Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Wenn ich mal eskalieren dürfte?

Selbstverständlich gibt es Grund zur Freude, das fabulöse 3:0 gegen den FC Kölle mit 29:3 Torschüssen ist ein Ding -und ich war nicht dabei. Ok, Schwamm drüber, gönne allen Dabeigewesenen die Euphorie, das Feiern und pipapo.

Aber insgesamt bin ich angenervt. Von den Nickeligkeiten drumrum. Diese Kölner Fans, die meinten, auf dem Hauptbahnhof schon mal Silvester 2011 zu proben und von den Kölnern Forianern, die selbst den Videoaufnahmen eine presseseitige Übertreibung unterstellen und meinen, es sei alles ok. Ausschreitungen gegenüber der Polizei gab es natürlich auch nicht, alles von der Polizei erfunden. Wie mir diese Schönrederei auf die Nerven geht – mir fehlen da wirklich die passenden Worte. Als nächstes wird dann wieder rumgeheult, wenn es Sicherheitsspiele gibt und kein alkoholhaltiges Bier, weil irgendwelche Knallschoten wieder Rauch im Block als Bestandteil ihrer Fanrechte sehen. Ich habe bisher fast ausschließlich gute Erfahrungen mit Kölner Fans gemacht, wobei das wohl daran liegt, dass ich mich von den einschlägigen Kreisen auch wohlweislich fernhalte, sofern ich die Möglichkeit hatte. Und Vollhonks gibt es überall, auch bei uns – jaja. Die ohnehin schon von einigen in Frage gestellte Fanfreundschaft dürfte damit auch erledigt sein. Wofür sind Fanfreundschaften überhaupt gut? Gibt es überhaupt noch „echte“? Pah.

Und dieses Derby-Vorfeld-Scharmützel wieder, diese P**mel-Fechter-Aufrufe von Rautenseite, die Reaktionen darauf und die Reaktionen darauf – ich bin schon wieder froh, wenn die Nummer vorbei ist, das nimmt mir dermaßen den Spaß am Fußball, das ist so …. ARGH!
Rivalität ja, 1910% Support (auf der anderen Seite meinetwegen 1887%), aber diese Kindergartenattitüde ist so enervierend.

Sicher, wenn die Rauten so spielen wie gegen Nürnberg, wäre tatsächlich auch mal ein Sieg, sogar ein Auswärtssieg gegen die „Nummer 1 in Hamburg“ drin und dann würde deren Welt untergehen, aber wenn nicht, geht zumindest unsere nicht unter. Ok, meine nicht. Und ein paar andere Welten auch nicht.
Aber mir graut es vor dem, was sich -je nach Ausgang dieses vermaledeiten Derbys- danach abspielt. Verlieren wir, werden wir verhöhnt, beschimpft und ein paar werden die Nerven verlieren und schwupps ist es ein Knäuel. Gewinnen wir, drehen die Rauten durch und ein paar werden die Nerven verlieren und schwupps ist es ein Knäuel. Spielen wir Unentschieden, werden dennoch einige die Nerven verlieren -auf welcher Seite vermag ich nicht zu prognostizieren- und … Sie wissen schon. Und wenn gar keiner so richtig die Nerven verliert, verliert vielleicht TeamGreen/Blue die Nerven. So, das sind also die Voraussagen für den Sonntag. Macht keinen Spaß. Nicht mal ansatzweise. Zumal die Rauten mehrheitlich wohl so unentspannt sind, dass sie ständig der Ansicht sind, wir wollten ihnen diese Nummer 1-Nummer abspenstig machen. Das erwartet niemand, davon geht niemand aus. Sollen sich lieber drum kümmern, dass sie aus dem farblosen Mittelfeld rauskommen und ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden, bevor sie sich zuviel Sorgen um unsere machen. Die sind nämlich gar nicht so hoch unterm Strich. Klassenerhalt.

Für den wären allerdings ein bis drei Punkte am Sonntag sehr von Vorteil, aber dabei ist egal, ob der Gegner HSV, Leverkusen, Gladbach oder Gau-Bickelheim heisst. Für mich jedenfalls. Ach, das ist alles irgendwie total … uncool.

Die scheinbare Stagnation in Sachen Sozialromantiker gefällt mir auch nicht. Also vereinsseitig mache ich mir da schon Gedanken, ob ich nicht vielleicht der sozialromantischste aller Sozialromantiker bin, wenn ich so Revue passieren lassen, was alles zu meiner Meinungsbildung beigetragen hat und es im Moment noch tut.

