Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Und dann kommt man nach Hause…

…und liest von dem Übergriff einer Hooligan-Gruppe auf Fußballfans, die von einem Auswärtsspiel zurückkommen.

Ich habe jetzt bewusst die bekannten Zuordnungen weggelassen, weil das nicht nur ein Problem dieser einander nicht sonderlich zugetanen Fangruppierungen ist, sondern ein ligaumspannendes, ob erste zweite oder dritte Liga spielt ja keine wirkliche Rolle. Es nützt auch nichts, wenn die Anhänger des Vereins, der am Wochenende „aktiv“ wurde, sich in Relativierungen ergehen, dass „die anderen“ ja immerhin auch keine Unschuldslämmer seien.

Fakt ist, das, was passiert ist, ist inakzeptabel, muss mit aller zur Verfügung stehenden Härte auch seitens der betroffenen Vereine verfolgt werden. Egal, welchen Verein es betrifft. Und es spielt auch keine Rolle mehr, wer irgendwann in grauer Vorzeit damit angefangen hat. Wichtiger ist, wer als erster damit aufhört.

Aber da es auch bei uns ausreichend Spacken, Vollhonks, Hobbypyromanen, Körperverletzer und Hohlbratzen gibt, wird es bei der Hoffnung bleiben, so lange man diese Vertreter nicht – auch selbstregulierend- unschädlich machen kann. Es nützt auch nichts, dass sich die von den Vorfällen gleichermassen Entsetzten beider Lager von den üblichen Hass-Schürern auch noch gegeneinander aufbringen lassen. Wir wissen ALLE, das nicht ALLE xyz-Fans Verbrecher sind. Wir wissen aber auch, dass Fussballfans, die andere tätlich angreifen und das mit einer Vereinsdauerkarte in der Tasche oder einer Kutte über den Schultern, eben doch Verbrecher sind. Als Fussballfans getarnt.

Den anderen bleibt nur, sich explizit davon zu distanzieren, sich eindeutig zu positionieren, nicht durch Relativierung, sondern Verurteilung solcher Vorfälle per se. Es ist nicht der Sch****-xyz, sondern es sind die Einzelpersonen, die dem Verein schaden.

Es werden sich, nachdem es ja zu Personenfeststellungen kam, sicherlich daraus Konsequenzen für die Straftäter ergeben, nicht nur rein juristisch, sondern auch, was das Verhältnis der Betroffenen zu „ihrem“ Verein angeht, an der weiteren durch Dauerkarte verbrieften Zuneigung wird einem Verein wohl nicht gelegen sein. Es ist aber auch an den Fans des gegnerischen Vereins, jetzt keine Vergeltungsmaßnahmen zu ersinnen und sich damit erneut in die Spirale der Gewalt ziehen zu lassen. Verbale Provokationen in allen Ecken werden nur dazu führen, dass in den Augen der Öffentlichkeit, in denen eine Zuordnung und Wertung nicht möglich ist, wieder ALLE Fußballfans Verbrecher sind.

Ich kenne mittlerweile einige Fans eines uns emotional nicht so ganz gewogenen Vereins, die ich sehr schätze. Als Menschen. Als gemeinsam mit mir Fußballbegeisterte. Mit eben einem kleinen Unterschied. Der es allerdings nicht schafft, meinen persönlichen Respekt für diese Personen zu in Luft aufzulösen. Selbst meine Chefin ist eine… Anhängerin des anderen Vereins. Und wir arbeiten dennoch sehr gut zusammen. Und es geht!

Natürlich werde ich bei besagten Spielen plärren, bis die Stimmbänder reißen und natürlich würde ich sicherlich eine Woche durchgehend knapp dreissig Zentimeter über dem Boden schweben, wenn wir gewännen und natürlich werde ich eine Woche richtig mies drauf sein, wenn wir verlieren – wovon realistisch betrachtet auch auszugehen ist- aber das Leben als solches geht auch dann weiter. Sowohl für die einen als auch für die anderen.

Aber nur, wenn das Leben nicht gefährdet wird von diesem menschlichen Trash wie dem auf dem Bahnhof, der den Fußball als Vorwand benutzt, um seinen Frust in Attacken auf teilweise hilflose, körperlich wesentliche schwächere Menschen abzubauen.

Aber es fängt schon mit denen an, die z. B. über einen twitter Account, losgelöst von jeglichem Anlass, einfach mal ein „Scheiss -xyz“ in die Welt twittern müssen.  Oder sich in ähnlichen oder noch wirklich schlimmen, extrem niedrigniveauangesiedelten Schmähungen gegenüber anderen Vereinen ergehen müssen. Die keine Gelegenheit auslassen, den Hass zu schüren und dabei auch von Vereinsgenossen nicht mal im Ansatz gebremst werden. Schade eigentlich. Würde ich so jemandem folgen, wäre das ein Anlaß, damit aufzuhören. Nach einer passenden Ansage. Das einfach zu „übersehen“ ist sowas wie es auch im Kleinen geschehen zu lassen. Übelwurzeln gibt es viele. Auch im twitter-Mikrokosmos. Nur mal nebenbei.

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68 Gedanken zu „Und dann kommt man nach Hause…

  1. Sehr gut: „Wichtiger ist, wer als erster damit aufhört.“

  2. tobybaier sagte am :

    „Wichtiger ist, wer als erster damit aufhört.“

    Genau so ist es. Und das Potential der nicht gewaltbereiten Fans ist riesig! Lasst uns diese fußballentgeisterten „Fans“ durch öffentlich zur Schau getragene Friedfertigkeit auf das soziale Abstellgleis geleiten!

    Infra Sankt Pauli, Unser Hamburg, Unsere Erste Liga!

