Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Derby vs. HSV wirft Schatten voraus: Euro-Grab Imtech-Arena

Da sind sie nun, die Preise fürs Derby

Preise:
Stehplatz (Block 14 A) 20,00 Euro
Sitzplatz (Block 13 C, 14 C) 38,00 Euro
Sitzplatz (Block 13 A und B) 51,00 Euro
Sitzplatz (Block 15 C) 59,00 Euro
Sitzplatz (Block 16 B) 88,00 Euro
Rollstuhlfahrer 15,00 Euro

Die Karten verteilen sich laut FC St. Pauli wie folgt:

Wir haben vom HSV 1.100 Stehplätze und rund 4.600 Sitzplätze erhalten. Der Fanladen erhält 500 Steh- sowie 1.700 Sitzplätze. Somit verbleiben im Kartencenter 600 Steh- und 2.900 Sitzplätze. Von der Anzahl Stehplätze sind nochmals knapp 250 Karten für die Inhaber einer Auswärtsdauerkarte vorgesehen. Für den Verkauf stehen also rund 350 Steh – sowie knapp 2.900 Sitzplätze zur Verfügung.

Jetzt bin ich zwar glücklicher Besitzer einer Auswärtsdauerkarte und habe meinen Stehplatz sicher, aber ich habe mich entschlossen -und das nicht nur wegen der Preise, aber jetzt erst recht- meine Karte nicht zu nutzen. Gehe nicht in den Volkspark, löse nicht 20 Euro ein, sondern begebe mich ins Clubheim und schaue mir das Spektakel dort an.

Diese Derby-Preise mit Top-Zuschlag sind eine Frechheit, erinnern mich stark an die sehr gute Aktion „Kein Zwanni für nen Steher“ anlässlich des Derbys BVB vs. Schalke, die mittlerweile begrüßenswerterweise Nachahmer gefunden hat. Mehr dazu hier.

Nun frage ich mich, ob es nicht eigentlich gerade anlässlich des Derbys mit seiner medienlastigen Ausrichtung und das in Verbindung mit den Antikommerz-Bestrebungen der Fanszene des FC Sankt Pauli eine gute Gelegenheit wäre, ebenfalls ein Zeichen zu setzen, nämlich keine oder nur wenige Karten abzunehmen, um deutlich zu machen, dass wir diesen Schritt Richtung Ende der vielbeschworenen Fankultur eben nicht mitgehen. Zum Ersten wäre es sehr auffällig, wenn gerade vom FC Sankt Pauli, der bekannt für seine großen Auswärtsmobs ist, nur eine geringe Anzahl Fans im Volkspark auftauchen würde, zum Zweiten könnte man mit dem Geld, was man sparen würde, Projekte wie Fanräume oder Viva con Agua oder die Hamburger Tafel oder was auch immer unterstützen (wo das Geld besser angelegt wäre) und gleichzeitig ein Zeichen setzen. Nie war die Möglichkeit, sich medienwirksam so preiswert in Szene zu setzen, so günstig.

Reines Rechenexempel: Stehplatz- und Sitzplatzkarten zusammen = ca. 5.700. Davon ausgehend, dass die überteuerten Sitzplatzkarten sich ohnehin nicht alle werden leisten können, setzen wir mal einfach den Stehplatzkartenpreis an. 20 x 5.700 Euro = 114.000 Euro. Wenn also jeder, statt eine Karte für 20 Euro zu kaufen, die Hälfte an ein Projekt spendet und die andere Hälfte entweder beim Public Viewing oder in einer Sky Kneipe oder daheim vor Stream in Liquides investiert, wären das 57.000 Euro für einen guten Zweck. Und nicht in den Rachen der HSV-Abzocker geworfen.

Natürlich werden das nicht alle machen wollen. Der Irrglaube, dass die Mannschaft uns braucht und ohne unsere „Hilfe“ da nichts zustande bringt, hält sich hartnäckig. Aber wäre dem so, müssten wir in Anbetracht des unfassbar großen Auswärtssupports, den die Truppe hat, bereits mehrfacher Deutscher Meister sein. Sind wir aber nicht. Das lässt den Schluss zu, dass wir hier von Profis reden, die auf einem Fußballfeld Ball spielen und ihren Job kennen, ob wir nun dabei sind oder nicht.

