Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

23.01.2011 Review TSG 1899 Hoffenheim vs. FC Sankt Pauli

Das Spiel haben die meisten von Ihnen sicher gesehen. Oder bei AFM oder 90elf gehört. Die erste Halbzeit war ziemlich schlimm. Habe mich mental ab dem 1:0 auf das Schlimmste eingestellt. Unsere Jungs sahen aus wie die Vorführgruppe beim Standfußball verglichen mit den recht flinken Hoffenheimern. Zu diesem Zeitpunkt lief irgendwie nichts zusammen. Bei uns. Ich dachte, heute werden wir hier vorgeführt. „Führ Deinen Gegner vor“, halt nur anders rum. Zum Halbzeitpfiff hatte ich mich damit abgefunden. Was immer dann Stani aber in der Halbzeitpause auch mit der Mannschaft gemacht hat – es war gut. Da lief bei den Hoffenheimern nicht mehr viel zusammen und bei uns sah das um Klassen besser aus.

Das Tor von Kruse haben wir links vom Tor regelrecht eingeatmet und mit diesem Unentschieden wären wir wohl auch zufrieden aus dem Kraichgau abgereist. Aber dann war es wieder mal eine der schönen Flanken vom erneut gut aufgelegten Basian Oczipka, die „bester Mann auffem Platz“ Gerald Asamoah-oh-oh-oh-oh-hooo zum 1:2 verwandelte. In der 81. Minute.

Und während unsere Kurve schon sang „Ihr könnte nach Hause gehen“, habe ich schon Angst bekommen. Das wäre nicht der erste Last-Minute-Loser, den ich habe erleiden müssen und mir war auch ganz komisch. Zu Recht.

Ich mag nicht mal mehr über dieses doofe 2:2 schreiben. So sehr ich mich über ein Unentschieden gefreut hätte und es als Erfolg gewertet hätte, so enttäuscht war ich, dass sie es sich wieder haben aus den Händen i.e. von den Füßen haben reißen lassen. Ja, sie haben in der 2. Halbzeit wirklich gut gespielt, ja, wir haben zwei Tore geschossen, selbst, aber 90. Minute? Mennoooo!!!

Nun sind wir also da, wo viele uns/sich schon von Anfang an sahen, auf dem Relegationsplatz. Zwei Spiele, vier verschenkte Punkte und nun kommt der Effzeh Kölle, nach dem 3:0 gegen desolate Werderaner wahrscheinlich ein bißchen beschwingter als ich gehofft habe. Danach die Neuauflage des Derbys. Ach, wussten Sie schon, dass die Rauten sogar extra einen Derby-Ablaufplan haben? Nein, nicht die Sicherheitsbeauftragten, die Fans! Wir sind sooooo wichtig! 😉

Egal, dazu später. Über das Spiel im Kraichgau wissen Sie ohnehin alles.

Drumrum? Gutorganisierte Abläufe auf den Parkplätzen, allerdings darf man das für 5 Euro auch erwarten. Für die Bratwurtsromantiker unter uns eine schlechte Nachricht: die einzige Wurstsorte im „Kraichgauer Stadium“ nennt man dort Currywurst, es war allerdings eher eine wässrige und zu dick geratene Bockwurst, von Curry habe ich persönlich nichts bemerkt und der Preis war EUR 3,30. Richtig gehört: 3,30 Euro. Den Schreck runterspülen hätte man mit drehzahlfreiem Bier. Warum das so war – ich weiß es nicht. Sicherheitsspiele sehen anders aus, da wuselt man weder außerhalb des Stadions vogelwild durcheinander noch ist der einzige TeamGreener, den ich so bewusst registriert habe, der, den Verkehr an der Zufahrtskreuzung regelt. Ich hatte also einen Kaffee. Und da ich während des Spieles nur in ärgsten Notfällen meinen Platz verlasse und erfahrungsgemäß Damentoiletten erheblich frequentiert werden mit langen Warteschlangen, ich also hin da. Und was soll ich Ihnen sagen? Gut, Sie werden das nicht so würdigen können wie ich, wenn Sie zu dem Geschlecht gehören, dass auch an Hängen und .. Bäumen, aber Sie haben sie sicher auch schon gesehen, die Riesenanakondas vor den Damentoiletten. Oft verschwenderisch mit 6 Kabinen, davon eine kaputt, ausgestattet oder in einem Bauwagen, in dem sich rutschfeste Gummisohlen lohnen – Herr Hopp hat in seinem Stadion sage und schreibe 32 (!) Kabinen. Zweiunddreissig! Und an jedem Ende des Gangs Waschbecken! Da hab ich gemerkt, wie bescheiden man doch wird, als ich ergriffen weinte.