Und wenn ich die zigste Pyro-Diskussion in irgendeinem Forum sehe und wie sich alles gebetsmühlenartig wiederholt, dieses stetige Deja-vu bzw. deja gelesen, frage ich mich manchmal: was mache ich eigentlich hier? Und warum? Am Geld liegts zumindest nicht in dieser werbefreien Zone. Meine persönliche Absage an den Kommerz. Aber selbst da scheine ich irgendwie zu empfindlich zu sein. Warum eigentlich? So lange ich nicht für die Kalte Uschi oder die strippende Susi werbe, ist ja alles im Lack. Boah, bin ich genervt! Sorry, dass Sie es jetzt abkriegen, aber wer denn sonst?

Zumindest werde ich mir das beim Public Viewing anschauen, meine Karte wird zugunsten Viva Con Agua von einem gebabysittet, der unbedingt dabei sein will. Hoffentlich kommt er heil wieder.

P.S.: Übrigens gehe ich am Freitag zum Eishockey. Männersport. Vollkontaktmikado. Mal was anderes. Vielleicht hilfts ja. Meiner Stimmung.

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54 Gedanken zu „Wenn ich mal eskalieren dürfte?

  1. „Die sind nämlich gar nicht so hoch unterm Strich.“ Sehr schön.😀

    Und ich genieße es auch immer wieder, als Blogleser gesiezt zu werden. Mein Tipp zur Stimmungshebung: Raus aus den Foren, warm einpacken und ’ne Stunde an die Elbe. Alles wird gut. Und wenn die sich unbedingt Beulen wollen ist das für mich ein klares P.A.L.

    Ich freue mich aufs Public Viewing und habe keinerlei Zweifel, dass der HSV am Sonntag richtig dumm aus der Wäsche gucken wird. Und wenn nicht, auch gut. Das ist einer der tollen Teile des St.-Pauli-Fan seins. Aber wem sag‘ ich das.

  2. Man merkt, dass ich lange kein Derby mehr hattet. Das ist doch der Spaß an den Derbies. DIese Angst nicht verlieren zu wollen, eine Woche nervös zu sein, die Gegenüber zu verhöhnen und eine Woche unausstehlich zu sein, wenn man verliert.

    Wir legen ja mit unserem Derby gegen S03+1 am Freitag vor. Dann habe ich es hinter mir.

    Lieben Gruß

    Marc

    • Naja, September 2010 ist sooooo lange ja nun nicht her…

      Ich glaube auch, dass man Euer Derby nicht so ganz mit unserem vergleichen kann. Wir erheben ja nicht mal den Anspruch auf einen Derbysieg. Sage nur: 65 Millionen gegen 15 Millionen😉

      Das am Freitag schaue ich mir jedenfalls an, völlig entspannt. Im Gegensatz zu Ihnen😉

  3. Ich kann Ihren Unmut sehr gut nachvollziehen. Derbytime ist die Zeit der (gesunden) Rivalität. Es macht Spass mit Was-wäre-wenn-Vorstellungen in den Tag zu träumen. Relativiert wird dies allerdings durch die diversen, spackigen Riot-Ankündigungen auf beiden Seiten. Wer glaubt, dass der sog. Derbymarsch friedlich verlaufen wird, wird enttäuscht werden. Ich müßte mich schon sehr irren, wenn die zu erwartende Team Green Präsents nicht den einen oder anderen „Fan“ als Provokation aufstößt, der wiederrum nur mit Produkten des kommerziellen FC St.Pauli Partners Weco Feuerwerk entgegenzutreten ist.
    Da ich nicht nur zu den Leuten gehöre, die nicht 100%ig mit der Meinung der Sozialromantik übereinstimmen, sondern auch noch beim Spiel an der MVA dabeisein werde, habe ich als Fan mit immerhin 9 Jahren Dauerkartendasein auf dem Buckel einen schweren Stand. Da frage ich mich, ist das noch mein FC St.Pauli… dies allerdings aus anderen Gründen als die Sozialromantiker.

    • Zur MVA-Präsenz hat jeder eine eigene Meinung und das ja auch ok. Mal abgesehen von den pekuniären Erwägungen, also meiner persönlichen Prinzipienreiterei aka Kein Zwanni für nen Steher kommt eben das zu erwartende Spackentum dazu.

      Kommen Sie bloss heil wieder!