  3. „Wichtiger ist, wer als erster damit aufhört.“

    Hoffen wir auf eine große Schnittmenge in unserer Stadt und in unserer Liga, die klar macht, dass wir sowas nicht cool oder witzig finden. Und in der zweiten und dritten und vierten und so weiter.

  4. Stefan sagte am :

    Yep, was den sportlichen Ausgang angeht, bin ich da leider bei dir – wir haben _die_ leider zu früh in der Saison, die holen sich ihre Formschwankung bekanntlich immer erst zu Beginn der Rückrunde…

    Ansonsten: d’accord, insbesondere zu dem Punkt, dass du Gruppierungen weggelassen hast- die mir bekannten Gruppierungen unseres Vereins fahren nämlich eh nicht per ICE zum Auswärtsspiel, insofern wäre es nur wenig zielführend, die nun wieder ins Spiel zu bringen…

    • Das war auch die Absicht, da es nicht mal wirklich um Gruppierungen geht, sondern vorwiegend im Dunstkreis der Vereine angesiedelte Dummbratzen. Natürlich sind auch Schnittmengen möglich, aber das ist ja nicht der Punkt.

      Allerdings sind die Gruppierungen wegen ihrer Möglichkeiten der Meinungsgestaltung gerade auch aufgerufen, sich eindeutig zu positionieren, vielleicht auch mal dann unter Weglassung persönlicher Ressentiments. Man kann den xyz ja auch Scheisse finden, aber im Moment gibt es Wichtigeres.

      Man könnte mal versuchen, diesen Gegner wie die vielen anderen bei uns im Stadion zu begrüßen. Also so ganz anders als erwartet. Mit Respekt und gastfreundlicher Höflichkeit. Bis zum Anpfiff. Und nach dem Spiel wieder. Pöbeln ist für Zwischendrin.
      Das wäre eine Überraschung, von der sich viele lange nicht erholen würden…

      • Stefan sagte am :

        Du willst „Hamburg, meine Perle“ im Millerntor hören?
        Ochnö, muss nicht sein… Dann schon lieber „Block E“ von Slime, oder meinetwegen auch „Wer wird deutscher Meister“, das hätte wenigstens ne gewisse – Note. :>

        • Da, da geht es schon los. Die komaverdächtige Kleeblatthymne z.B. (sorry, Greuther Fürth, aber ich narkolepsierte jedes Mal, die Melodie ist wirklich extrem … beruhigend😉 ) ist auch auf meiner Hit-Liste nicht ganz vorne, aber wir spielen sie. Und der Karnevalsverein schmeckt auch nicht jedem, aber wir spielen ihn. Weil sie Gäste sind und wir das bei Gästen so tun.
          Und schon sind wir wieder in der gleichen Schiene. Hamburg, meine Perle spielen? Och nö.

          Ich bin jetzt auch kein Freund von der Rauten-Hymne, aber ich würde sie ertragen. Davon abgesehen, dass Hamburg meine persönliche Perle ist und ich inhaltlich nichts zu beanstanden habe (nein, ich mag Loddo aber trotzdem nicht) – was gäbe es für ein stärkeres Zeichen als DAS? Und wie leicht wäre es, das zu setzen? Und würde man den Verein an der MVA nicht damit extrem anspornen, zum Rückspiel ähnliche Ziele zu verfolgen. Schluß mit dem Haß, voran mit der Rivalität? Sportlich?

          • Stefan sagte am :

            Ähm, ich möchte eigentlich auch in deren Arena kein Hells Bells hören…
            Ich mag diesen ganzen „Wir müssen unsere Gäste so behandeln, als wenn sie ein Heimspiel hätten“ – Kram nicht. Ich will unser Lied in unserem Stadion hören, aber nicht das von den jeweiligen Gästevereinen. Die sollen merken, dass sie halt „nur“ Gäste sind – und so weit geht meine Gastfreundschaft dann halt nicht – was ich aber eigentlich auch nicht verwerflich finde. Mir ist „Zeichen setzen“ in diesem Zusammenhang ziemlich egal, ich muss mich nicht als Anhänger eines „Besservereins“ (aka Besserfan, lol) fühlen, nur um denen den Spiegel „Seht ihr, so sind wir, so gehts doch auch, warum nicht bei euch?“ vorhalten zu können. Ich will die doch nicht erschrecken, wenn sie ihre Fratze im Spiegel sehen. :>

            Das man sich deswegen nicht gleich auf die Omme kloppen muss, versteht sich aber von selbst, das ist fern jeder Diskussion.

            • So gesehen brauchen Gäste ja auch keine Karten. Na also, alles richtig gemacht, Corny.

              Sorry, mit dieser Definition vom Begriff Gäste kann ich mich nicht mal ansatzweise anfreunden. Bleibt wohl als Gemeinsamkeit lediglich der letzte Satz.

  5. sparschaeler sagte am :

    eine enttäuschung bleibt es trotzdem, wieviel anhänger des anderen vereines sich nur in relationen ergehen konnten. keine klare position zu beziehen ist und bleibt feige. dafür habe ich kein verständnis oder anders formuliert, diese nicht positionierten anhänger tragen eine mitschuld an evtuellen weiteren vorkommnissen im vorlauf dieses spiels. für menschen die sich bei solchen vorfällen beliebig verhalten , kann ich nur verachtung empfinden.
    ich für mich habe beschlossen, das bei weiteren aktionen dieser art, egal von welcher seite sie ausgehen, das spiel für mich gestorben ist. mit solchen gestalten teile ich meinen platz im stadion definitiv nicht.