Dann ab in die Kurve, guter Platz, gute Sicht, alles schön, unterhalb der Millerntor-Chöre. Dann das Kommerzgedöns, ringeling hier, tröt da, taritara – furchtbar. Positiv war die Ansage des Stadionsprechers, dass Hoffenheim ja auch bei uns ihre Hymne spielen durfte und im Gegenzug „Das Herz von Sankt Pauli“ gespielt werden würde. Fand ich prima, hat man nicht überall, obwohl es ja bei uns alle haben, drum positiv vermerkt. Aufstellung der Spieler auch mit „Vorname“ wir Nachnaaaaame, also auch wie daheim.

Die Hoffenheimer Stimmung, wenn man es so nennen kann, geht allenfalls, wenn überhaupt von der Südkurve Mitte aus, der Rest hält sich entweder komplett aus der Supportnummer raus oder lässt sich gerade so mal eben zu einem kurzen TSG-Wechselgesang verleiten, wie die Nord neben uns. Und wenn der Stadionsprecher beim 1:2 Rückstand das Publikum auffordern muss, das Team zu unterstützen, da weiß man Bescheid. Keine Ahnung, ob das kurz vor oder kurz nach dem Auspfeifen der eigenen Mannschaft war…

Kompliment an den unermedlichen Flüstertütenmann hinter mir, wenn der heute noch ein Wort rauskriegt – Chapeau! Und für mein Empfinden waren wir ganz schön laut. Zumindest der Akkustik nach, die in Hoffenheim ganz gut zu sein scheint. Ich bin jedenfalls froh, dass ich blogge und keine Podcasts mache. 🙂

Herausleitung aus dem Parkplatz einwandfrei. Wenn ich bedenke, dass ich damals in MGL über 2 Stunden gebraucht habe, allein nur, um vom Parkplatz zu kommen, waren 30 Minuten vom Einsteigen bis Auffahren auf die A6 absoluter Rekord. Wie gesagt, für 5 Euro darf man eine professionelle Parkplatzbewirtschaftung auch mal erwarten. Das Stadion finde ich nicht schlecht, von dem was ich gesehen habe. Meine Füße waren nur halb so kalt wie die kältesten, die ich je hatte in Frankfurt in der Commerzbank Arena und bei Ausfahrt Sinsheim Richtung Norden schon wieder mit Gefühl.

Apropos. Gefühle also gemischt. Alles rund um die Fahrt (bis auf diese unsägliche Wurst) ganz gut, gemütliche Auswärtsfahrt ohne besondere Vorkommnisse, freundliche Hoffenheimer (wenn man die Parkreihe vergisst und im Dunkeln… ach, egal), stressfrei, aber eben zwei verschenkte Punkte. Die tun jetzt schon weh, ich wage mir nicht auszumalen, wie weh die tatsächlich noch tun können…. *hmpf*

Andererseits, die Steigerung in der 2. Halbzeit war schon enorm. Wir schießen wieder Tore. Das lässt hoffen.