  4. Hammonius sagte am :

    Werte Jekylla,
    ich werde am Sonntag mein 14. Bundesliga-Stadt-Derby live erleben, zum 13. Mal muss ich dafür in den Volkspark. Mich kann im Grunde nichts mehr erschrecken… Halt, stopp, eine Sache gibt’s da – und jetzt muss ich mich outen, und das, nachdem es zum Hinrunden-Ende die Diskussion um frühzeitige Tribüne-Abgänger gab: Beim letzten Derby im Volkspark (April 2002) bin ich nach 65 Minuten aus dem Stadion gegangen, beim Stande von 4:0 für den h*v. Weil ich das Gefühl hatte, nicht ich lasse die Mannschaft alleine, sondern sie mich. Und weil ich mich von der Mannschaft beleidigt gefühlt habe – 0:4 nach knapp einer Stunde gegen den Lokalrivalen, ja, das habe ich persönlich genommen!
    Aber soweit wird’s am Sonntag ja nicht kommen. Hoffe ich mal…

    • Nun, wir waren uns ja einig, dass es Fälle gibt, in denen man einen vorzeitigen Abgang nachvollziehen kann. Das ist wohl so einer.

      Ich glaube aber, dass Sie dieses Schicksal am Sonntag nicht erleiden werden, ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft alles gibt, egal, wie es dann schlußendlich ausgehen wird.

  5. Ich werde dieses Derby nach dem lokalen Derby in Kreuzberg anschauen und anschließend über die Liebigstr. 14 nach Hause gehen, da hab‘ ich auch genug „Nervenverlierer“ unterwegs …zum Glück spielt dann abends Talco im SO36, dann hab‘ ich fast schon ein Remake des vergangenen, glorreichen Wochenendes.

    Aber trotz der völlig unnötigen Spannungen im Vorfeld, wäre ich doch gerne am Millerntor!

  6. Freitag Freezers? Dann sehen wir uns dort.

  7. „Was wollt ihr denn anstatt ‚Zecken‘ sagen?“, „Einfach, ‚Scheiß St. Pauli‘!“. – Aussage eines Fans beim letzten Heimspiel auf dem „Volksparkett“ zum Thema „Gedanken um „political correctness“ im Stadion“.

    Verstört und mit einem „Och nö, Jungs!“ auf den Lippen habe ich mich von der Bühne der verbalen Pamphlete abgewendet und meinen Dauerkarten-Platz auf der Nord erklommen. Dort werde ich auch am nächsten Spieltag hocken, wenn meine Gesundheit wieder mitspielt. Ich liebe diese Stadionatmosphäre (der eigentliche Grund warum ich ins Stadion gehe)! Der Gedanke, in einem Mob schlecht angezogener HSV-Fans mit „Scheiß St.Pauli“-Shirts zu sitzen, erfüllt mich jetzt gerade auch nicht mit Vorfreude. Hoffen wir ganz naiv auf das Beste und ansonsten auf ein rund um sutsches Spiel!

    (Änderung des Fanverhaltens in manchen Kreisen der HSV-Anhänger in Bezug auf St. Pauli sieh ich zurzeit leider nicht, da schon der Nachwuchs fleißig und effektiv abgerichtet wird!)

    • Ungefähr genauso, wie mir das „HSV ist Scheisse“ oder „Wir sind St. Pauli, Scheiß HSV“ in fremden Stadien auf die Nerven geht. Also da besonders.
      Es ist so unkreativ, so langweilig, so gar nicht das Ironische, was uns gerne mal auszeichnet.

      Gute Besserung an dieser Stelle, auch noch krank beim Derby wäre ja nun wirklich mehr als… suboptimal.

  8. Über den Sinn oder Unsinn von „Fanfreundschaften“ habe ich mir schon öfters Gedanken gemacht, beim letzten Spiel gegen Köln das ich erlebt habe (in Köln, 2.Liga) gab es auch Zwischenfälle, Prügeleien in der Straßenbahn u.a.
    Glücklicherweise nur davon gehört und nicht selbst erlebt, dafür mit vielen Kölner Fans in Kölner Fußballkneipen friedlich das 1:1 gefeiert. Es sind doch meistens nur ein paar Idioten die eskalieren, aber unter 100 friedlichen Fans fallen 2 Vollpfosten einfach mal schneller auf. Bedauerlich dass es wieder Kölner waren diesmal, wo ich doch eigentlich Sympathien hege für den Club und die Stadt.
    Das Derby werde ich ebenfalls am Millerntor sehen, da muss man aber auch erstmal heil hin und wieder wegkommen, wenn die Route durch „feindliches“ Gebiet führt. Schon unglaublich was man sich für Gedanken machen muss, nur weil man Fußball gucken will.

    • Ich erinnere mich an das Straßenbahn-Desaster, wir waren einen Wagen hintendran, fröhlich am Feiern (zwei St. Paulianer, der Rest des Wagens Kölner), als das losging.