    • Wäre es so, dass Mitanhänger meines Vereins sich so verhalten, hätte ich kein Problem damit, mich für die Vorfälle zu entschuldigen, obwohl ich selbst nicht beteiligt war. Ich hätte wohl sogar das Bedürfnis, deutlich zu machen, dass ich Vorfälle wie diese verabscheue. Auch und gerade aus „meinen“ Reihen. Das entspricht schon einer Distanzierung. Die in solchen Fällen sehr nötig ist.

      Aber das muss wohl jeder für sich selber wissen.

      Am liebsten wäre mir schon fast jeweils ein Public Viewing und alle bleiben zuhause. Das Hinspiel wird richtungsweisend. Für mich jedenfalls.

  6. Hooligans gehören nicht ins Stadion. Und ihnen gehört auch nicht der Fußball. Der Fußball gehört allen wahren Fans, die ein friedliches Fußballfest, ruhig mit der ordentlichen Portion Rivalität, aber eben friedlich, erleben wollen. Den Idioten darf man das Spielfeld innerhalb und außerhalb der Stadien nicht überlassen – wir alle können nur dafür sorgen, daß es innerhalb friedlich ist und dabei Vereine, Fangruppierungen sowie Behörden an einem Strang insoweit ziehen.

    Ich habe noch keinen Verein erlebt, bei dem es nicht Fans gab, mit denen ich menschlich wunderbar auskommen könnte – wobei es viele Vereine gibt, deren Fußballfans ich persönlich nicht kenne, aber ich gehe nach wie vor davon aus, daß es genügend vernünftige überall geben müßte. Lediglich mit Hooligans und anderen menschenverachtenden Idioten will ich nichts zu tun haben. Der Verein spielt dabei keine Rolle.

    In gewisser Hinsicht ist dieser Vorfall für die beiden Hamburger Erstliga-Vereine eine Chance. Nämlich jene zu zeigen, daß man auch friedlich koexistieren kann. Dafür gilt es von beiden Seiten ein Zeichen zu zeigen. Vielleicht ist dies ja möglich?

    • Und wenn man die einschlägigen Foren so liest, sind Leute wie wir in der Überzahl. Da muss doch was zu machen sein.

      Das ist eine Chance, das ist wahr. Eine Möglichkeit, neue Wege zu gehen. Ich wünsch mir, dass sie ergriffen wird. Beiderseits.

      • Jetzt wäre eine tolle Zeit und Gelegenheit für eine vereinsübergreifende Fanaktion. In diesem Moment bedauere ich es, nicht zu den organisierten Fans zu gehören.

        • Es schreiben hier vereinzelt organisierte Fans *hüstel* und es lesen ein paar mit. Vielleicht kann man ja auf diesem Weg Anregungen artikulieren, in der Hoffnung, dass sie wenigstens an geeigneter Stelle zur Diskussion gestellt werden… *hüstel*

          • In meiner organisatorisch völlig unbefleckten Vorstellung geisterte spontan die Idee eines gemeinsam im Stadion gezeigten Bildes herum – zB Zettel hochgehalten von beiden Fanlagern… Sicher nicht sonderlich einfallsreich, aber ich bin sicher, daß bei bei einem brainstorming einige gute Ideen herauskommen könnten. Ich hoffe, beide Seiten werden entsprechend zusammenarbeiten, denn das wäre gerade jetzt wirklich wichtig.

            • Ich bin zwar durch meinen „Auswärtssitz“ etwas eingeschränkt in den Möglichkeiten, aber ich verbreite gerne zu verbreitende Dinge, falls das gewünscht ist bei zündenden Ideen, ich male trotz Unfähigkeit auch gerne Banner oder drucke Flugzettel, daran solls nicht liegen.

    • ich hatte am Freitag nicht schlecht gestaunt als ich ein Paulifan mit ner HSV Tätowierung entdeckte… scheint im Herzen einfach ein Hamburger zu sein. aber es scheint zu gehn und das find ich ehrlichgesagt irgendwie schön!

      • Ach? Das ist ja erstaunlich. Ein Hamburg, zwei Vereine – wie einfach wäre das. Was ist so schwer dran? Es geht ja nicht mal um Positionsrivalitäten, dafür ist der HSV einfach eine Nummer „zu groß“. Warum der „kleine“ Vorstadtverein immer wieder so ein Anlaß zur Aufregung ist dort, will mir auch nicht ganz in den Kopf. Als Bundesliga-Dino mit dem Dauerverbleib könnte man sich doch da einfach gönnerhaft zurücklehnen und den Stadtteilverein einfach sein Ding machen lassen.
        Aber ich habe das Gefühl, das liegt auch nicht am Sportlichen. Aber das ist mein persönliches Gefühl und bedarf keiner Erläuterung an dieser Stelle.

        Wäre aber auf jeden Fall ein Bild gewesen, das mir gefallen hätte🙂

  7. Pingback: Flaschenwurf von HSV-Hools auf FCSP-Anhänger und Bene « KleinerTods FC St. Pauli Blog

  8. Froschwein sagte am :

    Ich sehe es ein wenig anders. Zum einen Jeky, sollten Sie wissen, dass die Grenze zwischen Fan und Hooligan beileibe nicht so eindeutig zu ziehen ist, wie es hier im Blogbeitrag gemacht wird. Zum anderen halte ich es für falsch keine Vereinsnamen zu nennen. Wären dieser Überfall von „unserer“ Seite geschehen, dann würde ich genauso erwarten, dass vom FC St. Pauli gesprochen wird. Ich erkenne überhaupt keinen Sinn darin, dies nicht zu tun, im Gegenteil, als uninformierter Leser würde es mich nur nerven jetzt nochmal rüber zu Kollege Google zu müssen.

