Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

06.02.2011 DaZke für den Derby-Rasen, RaSpo Stellingen

oder Derby der Peinlichkeiten endet 3:0 für den Rasensportverein Stellingen aka HSV.

Man weiss ja gar nicht, wo man anfangen soll. Bei dem Rauchbombenverstecker, den Rasenverlegern oder den Randalierern gestern Abend auf der Reeperbahn. Der HSV ist ein unerschöpflicher Quell an Peinlichkeiten und wird eigentlich nur noch von den eigenen Fans übertroffen, die trotz aller Widrigkeiten das Schönreden einfach nicht lassen können.

Die Nummer 1 in Hamburg will einen neuen Rollrasen verlegen, ignoriert Wettervorhersagen -oder haben vielleicht das Fax des Deutschen Wetterdienstes zu spät bekommen- und schiebt den Stadionswimmingpool dann eben auf den für Hamburg total untypischen Dauerregen. Das war nicht vorhersehbar, lieber HSV, dass es im Februar in Hamburg regnet, ist das doch quasi das Abu Dhabi Deutschlands klimatechnisch.

Jede Woche gibt es Neuigkeiten vom Hamburger Spaß Verein, eine nicht endenwollende Auflistung an Anekdötchen, die selbst wir vom Stadtteilverein nur noch amüsant finden können. Erst das Getöse um Veh und Hoffmann, dann das Hickhack um Reinhardt und Sammer, dann der Herr van Nistelrooy, dessen Herz schon in Madrid ist, der Herr Petric, der eigentlich auch lieber ganz woandes wäre, die lustige Geschichte um Faxim Choupo-Moting und jetzt hätten wir die Rasenposse. Kann man das noch toppen? Ich sage: wenn einer das toppen kann, dann die Nummer 1 in Hamburg, denn das sind sie nicht umsonst, wie wir dieses Wochenende gelernt haben.

Es ist sicherlich ausgeschlossen, dass dieses Spiel analog einer UEFA-Entscheidung am grünen Tisch für den FC Sankt Pauli gewertet wird, dazu hängt zuviel Geld in der Sache, niemals würde die DFL dem Bundesliga-Dino deartig in die Haxn grätschen. Wie es umgekehrt wäre, mag ich nicht beurteilen. Es kommt nach wie vor auch gar nicht so drauf an, wie dieses Spiel, wann immer es auch stattfindet in der Wieauchimmersiegeradeheißenmag-Arena, leztendlich ausgeht, eins steht fest: die Lachnummer der Liga ist genau jetzt, wo auf vielen Sportplätzen in und um Hamburg Fußballspiele ausgetragen werden, #nurderhsv

Und anstatt mit Selbstironie wenigstens inmitten des Desasters noch Größe zu zeigen -wie es durchaus möglich gewesen wäre, wie man bei @blogHSV sieht

ergeht man sich anders-fanseitig lieber in den üblichen Nonsens-Ergüssen

die so gar nichts mit dem aktuellen Dilemma zu tun haben. Aber Hauptsache, mal in irgendeine Richtung die stumpfen Reißzähne gebleckt. Was in diesem Moment beinahe mitleiderregend lächerlich wirkt.

Aber vielleicht lenkt es ja davon ab, dass im Vorfeld des Derbys wieder mal der HSV mit Aktionen glänzt, die keiner braucht. Einem Aufruf zu einem Warmup-Treffen am Hans-Albers-Platz, inmitten des verhassten Stadtteils. Natürlich sicher nur in absolut friedlicher Absicht, würden ein paar mir bekannte Flauten-Träger sagen. Wie friedlich, konnte die Polizei ja gestern feststellen. Chapeau. Erst das Derby ins Wasser fallen lassen und dann noch auf dem Kiez randalieren – da kann man wirklich stolz sein als Fan.

Nicht auszudenken, was über den FCSP ausgeschüttet worden wäre, wenn unser Stadion nicht bespielbar gewesen wäre. Was wurde schon über unsere baufällige Hütte hergezogen und nun das. Ein nicht bespielbares Weltvereinsstadion an der Müllverbrennungsanlage. Jeder halbwegs kompetente Landschaftsgärtner hätte von einer Rasenneuverlegung im Februar bei einer Frostvorgeschichte und einer durch Wettervorhersagen absehbare Wetterlage abgeraten, aber da wollte der Vorstadtverein dem kleinen Kiezclub wohl mal zeigen, wie Bundesliga geht. Das ging ja nun richtig daneben.