      Geht mir eben deswegen genau wie Ihnen, hege auch Sympathien für die Stadt und den Club, der beste Freund ist Köln-Fan, wir leiden ja auch immer miteinander, sogar bei Spielen gegeneinander.

      Ich fühle mich am Millerntor aber irgendwie sicherer. Kann ein Trugschluß sein, ich hoffe nicht.

  9. Zum Thema Fanfreundschaften:
    Solche Freundschaften enstehen ja meistens ja nur aufgrund Kontakte Einzelner oder kleineren Gruppen. Celtic – Sankt Pauli ist vllt die einzige Ausnahme.
    Aber grade auch in letzter Zeit hört man ja immer wieder Freundschaft hier, Freundschaft da, nur weil die andere Fanszene auch antifaschistisch eingestellt ist. Grade international ist da einiges am laufen.
    Zwei Beispiele:
    Vor ein paar Monaten habe ich mir ein Spiel von PAOK Saloniki aus Griechenland angeguckt. Die PAOK-Fans meinten, es bestünde eine Fanfreundschaft zwischen dem FCSP und PAOK. Da ja u.a. beide Fanszenen „politisch links“ seien. Ich wußte nichts von Kontakten zwischen Sankt Pauli und PAOK, aber es waren so nette Leute und das Spiel an ihrer Seite zu verfolgen war eine große Freude (trotz Sprachproblemen), sodass ich sie nun eher als meine „Freunde“ bezeichnen würde als z.B. die Kölner.
    Oder als ich im Sommer eine Rundreise durch Tschechien gemacht habe, wollte ich Fans der Bohemians 1905 Prag kennenlernen. Als ich also eines Tages in Prag mit einem ins Gespräch kam, meinte dieser er habe nur mal ein paar Braun-Weiße in der Kurve gesehen.. Weiter nichts.. Freundschaft sieht anders aus, oder? Später fand ich heraus, dass es auch wieder nur einzelne Gruppen waren, die diese „Freundschaft“ ins Leben gerufen hatten.
    Ok, war jetzt ein längerer Exkurs😉 Was ich eigentlich sagen wollte:
    Freundschaft ist relativ und ich habe mich nie mit der Fanszene aus Köln besonders verbunden gefühlt. Aber dafür z.B. mit Teilen der Fanszenen von FSV Frankfurt, Union Berlin, Sachsen Leipzig oder Dynamo Dresden (Ja, auch da gibts es echt nette Leute).
    Die einzige Ausnahme bildet wohl Celtic.. Da gibt es ja regelmäßig Events etc und jede/r hat wohl schon mal einen Grün-Weißen am Millerntor gesehen😉

    Bei allen anderen Punkten haben Sie, wie meistens, recht.😉
    Viel Spaß beim Eishockey.. Ich brauchs nicht so, aber das muss wohl jede/r für sich selbst entscheiden (wie bei der Auswahl seiner Freunde;))

    • Da geb ich dann Ihnen wieder Recht, letztlich sucht man sich seine Freunde selber aus. Ich leg noch einen drauf: selbst bei Hansa Rostock gibt es nette Leute😉

      Und andersrum gibt es selbst bei Celtic Stimmen genug, die auch diese Fanfreundschaft in Frage stellen.

      Ich war früher öfter bei Spielen in Canada, das ist natürlich noch mal eine andere Hausnummer, in einem „Mutterland“ des Eishockey, aber ich freu mich schon auf Freitag, ist mal was anderes und außerdem weiß ich jetzt, dass Herr @rim_light auch da sein wird, da lohnt sich der Exkurs doppelt😉

      P.S.: Sie kommen ja ganz schön rum🙂

      • Sicher, es gibt auch Stimmen, die die Feindschaft zwischen den Rangers und Celtic in Frage stellen😉
        Nein, aber das ist schon ne Mainstream-Freundschaft😀

        Es liegen wohl Welten zwischen Kanada und Kassel.. Sagen wir so, Eishockey in Deutschland konnte mich bisher nicht überzeugen.. Ich wußte aber auch nicht, dass Sie öfters in Kanada waren😉

        Ich bin sehr froh, dass ich in letzter Zeit gut rumkomme🙂 Die Welt und verschiedene Kulturen zu erleben, finde ich sehr spannend.. aber natürlich auch verschiedene Fußballkulturen😉

        • „Mainstream-Freundschaft“ trifft es in der Tat wohl am besten😉

          Horizonterweiterung, egal, ob in fußballkultureller oder einfach kultureller Absicht, ist immer eine lohnende Sache.