    Auch von einer gemeinsamen Fanaktion halte ich überhaupt nichts, bzw ich würde mich daran nicht beteiligen. Als wenn sich der harte Kern (auf beiden Seiten!) dadurch irgendwie abschrecken lassen würde… so verbleibt im besten Fall geheuchelte Solidarität (für eine Selbstverständlichkeit!) die bei dem kleinsten Vorfall zusammenbrechen würde, sprich, man kann es auch gleich sein lassen. Und außerdem mag ich die Rivalität, wozu eben auch verbale Provokationen im Vorfeld gehören, wer damit nicht umgehen kann, sollte sich vielleicht ein anderes Hobby suchen.

    Scheiß HSV.

    • Das dürfen Sie gerne anders sehen, ich habe auch nicht durchgehend Zustimmung erwartet und würde das auch bei diesem Thema nie tun.

      Im Einzelnen: grob betrachtet dürfte so ziemlich jeder, der hier liest, zumindest der Schlagzeile gewahr sein: es gab wieder einen Vorfall, ich hab ja sehr wenig uninformierte Leser.

      Bei der allgemeinen Betrachtung von gewalttätigen Auseinandersetzung im Fußballumfeld spielt „Wer gegen wen“ m.E. nach keine Rolle und ich wollte bewusst im Header und im Beitrag auf „wir“ und „die“ verzichten. Dass das in den Kommentaren noch ausgeführt werden würde, war ja abzusehen.

      Wie ich meine Grenzen ziehe, ist eben eine sehr subjektive Sache, ich erhebe ja auch keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Für mich ist trotz aller Argumentation ein auf Menschen einprügelnder Hooligan ein Verbrecher mit Fußballdevotionalien am Revers. Den werte ich auch nicht zwanghaft durch das Attribut „Fan“ auf, das ich für mich persönlich gesehen lieber positiv besetze.
      Ich bin mir der Studien über Hooligans sehr wohl bewusst, muss sie für mich aber nicht so adaptieren.

      Wieso eine Solidarität in diesem Fall geheuchelt sein soll, erschließt sich mir auch nicht. Ich bin sicher, dass die, die bereit wären, in dieser Sache Solidarität zu demonstrieren, das auch genauso und nicht geheuchelt meinen würden. Ich kann da allerdings nur für mich persönlich und für mir bekannte Gesinnungsgenossen sprechen, die das ähnlich sehen. Von Abschreckung kann auch keine Rede sein, aber die Randalierer leben unter anderem auch von stiller Toleranz. Und die rückgratlosen Beifallklatscher, die bei gegenteiliger Stimmung den Schwanz einziehen, wären schon eine schöne Zielgruppe. Bei genug Gegenwind knicken die zuerst ein. Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut.

      Verbale Provokationen – da gibt es noch himmelweite Unterschiede im Duktus, ich hoffe, da sind wir uns einig.
      Und verbale Provokationen, wenn man ohnehin schon auf einem Pulverfaß sitzt und einer das Feuerzeug schon kurz vor die Lunte hält, haben mit „normal“ auch nicht mehr viel zu tun. Dass es sich hier um einen etwas kitzligeren Fall handelt, ist ja wohl nicht strittig.
      Und nein, ich suche mir kein anderes Hobby. Zwei reichen.

      • Froschwein sagte am :

        Sie haben recht, geheuchelt war vielleicht der falsche Ausdruck, ich bleibe aber dabei, dass solch eine Aktion sinnlos wäre, vergleichbar mit einer Demonstration gegen Krebs. Aber wer da mitmachen möchte… nur zu.

        Für mich ist trotz aller Argumentation ein auf Menschen einprügelnder Hooligan ein Verbrecher

        Da stimme ich doch vollkommen zu, aber: Ein Verbrecher kann kein Fan sein? Verzeihen Sie mir bitte die Polemik, aber wie hätten Sie es denn gerne? Ist ein Ladendiebstahl noch in Ordnung?

        Desweiteren fühle ich mich als Hamburger nicht auf einem Pulverfass und habe dementsprechend auch keine Angst vor dem Feuerzeug und der Lunte.

        Mein letzter Satz (im letzten Beitrag) gilt übrigens für beide Seiten.😉

        • Da habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Natürlich kann ein Verbrecher ein Fan sein, aber das hat immer so etwas „Erhöhendes“ bzw. Relativierendes. Wie sag ich das bloß so, dass es richtig ankommt? *grübel*

          Ein „richtiger“ Fan ist für mich jemand, der seinem Verein nicht schaden will. Weder durch Schlägereien noch durch Ladendiebstahl. Als Minimalanspruch. Ein Fan ist -für mich- jemand mit einer Verpflichtung „seinem“ Verein gegenüber. Wer diese Minimalverpflichtung nicht erfüllt … ist einfach bloß ein Verbrecher mit einer Affinität zum Fußball.

          Der letzte Satz im letzten Beitrag war „Scheiss HSV“. Für beide Seiten? Äh?🙂

          • Froschwein sagte am :

            Hihi… mir war die Problematik bewusst, dachte aber, dass der Hinweis auf den Satz (im Sinne einer grammatikalischen Einheit, bestehend aus Subjekt und Prädikat) ausreicht.😉

            Ich denke, ich weiß schon worauf Sie hinauswollen, aber ich bleibe dabei, dass es einfach der Realität widerspricht diese Trennlinie zu ziehen. Für mich hat übrigens gerade diese Trennlinie etwas relativierendes… „Echte Fußballfans machen sowas nicht“…

            Meiner Meinung gehören zu den Fans eines Vereins grundsätzlich all diejenigen, die mit dem Herzen drinne stecken, was dann auch Gewalttäter (+sonstige unangenehme Alternativen) und die daran hängenden Probleme einschließt.

            • Nun, dann kommen wir eben per definitonem mal nicht zusammen, da kommen wir aber beide drüber weg.

