoihessefront erwartet habe, ich muss ehrlich sagen, dass ich ebenso überrascht bin.

      Der heikelste Punkt (Blockade richtig) bleibt zwar bestehen, aber zumindest hat die Gesamtdarstellung keinen lauwarmen Willnichtkannnichtweißnichtnurdieanderensindschuld-Effekt. Wichtiger sind hier einige Nebensätze, die zeigen, dass die wirkliche Problematik, die all dem zugrundeliegt, auch bei dieser Gruppe realisiert worden ist. Zumindest eine Basis.

      Ich werde das jetzt auch nicht Satz für Satz auseinandernehmen, ich nehme das einfach mal als erste Stellungnahme der „Gegenseite“ der man anmerkt, dass sie sich um einiges Wichtiges Gedanken gemacht haben. Nach Nico hier schon der zweite positive Eindruck 😉

      Was Montag angeht: ich kenn mich doch. Mulmiges Gefühl hin oder her, da halte ich es wie der Fanladen in der Stellungnahme: no retreat. Interessant wird das auf jeden Fall.

      • Froschwein sagte am :

        Auch wenn die Blockadefrage weiter zu diskutieren bleibt, bin ich ebenfalls sehr erfreut über das Ausmaß der Selbstreflexion und den allgemein angenehm versöhnlichen Ton. Sehr gut gefällt mir auch der Versuch sowohl auf Corny Littmann bzw der Vereinsführung, als auch auf die „Eventies & Modefans“ zuzugehen, solche Ansätze hätte ich mir auch vom Übersteiger und FCSR gewünscht.

        Ich glaube, ich könnte nun wesentlich entspannter nach Düsseldorf fahren… Von daher wünsche ich auch einfach mal an dieser Stelle eine angenehme Reise, frohe Ostern und ein sagenhaftes 6-1 unserer Kiezkicker (auch wenn ich mich wohl schon über einen Punkt freuen würde…). Und ich hoffe mal, dass sich meine nächsten Kommentar hier auf sportliche Ereignisse beziehen können… Allez, Braun-Weiß, Allez… 🙂

      • Schlangenfranz sagte am :

        Naja ich sehe die Stellungsnahme der USP nicht ganz so positiv, im ersten Abschnitt wird schon explizit darauf hingewiesen, das die Wurzel allen übles, das Präsidum in Person vom Littmann sei, die USP bezeichnet es als Irrsinn, wenn sich das Präsidum weigert, das Millerntor zum rechtsfreien Raum zu deklarieren, indem jede Pappnase, seine Aggressionen auf (gesundheitliche) Kosten von Mitmenschen, ausleben darf, muss ich das als Teil der sogenannten Fanrechte, etwa akzeptieren??
        Es geht doch nicht darum, das die Fans in ihren Grundrechten beschnitten werden, es sind nun einfach mal die Auswüchse der heutigen Zeit, denen Rechnung getragen wurden. Also poltische Korrektheit in allen Ehren aber muss ich deswegen selbst „Fangruppen“ dabei tolerieren, die sich um die Gesundheit ihrer mitmenschen einen Scheissdreck kümmern, die halbe Tribünen abfackeln und mit Stangen bewaffnet über das Spielfeld jagen?? Oder geht es vielen hier nicht vielen, eher darum zu protestiern, des Protestes wegen? Sich selber zu beweisen, was für ein toller Hecht man politisch gesehen ja ist, da man ja mal wieder gegen das verdammte Etablissement protestiert hat?? Es wurden in erste Linie von Vereinseite (Pauli, Hertha, Nürnberg, Köln) keine Fussballfans ausgesperrt, sondern Hooligans, das bei so etwas auch immer Unschuldige darunter leiden müssen, kommt überall auf der Welt vor und ist nichts aussergewöhnliches.
        Die USP erklärt selber, das sie ob dieser Aktion schon im vorfeld Bauchweh bekam aber trotzdem war es ihnen wichtiger, eigene Fans auszusperren, sie zu nötigen und ihnen Gewalt anzutun (es gibt viele Formen von Gewalt, sie besteht nicht nur aus körperlich, aggressiven Handlungen), nur um für die Rechte von Hools zu demonstrieren, ich hätte jedenfalls die Prioritäten anders gesetzt!!
        Ihr Vorsatz:
        “ im Falle der kleinsten Anzeichen
        einer Panik oder einer für Fans gefährlichen Situation die Blockade
        sofort aufzulösen und die Eingänge freizugeben“
        ist theoretisch sehr löblich aber ob das so in der Praxis, bei einer Eskalation, machbar gewesen wäre, wage ich ganz stark zu bezweifeln!
        Einerseits gab es soviel Platz, das niemand zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei, gleichzeitig konnten wegen dem Gedränge nicht einmal ein Teil der Besucher der Sitzplätze, zu ihren plätzen, finde ich reichlich widersprüchlich…