          Verwandschaft in Toronto hat das canadische Eishockeyerleben ermöglicht.

  10. Was ich ja heute Nachmittag schon sagen wollte:

    Ich werde das Derby völlig ignorieren. Nicht in der Stadt sein, nicht Public viewen, einfach nach dem Spiel gucken, wie es ausgegangen ist. Das P****fechten auf beiden Seiten geht mir dermassen auf den Keks, dass ich jeglichen Spass daran verloren habe. Danach dann wieder. Klar, ich freu mich über 3 Punkte, aber der Rest.. muss ich grad überhaupt nicht haben.

    Und die Kölner.. sind, wie sie halt sind (also äh.. wie *diese* Kölner sind). Und die gibt’s ja leider und weiß Gott nicht nur in Köln. Auch da sind wir uns glaube ich einig… Muss auch nicht. Gabs aber schon immer. Und wir haben uns ja auch schon das eine oder andere Mal gemeinsam darüber aufgeregt, denke ich. Aber DAS macht mir das ganze irgendwie (zum Glück) nicht madig. Liegt vielleicht daran, dass ich eh nie einen Glauben an die Menschheit mein Eigen nannte…

    Und die Sozialromantik.. Mal gucken. Ich war wie Sie wissen ja sehr zwischen den Stühlen. Von daher bin ich eher auf der „Mal abwarten, was kommt und dann mal sehen“-Position. Direktes Umsetzen von irgendwas hab ich so oder so nicht erwartet, dazu mahlen so Mühlen in der Regel einfach auch schon viel zu langsam…

    Aber – siehe Twitter- einfach mal gedrückt fühlen. Der Nerven wegen!

    • Oha, Totalverweigerung ist ja noch einen Tacken weiter. Aber ich bin sicher, Sie haben alternativ ein weitaus wichtigeres Programm, es gibt ja da noch so was wie Leben in echt, grüßen Sie mal schön😉

      Wissen Sie, ich bin ja eher Skeptiker, was die Menschheit angeht, aber wenn ich mich dann mal hemmungslos und Positivismus verstricke, bin ich dann entsprechend… ja, was eigentlich? Na das eben, das von jetzt gerade.

      Allerdings habe ich gerade eine wunderbare Mail bekommen, die genau den Punkt getroffen hat. Und sich mal gedrückt fühlen, kommt da auch direkt richtig🙂

  11. TantePolly sagte am :

    Ich werde das Derby nicht ignorieren. Allerdings werde ich ich es mir weder im einen, noch im anderen Stadion ansehen, sondern zusammen mit ein paar Freunden via TV. Die Zahl der FCSP- und HSV-Anhänger wird sich dabei wohl ungefähr die Waage halten und je nachdem welche Mannschaft vorne liegt, wird geätscht und das war’s.

    Was das Spiel gegen Köln betrifft, haben Sie wirklich etwas verpasst, und ich habe Sie auch schwer vermisst, nachdem ich mich schon mal aus meiner Höhle herausgetraut hatte und ins Stadion locken ließ. Ich schwebe immer noch vor mich hin, wenn ich an die Tore denke.🙂 Und was die Kölner/Hamburger/St. Pauli/Bremer/Rostocker/Berliner/Münchner/Kleinkleckersdorfer Vollspacken betrifft, die meinen, sie müssten bei Fußballspielen aggressiv werden – das sind für mich keine Fans, denen geht es nicht in erster Linie um den Sport und den Support ihrer Mannschaft. Insofern würde ich Fanfreundschaften auch nicht am Verhalten dieser Sozialversager festmachen, sondern daran wie die Vereine und die richtigen Fans miteinander umgehen.

    Und die Sozialromantik? Die würde ich nicht so schnell ad acta legen. Ich denke, es war vielen gar nicht so klar, dass das Millerntorstadion nun bei jedem Spiel leuchtend rot erstrahlen soll. Zumindest kenne ich ein paar Leute, die der festen Überzeugung waren, die roten Flaggen würden erst wieder benötigt, wenn der Verein nach einigen Wochen immer noch nichts geändert hätte. Ich denke, da fehlte es einfach nur ein wenig an Promotion.😉

  12. sparschaeler sagte am :

    meine meinung über das stadtderby sollte hinlänglich bekannt sein. ich werde mir das spiel im heimischen stadion ansehen weil ich mir eher die pulsadern aufschneide als nach stellingen zu fahren.

    egal wie das spiel ausgehen mag das eine weiß ich jetzt schon, die mannschaft wird alles geben und wenn es am ende nicht reicht…..so what.

    ich kann am übernächsten wochenende wieder einen spieler wie boll anfeueren, der immer 150% für den verein und die fans gibt und muß mir nicht profis ansehen die öffentlich bekannt geben das ihre beine ab sofort ohne herz spielen.

    zuviel geld verdirbt dann wohl doch den charakter.

