Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Der (aktuell) Neunte gegen den Fünfzehnten oder auch: Das Derby

Nun ist er also beendet, der Vorverkauf -von den einen langersehnt, von den anderen lediglich interessiert beobachtet, von wieder anderen zum Anlass für lustige Teenagerspiele genommen. Die kreative Facebook-Gruppe von HSV-Fans, die den Email-Karten-Vorverkauf durch Mailbombardement lahmlegen wollten, scheint aufgelöst worden zu sein, besonders erfolgreich waren die ca. 100 Fremdbesteller offenbar nicht, wenn man der offziellen Verlautbarung zum Ticketverkauf glaubt.

Und so berichtet man jetzt von 5.000 Bestellungen. Anzunehmen, dass zwei Karten pro Bestellung angefordert werden, so sind das max. 10.000 Interessenten. Hatte ich mir ehrlich gesagt mehr erwartet. Wenn man davon ausgeht, dass mehr als doppelt so viele am Millerntor das Hinspiel gesehen haben, kommt der Rest ja vielleicht zu dem Public Viewing, auf das ich sehr hoffe.

Auch im Forum wird immer noch diskutiert, die Meinungen sind geteilt. Viele meinen, auf „das“ Derby einfach nicht verzichten zu können, andere verzichten sogar gern, einige sind noch unentschlossen und würden ein Public Viewing sehr begrüßen – alles ist vertreten.

Was das Preisgefüge für dieses Top-Spiel zwischen Tabellenmittelmaß und Tabellen-knapp-vorm-Reli-Platz angeht (zwischen 20 EUR Steh und 84 EUR teuerste Sitzplatzkategorie), kann man hier sehr schön sehen, wo der HSV dabei mit seiner Preisgestaltung steht.

Daraus auch diese interessante Passage:

So gibt es beim HSV also den günstigsten Sitzplatz mit 15€ vielleicht gegen Freiburg – genau weiss man’s noch nicht, denn bislang wurde kein Verein in diese günstigste Kategorie einsortiert und es ist nicht auszuschließen, dass der HSV diese “günstigsten” Preise tatsächlich nie zur Anwendung bringt. Den Hanseaten ist das m.E. wirklich zuzutrauen, haben sie doch während der laufenden Saison für den Gegner FC Bayern eine Preiskategorie eingeführt, die es laut Preisliste gar nicht gibt – aus dieser Preisstaffel stammt dann auch der Maximalpreis von 94€ für einen Sitzplatz, der in der Bundesliga (bislang) von keinem Verein übertroffen wird.

Wie auch immer, meine Entscheidung ist immer noch unverändert. Ich hoffe aufs Public Viewing, werde dafür wie für jedes andere Spiel auch anreisen und mit Sicherheit dort unbeschwerter und fröhlicher teilnehmen als an einer Auswärtsfahrt, bei der das Wort „Gast“ durchaus im weiteren Verlauf der Veranstaltung ganz neu definiert werden könnte oder, wie es ein Forianer so schön ausdrückte: „Du meinst, Du willst nicht dafür zahlen, dass die Rauten-Fans das Wort Top-Zuschlag wörtlich nehmen?“

Die naiven Vorstellungen einiger HSV-Fans beim Hinspiel über die Harmlosigkeit des Marsches und wie es dann tatsächlich war, mache ich mir definitiv nicht zu eigen. Keine Lust auf Rauchbomben, Feuerwerkskörper, Team Blue galore, Einkesselungen, Pöbeleien, Blockstürme, Flaschenwürfe und was sonst noch so im Entertainmentprogramm enthalten ist. Und das alles für stattliche Preise. Dafür, dass man reinkommt und dann noch dafür, dass man drin ist, für die Gastronomie.

Sicher, Köln war mit 17,50 EUR auch kein Schnäppchen, aber nach Köln fahre ich gerne, da sitze ich nach einem verlorenen Spiel in einer Straßenbahn mit Kölnern und alles ist gut. Und man möge mich nun teeren und federn wollen: ehe ich zu Wucherpreisen nach St. Ellingen fahre, gehe ich für EUR 13,00 in die Hopp-Arena. Da werde ich als zahlender Gast behandelt und nicht als Melkkuh.