        „Feststellen möchten wir, dass es nach unserem Kenntnisstand während der
        gesamten Aktion zu keinen Aggressionen oder gar Gewalt der Blockierer
        kam, die über den einer Blockade innewohnenden passiven Einsatz des
        eigenen Körpers hinausgehen. “
        Für mich ist nicht eine einzige Form von Gewalt gegenüber den eigenen Fans akzeptabel, auch hier zählt für mich das Motto: „Wehret den Anfängen“, diesmal sollten es nur 5 Minuten sein, was wären die Auflagen der nächsten Zwangssolidarisierung? Hier wurde ein Prinzip verletzt das für mich über allem anderen steht!!

        “ Wir sind dennoch der Meinung, dass das
        Mittel der Blockade im Grunde geeignet ist, ein passendes Zeichen zu
        setzen und dass man von Sankt Pauli-Fans in einer relativ kleinen
        Fankurve erwarten darf, eine getroffene Entscheidung der aktivsten und
        prägendsten Gruppen zu akzeptieren und den persönlichen Willen bei einem
        so geringen Einsatz wie am Sonntag gefordert der Solidarität mit anderen
        Fans unterzuordnen.“
        Immer noch nicht die geringste Einsicht, das ein solches Vorgehen, falsch sein könnte, nein schliesslich wird es ja auch wieder so dargestellt, das die USP`ler schlussendlich doch die besseren Fans sind, da am aktivsten und prägendsten (wer beurteilt das eigentlich, sie selber?), was ihnen scheinbar, automatisch das Recht verleiht, sich über die Bedürfnisse/Wünsche zu stellen. Genau die Denkweise von faschistischen Diktaturen, scheinbare (Zwangs)-Solidarität anstatt das Recht jedes Einzelnen auf Individualität, erinnert mich wirklich stark z.B. an einen Staat wie die DDR, wo Menschenrechte nichts zählten.
        Die USP beklagt sich über die verbale Gewalt der Ausgesperrten (sicher sind einige gefallene Beleidigungen auch absolut inakzeptabel) nimmt aber gleichzeitig für sich das Recht heraus, körperliche Gewalt und Nötigung ausleben zu dürfen, das kann ich nicht akzeptieren!!
        Auch wenn es zum Schluss versöhnliche Töne gab und man bemüht sei, die Gräben wieder zuzuschütten, ist dadurch mein Ärger über diese Aktion nicht im geringsten besänftigt…ganz skeptisch betrachtet, könnte man auch vermuten, das es nur reiner Selbstschutz der USP war, um evtl. Sanktionen vom Verein und anders denkenden Fans, zuvorzukommen…

        • Ich muss das auch noch mal in Ruhe betrachten, die erste Erleichterung darüber, dass USP nicht ins gleiche tonlose Horn geblasen hat wie der Fanladen und der FCSR, hat zunächst überwogen, die Grundproblematik besteht noch immer, da haben Sie Recht.

          Inwieweit man auf dieser Seite tatsächlich dialog- und einsichtsbereit ist, wird sich erst dann zeigen, wenn, ob und inwieweit der Verein Maßnahmen ergreift und wie dann die Reaktion darauf ist. Die nächste Tretmine auf dem Weg.

          Das ist alles äußerst fragil im Moment, die Stimmungslage ist enorm angespannt und jeder kleine Vorfall kann sofort die nächste Lawine auslösen, so blauäugig kann ja niemand sein.

          Was auf jeden Fall klar geworden ist, dass die Masse der „unorganisierten Fans“ sich überlegen muss, wie auch ihren Ansichten, Meinungen und Einflußmöglichkeiten Rechnung getragen werden kann. Große Aufgabe.

          • Schlangenfranz sagte am :

            Was auf jeden Fall klar geworden ist, dass die Masse der “unorganisierten Fans” sich überlegen muss, wie auch ihren Ansichten, Meinungen und Einflußmöglichkeiten Rechnung getragen werden kann. Große Aufgabe.