    • Mittlerweile steigt die Anzahl der Spieler, die beim HSV bleiben müssen. Der Chupo-Moting wollte ja sogar lieber zu Kölle und es ward ihm nicht vergönnt. Der wird sicher auch den Rest der Saison vollen Schub geben. So wie Ruud?

      Ich seh das wie Sie. Muss ich ja nicht extra sagen. Boller, Schulle, Ebbe, Asa, Basti, Volzy, Bruuuns und und und. 1910%.

  13. In Sachen Sozialromantiker und Fanprotest muß ich aber doch widersprechen, denn die Jolly Rouge waren im Stadion deutlich vertreten. Der Protest konnte gar nicht auf dem gleichen Niveau des letzten Heimspiels erfolgen, sowas würde sich nur schnell totlaufen. Präsenz wurde deutlich gezeigt und auch die Fahnen empfand ich eher als mehr, wenn man die Gesamtheit sich anschaut. Nur die ganzen Pappen und Flyer können nicht für jedes Spiel neu produziert werden, das ist ja auch eine Zeit und Geldfrage. So ein Protest braucht Durchhaltevermögen und wenn ich all die Fans mit roten Sachen, Fahnen und auch einigen Tapeten sehe, dann ist mir nicht bange, daß da noch mehr kommen wird. Aber vielleicht mußte man für diesen Eindruck auch live dabei gewesen sein.

    Und zum nächsten Heimspiel soll je wieder eine vereinte Aktion kommen. Der Vorbereitungszeit wegen wurde dies ja verschoben.

    Jetzt aber erstmal zum Vorstadtrivalen. Live dabei und hoffentlich heil werde ich darüber berichten.

    • Oha, falsch verstanden, ich schrieb „vereinsseitig“, nicht fan-seitig.
      Ich habs den Bildern wohl entnommen, vor allem auch Ihrer wieder mal großartigen Bilder-Show, dass Rot sehr präsent ist.

      Kommen auch Sie heil wieder!

      Mein Highlight des Tages:
      „Mopo: „Haben Sie Angst vor einer Derby-Demütigung?“ B. Reinhardt: „Natürlich nicht, ich freue mich darauf!“
      🙂

      • Hmm… Also als Mitglied und Fan ist mein Protest ja auch „vereinsseitig“. Meinten Sie die Vereinsführung? Und falls ja – wieso stellen Sie sich in Ihrem Beitrag in deren Zusammenhang? Mir erschließt sich das einfach noch nicht. Vielleicht steht die Tastatur ja auch auf dem berühmten Schlauch, ich guck mal nach… o.O

        • Vereinsführung meinte ich, in der Tat.

          Das zu erklären ist schwierig, es ist mir einfach zu ruhig, ich habe mehr erwartet. Mehr vorangehen. Unter anderem auch wegen eines bestimmten Treffens. Das ist der Zusammenhang.

          Ich erkläre das aber zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht noch mal genauer.

      • Oh, und heil will ich wirklich wiederkommen. So ganz ohne Sorgen bin ich da nicht, will mich aber auch nicht verrückt machen.

        Mit einem Derbysieg für uns rechne ich nicht, nehme ich aber auch gerne.😉

  14. Piet sagte am :

    Ach, das nervige Pyro… Medien haben ein Interesse an solchen Bildern, weil’s sich sowohl als „authentisch, stimmungsvoll“, als auch unter dem Label „gefährlich, brisant“ gut verkaufen lässt. Zündelnde Vollhonks können sich also in jedem Fall bestätigt sehen, wenn ihre Bilder sogar auf Vereins-Homepages auftauchen, sodass sich da auf absehbare Zeit auch nichts ändern wird. Leider. Bleibt nur das gemeinsame „ihr seid doohof“ (da sind wir ja eh einer Meinung), aber ändern wird das, wie gesagt, nix. Fürchte ich.

    Und das Derby: Es ist in der Tat ja das Schöne, dass unsere kleine Fußballwelt selbst dann nicht untergeht, wenn wir verlieren. Nicht nur, weil Stellingen als „großer Verein“ naturgemäß unter einem viel größeren Erfolgsdruck steht, sondern auch und im Wesentlichen, weil das ‚Gewinnen um jeden Preis‘ bei uns gar nicht im Vordergrund steht. Ein riesengroßer Unterschied im Fan-Sein: Solange ‚wir‘ gut spielen und alles geben, sind wir immer auch Gewinner!