Ich denke auch, dass von den Spielern und vom Verein, der sich der Tatsache bewusst ist, dass sehr, sehr viele Fans sich die Tickets für „ihren“ FC Sankt Pauli vom Munde absparen, diese Preise einfach nicht zahlen können. Gerade für diese Fans, die eher einen Monat von Ravioli in Dosen leben, als am Verein zu sparen, wäre eine Aktion gegen die Top-Zuschläge wichtig. Und nun hat der FC Sankt Pauli -ob man es nun hören will oder nicht- den Status des schillernden Vereins in der Liga, der immer für eine Überraschung gut ist. Dann sollte man das nutzen, dass bei uns besonders hingesehen wird. Ich denke schon, dass ein Schwenk auf eine ungewohnt leere Gästekurve ausgerechnet beim Derby schon eine Botschaft hinterlassen würde. Und gerade von unserer aktivsten Fanszene würde ich da eine Aktion erwarten, eine Demonstration, dass ihre Bemühungen um einen Erhalt der Fankultur und der Kampf gegen den Kommerz nicht gerade da aufhört, wo es ihnen selber weh tut, nämlich am Verzicht auf ein Derby. Das wäre das, was in einer schönen Welt passieren würde. Was es wohl aber nicht wird, denn der Drang, dorthin zu fahren, wird stärker sein als viele Ideale.

Ich werde jedenfalls meine Karte weder nutzen noch sie verkaufen, weder zum Originalpreis noch zum horrenden Wucherpreis. Ich werde das Spiel im Clubheim ansehen und wenn wir in der Teuer-Arena am Ende noch gewinnen, werde ich mir genußvoll eine Zigarette mit dem Ticket anzünden. Sicher ist das mein Schaden, ich muss die Karte ja bezahlen, sonst ist meine ADK weg, aber ich muss da nicht hin. Das bisschen, was ich für meine Prinzipien tun kann, trotz bezahlter Karte, ist den Platz nicht zu besetzen und darüber hinaus 10 Euro an Fanräume zu überweisen. Jetzt gleich.

Mein Boykott wird nicht auffallen, das ist mir schon klar, aber ich muss mir auch im Spiegel ins Gesicht sehen können und das könnte ich nicht, wenn ich trotz aller Proteste und auf Fahnen vorangetragener Ideale dort auflaufe. So einfach ist das.

Wie sehen Sie das?

Auch Stpauli.nu hat sich Gedanken drüber gemacht. Hier.
Und momorulez ebenfalls. Hier.

Edit: Die Stehplatzpreise sind aufgrund des enthaltenen HVV-Tickets in der Tat noch als vertretbar zu werten, wenn man vergleichsweise von einem Ticket für unsere Nord plus HVV Ticket ausgeht.
Die Sitzplatzpreise -jenseits der 35 Euro- sind aber nichtsdestoweniger inakzeptabel. Auch wir haben Sitzplatzpreise von 35 Euro auf der Süd, aber auch diesen Preis würde ich nicht bezahlen.
Aber dieses Gefühl teilen wir nicht nur mit vielen HSVlern. Bleiben dennoch diverse emotionale Momente, die mich von einem Besuch des Wieauchimmeresgeradeheißt-Volksparkstadions abhalten.

Die Ruhrpottpiratten sehen das Ticketproblem so.

Edit:

Vielleicht tatsächlich ein Public Viewing am Millerntor?

Und auch im Forum eine Meinung, die keine Einzelmeinung ist.

Naja, so ganz allein scheine ich ja aktuell auch nicht zu sein…

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63 Gedanken zu „Derby vs. HSV wirft Schatten voraus: Euro-Grab Imtech-Arena

  1. Pingback: HSV-FCSP: Teure Karten und nur schriftliche Bestellung der Tickets » St. Pauli News & Social Club

  2. Alleine wirst Du nicht sein🙂 Ich werde keinen Finger krumm machen eine Karte zu bekommen und die Idee das Eintrittsgeld zu spenden ist gar nicht schlecht. Vielleicht komm‘ ich dazu sogar extra nach Hamburg – ansonsten Berlin, Oberbaumeck😀

    • Ich komm auch dennoch nach Hamburg, das gemeinsame Viewing werde ich mir nicht entgehen lassen🙂

      Überweisung ist raus und males me feel good.
      Verwendungszweck: „Lieber nen Zehner für Fanräume“

  3. Verkauften Sie allerdings die Karte überteuert, wäre das für die Sache (also für den guten Zweck, für den Sie mehr Geld spenden könnten) sehr vorteilhaft.