            Wäre sicherlich eine sehr interessante aber keineswegs eine unmögliche Aufgabe, es ist nur eine frage der Organisation. Als erstes Gleichgesinnte finden, die bereit wären, sich diesbezüglich zu engagieren, dann Ziele und daraus resultierende Massnahmen formulieren und die Ausführung/Umsetzung selbiger auf Arbeitsgruppen verteilen. Ich bin zwar alles andere als vor Ort aber im Rahmen meiner Möglichkeiten, hier am Bodensee wäre ich gerne bereit daran mitzuwirken.
            Allerdings sollte einem bewusst sein, das eine neue Gruppierung, nicht dazu dienen sollte, die Gräben zu vertiefen, sondern einzig und allein dazu, einen vernünftigen Konsens zu finden, in dem verschiedene ansichten, eine friedliche Koexistenz, führen können.
            Mein grösster Wunsch wäre es, wenn alle Beteiligten wieder sich auf das Wesentliche besinnen würden, nämlich nur auf die liebe zum Verein. Dazu würde es meiner Meinung nach auch gehören, das man sich etwas leichter damit tun würde, gewisse Rahmenbedingungen, die uns z.b. von der Gesellschaft, dem Staat oder dem DFB vorgegeben werden, zu akzeptieren (nicht gut heissen!!), die Spielregeln werden nun einmal nicht vom Verein selber definiert sondern sind vorgegeben und entweder kann man diese akzeptieren oder man muss die Konsequenzen ziehen und mit wehenden Fahnen untergehen. Sich zurückzuziehen würde aber auch bedeuten, das eine mahnende, kritisierende Stimme ganz verstummen würde, also bin ich der ansicht lieber, gewisse Unstimmigkeiten/Missstände zu akzeptieren und gegen diese vernünftig=freiwillig zu demonstrieren, sie zu kritisieren, als blind vor lauter fanatismus, den untergang in kauf zu nehmen.

            Ich stehe unserer Welt, unseren Regierungen weiss Gott sehr, sehr kritisch gegenüber, nicht das hier noch ein falscher Eindruck entsteht aber hinsichtlich der Grundlage, dieser Aktion, sollte man die Kirche mal im Dorf lassen, ich meine überall in öffentlichen Räumen, werden Personen, die dort randalieren, Inventar beschädigen, andere Menschen aus niederen Motiven heraus körperlich angreifen, mit einem Hausverbot belegt, ohne das sich dabei auch nur eine menschenseele aufregen würde, nur in den Fussballstadien, sollen rechtsfreie Räume entstehen?? Das kann und will ich nicht nachvollziehen.
            Und ich habe schon soviel Vertrauen in die hier Verantwortlichen, das sie sehr wohl differenzieren können, wer einfach nur aus spass am Spiel, aus Liebe zum Verein, das Stadion besucht und wer dazu im gegensatz, das stadion nur als Plattform missbraucht, seine dissoziale Persönlichkeitsstörung, auch noch unter dem Schutz und der Anonymität der Masse, ausleben zu können!

        • sparschaeler sagte am :

          für mich ein klarer fall von, ein wenig selbstkritik üben um eventuellen sanktionen den wind aus den segeln zu nehmen.

          im moment schenke ich den schönen worten keinen glauben.

        • Froschwein sagte am :

          Meine Erleichterung beruhte vor allem auch auf den sehr niedrigen Erwartungen, oder viel mehr auf den Befürchtungen einer, im Vergleich zu Übersteiger und FCSR, noch wesentlich uneinichtigeren Stellungnahme.

          Auch wenn der eine oder andere Punkt (Stichwort Solidaritätszwang) weiterhin zu diskutieren bleibt, reicht mir persönlich (ich war allerdings auch nicht direkt von der Blockade betroffen) die Entschuldigung und Zusage, dass so etwas in dieser Form nicht mehr passieren wird, aus, mehr kann ich in meinen Augen nicht verlangen. Wieviel Druck von oben dafür nötig war, kann ich nicht beurteilen, darum gehe ich einfach erstmal davon aus, dass die Worte auch ernst gemeint waren und nicht nur aus Selbstschutz so veröffentlicht wurden.