    Und was die Randale angeht: Ich fürchte, da es die zwischen dem „vornehmen Club“ an der Alst…, äh, an der Müllverbrennungsanlage und uns sprichwörtlich schon seit Generationen gibt, wird sich daran auch jetzt nix ändern. Neben den unverschämten Preisen einer der Gründe, warum ich lieber am Millerntor gucke; oder in „meiner“ Kneipe, wo ich mein Bierchen sogar mit Vorstädtern zusammen gucken kann (die sich — außer Sonntag — auch über „Pauli-Siege“ freuen, einfach so). Alles sehr entspannt, selbst wenn sich irgendwelche Vollidioten da draußen blaue Augen holen (wollen).

    Wie auch immer, ich freue mich trotzdem auf’s Derby! Sollten wir tatsächlich gewinnen, geht eh alles auf’n Kiez, der dann wohl so Kopf stehen dürfte als wär’s ein Aufstieg. Oder so.😉

  15. mich freuen diese Zeilen – bei allem Ärger „Ihrerseits“.

  16. flotzge sagte am :

    Liebste frau jeky,
    Blog beiträge wie dieser unterstützen so Alles was ich am fc st Pauli liebe.
    Ein kopf nickender, ja genau sagender text.

    Vielen dank

  17. Da bist du nicht allein. Selbst ich als Kölnfan konnte mit dem ganzen Pyroscheiß vom Wochenende einmal mehr nichts anfangen. Das nervt einfach und erzeugt unnötig eine Atmosphäre, die eigentlich nicht sein muss… und uneigentlich auch nicht…

    • Wie der Kommentator vom MSV Duisburg berichtet, scheint es aber stimmungsmäßig kein Einzelfall zu sein. Weitet sich der Kölner Frust auf breiter Basis aus?

      Ja, weder eigentlich noch uneigentlich noch überhaupt.

  18. Auch wenn für Sie das Hamburger Spiel der Spiele wahrscheinlich schon vor allem im Fokus ist, geht mir noch was durch den Kopf zu den „Vollhonks“ und Ihrem mit wunderbarem Schwung geschriebenen So-Nicht. Beim DFB-Achtelfinale des MSV Duisburg in Köln habe ich ja ein paar unangenehme Momente durchlebt, die mein Fußballzuschauer-Dasein für einige Zeit sehr irritiert haben. Zugegeben, ich war zu der Zeit auch sehr dünnhäutig, aber als Ergebnis dieses Spiels blieb erst einmal, du willst nicht Zeit und Ort mit Menschen teilen, denen Gewalt so selbstverständlich ist.
    Dummerweise sind die Idioten unter den Zuschauern auch Fußballfans, so ungern zumindest die hier lesenden und kommentierenden, mich eingeschlossen, das auch haben wollen. Da sind wir uns sogar einig mit Verantwortlichen der Vereine und dem DFB. Wir können alle sagen, das sind keine richtigen Fans. Damit verschaffen wir uns die Ruhe, um das Spiel zu genießen. Akzeptiert man aber die Wirklichkeit wie sie ist. Lässt man die Wirklichkeit in ihrem ganzen Ausmaß an sich heran, wird einem ganz schön mulmig. Diese Idioten unter den Fans gibt es tatsächlich überall. Wir aber sind das Publikum und sie sind ein Teil von uns. Dann wird spürbar, wie dünn diese Schicht Zivilisation ist, die uns davon abhält uns gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Ich glaube, das wurde für mich in Köln so lebendig.
    Gleichzeitig gab es diese Erfahrung in einem geregelten Rahmen. Bin ich verdammt froh drum.

    • Piet sagte am :

      Natürlich sind auch Hooligans, Pyromanen & Co Fußballfans. Auch.

      Aber: Wenn sie die allgemeinen Regeln so derart mit Füßen treten, dass sie Gefahr laufen, nicht nur dem Rest des Publikums die Freude am Fußball zu nehmen (sie tun den Sch** ja für sich selbst), sondern auch selbst nicht ins Stadion zu gelangen (ich fokussiere mal darauf, nicht auf die fahrlässige und mutwillige Beeinträchtigung unbeteiligter Dritter), wenn sie also ihre egoistischen Vorlieben offensichtlich mehr lieben als den Genuss des Sports im Stadion, ist ihr Fansein möglicherweise so gering ausgeprägt, dass man mit einiger Berechtigung von ‚Nichtfans‘ sprechen kann. Zugespitzt, quasi. Auch wenn die Befürworter dieser Art von Unkultur das nicht so gerne hören.

