Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Gastpreview 29.01.2011 FC Sankt Pauli vs. FC Köln

Weil es mir/uns letztes Mal so viel Spaß gemacht hat, den Preview für den jeweilig anderen zu schreiben, schreibt heute wieder einer meiner Lieblingsfremdblogbetreiber über „seinen“ Verein. Gemeinsam haben wir außer der Sympathie für den jeweilig anderen Verein leider auch die Tatsache, brandheiße Konkurrenten im Abstiegskampf Wettstreit um den Klassenerhalt zu sein. Wie DerVierteOffizielle das sieht, lesen Sie im Folgenden:

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Furchtbare Monate liegen hinter uns. Dunkel und trist stand der Dom im Regen, sogar der Klöppel ist ihm abgefallen. Die wenigen rot-weißen Fahnen zogen sich voller Scham zusammen, baumelten leb- und lieblos aus Rolladen-verhangenen Fenstern. Köln zum Jahreswechsel 2010/11. Das Pokalaus gegen den MSV Duisburg offenbarte auch dem letzten Zweifler dass die Mannschaft ohne Antrieb, ohne Willen und most-of-all: ohne Talent zu sein schien. Wir gruben uns ein, feierten ein freudloses Sylvester, das „Geißbock-Schlückchen“ blieb im Schrank und wurde durch einen giftgrünen Waldmeister-Schnaps aus dem guten Hause Flimm ersetzt.
Doch, als die letzten Raketen das neue Jahr losgelassen hatten und der Morgen graute, gingen wir ohne Grahm nach Hause, das Kölsch hatte uns fest im Griff und der nie alte Satz wurde durch die „Wise Guys“ nochmal in Erinnerung gerufen: „Kopp huh, Jung, et hätt noh immer jot jejange“!

In den nächsten Wochen tat sich erstaunliches am Rhein: Mit Volker Finke wurde ein nüchterner Fußball-Fachmann als Sportdirektor installiert, die erste Mannschaft des FC wurde mit erstaunlicher Präzision verstärkt, <b>ich meine damit, dass irgendjemand in verantwortlicher Position erkannt zu haben scheint, dass es auf unseren Außenbahnen nicht wie bisher weitergehen kann und einen Linksverteidiger mit Christian Eichner aus Hoffenheim verpflichtete. Das ist bei uns schon fast chirurgisch!</b>

Wir haben mit Japanisch sogar eine neue Sprache dazu bekommen. Im Wintertrainingslager im türkischen Belek reichte es sogar für einen zweiten Platz nach Eintracht Frankfurt, denen man sich erst im Elferknallen geschlagen geben musste. Das reicht nicht für einen neuen Briefkopf aber immerhin, nicht wahr?

Die zwei Wochen bis zum Rückrundenauftakt in Kaiserslautern gestalteten sich allerdings zäh. Schnee lähmt das Leben auf den Straßen, die Nachrichten aus dem Geißbockheim drehten sich vornehmlich um die Versuche den Vorstand abzulösen und weniger um die wichtigen ersten Spiele in der Rückrunde. So weit, so schlecht, doch typisch Köln.

Gegen eine unglaublich schwache, dezimierte Lauterer Mannschaft mühte sich der große Club zu einem 1:1, in der Innenstadt baute sich ein Team von DuMont-Praktikanten auf um den entsetzten Fußgängern ihre Horror-Szenarien zu entlocken. Da sprach dann ein zugereister Sachse von „schlimmen Zeiten für unsere Stadt“ und mein Fremdschämkontingent war voll. Allenthalben stellte man sich auf den feststehenden Abstieg irgendwann um Ostern ein.

Aber: Die Stadt schlug zurück. Der Karneval begann, unser Dreigestirn wurde proklamiert, der Schnee schmolz. Die Nächte werden wieder kürzer und der FC spielt unter Flutlicht gegen Werder Bremen. Wir sehen das Spiel und trotzdem glauben wir es nicht. Taktisch und kämpferisch in Top-Form, den -zugegeben schwachen- Werderanern in allen Belangen überlegen, schießt sich meine Mannschaft frei, siegte 3:0 und sorgt für einen wohligen Samstag-Abend.

So kann es weitergehen, am liebsten schon am Wochenende, wenn das nächste „6-Punkte-Spiel“ bei „Euch“ am Millerntor stattfinden wird. Ich werde nicht in Hamburg weilen, sondern in aller Ruhe auf der Couch liegen und mir die Punkte 20-22 meines Clubs anschauen. Das hoffe ich zumindest und, wenn ich jetzt nochmal auf das Bremen-Spiel zurück kommen darf, das nicht ganz ohne jeden Grund. Auch wenn der FCSP gegen Sinsheim ebenfalls gut aussah und eigentlich ziemlich unglücklich zwei Punkte liegen ließ, sehe ich das Momentum z.Z. bei uns. Das muss nix heißen, klar, aber es ist eben meine Glaskugel, in die ich schaue.