              „Mit dem Herzen drinne stecken“ klingt schon wieder so ein bißchen nach Relativierung in Verbindung mit denen, die das als Gelegenheit sehen, gewalttätig zu werden. Und damit dem Verein, den sie ach so sehr lieben, schaden.

              Herz und Liebe werden manchmal sehr inflationär mißbraucht. Um bei Realitäten zu bleiben.

  9. Froschwein sagte am :

    Es ging mir nicht um Relativierung, sondern einfach nur um eine Definition von Fan(s), die, aufrund der riesigen Definitionsmenge, nur sehr wage ausfallen kann. Wenn Sie einen besseren Vorschlag als „mit dem Herzen drinne stecken“ haben, dann nur raus damit.

    Die Definition „Den Verein keinen Schaden zufügen wollen“, trifft meines Erachtens aber nicht wirklich zu. Als Gegenbeispiel: Was ist mit Anhängern die lauthals eine Trainerentlassung fordern, obwohl in diesem Moment einfach ein wenig Ruhe angebracht wäre? Wird dann dem Verein nicht auch Schaden zugefügt? Sind das jetzt keine Fans mehr? Oder was ist mit „unseren“ Blockierern? De facto haben sie dem Verein Schaden zugefügt, auch wenn sie es wohl nicht wollten. Sind USP & Co keine Fans mehr? Und ab wann kann man überhaupt von einem Schaden sprechen?

    Man könnte an dieser Stelle darüber streiten, inwieweit ein Hang zur Gewalt genetisch gesehen zum Wesen des Menschen gehört, aber das führt dann wohl ein wenig zu weit… Aber es ist doch nicht zu verleugnen, dass Gewalt ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt und sich nicht auf den Fußball begrenzen lässt. Oder anders gesagt, jemand der als HSVer/St.Paulianer/Rostocker/Whatever andere Leute überfällt und zusammenschlägt, hätte eine ähnliche Tat auch ohne Fußball vollzogen, sei es weil das Opfer die falsche Hautfarbe hat, eine Uniform trug oder ein böser imperialistischer Kapitalist (kam aus einer Bank!) zu sein scheint. Und da das Interesse am Fußball nun mal quer durch die Gesellschaft geht, bekommt man auch nicht nur die positiven Seiten, sondern das gesamte Spektrum ab.

    Wenn man nun aber besagte Trennlinie zieht, klingt das in meinen Ohren immer nach Selbstbeweihwässerung und Augen-zu-Mentalität: Wir sind die Guten und die Chaoten können grundsätzlich gar nicht zu uns gehören… auch wenn sie genauso aussehen wie wir, den Verein ebenso unterstützen wie wir und ebenfalls eine Dauerkarte haben (oder halt nicht… ;-)) wie wir. Für eine mögliche Lösung, oder zumindest Verbesserung, der Problematik, sollte man sich damit abfinden, dass es in den eigenen Reihe problematische Teilnehmer gibt, anstatt die Verantwortung abzuschieben, bzw rauszudefinieren.

    • Tom Knast sagte am :

      Lange Diskussion und wahre Wort. Sehr guter Beitrag.

      Ich sehe genau wie Sie die Problematik darin jetzt nicht zu antworten. Die Deppen bei uns dazu zu bekommen die Spirale nicht weiter zu drehen.

      Und nur ganz kurz zur Gewalt: Sehr wohl ist das ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es ist aber unsere Aufgabe das in unserer Nähe nicht zu dulden. Genau wie in den 80ern den Nazis gesagt wurde „Ihr gehört nicht zu uns und wir wollen euch nicht“ müssen wir das heute mit Gewaltbereiten tun.
      Solche Menschen können natürlich Fans sein aber die Mehrheit und der Verein möchte sie nicht im Stadion haben. Die können von mir aus im Keller Fan sein.
      Für manch einen mag das geheuchelt sein aber für mich steht St. pauli für Kreativität, Solidarität und Gewaltfreiheit. Und dafür werde ich mich auch im Stadion und davor einsetzen.

    • Ein Fußball-Fan ist in meinen Augen ein Mensch, der „fanatisch“ zu seinem Verein steht, und zwar unabhängig von einem Erfolg. Und diese Definition ist offen und nicht wertend. Es gibt Fans, die die Grenze zur Gewalt in ihrem Fanatismus überschreiten – und somit zu Hooligans werden. Ausnahmen bei einmaligen Aussetzern – ohne diese gut zu heißen.

      Ein „wahrer“ Fan ist in mein Augen einer, der andere Fans als solche respektiert und keine Gewalt gegen diese ausübt oder propagiert. Hier hilft nur die Selbstreinigung der Fanszene und das Aussortieren der Hooligans bzw. Fans, die einen derartigen Minimalkonsens nicht mitzutragen bereit sind.

      • Froschwein sagte am :

        Die Selbstreinigung klappt aber nur, wenn man akzeptiert, dass es bei einem selbst etwas zu reinigen gibt, was wiederum schwierig wird, wenn man die Gewalttäter immer nur als ein äußeres Problem betrachtet. Darum halte ich eine grundsätzliche Trennlinie zwischen Fans und Hooligans für falsch.

        • Hooligans hören nicht auf, Fans zu sein. Es gibt aber einen Unterschied zwischen einem Hooligan und einem Fan, insofern ist die Trennung sehr wohl sinnvoll und auch nötig.

          • Froschwein sagte am :

            Okay, möglicherweise falsch bzw ungenau ausgedrückt, aber ich dachte es sei klar wie das mit der Trennlinie gemeint war.

            Aber um es nochmal deutlicher zu machen: (Fast) jeder Hooligan ist ein Fan, aber nicht jeder Fan ein Hooligan.