  4. Ihr Weg aus der moralischen Zwickmühle: Ihre Karte ist ja schon bezahlt. Wenn die dann verkauft und verspendet wird, ist das noch umlenken der Geldströme zum richtigen Empfänger.

  5. Sehr gute Idee.

    Ich werde mich definitiv nicht um ein Ticket für den Volkspark bemühen.
    Auch das gemeinsame Viewing in Sonstwo klingt prima. Zumal, wenn man das ganze noch mit einer so sinnvollen Aussage verknüpfen kann!

  6. Pingback: Tweets that mention Derby vs. HSV wirft Schatten voraus: Euro-Grab Imtech-Arena « Fabulous Sankt Pauli -- Topsy.com

  7. Pingback: St. Pauli Tickets tauschen und für den Fanladen/Fanräume/Viva Con Agua spenden » St. Pauli News & Social Club

  8. Da sind sogar wir uns mal einig😀 … ich fahr da auch nicht hin.

  9. Pingback: Ich schließe mich dem an … « Metalust & Subdiskurse Reloaded

  10. Aber mit Sicherheit!!!

  11. Pingback: Terminierung Spieltage 18 bis 22 – samt Derby gegen den HSV « KleinerTods FC St. Pauli Blog

  12. Gute Idee. Ich bin noch unschlüssig – ein Public Viewing im Millerntor-Stadion wäre aber definitiv die schönste Lösung.

  13. Gabi sagte am :

    genauso werds ich auch machen …. und wenn das mit der versteigerung klappt würd ich mich gerne anschließen, denn als nichtraucher würds mir doch recht schwer fallen mir mit dem ticket ne zigarette anzuzünden😉

  14. Dave sagte am :

    Eine Versteigerung eines Tickets halte ich für so ziemlich das mieseste, was man sich in dem Zusammenhang vorstellen kann. Und dabei ist es völlig egal, ob das Geld in die eigene Tasche fließt oder an wohltätige Zwecke. Und natürlich ist beides gleichermaßen strafbar. St. Pauli bekämpft den Schwarzmarkt zwar leider nicht so intensiv wie der HSV, aber in dem Fall fühlt sich ja vielleicht unsere Rechtsabteilung zuständig. Und als kleiner Hinweis, selbige hat beim Bayern-Spiel vor ein paar Wochen (war preistechnisch übrigens noch ne Ecke höher angesiedelt) über 500 Ebayer platzen lassen.

    Würde ein HSVer mit Auswärtsdauerkarte so eine Nummer abziehen, dann würde ich den persönlich anzeigen.

    • Ich sehe nicht, dass das egal ist, ob man das für die eigene Tasche tut oder für einen wohltätigen Zweck ohne sich selbst bereichern zu wollen, aber selbstverständlich frage ich das vorher an geeigneter Stelle nach bzw. habe das getan und warte noch auf Antwort. Aber danke für den Hinweis, dann schreibe ich den HSV respektive Ihre Rechtsabteilung doch direkt auch noch mal an.

      Sie sind aber nicht sehr gut informiert über die Bestrebungen St. Paulis (Verein UND Fans), was den Schwarzmarkt angeht, leider können Sie den neuesten Beitrag zum Thema Schwarzmarkt in unserer „Flimmerkiste“ ja nicht sehen, aber seien Sie versichert, dass gerade ich einer der motiviertesten Kämpfer gegen den Schwarzmarkt bin, das hat mich schon den einen oder anderen Euro gekostet, mal Ebayer „platzen“ zu lassen.

      • Dave sagte am :

        Zwei unterschiedliche Themen.

        1. Eine Auswärtsdauerkarte ist ein schönes Privileg, welches treue Fans, die ihren Verein eben die gesamte Saison begleiten, mit Recht genießen. Man sollte sich aber bewusst sein, dass dies auf Kosten des Kontingents für normale Fans geht. Es klingt für mich halt schon nach Verhöhnung all derer, die keine Karte bekommen, wenn man seine vernichtet oder versteigert. Alles andere als die Karte dem Verein für den normalen Verkauf zu überlassen, wenn man das Spiel nicht besuchen will, ist meiner Meinung nach moralisch nicht vertretbar. Rechtlich sowieso nicht.