Egal, wann es nun zu einer Neuansetzung kommt (an der ich als Auswärtige dann sicher nicht teilhaben kann, danke auch für in den Sand gesetzte Reisekosten und einen Urlaubstag, lieber HSV!), nach der Dazke-Choreo ein weiteres Highlight in der unendlichen Geschichte des Weltvereins.

Wie sagte David Jarolim noch kürzlich in der MoPo? In Europa kennt keiner den FC Sankt Pauli. Ja, lieber Herr Jarolim, dafür kennt den HSV jetzt die ganze Welt

“Das Spiel wird stattfinden. Das wäre ja sonst das Allergrößte!” (Armin Veh, Trainer #hsv am Freitag)

Das ist in der Tat das Allergrößte, Herr Veh. Eine GAP sozusagen, die Größte Anzunehmende Peinlichkeit.
Und vergleichen Sie sich bitte nicht mit Amateurvereinen und rechtfertigen die Spielabsage mit einem Spielausfall von Paloma gegen Wedel am Wochenende.

Die faz fasst hier zusammen.
Der Hamburger Schönwetter Verein (danke @Paul_in_Hamburg) hat zwar für eine überaus enttäuschende Derby-Absage an diesem Wochenende gesorgt, wird aber mit dieser Geschichte erneut unsterblich werden. Wir sagen:

DAZKE!

Edit: Der Herr Reinhardt hatte sich ja auf die Derby-Demütigung gefreut. Dann ist seinen Erwartungen ja vollumfänglich entsprochen worden.

Edit: Von dinosaurieren und Camembert und was man aus den Buchstaben, H, S und V noch alles machen kann bei momorulez .

Edit: Zum Thema Krawalle hier was für die Fraktion „Die anderen haben ja auch…“

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84 Gedanken zu „06.02.2011 DaZke für den Derby-Rasen, RaSpo Stellingen

  1. Schön, wie immer. Doch wo bleiben die schönsten Twitter-Momente? Da gabe sdoch wahrlich einige. ^^

    • Oh ja, da gab es so viele, dass das wohl den Rahmen eines Blogposts sprengen würde. Muss mal sehen, ob ich die alle faven kann und auf irgendeiner Liste… kann mir da ein twitter-Experte vielleicht einen Tipp geben? *fragindieRunde*

  2. Im Gegensatz zu gestern ist der Groll hier doch sehr deutlich akzentuiert.

    Der Verweis auf die „analoge“ UEFA-Entscheidung ist aber eigentlich unzulässig, da dort über die Gründe der Unbespielbarkeit meines Lesens nach keine Aussage getroffen wird.

    Ich für meinen Teil habe versucht mit Selbstironie den Abend zu retten. Hätten Sie ja trotz ihres Grolls als Positivbeispiel einbinden können. Doch gut, der Artikel hat eine negative Intention zugrunde, da passt das wohl nicht.

    Nichtsdestotrotz ist die Absage ärgerlich wie vermeidbar gewesen.

    Kopfschütteln auch von meiner Stelle in Richtung der Randalierer. Primaten.

    • An Sie dachte ich auch bei „wie es durchaus möglich gewesen wäre“, ich wusste nur nicht, ob ich es verlinken soll/darf. Erledige ich sofort.

      Ja, der Groll ist heute, bei Tageslicht und angesichts eines Rückflugs unverrichteter Dinge deutlich größer. Die harten Fakten der Realität im Tageslicht und die Nachwehen der Nacht auffem Kiez machen die Situation noch unerfreulicher als gestern abend.

  3. Feine Zusammenfassung.

  4. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Außer einem Dank.

  5. Schöner Beitrag.
    Gibt meine Gedanken genau wieder. Danke!

  6. Warum kann die UEFA nicht einfach nen Pokal für das unfähigste Management im europäischen Profifußball ausloben? Dann hat der HSV endlich wieder nen internationalen Titel und wir müssen das Gejammer nicht mehr hören.