    • Ihr Name sagte am :

      Was für eine erfreuliche Überraschung! Die Stellungnahme des USP geht WEIT über alles hinaus, was ich mir nach den ersten Äußerungen der beteiligten Fanorganisationen zu erhoffen gewagt hatte. Von meiner Seite aus ist alles enthalten, was ich für notwendig erachte – und das mit sehr versöhnlichen Worten. Sogar die (unerträglichen) Reaktionen auf die Blockade wurden nicht nur sehr nebenbei erwähnt, es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Auseinandersetzung damit nicht in die Stellungnahme gehört, sondern an anderer Stelle ausdiskutiert werden sollte. Bravo!

      Im Gegensatz zu jekylla sehe ich in der grundsätzlich positiven Einschätzung der Blockade als Aktion als solcher kein größeres Problem, wurde doch auch vom USP eingesehen, daß das Aufzwingen einer anderen Meinung ein sehr kritisches Thema war und ist – sowie, daß eine solche Aktion nicht noch einmal durchgeführt werden wird. Warum ich eine Blockade eigener Fans einerseits nicht für korrekt und andererseits als Mittel einer politischen Außendarstellung für nicht grundsätzlich verdammenswert halte, zeigt gut ein an anderer Stelle eingeführter Vorschlag (dessen Urheber mir leider entfallen ist), wie eine solche Blockade hätte aussehen können: Absperrung der Südtribühne mit einem Band und einem Hinweisschild, auf welchem geschrieben steht, daß jeder, der hier vor Ablauf der fünf Protestminuten hindurchgeht, Fanrechte mit den Füßen tritt. Zusammen mit einer körperlichen Präsenz und aggressiven Diskussion (also auf die Leute zugehend, die mit dem Gedanken spielen oder dazu entschlossen sind, hindurchzugehen, nicht im gewalttätigen Sinne) kann dabei erreicht werden, daß durch moralischen Druck die „Blockade“, die erreicht wird. Natürlich handelt es sich dabei dann doch um einen freiwilligen Boykott, aber das hätte wirklich eine schöne Lösung sein können. Aber auch eine erzwungene Blockade, die als solches angekündigt und verkauft worden wäre, hätte die Gemüter sicherlich nicht so erregt, wäre doch noch Außen nicht der Eindruck erzielt worden, daß man als Blockierter die konkrete Aktion unterstützt – um ein weiteres Beispiel einer rechtlich zwar falschen, aber doch politisch vertretbaren Blockade aufzuzeigen (die dann auch wirklich als solche zu bezeichnen wäre).

      Vor allem erwarte ich von den beteiligten Fanorganisationen keine grundsätzliche Umkehr in allen Dingen – was der USP hier geleistet hat, das war hingegen ein weitaus mehr über den eigenen Schatten springen, als alle andere Gruppierungen und Einzelstimmen bislang geleistet haben. Ausgerechnet der von allen am meisten gescholtene USP zeigt Verständnis für die Kritik, Einsicht in die eigenen Fehler und bittet einfühlsam um Entschuldigung. Dies verdient ohne jede Einschränkung meine absolute Hochachtung!

      Für mich ist der entscheidende Schritt vom USP damit gemacht worden, so daß ein Miteinander nun nicht nur wieder möglich ist, weitergehend möchte ich sogar sagen, daß ich nicht einsehen würde, wenn dem jetzt nicht der Fall sein sollte. Fehler kann jeder machen – mehr als ein aufrichtiges Einsehen des Fehlers, ein Bitten um Entschuldigung und das Versprechen, den Fehler nicht mehr zu begehen kann man dann aber auch als Dritter nicht verlangen. Ungeschehen kann ja niemand solche Dinge machen. Diese offene und ausgestreckte Hand auszuschlagen wäre in meinen Augen ein unfaßbar schlimmes Vergehen an dem sozialen Miteinander als gemeinsame Fans des FC St. Pauli.

      Nach dieser Aktion hatte der USP, aber auch die anderen Gruppierungen, insbesondere nach deren Verhalten danach, viel Kredit bei mir verspielt. Und es war mit dieser wirklich herausragenden Erklärung der USP, der diesen Kredit nicht nur zurückgeholt hatte, sondern auf eine Weise wieder vergößert hat, daß ich darüber doppelt überrascht bin – hatte ich doch schon ersteres nicht mehr zu hoffen gewagt.

      Ich freue mich als Fan vom FC St. Pauli für diese positive Entwicklung nach diesem wirklich nicht positiven Ereignis und blicke jetzt wieder freudig auf die letzten Spiele. Zeit, sich um den Aufstieg zu kümmern! Und zwar alle zusammen.