Und weil ein überaus freundlicher Designer sich meiner von mir natürlich graphisch null umsetzbaren Ideen angenommen hat, gibt es jetzt auch einen Button, in dem eigentlich alles drin ist 😉

© cLaasepeter

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24 Gedanken zu „Der (aktuell) Neunte gegen den Fünfzehnten oder auch: Das Derby

  1. Ich kann nur sagen, ich hätte gerne eine Karte für das Spiel gehabt, hab aber auf meine Kartenbestellung leider eine Absage bekommen. Ein lieber Mensch hat mir nun angeboten, mir seine Karte abzutreten. Jetzt such ich noch ne zweite, damit ich dort nicht alleine hin gehe, da sich die Bezugsgruppe offenbar entschlossen hat, das Derby, auf das ich mich schon sehr freue, zu boykottieren.

  2. Pingback: Verbrenne nicht Dein Geld #fcsp | STP1910

  3. Ich boykottiere das gar nicht. Ich gehe nur nich hin.

  4. Ich halte es wie STP1910. Für ein Boykott bräuchte ich a. ne Karte um diese dann nicht zu nutzen und b. hätte ich ja ‚eigentlich‘ hinwollen gemusst. Und irgendwie wollte ich schon vor der Saison genau das nicht…

    • So kann man das auch nicht sagen, weil ich ja durch die ADK gewollt wurde, ob ich nun wollt oder nicht, aber ok, da ich nun könnte, wenn ich wollte, ist das mir dann ein Boykott.
      Ansonsten eben ein Nicht-Hingehen.

  5. Beim Public Viewing wäre ich gern dabei. Die Preise der St. Ellinger sind so dreist, als klebte da immer noch das HSH Nordbank an der Fassade, die haben ja auch genügend Erfahrung im Leute abkochen und Geld verbrennen.

    • Es scheint, es werden ein paar Leute dort sein, dann könnte man sich ja auch mal sehen 🙂

    • Pablick wjuink — ich mag’s einfach nicht im Volkspark… Verzeihung, in der AOL-Arena… Verzeihung, in … ach je, ich komme da bei Rautens immer bannig in Tüddel.
      IMHO wird der Vor-Ort-Support oft auch ein wenig überschätzt. Die Herren Balltreter freuen sich sicherlich darüber, aber wir haben es mit Profi-Fußballern zu tun, die im Zweifelsfalle selbst am besten wissen, um was es im Stadion geht.

      • Nicht nur in IYHO. Wie schaffen es Sportler anderer Sportarten, bei denen ein paar traurige Zuschauer sitzen, Höchstleistungen zu bringen?
        Wenn die Motivation nicht von innen kommt, können Fans mit Fahnenmeeren und Chorälen auch nichts ändern. Nice to have, sicher, aber können könnten sie auch ohne, wenn sie können.

  6. Ja, die Preise in der MVA sind eine Sauerei, aber ich muss gestehen, dass ich, wenn es mehr Stehplatzkarten gäbe, wohl nach Stellingen fahren würde, 20 Euro und möglichen Ärger mit dem (schwarz-weiß-)blauen Pack hin oder her. So habe ich aber gar nicht erst mein Glück versucht und hoffe nun, dass es mit dem Public Viewing am Millerntor klappt. 🙂

    Bin also also, wenn ich ehrlich bin, auch viel mehr ein Nicht-Hingeher denn Boykottierer. 😉

    @Markus: Gegen eine kostenlos Karte biete ich mich gerne als Bodyguard an! 😀

  7. War ja wirklich lange am Überlegen und hatte mich dann letzten Endes doch dazu durchgerungen, mich um eine Karte zu bewerben. Ergebnis noch offen – vielleicht ist meine mail ja auch im Spam-Filter hängen geblieben. Werde das sicherlich noch erleben.

    Einerseits möchte ich die Mannschaft in jedem Fall und gerade im Derby lautstark unterstützen – andererseits empfinde ich die Preise als Frechheit und habe mich dementsprechend auch nicht um alle Kategorien beworben.

    Was für mich aber eh klar war, das ist, daß es keine leeren Plätze geben wird – es sei denn, manch einer läßt sein Ticket verfallen. Der HSV wird seine Karten allesamt los, notfalls an Schwarzmakrthändler, die die Dinger dann zu noch teureren Preisen los werden. Ein Boykott würde also außer mangelnder Unterstützung im Stadion kaum etwas bringen. Wohl aber kann man protestieren, indem man hingeht – und supportet. Aus diesem Gedankengang habe ich mich trotz der verhaßten Wieauchimmersiegeradeheißenmag-Arena nebst beträchtlicher Gesundheitsgefahren wie leider selbst bekannt so entschieden.

    Wenn es kein Ticket für mich geben sollte, wäre ich sicherlich beim Public Viewing – wo man vielleicht auch weitaus mehr Spaß haben kann. Aber eben nicht die Mannschaft unterstützen, was mir hier halt wichtiger wäre.