Die Mannschaftsaufstellung beim FC ist noch nicht wirklich raus. Mit Mohammad und Brecko fehlten in den letzten Spielen, zwei „Stammkräfte“ aufgrund von Schweinegrippe. Außerdem verletzte sich Petit bei einem Versuch in der Pfalz mit einem Fußball die Schallmauer zu durchbrechen. Kurzfristig fiel auch noch Pezzoni aus, wofür ich dem Fußball-Gott ein dickes High5 anbiete. Die Personalsorgen wurden im Spiel gegen den SVW nicht weniger, weil sich Geromel völlig unnötig und empörend ungerechtfertigt seine fünfte Gelbe abholte. So muss in der Innenverteidigung wieder Meister Improvisation ran. Kommt halt ein wenig drauf an ob wenigstens Mohammad wieder fit wird.

Da Christian Eichner, als ungewohnter Innenverteidiger, seine Sache gegen Bremen sehr gut machte, gehe ich davon aus, dass Trainer Schaefer in dort belassen wird. An seiner Seite dann entweder die Schweinebacke oder der uralte McKenna. Links Ehret, rechts der überraschend solide Andrézihno. Davor Lanig und Matuschyk.

Das ist alles noch kein Grund schreiend in die Susi Bar zu laufen aber wartet, wartet, jetzt geht’s rund:
Unser offensives Mittelfeld ist deutlich stärker als beim Hinspiel. Poldi ist in Nationalmannschaftsform, Peszko zeigt ziemlich gute Ansätze, Clemens kommt mir in der Presse immer ein wenig zu schlecht weg, weil er zwar nicht die meisten Ballkontakte hat aber ständig in Bewegung ist und damit Lücken reißt, die -möglichst- von Novakovic ausgenutzt werden sollen. Ich erwarte schnelle Anspiele in das Sturmzentrum, denn Nova muss was zeigen, um weiterhin gesetzt zu sein. Seit Heute trainiert der suspendierte Chihi wieder mit den Profis, außerdem berichtet der EXPRESS  von einer fixen Verpflichtung von Prince Tagoe aus Hoffenheim. Leihweise bis zum Sommer. Konkurrenz soll ja das Geschäft beleben.

Was bleibt für Samstag? Noch sind wir weit weg einen azurblauen, strahlenden Tag in Rom zu erleben, eher schleicht sich gähnend gelbes Mittagslicht durch die Straßen, aber verglichen mit der vorgenannten
Finsternis scheint es ein neuer, besserer Tag zu werden! Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage dass der FC aus Köln gewinnt.
Knapp aber verdient mit 2:1. Ich glaube tatsächlich, dass sich in der Mannschaft etwas getan hat, dass Schaefer immer mehr Wirkung zeigt und dass mit den Wintereinkäufen Qualität in die Mannschaft gekommen ist.

Wünsche dennoch beste Grüße an die Küste! Trinkt am Samstag ein Astra für mich mit!

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Ich arbeite habe fieberhaft an der „Retourkutsche“ gearbeitet, die Sie spätestens morgen heute dort lesen können, wenn Sie mögen, ich entschuldige mich vielmals, hänge im Moment hing etwas durch/nach/hinterher.

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7 Gedanken zu „Gastpreview 29.01.2011 FC Sankt Pauli vs. FC Köln

  1. Sehr schöner Vorbericht, ehrlich. Bis auf’s (wenn auch aus Kölner Sicht verständliche) getippte Ergebnis kann ich vielem zustimmen. Der FC Köln ist stark in die Rückrunde gestartet. 2:1 ist auch mein Tipp für das 6-Punkte-Spiel gegen den Abstieg am Samstag. Aus Hamburger Sicht (versteht sich).😉

  2. Pingback: Tweets that mention Gastpreview 29.01.2011 FC Sankt Pauli vs. FC Köln « Fabulous Sankt Pauli -- Topsy.com

  3. Karnevalsverein.

  4. Pingback: …und wie sie die Welt sieht: St. Pauli – FC « Der vierte Offizielle

  5. Michael McIntyre würde sagen: totally carparked!
    Ich geh an dem Club noch kaputt!
    Pauli zeigte alles was nötig ist um im Kampf um die Klasse zu bestehen, „wir“ zeigten nichts, gar nichts! Ich weiß noch nicht wie ich mich in Worten ausdrücken soll, ich habe bisher nur die Überschrift zusammen: „FC St. Pauli – FC: Apocalypse Now, Redux“.
    Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette…

    • Mitleid wird Ihnen hier nicht weiterhelfen, aber mehr fällt mir dazu auch gerade wirklich nicht ein.
      Aber einen guten Torwart haben Sie. Das ist günstig, denn Kessler bleibt😉

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