      • Da ich nicht unwesentlich zur Verbreitung der Stimmung der „Blockierer“ beigetragen habe, werde ich auch noch die Stellungnahme von USP gesondert hier veröffentlichen mit noch einigen Anmerkungen, weil dieser in einigen Teilen positiv zu wertenden Äußerungen wahrscheinlich im Gegensatz zur Vorgeschichte von den Medien nicht so weiträumig verteilt werden.

        Damit das hier im Diskussionsfaden nicht so untergeht.

        Das ist ein bißchen schwer, mein extrem erschüttertes Vertrauen in gewisse Grundvoraussetzungen des Miteinanders mit einer einzigen Stellungnahme nahtlos wiederherzustellen. Ich bleibe zumindest vorsichtig, bei weitem nicht euphorisch.
        Habe das Blogposting schon fertig, werde aber noch eine Nacht darüber schlafen.

  42. Galgenkind sagte am :

    „In Anlehnung an den weisen Spruch von Rosa Luxemburg “Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden” heißt es bei mir seit gestern“
    Dazu fällt mir nur ein Zitat von Max Liebermann ein: „Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“.
    Aus der Sicht von RL war das Zitat auch sehr leicht zu sagen, war sie doch nie einer Anhänger Konsensfähigen Mehrheitsmeinung sonder immer nur dagegen. Auch werden gerne die Opfer ihrer Politik vergessen, oder auch das Sie gegen gegen reiche Juden Agitiert hat (obwohl sie selber Jüdin war). (sorry, das musste jetzt sein)
    Und noch was, wenn das nächste mal die Nazis wieder durch HH marschieren, sollten alle Blockadegegner bitte zu Hause bleiben. Auf keiner Demo, mit einer Blockadeaktion, an der ich teilgenommen habe wurden nicht irgendwelche unbeteiligten dritte in ihren Rechten von uns eingeschränkt. Da wurden ganze Stadtteile abgesperrt, Züge und Autobahnen gesperrt usw usw.

    mfg
    AllenDulles

    • Die Anlehnung an (Sinn-)Sprüche erfolgt zuweilen ganz ohne den Kontext, in dem sie einstmals erschaffen wurden. „Alia iacta est“ bringt, wenn er benutzt wird, auch niemand zwingend mit caesarianischen Zeiten in Verbindung, es geht allein um die Aussage. Wie mir hier auch.

      Ich habe schon zu Zeiten blockiert, als es noch definitiv nach § 240 StGB den Straftatbestand der Nötigung klar erfüllte, differenzierter wurde das erst nach 1995 von den deutschen Gerichten gehandhabt. Wer blockiert, nimmt in Kauf, dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden, egal, wie sehr er sich das schönreden mag. So ist das nunmal in dem Land, in dem wir leben und ich möchte es alles in allem auch nicht eintauschen, wenn man das Demokratieverständnis, die Möglichkeit zur Meinungsfreiheit und Grundrechte als wertvolles Gut ansieht. Im Einzelfall ist alles diskutabel, so auch das hier.

      Inwieweit nun eine Blockade gegen die eigenen Leute im Sinne der Sache ist, haben wir letzte Woche deutlich gesehen. Nicht.

      • Galgenkind sagte am :

        „“Alia iacta est” bringt, wenn er benutzt wird, auch niemand zwingend mit caesarianischen Zeiten in Verbindung, es geht allein um die Aussage. Wie mir hier auch.“
        Das ist dein gutes Recht, das will ich dir auch nicht nehmen. Nur sehe ich es als mein Recht an andere über die Person hinter diesen Spruch aufzuklären. Ich könnte auch nette Friedenszitate von AH raus suchen, das würdest doch wohl auch nicht witzig finden, ob wohl der Inhalt etwas mit Frieden zu tun hat.

        „Ich habe schon zu Zeiten blockiert, als es noch definitiv nach § 240 StGB den Straftatbestand der Nötigung klar erfüllte, differenzierter wurde das erst nach 1995 von den deutschen Gerichten gehandhabt. “
        Ach wirklich? warum meinst du bekommen so viele Leute die Sitzblockaden machen wohl trotzdem Strafbescheide nach Hause (ich habe auch eine nette Sammlung davon). Ich habe ja auch deutlich gesagt das eine Blockade (fast) immer mit dem beschneiden von Rechten andere einhergeht.

        mfg
        und noch ein Frohes Osterfest 😉

        • Gut, dann danke für die Aufklärung.