    Danke übrigens für den tollen link zum Bundesliga-Preisvergleich. Sehr aufschlußreich.

    • Das mit dem Support ist auch so ein Ding. Weiß man denn schon, ob den Fans überhaupt da das Gleiche mitzubrungen erlaubt wird wie wir es umgekehrt getan haben, also quasi alles außer Pyro?

      Den Link zum Preisvergleich habe ich von Herrn @probek bekommen, fand ich auch mal sehr studierenswert, wenn sich schon jemand soviel statistische Mühe gibt. Und das mit den 94 Euro wusste ich auch nicht.

      Dann wünsche ich mal viel Erfolg beim Mail-Glücksspiel, vielleicht klappt ja eine der gelisteten Kategorien.

  8. Sicher is‘ ’n Zwanie für’n Steher schon ’ne Hausnummer. Aber wo war den das Geschrei, als das Astra am illerntor von 3,– €uronen auf 3 und foffzich erhöht wurde ….und das für ein absolut durchschnittliches Pilsener.

    Das Derby wird von mir nicht wegen des Preises nicht besucht, boykottieren werde ich es aber nicht…Ich hab‘ es ja dem Herrn @textundblog getwittert, was ich bisher im Volkspark schon so erleben konnte & durfte…zugegeben, es war immer die „alte“ Schüßel….bis auf einmal beim „Regina“ Liga Derby im März 2004, wo irgendwelche Vollhonks im GÄSTEBLOCK gezündelt haben und dies nicht unerheblich….

    • Das sollten Sie die regelmässigen Viel-Konsumenten fragen. Oder auch die, denen das noch nicht teuer genug ist und die das Bier auch noch großzügig über die Menge verteilen. Ich trinke und esse in Stadien meistens nix oder max. ein Bier/eine Cola. Die könnten durch einen Boykott des Stadionbiers aber in der Tat mehr erreichen. Wenn es ihnen wichtig genug wäre.

      Ok, erweitere: wenn Vollhonks Vollhonks treffen, kommt selten was Gutes raus. Und auch das muss ich nicht aus der Nähe erleben.

      „Das Derby wird von mir nicht wegen des Preises nicht besucht“
      So hat wohl jeder seine Gründe.

  9. Aquii sagte am :

    Verstehe die Aufregung nun überhaupt nicht, genauso wie die Preisgestaltung des Vorortvereins. Ich muss sagen, das ich die erwähnten 94 Euronen für ein Ticket eine Frechheit finde. Aber es ist ja jedem freigestellt, dieses Geld auszugeben oder eben nicht.

    Aber das mit dem Public Viewing ist auch so eine Sache. Denke das die Entwicklung eindeutig in diese Richtung geht, wie uns die beiden letzten Weltmeisterschaften schon vorgemacht haben. Der gemeine Fan wird sich demnächst öfter vor großen Leinwänden wiederfinden.

    • Sicher, es ist jedem freigestellt zu zahlen oder nicht. Und wer diese Preise bezahlt, wird auch danach sicherlich nicht drüber lamentieren. Oder?

      Und so lange genügend Leute willens sind, diese Preise zu bezahlen, wird sich die Preisschraube eben weiter nach oben drehen, bis zum Anschlag. Wo immer das sein mag. Jeder hat seine persönliche Schmerzgrenze, bei manchen ist sie eben schon erreicht, bei manchen nicht. Ich kann ja nur für mich sprechen, aber ich habe „innerliche“ Grenzen und selbst wenn ich mir manches leisten könnte, muss ich es genau deswegen trotzdem nicht immer tun. Ist so eine Kopfsache. 😉

      Ein Großteil meines Wohlfühlgefühls im Stadion besteht auch aus dem Zusammensein und dem gemeinsamen Erleben mit der Bezugsgruppe, weil ich mir -wie oben erwähnt- auch nicht einbilde, dass mein Dabeisein so unverzichtbar für die Mannschaft ist, wie ich das vielleicht gern hätte. Und so ein gemeinsames Erleben auch bei einem Public Viewing ist im Einzelfall für mich ein adäquater Ersatz. So lange die Preise am Millerntor für mich in Ordnung sind, habe ich genug Live-Fußball, das kompensiert so ein „Derby“ allemal.

  10. sparschaeler sagte am :

    mir könnte einer ne´karte schenken und ich würde nicht in die wasweissichwiediearena heißt gehen.

  11. Für mich ist der Klassenerhalt auch mehr wert.

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