Bilder hab ich keine, kann ich ja eh nicht. Die finden Sie sicher woanders. Wenn ich Sie vor Ihnen finde, verlinke ich gerne, wenn Sie schneller sind, bitte ein kleiner Hinweis. Danke.

Und so haben es 11Freunde live gesehen.

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15 Gedanken zu „23.01.2011 Review TSG 1899 Hoffenheim vs. FC Sankt Pauli

  1. Pingback: Berichte aus Hoffenheim » Sankt Pauli - NU

  2. Ich war nur live dabei mit Sky, aber Ihre Beobachtungen decken sich mit meinen. Wenn man etwas gehört hat war es Support der St. Pauli Fans (war in Bremen noch deutlicher), in der ersten Hälfte habe ich stark an der Bundesligatauglichkeit der Mannschaft gezweifelt, in der zweiten hatten wir sie im Sack. Eigentlich. Das fürchterliche gestocher vor dem Tor, keiner der die Pille einfach mal weggedroschen hat, das roch schon stark nach Ausgleich.
    Und auch wenn das Ergebnis in Ordnung geht, rechnet man beide Hälften zusammen, waren das wieder zwei verschenkte Punkte. Davon haben wir inzwischen schon genug hergegeben, das können wir uns so langsam nicht mehr leisten.

    • Zusammengepuzzled ist das Unentschieden ok. Der Lattenschuss ist auch so ein Klassiker. Bei anderen geht er rein, bei uns natürlich nicht.

      „So langsam nicht mehr leisten“ ist allerdings sehr vorsichtig ausgedrückt. Gar nicht mehr. Und schon gar nicht im nächsten Spiel. So gern ich den FC Kölle mag, aber das geht gar nicht.

  3. Pingback: 2:2 – „nur“ ein Punkt aus Hoffenheim mitgebracht. Aber wie! « KleinerTods FC St. Pauli Blog

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  5. Sehr schöner Bericht, vielen Dank. Als Daheimgebliebener kann ich nur vom Knust bzw. den TV-Bildern berichten. Da fehlt einfach viel.
    Schöne Geste mit dem „Herz von St. Pauli“, die Hoffenheimer sind mir trotz des unerträglichen Kommerzfaktors aufgrund ihrer fehlenden Negativ-Fankultur ein klein wenig sympathisch. Problematisch ist nur das Fehlen nahezu jeglicher Fankultur, weswegen ich das Vorgenannte nur arg eingeschränkt meinte. Sie stören halt nicht.
    Auf dem Platz schon, leider. Vor allem aber das Schiedsrichtergespann. Bei einem guten hätten wir zu Null gewonnen. Naja… Wenigstens hatte ich daheim Astra.

    • Wir waren ja mal auf Einladung eines Hoffenheimer Fans noch im alten Stadion, bei der Partie der TSG gegen den HSV direkt nach dem Aufstieg. An diesen sensationellen Hochgeschwindigkeitsfussball erinnere ich mich heute noch, der HSV versank wehrlos in einer Kraichgauer Erdspalte, das war unfassbar. Allerdings lief da die Tormaschine Ibisevic noch auf Hochtouren.

      Ich fand das auch eine sympathische Geste und habe mit den Hoffenheimern kein Problem, vor allem, weil auch keinen Stress. Ehrlich gesagt sind sie mir lieber als die Traditions-Tröten, die meinen, Fussball als Straßenkrieg führen zu müssen.

      Die Fans, die ich damals näher kennengelernt habe, unterschieden sich nicht wirklich von uns inder Zuneigung zu ihrem Verein, es gibt nur halt viel zu wenige davon. Um in die Kommerzspirale reinzugeraten, braucht es nicht mal einen Großinvestor, das geht auch ohne, wie wir wissen. Dauert halt nur etwas länger, verläuft etwas unauffälliger, aber…

      Wann hatten wir zuletzt eine guten Schiedsrichter? Erinnern Sie mich bitte. „Dieser Wingenbach“von letztens war es jedenfalls nicht…

  6. Gerade noch mal alles durchlitten. Danke aber für den wie immer lesenswerten Bericht. Und die Leistung der 2. HZ (unter Ausblendung der Schlussminute) nehmen wir mit ins Heimspiel.
    Das Spiel am Samstag gegen Köln ist jetzt noch wichtiger als es eh schon war. Hoffe, wir sehen uns.