  10. Dumme Leute gibt es leider überall. Und auch wenn in vielen Foren eine gemeinsame Eintracht besungen wird, so bleibt das im Stadion doch meist irgendwie aus. Und jene Hooligans scheinen keine Foren zu lesen – oder scheren sich nicht darum.

    Ich bin mal gespannt, was hier in Rhein/Main abgeht, wenn der BVB am Bieberer berg spielt und Schalke am Bornheimer Hang. Gibt bestimmt etwas berichtenswertes vom Hauptbahnhof.😦

    • Das werde ich ja dann selbst sehen. Das mit Schalke am Bornheimer Hang.

      Wie ich gestern lesen musste, treiben sich viele der Spacken im Netz umher, gerne auf Facebook, um richtig schön Stimmung zu machen. Was andere schreiben, interessiert da allerdings weniger. Es kann einem schon übel werden, wenn man sich da so durchliest…

      • Da freue ich mich drauf, Sie mal persönlich kennen zu lernen🙂

        Ja, was da so teilweise getrieben wird ist echt … unglaublich. Ich glaube asozial wäre das richtige Adjektiv dafür. Schlimm, dass solche Leute überhaupt aus ihrem Keller heraus dürfen – und sich scheinbar immer weiter multiplizieren.

        • Yep, das ist bereits angeleiert, freue mich auch🙂

          Sehen Sie, sowas ist eben das Gegenteil. Wir waren ja auch kürzlich erst Ligagegner, was uns nicht davon abgehalten hat, außerhalb des Platzes ein sehr angenehmes Verhältnis zu entwickeln, ich war ja auch schon mal mitten unter Ihnen und vice versa😉

          Es ist so bitter, dass eine Minderheit nach Kräften und leider auch erfolgreich an einer konstanten Demontage arbeitet.
          Früher trafen sich die Hooligans zum Zwecke des Prügelns mit Hooligans. Mag man davon halten was man will, wenigstens traf man sich auf -wenn auch niedriger- Augenhöhe.
          Aber das heute entwickelt ganz neue Qualitäten. Hemmungslos.

        • Piet sagte am :

          Schlimm, dass solche Leute…

          BITTE! Mir ist Hooliganismus auch zuwider und ich bin durchaus der Meinung, dass Hooligans im Stadion nichts zu suchen haben — auch wenn es das Problem nur bedingt löst. Aber wir reden hier immer noch über MENSCHEN! Wissen Sie eigentlich, welcher Sprache Sie sich da gerade bedienen?!

          • Wenn ich da mal einhaken darf: die ursprünglichen Hooligans sind wieder eine ganz andere Sache als die Sorte, die man am Wochenende kennenlernen durfte. Die Sorte Menschen, die auf Schwächere einschlägt, sie tritt, wenn sie am Boden liegen und sich nicht wie seinerzeit auf einen gepflegten Fight-Club Einsatz auf Augenhöhe trifft. Was ich zwar auch nicht gutheiße, aber wenigstens gab es da noch Grenzen.
            Und diese MENSCHEN „solche Leute“ zu nennen, finde ich in keiner Weise zeihenswert, es spricht ihnen immerhin die Menschlichkeit nicht gänzlich ab, obwohl ihr Handeln richtungsweisend ist. Und körperverletzender Prügler gehören zwar nicht in Keller, aber durchaus eingeschlossen.

            Erklären Sie mir bitte die Aufregung über „solche Leute“, vielleicht verstehe ich Sie nicht?

  11. Interlektuelle Elite mag vielleicht etwas hochgegriffen sein, aber dass die Diskussion über diesen Angriff ohne Täter und vielleicht sogar ohne Sympathisanten stattfindet glaube ich schon.

    Während wir hier am Digitalen Stammtisch die Welt retten, hat der Aggro-Hamburger wohl andere Sorgen. Aber vielleicht findet sich noch das ein oder andere Role-Model.

    • Tom Knast sagte am :

      Daß hier wahrscheinlich kein Hoologan mitliest ist klar. Solche Diskussionen dienen tatsächlich manchmal der Selbstbeweihräucherung. Sinnvoll sind sie aber um eine klare gemeinsame Linie zu finden und zu motivieren der Diskussionen auch Taten folgen zu lassen.

      Wer sich aus der virtuellen Welt nicht in die wirkliche begibt kann das natürlich nicht umsetzen aber ich schätze mal, daß das nicht viele sind.

      • Piet sagte am :

        «Daß hier wahrscheinlich kein Hoologan mitliest ist klar. Solche Diskussionen dienen tatsächlich manchmal der Selbstbeweihräucherung.»

        Ach… ich denke, es dient in erster Linie der Selbstvergewisserung und der Verständigung über so etwas wie eine gemeinsame Linie. Außerdem glaube ich schon, dass es über Aktionen dann eben doch bei dem einen oder anderen ankommen könnte. Will sagen: Etwas mehr als Selbstbeweihräucherung ist das schon.😉

        • Sehe ich auch so. Was soll man auch schon groß beweihräuchern, was im Grunde eine Selbstverständlichkeit ist?
          „Selbstvergewisserung“ ist ein gutes Wort dafür. Die Feststellung, dass man mit dem Gedankenwust nicht alleine ist. Der Versuch, vielleicht mehr oder weniger kreative Ideen zu entwickeln. Oder herauszufinden, ob es überhaupt Sinn macht. Oder so.
          Und wenn man nun eine klare Distanzierung und/oder Positionierung Selbstbeweihräucherung nennen möchte, kann man das natürlich auch tun. Würde ich aber nicht.

          Die, die sich nirgends äußern, finde ich bedenklicher. Begünstigender.