        2. Gegen Schwarzmarkt: Bin ich nicht uninformiert, habe zB die sehr gelungene Aktion gegen LEV vor Ort bewundert. Aber der Verein tut definitiv zu wenig. Die Möglichkeit, sich für 1 € aus der Dauerkarte ein Papierticket zu machen, ist zwar superpraktisch, aber auch eine maximale Einladung für Mißbrauch. Und bezüglich des wichtigsten Instrument gegen Schwarzhändler, nämlich das möglichst flächendeckende Verklagen der Ebay-Schweine habe ich bei St. Pauli noch nichts gehört.

        • 1. Die Auswärtskarte ist nicht nur ein Privileg, sondern in diesem Fall ein Muß. Nämlich ein Abnahmemuß. Und ob ich mich selbst mit dieser Karte ins Stadion stelle oder beschließe, dass ich die Karte auch niemand anderem zur Nutzung überlasse, ist schlußendlich meine Entscheidung. Auf jeden Fall unterstütze ich schon per Zwangsabnahme den teuren Ticketpreis (von den exorbitanten Sitzplatzpreisen mal ganz abgesehen, die sind ja nun völlig abgehoben)
          Und trotz Auswärtsdauerkarte bin ich ebenso normaler Fan wie alle anderen, das nur nebenbei. Für dieses „Privileg“ nehme ich Fahrten zu Heimspielen von 600 km einfach auf mich, das ist der Aufwand fürs Privileg.
          Für Sie mag das moralisch nicht vertretbar sein, aber für mich ist es moralisch nicht vertretbar, das Preisgebahren zu unterstützen und ich würde stattdessen lieber Einrichtungen unterstützen, die etwas bedürftiger sind als der HSV. Und zwar genau mit dem Geld aus dieser Karte. Es werden genügend Karten auf ebay, viagogo und seatwave am Start sein, um die sich Ihre Rechtsabteilung zu Recht wird kümmern können, da bin ich sicher. Auch aus Ihren eigenen Reihen.

          2. Gehen Sie mal auf fcstpauli.tv , registieren sich kostenlos und suchen das Video Sven Brux zum Schwarzhandel. Tut nicht weh, kostet kein Geld und ist vielleicht auch für Sie interessant.

          3. Habe dann auch jetzt Ihren Verein angeschrieben und warte mal auf Antwort.

    • Ich denke unter den gegebenen Umständen (und da Frau Jekylla ja – wie sie ja auch selbst schreibt – das nur in Absprache mit dem Verein machen würde) ist das deutlich anders zu bewerten, als normalerweise.

      In den entsprechenden Zusammenhang gerückt ist es hier ja genau KEINE Versteigerung mit dem Zweck der eigenen Bereicherung, sondern eben eine quasi politisch motivierte.

      • Ich glaube, Herr Dave hat nur Versteigerung gelesen und sofort ist ihm der Hals geplatzt. Sehe ja ein, dass das ein kritisches Wort ist, aber vielleicht versteht er Ihre Erklärung ja besser🙂

        • Dave sagte am :

          Nein, leider nicht.

          Rechtlich ändert es wiegesagt gar nix. Wenn Sie eine Bank überfallen und das Geld dann an Brot für die Welt spenden, bleibt das weiter eine Straftat.

          Den moralischen Aspekt lasse ich mal außen vor, um mein Gastrecht in diesem Blog nicht überzustrapazieren. „Absprache mit dem Verein“ etc. ist sowieso hinfällig, mal davon abgesehen, dass niemand vom FC St. Pauli und erst recht nicht vom HSV hier eine wie auch immer geartete Legitimation geben kann und wird. Das ganze wäre lediglich eine Beschäftigungstherapie für die Rechtsabteilungen der beiden Vereine und die Rechtsschutzversicherung der Initiatorin.

          • Sie können hier gern strapazieren, auch moralisch, hier gibt es Zensur nur wie im richtigen Leben bei rassistischen, sexistischen, homophoben oder Anwürfen unterhalb der Gürtellinie, also feel free.