      Und ganz ehrlich: Für mich wird dabei überhaupt nicht deutlich, wie dünn die Haut ist, die uns davon abhält, uns gegenseitig an die Gurgel zugehen, sondern ausschließlich, wie gering bei jenen die Fähigkeit ausgeprägt ist, sich zu beherrschen. Tscha, und wenn die (hier nun absichtlich exkludierend) es nicht schaffen, ihren Trieb, andere zu vermöbeln und/oder auf andere Art zu gefährden, zu unterdrücken, dann haben sie im Stadion nichts verloren und werden aus meiner Sicht auch ganz zu Recht als Nichtfans, als nicht dazu gehörend beschrieben.

    • @Herr Jaratz
      Damit andere Leser wissen, worum es geht, hier mal der Link

      http://zebrastreifenblog.wordpress.com/2010/12/23/wer-ist-der-schreck-vom-niederrhein-nur-der-msv/

      wobei ich sicher bin, dass Sie das noch relativ „unaufgeregt“ darstellen, denn an Ihrem jetzigen Befinden merkt man ja doch, dass das nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Zu Recht.

      Ich sehe das wie Piet, mir sind die gängigen Fan-Definitionen bei solchen Verhalten auch schnurz, dienen sie diesen Leuten letztendlich ja nur zur Sanktionierung ihres Verhaltens.

      Wenn ich zu diesem Derby ginge, würde ich das sicherlich auch nur inmitten einer großen Gruppe tun, weil die Chance geringer ist, da als einzelner „abgegriffen“ zu werden. Allerdings steht der „Marsch“ der St. Paulianer am Sonntag ja auch weniger unter einem Rautenmotto wie „Das Viertel erobern“ oder „St. Ellingen ist braunweiß“, sondern mehr unter Sicherheitsbedürfnis in der Gruppe. Wer will auch schon St. Ellingen erobern? Das dürfen sie gerne behalten.

  19. David sagte am :

    Moin nach Pauli!

    Interessanter Blog, das vorweg. Ich bin Köln-Fan, war allerdings nicht mit dabei. Möchte trotzdem gerne den Eindruck, den ich aus der Ferne in Sachen Fanfreundschaft habe, schildern.

    Unter Köln-Fans wird sich die Story mit Fanfreundschaft und Pauli in etwa so erzählt, dass sie bestand, seit dem Pauli 1978 den FC hat 5:0 gewinnen lassen während die Gladbacher und Dortmunder mit ihrem 12:o probierten die Meisterschaft zu verschieben. Dafür war man Pauli in Köln sehr dankbar, darauf begründet sich die Fanfreundschaft. Den ersten Knacks gab es in den 90er, als Köln gegen Celtic spielte und wohl mehrere Hundert Paulifans nach Köln kamen – um Celtic anzufeuern. Seit dem sind zumindest die Ultragruppen nicht mehr besonders freundschaftlich verbunden. Die Pyroaktion inklusive „Scheiss St. Pauli“-Rufen vom Wochenende ist meines Wissens eine „Rache“-Aktion für die 20-Minütigen „Cologne, Cologne, die Scheisse vom Dom“-Rufe der Paulifans beim Hinspiel in Köln.

    Soweit das, was ich von Ultragruppe so höre hier in Köln. Ich denke für den Otto-Normal-Fan besteht immer noch das Gefühl einer Freundschaft zwischen St. Pauli und dem FC – und für mich auch. Ich hoffe für Pauli das beste, auch wenn der FC natürlich für mich wichtiger ist. Aber sobald wir gesichert sind, halte ich zu Pauli im Abstiegskampf. Warum? Keine Ahnung. Ich mag Pauli, allein schon weil sie Fanszenen die eher rechts einzuordnen sind Paroli bieten.

    Soviel dazu!
    Grüße aus Köln!

    • Ich war auch beim Hinspiel in Köln, fand die „Cologne, Cologne“-Rufe genauso armselig. So gesehen nehmen sich die betroffenen Gruppen nichts.
      Halte das wie Sie, meine Sympathien sind auch Otto-Normal-Sympathien, gestützt noch zusätzlich durch den besten Freund, der dem Geißbock verfallen ist.

      UEFA Cup 1993, nehme ich an. Köln-Celtic ist natürlich eine sehr unglückliche Paarung. Aus den Anfängen der Fanfreundschaft, wie ich mal nachgeforscht habe. Ok, das ist für den Otto-Normal-Fan auch etwas entspannter.

      Gruß nach Kölle, jetzt dürfen Sie auch wieder gewinnen😉

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