          Und ich bin dankbar für die Bestätigung, dass auch heute noch Blockaden mit Strafbescheiden einhergehen und eben kein Recht darauf besteht. Das wird nämlich seit ca. 200 Forumsseiten immer wieder runtergebetet als Rechtfertigung. Schade, dass Sie sich nicht dort als Strafbescheid-Opfer in Sachen Blockade wissend äußern konnten.

          Zum Grundsatzurteil von 1995:

          „In der BRD ist eine Sitzblockade verfassungsrechtlich eine Versammlung nach Art. 8 des Grundgesetzes. Bis zu einem Bundesverfassungsgerichts-Urteil 1995 wurden Blockaden jedoch stets als „Nötigung“ angesehen und zwar als psychische Nötigung für bspw. einen Fahrzeugführer. Nach Ansicht der Verfassungsrichter ist die Ausdehnung des Gewaltbegriffs auf eine rein psychische Wirkung aber nicht zulässig, vielmehr kann nur die Anwendung körperlicher Gewalt zu einer Strafbarkeit wegen Nötigung führen. Diese Sichtweise gilt laut Bundesgerichtshof jedoch nur für die Blockade des ersten Fahrzeuges (ersetze Fahrzeug im folgenden durch Mensch)(also in der Regel jenes Fahrzeugs, welches Ziel der Blockade ist, z.B. Castor-Transport, Militärtransport, etc.), nicht aber für nachfolgende Fahrzeuge. Auf die Fahrer dieser Fahrzeuge wirkt insofern körperlicher Zwang, als dass sie das vor ihnen stehende Fahrzeug nicht passieren können. Wenn also im Rahmen einer Sitzblockade mehr als ein Fahrzeug blockiert wird, kann sich hieraus eine strafbare Nötigung ergeben.
          Eine Sitzblockade verbunden mit Anketten, Einhaken oder aktivem Widerstand gegen das Wegtragen wird auch vom Bundesverfassungsgericht im Regelfalle als Nötigung nach § 240 des Strafgesetzbuches (StGB) angesehen, vor allem wenn das darin enthaltene Tatbestandsmerkmal der Gewalt auf Blockadeaktionen angewandt werden kann, „bei denen die Teilnehmer über die durch ihre körperliche Anwesenheit verursachte psychische Einwirkung hinaus eine physische Barriere errichten“, wenn die Blockade also tatsächlich unüberwindbar ist.“

          Ebenfalls mit freundlichen Grüßen und frohe Ostern 🙂

          P.S.: Das Urteil habe ich weniger wegen Ihres Kommentars reinkopiert (ich gehe davon aus, dass Sie das kennen), sondern nur mal generell zur Erklärung, wie Gerichte das so sehen, das gilt auch für Stehblockaden.

          • Galgenkind sagte am :

            „P.S.: Das Urteil habe ich weniger wegen Ihres Kommentars reinkopiert (ich gehe davon aus, dass Sie das kennen), sondern nur mal generell zur Erklärung, wie Gerichte das so sehen, das gilt auch für Stehblockaden.“
            Jep, von solche ähnlichen Texte habe ich einige Exemplare. Aber trotzdem gut das Sie das gepostet haben und irgendwie tut es mir auch leid das es gerade wiede ihr Blog erwischt hat in dem ich mich über den Spruch ausgekotzt habe (ich kann den Spruch aber einfach nicht mehr lesen, nochmals sorry dafür).

            mfg

            • Sie müssen sich nicht entschuldigen, man darf sich hier durchaus auch auskotzen (Grupo Meinungsfreiheit, hier wird keiner gelöscht oder *hust* blockiert 😉 )
              so lange man das an der sachlichen Grenze tut und das machen Sie ja immer, also gern gesehen.

              Ja, der Spruch ist irgendwie ausgelutscht, aber wenn er nun mal wieder im Kontext passte?

              Das nächste Mal such ich einen anderen, versprochen.