            Die Rechtsabteilungen dürfen sich ja deswegen schon im Vorfeld mit dem Thema beschäftigen, ganz so blauäugig, wie Sie mich offensichtlich einschätzen, bin ich dann doch nicht. Aber in der Tat sehr gut rechtsschutzversichert😉

            Die Moral, lieber Herr Dave, hört bei Top-Zuschlags-Ticketpreisen wie die Ihres Vereins bei mir auch auf, um beim Thema zu bleiben. Der HSV ist nicht der einzige Verein, wie man weiß, aber nun mal gerade der, für den ich eine Karte hätte, weil mein Verein dort spielt.

            Ich muss die Karte auch nicht verkaufen, ich habe dennoch an Fanräume gespendet, und insgesamt war das eine Idee, um wenigstens aus diesem unappetitlichen Thema noch was Positives rauszuholen.

            Und nebenbei: Sie wissen schon, dass auch der HSV bisher keine Auktionen bei viagogo und Seatwave dauerhaft hat verbieten können?
            Warum wohl nicht?

            P.S.: Sie können gerne einen neuen Strang unten aufmachen, ich finde Sie schon. Hier könnte es in Kürze etwas eng werden.

  15. ich stimme, wie so häufig, vollkommen zu. Bei uns läuft die Aktion unter: kein Geld nach Mordor!
    Aber das ist kein Problem vom Nachbarn aus Stellingen alleine, mir stossen die überteuerten Auswärtstickets auch bei anderen Vereinen auf…

    • Yep, deswegen fand ich die BVB-Aktion anlässlich ihres Derbys auch gut.
      Und der Nachbar aus St. Ellingen betrifft mich jetzt halt auch persönlich. Meine Schmerzgrenze ist überschritten, das ist alles. Bisher war Kölle mit 17,50 der Spitzenreiter, aber da hab ich wenigstens noch rund ums Spiel Spaß, das kann ich von St. Ellingen nicht behaupten. Das Hinspiel hat mir gereicht, was das betrifft.

  16. Dave sagte am :

    „Für Sie mag das moralisch nicht vertretbar sein, aber für mich ist es moralisch nicht vertretbar, das Preisgebahren zu unterstützen und ich würde stattdessen lieber Einrichtungen unterstützen, die etwas bedürftiger sind als der HSV. Und zwar genau mit dem Geld aus dieser Karte. “

    Letztlich unterstützen nicht Sie damit „Einrichtungen, die etwas bedürftiger sind als der HSV“, sondern genau der von Ihnen kritisierte HSV. Dieser verkauft Ihnen nämlich eine Stehplatzkarte deutlich unter dem Marktwert, so dass mit einer Versteigerung überhaupt ein Mehrwert erzielt werden kann.

    Bei der ganzen (unberechtigten) Kritik an den Eintrittspreisen wird leider vergessen, dass diese ohnehin weit unter dem „Straßenwert“ liegen. Dass Sie so entsetzt über die Preise sind, liegt daran, dass Sie sonst nie den Topspielzuschlag zahlen müssen, im Falle des Stadtderbies aber halt bei 17 Spielen dann doch einmal. Als HSVer musste ich auswärts schon bis zu 70 Euro im Gästeblock bezahlen und beim Vergleich von den Preisen, die wir zB in Dortmund zahlen müssen und die Sie bezahlen müssen, da kommen Ihnen die Tränen aus Mitleid mit den armen HSVern…

    • „Letztlich unterstützen nicht Sie damit „Einrichtungen, die etwas bedürftiger sind als der HSV“, sondern genau der von Ihnen kritisierte HSV. Dieser verkauft Ihnen nämlich eine Stehplatzkarte deutlich unter dem Marktwert, so dass mit einer Versteigerung überhaupt ein Mehrwert erzielt werden kann.“

      Na das wäre doch mal was durchweg Sympathisches vom HSV. Und total selbstlos. Ok, zuviel verlangt, sehe ich ein😉

      Ich fand -wie erwähnt- auch die Preise gegen Köln mit 17,50 sehr grenzwertig, meine persönliche Schmerzgrenze ist eben überschritten.
      Unberechtigte Kritik an den Eintrittspreisen? Wieso hat eigentlich der FC Sankt Pauli beim Hinspiel die Gästekarten zum regulären Preis abgegeben? War das kein Topspiel?