    • Der digitale Stammtisch ist ein brauchbares Plenum, wenn Menschen aus -momentan- sehr unterschiedlichen Aufenthaltszonen Gedanken austauschen wollen. Aus dem digitalen Stammtisch hier wird oft genug der lokale Real-Tisch. Ganz dicht am Aggro dran. Es schadet nie, vorher drüber zu sprechen, oder?

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  16. Eine Offenbarung, Ihr Artikel! Sie sprechen mir aus der Seele. Besser, als ich es je könnte. Aber so sind Sie nun mal.

  17. Wie wäre es mit der von Momo initiierten Mottofahrt ans Millerntor? Alle Paulianer im Fummel? Lauter Menschen in Kleidern die „Wer wird Deutscher Meister“ singen, bessere Demo gibt’s nicht!

    • Ich weiß, der sogenannte Überraschungseffekt. Dass die St. Paulianer sich offensiv gegen Sexismus und Homophobie engagieren, ist ja bekannt. Ich sehe trotz einer wie immer erhellenden Diskussion mit Momo nicht, dass der gewünschte Zusammenhang hergestellt wird oder ein anderer als nur sehr kurzfristiger Überraschungseffekt eintritt.

      Den gleichen Überraschungseffekt erreichen Sie allerdings auch ohne Kleider, nur mit Singen. Nicht nackt singen, einfach mit Hose.
      Sie werden die Massen definitiv nicht zum Tragen von Kleidern bewegen können, das prognostiziere ich schon mal, weil ich schon spontan ein paar gehört habe, die zwar für eine „Demo“ sind, aber das mit Kleid nicht mitragen würden.

      Überraschend für den HSV wäre allerdings ja schon das nicht untergejohlte Abspielen ihrer Hymne und die völlige Beachtungslosigkeit durch Nichtabsingen der üblichen „Scheiss..“-Chants. Ich finde ohnehin, dass man sich viel zu viel Beachtung schenkt. Warum der HSV das nötig hat, konnte man mir bisher nicht erklären. Mir sind die ehrlich gesagt als Verein genauso wichtig oder weniger wichtig wie ein paar andere. Diese Sonderstellung ist so unnötig wie ein Kropf. Eigentlich.

      • Froschwein sagte am :

        Bei aller Verachtung die ich für den HSV und viele seiner Fans empfinde, ist das Abspielen ihrer Stadionhymne (by the way, bei Gelegenheit kann ich eine nette Anekdote über Lottos „Entdeckung“ raushauen, die hat nämlich tatsächlich ein St.Paulianer zu verantworten) in meinen Augen eine Selbstverständlichkeit, völlig unabhängig von den aktuellen Ereignissen. Da gibt es nichts zu rütteln. Auch wünsche ich mir so wenig Anti-Support wie möglich.

        Eine gefühlte Sonderstellung für den HSV kann ich für mich persönlich aber nicht abstreiten… Zum einen ist die über viele Jahre und diversen menschlichen Kontakten (leider sehr selten im positiven Sinne) entstanden und zum anderen durch die große geographische Nähe bedingt. Ich weiß nicht, inwieweit Sie dies im tiefen Süden nachvollziehen können.😉

        Was halten Sie eigentlich vom Fabulous-Sankt-Pauli-Song?

        • Dann sind wir vereint in den Wünschen laut Absatz eins.

          Ja, sicher, die allein schon regional bedingte, von Kontakten mal ganz abgesehene, Sonderstellung ist selbst mir im Süden klar.🙂
          Aber die emotionale Aufwertung ist ja nun zunehmend kontraproduktiv.
          Ich sag ja, ich frage mich schon seit langem, warum der HSV nicht einfach den kleinen, sportlichen Bruder im Sinne eines Kopftätschelns einfach souverän übersehen kann. Der große HSV, der Dino der Liga, immer dabei, da müsste es doch leicht sein, den ewig kämpfenden und immer mal in der Versenkung verschwindenen FC St. Prächtig schlichtweg und auch meinetwegen arrogant zu ignorieren.

          Umgekehrt, warum interessiert uns dieser erfolgreiche, wenn auch relativ farblose Verein, dessen Präsidenten-/Sportdirektorennamen man sich mittlerweile ebensowenig merken kann wie den aktuellen Stadionnamen, mehr als zum Beispiel… Werder Bremen? Oder Hannover? Um wenigstens im Norden zu bleiben.

          Auch und gerade darum meine Hoffnung auf so wenig Antisupport wie möglich. Im Sinne von „HSV? We couldn’t care less“.

          Der Song. Gute Frage. Lassen Sie es mich so formulieren: für die Umtextung „we drink a lot of Astras“ war ich sehr dankbar, ermöglichte sie mir doch ein pausenfreies Mitsingen.

          Edit: ich finde es im Übrigen auch selten einfallslos, eine Mannschaft zu schmähen, die gar nicht anwesend ist. Das Absingen von „Scheiß St. Pauli“ beim Spiel gegen Schalke ist genauso sinnentleert wie die Volkspark Bastards oder Scheiss-HSV, wenn man gegen Paderborn spielt. Einfach zu viel der Ehre.

          • Froschwein sagte am :

            Schön, dass wir wieder zusammengefunden haben… sehe es sehr ähnlich, muss aber gestehen, dass ich die Umtextung noch gar nicht kannte. Fand es auch immer merkwürdig, wenn über die Rostocker/Stellinger die ein „Scheiß St.Paulis“ bei Spielen gegen Dritte angestimmt haben, hergezogen wurde, nur um dann ein paar Sekunden später von den Volkspark Bastards zu singen.

            Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber der HSV ist für mich allein aufgrund seiner Fans solch ein rotes Tuch. Und ich meine gar nicht den rechten Kern, der ist sowieso jenseits von Gut und Böse. Ich meine den klassischen Durchschnittsfan… Tendenziell habe ich in den letzten 10 Jahren immer und immer wieder feststellen müssen, dass das Idioten-Sympathen-Verhältnis genau spiegelverkehrt zum Millerntor ist (was natürlich auch bedeutet, dass es aufgrund der großen Anzahl eine ganze Menge sympathischer Stellinger gibt). Und genau diesen Deppen wünsche ich so viele Niederlagen wie möglich, egal in welcher Liga sich der magische FC gerade aufhält. Der Verein selber und die Spieler sind mir vollkommen egal, bzw teilweise (von Ausnahmen *hust* Jarolim *hust* abgesehen) sogar recht sympathisch (Ruuuuud).

            Ich bin übrigens schon lange Werder-Sympathisant, kann also nicht behauptet, dass sie mir egal wären. Und Hannover? Naja, Hannover ist halt Hannover… die graueste aller deutschen Großstädte…hihi

            • Fand es auch immer merkwürdig, wenn über die Rostocker/Stellinger die ein „Scheiß St.Paulis“ bei Spielen gegen Dritte angestimmt haben, hergezogen wurde, nur um dann ein paar Sekunden später von den Volkspark Bastards zu singen
              Eben aus diesem Grund verweigere ich mich dieser Zeile auch konsequent, obwohl ich das Lied ja ansonsten sehr mag, nicht umsonst heißt ja dieses Blog…

              Meinen Sie den Durchschnittsfan, dem außer dem sportlichen Standing alles egal ist? Wie sein Stadion heißt, von dem die Ecken präsentiert werden, hauptsache, er hat einen schicken Platz? Den Durchschnittsfan, dem Aktionen gegen Sexismus und Homophobie im Stadion einfach zu politisch sind, weil das ja auch nix mit Fußball zu tun hat? Dem Durchschnittsfan, der einem eigenen Spieler eine Flasche an den Kopf schmeisst oder ihn auch mal rassistisch beleidigt und sich nichts dabei denkt?

              Ich glaube, die hat jeder Verein. Sie sehen, es gelingt Ihnen nicht -außer der geographischen Lage- mir diesen Verein so wirklich interessant zu reden.😉

              • Froschwein sagte am :

                Meinen Sie den Durchschnittsfan[…]
                Jein. Ich meine einen speziellen Typ Mensch, der mir mit seinem gesamten Weltbild höchst zuwider und gerade beim HSV sehr häufig zu finden ist.

                Es ging mir ja auch nicht darum Ihr Interesse zu wecken, ich beschreibe nur meine höchst subjektiven (und ja, teilweise unfairen) Gründe für meine HSV-Abneigung. Dass andere Vereine (wenn auch selten in dieser Anzahl) ein ähnliches Publikum haben, ist klar, betrifft mich aber nur am Rande, da ich mich eher weniger mit Schalkern/Kölner/Frankfurtern/etc im Alltag auseinander setzen muss.😉

                • Naja, ich hätte da noch die Eintracht in unmittelbarer Nähe *hüstel*

                  Gegen Abneigung ist ja auch nichts zu sagen, dass war ein reines Scheinfechten, Herr froschwein, aber wem sag ich das, Sie wissen das.

                  Es ist, wie es ist. So wie es vor dem Wochenende war, hätte es auch bleiben können, aber da wurde ein Rahmen gesprengt.

                  Ich hatte bei kleinertod im Blog schon geschrieben, dass ich meine Karte zurückgeben werde, wenn dieser Vorfall dazu führen sollte, dass das Hinspiel im Stadion an der MVA stattfinden wird.

  18. Froschwein sagte am :

    *Platz schaff*

    Ja, soweit ich es beurteilen kann, hat die Eintracht ein ähnliches Human-Potential wie die Stellinger…

    Für mich wurde am frühen Sonntag am Altonaer Bahnhof kein Rahmen gesprengt, es ist nur ein weiteres (wenn auch etwas größeres) Mosaiksteinchen im düsteren Gesamtbild, was aber natürlich nicht bedeutet, dass solche Taten auf die gute alttestamentarische Art und Weise zurückgezahlt werden sollten, frei nach dem Motto: Feuer mit Feuer bekämpfen. Schön wäre eine Reaktion wie damals als Mister Tier-im-Tor Thomforde (irgendwie ziehen unsere Keeper die Schläger an…) und weitere St.Paulianer auf dem Stuttgarter (?) Bahnhof was abgekriegt hat: Damals stürmten ein paar Tage später diverse vermummte St.Paulianer das Stellinger Trainingsgelände in Norderstedt… und verteilten dort statt ein paar saftiger Ohrfeigen leckere Schokoladen-Weinachtsmänner…😀

    Ich bin mal so frei und gehe jede Wette ein, dass dieses Spiel nicht in der Imtech-Arena (by the way… klingt Imtech-Arena nicht nochviel schlimmer als Müllverbrennungsanlage bzw MVA?😀 ) stattfinden wird. Die Polizei scheint es zum Glück ähnlich zu sehen…. Also, wie sieht Ihr Einsatz aus?😉

    • Naja, zu zwanzigst auf ein Grüppchen aus Jugendlichen und älteren Leuten ist schon noch so ein bißchen was obendrauf. Wie auch immer, nun ist der Zug in Fahrt.

      Ich merke mir keine neuen Stadion-Namen mehr. In meinem Alter muss man mit Hirnfestplattenkapazitäten haushalten.
      Ich habe erst kürzlich einen Kasten Astra (schließlich ersetzt durch einen kleinen schottischen Single Malt) an Herrn tobybaier verloren, ich weiss nicht, ob ich emotional schon bereit bin für die nächste Niederlage.🙂

      Andererseits… hmmmmm—-

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