  7. Astrabayer sagte am :

    Danke für den netten Bericht erstmal.
    Ja das war mal wieder an Drama nicht zu toppen. Und ich fürchte auch fast das genau diese zwei Punkte noch zwei wichtige gewesen wären.
    Den Hoffenheimer Anhang kann ich nichts negatives nachsagen, eigentlich insgesamt eine lockere Stimmung und nette Ordner.
    Ob es aber unbedingt 3 oder 4 Vereinslieder und Hymnen aller Art brauch die bis zum Anpfiff gespielt werden ? Eher nicht.
    Und mit Textzeilen wie: „Euer Neid geht uns am A…. vorbei“ kommen auch nicht unbedingt originell rüber.
    Ansonsten viel Tamtam, viel Kommerz aber eben leider normal.
    Zum Thema Zuschauer noch zwei Sachen. Ich hab definitiv noch keine Haupttribüne gesehen die so schnell geleert war wie in Hoffenheim. Gefühlte zwei Sekunden nach dem Pausenpfiff war die Menschenleer !!!
    Und zweitens: Nach dem 1:2 durch Asa in der 80min(!) sind ganze Reihen aufgestanden und aus dem Stadion geflüchtet !! Wahnsinn.

    • Das mit der Haupttribüne ist mir auch aufgefallen, das war erschreckend. Ich hoffe, die Flüchtlinge nach der 80. haben sich wenigstens dann noch etwas geärgert, den Ausgleich verpasst zu haben.

      Ein gewisser Hymnenüberhang war das in der Tat, eigentlich ein genereller Überhang von Bohei und Brimborium. Was uns allerdings weniger am Aufheizen für prima Support gehindert hat als die Ortsansässigen. 🙂

  8. Es ist exakt so, liebe Jekylla. Ein Unentschieden in Dingensheim is‘ an sich keine Tibiakopffraktur, sieht man aber mal über Hälfte 1 hinweg und dafür genauer auf Halbzeit 2, so ist das gefühlt eine Niederlage. Fast zumindest. Und ärgerlich allemal. Die Punkte fehlen hoffentlich nicht irgendwann. Aber vielleicht doch. Wie schrieben Sie doch so treffend? Mennnooo! (Dem ist nichts hinzuzufügen.)

    • Tibiakopffraktur ist aber auch ein hartes Geschütz! Schön, dass Sie sich mal wieder blicken lassen 🙂

      Dem „Mennooo!“ hätte man durchaus noch ein „Autschn“ hinzufügen können. Das war das Spontangefühl beim Ausgleich.

  9. Jens Michael Beck sagte am :

    Hi Bin Von St pauli Fankultur mega begeistert, Ich war am sonntag auch In Sinshei m im stadion , Bin schon einge jahre sympathisant von Pauli, Für mich ist St Pauli Der Klub Der besten fans der bundes lig ,. und Die Fairsten fans , Hab beim St Pauli Spiel Gegen hoffenheim A im block gestanden und Getrommelt , Allerdings Für hoffenheim ,Wobei ich am Sonntag , Eher Für Pauli den Sieg Gewünscht Hätte mit Dem Kampf geist Wie man pauli kennt, Ich komm Nicht aus Hoffenheim ,aber trotzdem hab i Den Stolz Bei mior Im Garten Die Pauli flagge zu hießen. Ich Wünsch Pauli jetzt ne Gute Rück runde______________________________________________________________________________________________—-trommelden Gruss Jens Michael beck

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