      Wenn Sie und Ihre Mitfans diese Preisentwicklungen so klaglos hinnehmen, ist das eine Sache, wenn es Fans anderer Vereine nicht tun, eben eine andere. Aber HSv-Fans finden sich ja mit vielem ab. Außer mit einem mittleren Tabellenplatz😉

      • Dave sagte am :

        Kein Topspielzuschlag und dann auch noch paar 100 Leute gratis reingelassen, weil man bei den Ordnern sparen wollte, ich bin gerührt😀 Hat sich dann aber dadurch ausgeglichen, dass viele HSVer die äußerst ambitionierten BS erworben haben und dies das bisher einzige ausverkaufte Heimspiel in dieser Saison wurde.

        Aber zur Sache: Die Preispolitik von St. Pauli kann und will ich nicht kommentieren, hat mit diesem Thema aber eigentlich auch nichts zu tun.

        • Autsch, das Thema „Leute reinlassen“ will ich aber auch nicht ausweiten, sonst müsste ich Sie ja nochmal mit diesen unschönen Bildern des Blocksturms, publiziert von einem HSV-Blogger, konfrontieren….

          Das einzig ausverkaufte Heimspiel der Saison? Wo haben Sie das denn her?😀

          Die Preispolitik von St. Pauli hat insofern was damit zu tun, dass Sie den Top-Zuschlag ja u.a. damit rechtfertigen, dass „alle“ es machen. Nö, eben nicht. Das war der Punkt.

          • Dave sagte am :

            Sie erinnern sich bestimmt, dass ich bei den Vorkommnissen das Derbyhinspiel betreffend, mit Ihnen völlig auf einer Wellenlänge lag und die Äußerungen der bekannten HSV-Blogger entsprechend kommentiert habe. Und ein😀 war ja oben in meinem Beitrag auch dabei.

            Dass nur das HSV-Spiel ausverkauft war, entnehmen sie den offiziellen Zuschauerzahlen im Vergleich zur Stadionkapazität. Kaiserslautern weiß ich allerdings nicht, also konkretisiere ich sicherheitshalber auf „bis zum Kaiserslautern-Spiel“.

    • P.S.: Ich könnt es ja auch verlosen. Weg vom Schwarzmarkthandel. Lospreis für guten Zweck.
      Von Verlosungsverbot sehe ich nichts in den AGB, machen ja auch viele Firmen, Zeitungen etc.

      P.P.S.: Ich finds übrigens gut, dass Sie hier mitdiskutieren, andere Blickwinkel haben noch nie geschadet, selbst wenn sie nichts ändern sollten.

      • Dave sagte am :

        Mmmh, verlosen, das ist ja für die Anwälte gleich ein noch viel spannenderes Thema, da ist dann der juristische Counterpart aber wohl nicht mehr der HSV, sondern die Stadt Hamburg bzw. die BRD. Sind Sie sicher, dass ihre Rechtsschutzversicherung hier auch nicht mitliest😀

        Das war es dann von meiner Seite, ich wollte eigentlich eh nur die Blogbetreiberin darauf hinweisen, dass ich Leute, die mit HSV-Eintrittskarten Schindluder treiben, gerne einer rechtlichen Überprüfung zugeführt sehe. Das gehört sich einfach, wenn man ansonsten gerne in diesem Blog seinen Horizont erweitert.

        • Und ich verstehe unter „Schindluder“ nach wie vor etwas ganz anderes, Stichwort „persönliche Bereicherung“, in diesem Punkt bin ich mehr als bei Ihnen.

          Ansonsten danke für die Beteiligung😉

  17. @Dave
    Natürlich erinnere mich an Ihre Positionierung anlässlich des Hinspiels, fand ich auch sehr gut.

    Bei dem Thema hier habe ich ja die emotionalen Momente fast gänzlich unberücksichtigt gelassen. Dass ich genauso wie beim Hinspiel befürchte, dass es wieder beidseitig Spacken geben wird, die das als Plattform für ihre Animositäten nutzen und es wieder zu Randalen verschiedener Art kommen wird. Zwischen diese Reihen zu geraten, schmälert meine Bereitschaft, dafür auch noch ein Heidengeld auszugeben, auch noch weiter. Das nur nebenbei.