  7. Pingback: Der Hohn- und Spottverein! Flaute dank Raute … « Metalust & Subdiskurse Reloaded

  8. Piet sagte am :

    Wunderbar geschrieben! Tja, was hätte der DFB wohl im umgekehrten Fall entschieden… aber ganz ehrlich: Ein Ergebnis am grünen Tisch ist doch nichts, was wir uns je wünschen würden. Gewonnen oder verloren wird auf dem Platz, erhobenen Hauptes.

    Über Nicos unsouveräne Reaktion hatte ich mich auch gewundert, schreibt er doch sonst durchaus eloquent. Aber die Vorstädter sind wohl sein wunder Punkt, und in der Hinsicht mag er möglicherweise ein sehr typischer Vorstädter sein. 😉

    • Da bin ich wirklich froh, dass es mit @blogHSV aka Erik Griephan noch andere Vertreter der HSV-Fans gibt. auch @Super_HSV beweist mit den Retweets doch Humor, @HanseatUnikat lässt es an realistischen Einschätzungen auch nicht missen.
      Allerdings frage ich mich dann manchmal: wie ertragen sie sowas auf Dauer?

      Aber die unsouveränen Reaktionen, das biestig-kleinliche, das vergrätzte-humorbefreite Agieren überwiegt. Ich kann mir vorstellen, wie wir uns über unseren Verein geäußert hätten, wenn das bei uns passiert wäre. Selbstironie ist allerdings ein Wort, dass man manchen auch durch Buchstabieren nicht näherbringen kann.

  9. Pingback: Stadtderby? Aber nicht heute! | kunstGRIFF

  10. Kurz nachdem ich gestern feststellen musste, dass das Talco-Konzert hier in Berlin völlig ausverkauft war kam die Meldung von der Absage des Derbys. Das, was dann auf Twitter ablief machte definitely meine night, man müsste das echt zusammenfassen. Und je mehr darüber geschrieben wird, desto grandioser ist das Ausmaß des Verkackens. Ich warte eigentlich nur noch auf den ersten Nachweis, dass der Rasen dem Value irgendeines Shareholders zum Opfer gefallen ist, ob es dann wohl auch Sozialromantiker in St. Ellingen geben würde? Wohl kaum …

    Für mich hat das jetzt den Vorteil, dass ich a.) mich länger über den Erfolg der Eisernen und dem VfB freuen darf und dass ich b.) nochmal schön relaxen kann bevor ich mir die Nacht mit American Football um die Ohren haue.

    Vielleicht sollten wir aber dem RaSpo Stellingen (großartig!) auch dankbar sein: Am kommenden Wochenende machen wir Gladbach naß und dann geht’s mit unschlagbarer Motivation sowie Oczipka und Rothenbach nach Mordor… hmmm… ich sollte meinen Tip hinsichtlich der Tordifferenz erhöhen.

    • Für die Eisernen freut es mich aus zwei Gründen. Erstmal für den Erfolg an sich und zweitens mal dafür, dass es anders als bei den Hamburger Vereinen den Berlinern offenbar möglich ist, ein Derby mit kleinstmöglicher Aufregungsmenge durchzuziehen. Wie auch in Dortmund gegen Schalke. Es wird Zeit, einzusehen, dass das in Hamburg nicht geht. Niemals gehen wird.

      Die Tweets waren teilweise absolut prämienreif, das hat mich gestern doch noch etliche Male zum Lachen gebracht, aber nach einer Nacht Schlaf überwiegt wieder der Zorn auf die Unbelehrbaren und… die anderen.

  11. Clausthaler sagte am :

    Ich habe schon auf Ihre Reaktion gewartet, werte Frau Jekylla. Wie immer sehr treffend. Irgendwie passt das schon alles ins Bild, was das „Grün-Dungs“-Mitglied hier vor unseren Augen ausgerollt hat.

    • Wie schön, dass es wieder der HSV ist, der in der Medienberichterstattung die Goldene Zitrone mit nach Hause nehmen darf.
      Aber auch das wird nichts ändern, so lange es dem Gros nur um den sportlichen Erfolg geht und der Rest schlichtweg vernachlässigbar ist.