              • Galgenkind sagte am :

                „Das nächste Mal such ich einen anderen, versprochen.“
                Danke, und das es ihr Blog erwischt hat liegt leide auch an ihrem Talent zu schreiben, ich lese gerne hier und sollte mir vieleicht mal wieder ein Duden zu legen ;-).

                mfg

                Ps: soll keine Entschuldigung sein, sehen Sie es lieber als ganz großes Lob 😀

        • Galgenkind sagte am :

          PS: Was ich mit dem Blockade Text eigentlich sagen wollte ist, das ich kein Bock habe auf der nächsten Demo mit Blockadeaktion erst 30 Minuten mit irgend jemand Diskutieren muss bis ich weiter machen kann. Ich bin mir eben desen bewust das das nicht ganz Korrekt ist, aber sehe es als Akzeptabel für den Zweck an.

          mfg

          • So etwas könnte man -und das ist nur meine Meinung- durch eine wesentlich bessere Vorbereitung, Überzeugungsarbeit und Aufklärung im Vorfeld erreichen.
            Wenn wirklich, wie allerorten proklamiert, die Mehrheit das ja wollte und nur ein paar Versprengte, Uneinsichtige nicht, hätte man die reinlassen können und müssen, das hätte der Aktion zudem einen demokratischen, meinungsfreien Touch gegeben und „die paar Wenigen“ hätten das Bild nicht weiter getrübt.
            Aber man befürchtete wohl das Gegenteil. Warum? Wenn man das befürchtete, warum trotzdem Hauruck durchziehen?

            Ich kann Ihnen Ihre Meinung lassen, dass Sie das zwar nicht korrekt, aber akzeptabel finden, Sie müssen hingegen eben zugeben, dass es einfach nicht korrekt ist. Was Sie ja haben.
            Es gibt keine Meinung zum Thema „Recht“-mäßigkeit einer Blockade“. Sie ist es nicht. Es gibt nur eine Meinung zur Anwendung. Beziehungsweise eben zwei. Mindestens.

            • Galgenkind sagte am :

              „Ich kann Ihnen Ihre Meinung lassen, dass Sie das zwar nicht korrekt, aber akzeptabel finden, Sie müssen hingegen eben zugeben, dass es einfach nicht korrekt ist. Was Sie ja haben.“
              Die Aktion die da im Stadion abging war sicher mehr als schlecht geplant (ich selber schaue mir keine Spiele mehr an wo meine beiden Lieblingsvereine auf einander treffen, kenne die Umstände nur aus Diskussionen mit Freunden die da waren) und hat viele Gräben tiefer gemacht. Man hätte vorher drauf kommen können das eine Blockade auf die Blockierten immer blöde wirkt.

              mfg

              • Ich hatte mal in einem Beitrag letzte Woche oder so geschrieben, warum ich nicht glaube, dass dieser Boykottaufruf der Erfolg wird, den man sich erhoffte. Es wurden wesentliche Punkte in der Planung nicht berücksichtigt:

                1. nicht die Mehrheit wollte sich ausgerechnet mit Hansa Rostock im Schulterschluß zeigen (aus verschiedenen, teils auch persönlichen Gründen.

                2. nicht die Mehrheit fand die Entscheidungen Littmanns im Vorfeld zur Kartenkontingentierung falsch (wenn er denn überhaupt seitens der Polizei noch entscheiden konnte, was ich nicht weiß, ich war nicht dabei)

                3. es gab bereits vorher Gräben, die man nicht beachtete, die mit dieser doch im Nachhinein sehr eigenständigen Aktion in der Tat weiter aufgerissen wurden.

                Das alles war, wenn man die Diskussionen im Vorfeld verfolgt hat, abzusehen. Es ist beinahe unverzeihlich, dass man all das ignoriert hat.

                Denn: der Protest ist berechtigt. Grundsätzlich. Aber aus einer im Grunde guten, gerechtfertigten Sache eine Wagenladung Gülle zu machen, ist eben auch leicht. Wenn man in blinden Aktionismus verfällt. Schade eigentlich.

  43. @Galgenkind:

    Ich hätte auch noch ein P.S., aber rechts wurde es etwas eng.

    Ihren Aussagen entnehme ich, dass Sie sich der eventuell folgenden rechtlichen Konsequenzen durch eine Blockade sehr wohl bewusst sind und es in Fällen, in denen Sie es gerechtfertigt finden, auch tun. Das kann ich respektieren, dafür habe ich auch Achtung und Verständnis. Das mal als ernstgemeintes Kompliment.

    Nur nicht für die, die es tun und hinterher heulen, weil man sie zur Verantwortung zieht und unverbrüchlich daran festhalten, sie seien im Recht.