    Edit:
    Zum Thema Verlosung:

    Das heißt private Personen können grundsätzlich keine kostenpflichtigen Glücks- oder Gewinnspiele veranstalten. Genehmigungen können unter ganz engen Voraussetzungen erteilt werden, wenn die Erreichung eines gemeinnützigen Zwecks im Vordergrund der Veranstaltung steht und der Reinertrag aus dem Gewinnspiel gemeinnützigen Zwecken zukommt.
    Quelle: rechtmit. blogspot.com

    Dann erkundige ich mal nach den Genehmigungsvoraussetzungen😉

  18. 1100/4600 Gesamt
    500/1700 im Fanladen
    600/2900 im Kartenzentum
    ZITAT „Der Kartenverkauf für unser Gastspiel beim HSV in der Imtech Arena (06.02.11, Anpfiff 15:30 Uhr) wird eine besondere Herausforderung. Die Karten werden – anders als bei unseren sonstigen Auswärtsspielen – WIE UNTEN BESPROCHEN vergeben.“
    Weiterlesen hier : http://www.fcstpauli.com/magazin/artikel.php?artikel=8008&type=2&menuid=57&topmenu=112
    Schlimm. Nachdenken.
    Ich gebe meine Karte übrigens nicht her. In diesem Sinne…

    • Helfen Sie mir mal auf die Sprünge.
      Wegen des zu erwartenden Interesses an den Karten auch der Klientel, die „sonst nie da ist“, will man den Erwerb strikt auf Mitglieder begrenzen? Schlimm? Nö. Vielleicht fällt dann auch die Lokalisierung der im Internet sicher zum Erwerb auftauchenden Karten leichter?
      Schlimm? Nö.
      Kann Ihnen nicht ganz folgen und Ihre Karte möchte ich genausowenig wie meine😉

      Braunweiße Grüße, in ähnlichem Sinne.

  19. Aquii sagte am :

    Es geht nicht, das Sie ihre Karte meistbietend verkaufen, womit wollen Sie sich die Zigarette nach dem Spiel anzünden? Oder mutieren Sie dann gar zu Nichtraucherin?😉

  20. Update: Eine sehr nette, nicht automatisierte, ausführliche Mail vom HSV erhalten, ich war äußerst angetan, dass mein Anliegen in dieser Form ernst genommen wurde. Gebe ehrlich zu, dass ich damit nicht gerechnet habe. Thumbs up.

    Also eine Versteigerung über eine Auktionsplattform kollidiert -wie bekannt- mit den AGB und ist somit ausgeschlossen. Habe allerdings eine Alternatividee entwickelt und warte diesbezüglich noch auf Antwort. Hintertürchen gibt es nicht nur im Adventskalender🙂

    Update 2: Aber nicht beim HSV, leider. Die Idee war zwar gut, aber geht auch nicht. Also werde ich die Karte verkaufen (zum Normalpreis, versteht sich, ohne den erlaubten 10% Aufschlag) und das dann eben an Viva con Agua spenden. An Fanräume habe ich ja schon.

  21. Pingback: #fcsp …vor dem Spiel bei Bayern München – Tra$htalk – Sievers2010 & der Ivo Knoflicek-Gedächtnis-Pass « Quotenrock by QuoteniRud.us

  22. Hm,
    Auswärts in München kostet das Ticket 35 Euro.
    Wird das Ticket auch versteigert?
    Immerhin sind das noch mal 75% mehr als bei uns im Volksparkstadion. Das geht doch nun wirklich nicht.

    Nebenbei: Sie dürfen mit der Karte für unser Stadion auch im HVV Gesamtbereich zum und vom Stadion zurück fahren. Ich bin mal grosszügig und kaufe eine Tageskarte, damit kommt man locker aus. Also rechne ich 6.50 Euro runter. Schon kostet das Ticket nur noch 13.50. Finde ich dann soweit ok, zumal das Ticket in ihrem Stadion diesen Service nicht bietet.

    Ich nehme ihnen die Nummer nicht ab, tut mir leid.

    • Mein Auswärtsticket Stehplatz München hat 16 Euro gekostet.

      Da ich weder zum Stadion noch zurück mit dem HVV fahren würde, wenn ich denn führe, bringt mir eine Tageskarte nichts. Mir persönlich jedenfalls nicht. Und wenn, dann selbstverständlich auf einer spottbilligen Gruppenkarte, dann hat sich die Relativierung pro Nase auch wieder zurückrelativiert😉
      Von denen fährt aber auch keiner.

      Ich erwähnte bereits oben im Text im Edit -falls es Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit entgangen ist- dass die beinhaltete HVV-Karte den Preis des Stehers relativiert, nicht jedoch die billigsten (!) Sitzplätze ab 38 Euro.

      Was Sie mir abnehmen oder nicht, ist selbstverständlich Ihre Sache und muss Ihnen mitnichten leid tun.

      Fakt ist: die Karte wird von mir nicht genutzt, verkauft gegen Spende an gemeinnützige Organisation und geschaut wird das Ganze vorzugsweise im Rahmen eines Public Viewing. Bei effektiv 350 noch nicht verteilten Stehplatzkarten dürfte klar sein, wer vor der Entscheidung „Sitzen oder wegbleiben“ stehen dürfte. Viele.

      Neben den finanziellen Aspekten -die durchaus auch bei Anhängern Ihres Vereins in der Kritik stehen, wenn man dem offziellen Forum trauen kann- kommen bei mir auch noch ein paar emotionale Aspekte dazu. Auch noch Geld dafür zu bezahlen, dass man froh ist, wenn man heil wieder zurückkommt, entspricht nicht meinem Anforderungsprofil für eine gelungene Auswärtsfahrt. Die Ereignisse beim Hinspiel reichen mir fürs Rückspiel gleich mit. Thank you, but NO, thank you.

  23. Danke, das wollte ich lesen.

  24. Piet sagte am :

    Schöner Beitrag. Aus unserer Bezugsgruppe fährt übrigens auch niemand in die Vorstadt; genau genommen kenne ich derzeit niemanden, der hinfahren würde.🙂

  25. gegengeradefan sagte am :

    Da haben Sie mal wieder mit einem Beitrag den Nerv der Zeit getroffen. Ich bin von Ihrer Disziplin und Prinzipientreue wie immer sehr beeindruckt. Auch die gemachten Vorschläge klingen gut. Ich muss jedoch gestehen, dass ich nicht ganz so Willensstark bin wie Sie und immer noch mit einer Entscheidung bzgl. des Derbys hadere. Zumindest habe ich mich noch nicht für einen Kauf der Karte entschieden😉

    Hoffentlich hat der Verein erbarmen und verkündet ein public viewing im Stadion. Das wäre dann ein durchaus mehr als akzeptabler Ausgleich.

    • Die Disziplin und Prinzipientreue wird mir etwas leichter gemacht durch die Usprungsvorbehalte, die ich fürs Rückspiel hatte. Hätte mich aber wahrscheinlich von einer willigen Bezugsgruppe bequatschen lassen. Aber als ich die Preise gesehen habe, die wahrscheinlich aufgrund der wenigen Stehplätze die meisten werden/würden bezahlen müssen (was sie auch könnten, aber nicht wollen), war das spätestens klar.

      Das Public Viewing wird offenbar schon beim Verein diskutiert, es wäre meines Erachtens nach eine hervorragende Entscheidung, entweder bin ich dann dort oder woanders, auf jeden Fall nicht da.
      Meine Auswärtsfahrt endet dann ausnahmsweise mal da, wo meine Heimspielfahrten sonst enden, wäre doch was🙂

      Sie haben ja noch Zeit mit der Entscheidung. Es sollte jeder das tun, wobei er sich am Besten fühlt, ganz klar.

  26. Giuseppe sagte am :

    I don’t go to Imtech! No way!!!

  27. Mike sagte am :

    Ich spinn jetzt mal: Wie wäre es eigentlich, wenn jeder, der zum Public Viewing geht, einfach zwei, fünf oder zehn Euro für „Fanräume oder Viva con Agua oder die Hamburger Tafel“ spenden würde? Im Volkspark sollen ja 25 000 Zuschauer gewesen sein. Wenn man mal von der Hälfte am Millerntor ausgeht, dann käme einiges zusammen.

    Wäre eigentlich ganz lustig, wenn mehr Zuschauer beim PV wären als im Volkspark und das auch noch für einen guten Zweck😉

    • Auf sowas spekuliere ich ja auch. Ich spekulier mal weiter mit: wenn es ein Public Viewing geben wird -wovon ich eigentlich ausgehe- werden da wahrscheinlich wirklich mehr St. Pauli Fans als im Stadion an der Müllverbrennungsanlage sein und von mir aus stelle ich mich gerne auch mit Spendenbecher an den Einlass. Mit anderen Worten: dabei!🙂

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