    • Galgenkind sagte am :

      „Nur nicht für die, die es tun und hinterher heulen, weil man sie zur Verantwortung zieht und unverbrüchlich daran festhalten, sie seien im Recht.“
      Da haben Sie mehr als Recht, ich schrieb es ja auch schon das den beteiligten die Konsequenzen Vorher schon bewusst sein konnten (waren?). Ich bin aber auch der Meinung das man für seine Überzeugung eintreten sollte, sich aber auch den Konsequenzen stellen muss. Das habe ich an einigen Stellungnahmen vermisst und war um so erstaunte als die am meisten in der Kritik stehende Gruppe (USP) die in meinen Augen versöhnlichste geschrieben hat. Ja, auch in ihr sind noch einige Punkte diskusions würdig, aber es ist ein Anfang.

      mfg

      • Den Anfang sehe ich eher in der Zusatzerklärung des FCSR, die erneut einige Fragen aufwirft, wer eigentlich mit wem was abgesprochen hat und wer entschieden hat, sich nicht an getroffene Absprachen zu halten. Da gibt es wohl auch intern erhebliche Kommunikationsstörungen, eine weitere ganz schlechte Voraussetzung für eine konzertierte und vor allem erfolgreiche Aktion.

        Dann habe ich Sie ja richtig verstanden mit sich den Konsequenzen aus Handlungen stellen, da bin ich jetzt froh.

        Was die Erklärung von USP angeht, hatte ich da schon eine fragmentarische Zerpflückung fertig, aber die habe ich wegen der FCSR-Zusatzerklärung erstmal hintenangestellt. Wenn Sie öfter mal reinschauen, werden Sie ja sehen, ob ich mich da doch noch mal dran mache. Aber ich warte wahrscheinlich eher den kommenden Freitag bzw. die Ergebnisse aus diesem ab.

        • Galgenkind sagte am :

          „Den Anfang sehe ich eher in der Zusatzerklärung des FCSR, die erneut einige Fragen aufwirft, wer eigentlich mit wem was abgesprochen hat und wer entschieden hat, sich nicht an getroffene Absprachen zu halten.“
          Die erste ging in meinen Augen auch gar nicht. Das Thema ist auch etwas schwieriger und das Spiel gegen HRO war sicher nicht das bester für solch eine Aktion. Aber wann wenn nicht da?
          Ich habe mir das kleine Derby (St, Pauli II vs. HSV II) im letzten Jahr angeschaut, wenn ich bedenke was da Team Green für ein Aufgeboht hat hingeschickt, dann habe ich ein ganz flaues Gefühl in der Magengegend. Das Derby im Volksparkt, in der nächsten Saison, würde ich nur sehr ungern am TV schauen.

          „Wenn Sie öfter mal reinschauen, werden Sie ja sehen, ob ich mich da doch noch mal dran mache. Aber ich warte wahrscheinlich eher den kommenden Freitag bzw. die Ergebnisse aus diesem ab.“
          Ich hoffe doch (ps: rss ist was schönes ;o) ).

          mfg
          &&
          http://swiss-lupe.blogspot.com/2008/03/best-of-ostern-ostergrsse-witze-videos.html

          • Beim Spiel gegen Augsburg zum Beispiel?
            Wesentlich mehr Vorlaufzeit, DSF und Fußballdeutschland live dabei, der Gegner eher unspektakulär (kein „Hassgegner“), nicht ohnehin schon hochemotional besetzt wegen der Brisanz der fußballerischen Begegnung … wäre eine Idee gewesen.
            Es spielen halt viele Dinge in das falsche Timing hinein..

            • Galgenkind sagte am :

              „Beim Spiel gegen Augsburg zum Beispiel?“
              Schwierig, es wäre dann sicher die Frage gekommen, warum erst jetzt? Die ganze Geschichte ist leider etwas unglücklich, auch die Entstehung des ganzen. (Ich sehe nicht CL als den Schuldigen an, er hat zwar etwas unglücklich Agiert, aber die Schuld liegt immer noch bei den Chaoten) Ich hoffe das HRO die Ausnahme bleibt, das St. Pauli Aufsteigt und Hansa nicht Absteigt (man wird doch noch Träumen dürfen ;o)).

              mfg

              • Bis auf den Punkt, dass ich einen Abstieg von Hansa relativ gelassen aufnehmen würde, sind wir uns in weiten Teilen einig.

                Und jetzt fahren wir morgen erstmal Düsseldorf.

                Forza Sankt Pauli!

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