  12. Mein tiefstes Mitleid für Alle die nun auf mehr oder weniger hohen Kosten sitzenbleiben! Ansonsten muss man sich wohl zu diesem Drecksverein nicht groß weiter äußern… wenn ich an die letzte Nacht und den randalierenden Mob denke, muss ich mich aber arg zusammenreißen um nicht in Gewaltfantasien abzudriften. Gott, was verachte ich dieses Pack.

    Schade, dass es mit dem Bier nicht geklappt hat… Gegen Gladbach da?

    • Ich versuche es mit Gladbach, muss morgen mal alles neu planen. Zumindest für dieses Derby brauche ich keinen Urlaub, selbst wenn ich welchen bekäme. Ich will ihn nicht.
      Wenn es einen Fußballgott gibt, belohnt er die Richtigen.

      Ich bin an sich auch kein gewaltbereiter Mensch, das Wort als Klinge ist mir lieber, aber ich entdecke durchaus Potential in mir, vor allem nach gestern Nacht. Das Vorhandensein von Resthirn verhindert allerdings die Nutzung des Potentials. Dieser integrierten Sperre können sich die HSV-Hools leider nicht bedienen. Aus bekannten Gründen. Wo nix ist, sperrt nix.

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  14. sparschaeler sagte am :

    ich kann nur hoffen das sich die polizei durchsetzt und das spiel in der vorstadt auf einen wochentag in den mittagsstunden terminiert wird.

    diese shysse brauchen nur neanderthaler die nachts marodierend durch das viertel ziehen ,gegnerische fanlokale und menschen überfallen und rückgratlose jubler die alles krampfhaft schönreden was der verein aus stellingen und sein mob an peinlichkeiten der öffentlichkeit präsentiert.

  15. Dieses Derby braucht kein Mensch. Was Hertha und Union, Schalke und Dortmund schaffen, geht in Hamburg nicht. Mittwochs um 14.00 Uhr nachholen und zukünftig dann eben Geisterspiele, mir ist das jetzt völlig egal. Und wenn ich das eine oder andere von Vereinsseite lese, denke ich ein bisschen wehmütig an Corny Littmann zurück. Warum wohl?

  16. Danke für die Einbindung, für derartigen Content brauchen Sie von mir eigentlich keine Genehmigung. 😉

    Ich wünsche ansonsten, soweit möglich, noch einen angenehmen Restsonntag. Liverpool schlägt Chelsea, die Washington Capitals führen gegen die Pittsburgh Penguins – mein Sonntag verläuft bisher hervorragend. 😀

    • Mein Sonntag war eine einzige Enttäuschung, weil man sich ständig mit diesem Fußball beschäftigen muss und damit meine ich nicht den Sport.

      Die Tatsache, dass man an einem Samstag Abend nicht mehr im Viertel hingehen kann, wo man möchte, weil man um seiner eigenen Sicherheit willen einige Ecken nicht gefahrlos betreten kann wie gestern die Gegend Hans-Albers-Platz, macht mich wütend. Richtig wütend.

      Wenn diese Primaten -ich verwende mal Ihren Ausdruck- den Stadtteil so sehr verabscheuen, warum bleiben sie nicht einfach im wunderschönen Stellingen und messen dort gegenseitig aus,…. ach, vergessen Sie es, Ihnen muss ich das ja nicht sagen.
      Sie sind geschlagen genug mit so einem Pack, das die gleichen Farben trägt wie Sie.

  17. Danke für den Artikel. Ich habe mich bereits etwas abgeregt. Aber nur etwas.

    • Ich rege mich eigentlich ständig neu auf. Und ich befürchte, wenn morgen die ersten Schönrednerblogartikel auftauchen, geht es direkt wieder los.
      „Das sind ja die anderen“ und „was regt Ihr Euch auf, Ihr habt doch auch Chaoten“ und „was soll der Verein denn machen“ und „das ist doch alles gelogen“ – die Sprüche kann ich einfach nicht mehr hören.

      Da, jetzt bin ich schon wieder aufgeregt.

  18. Dave/H SV sagte am :

    Naja, was soll ich da sagen? Ich habe 10 (!) Urlaubstage verschenkt, um pünktlich zum Derby wieder in Hamburg zu sein. Statt unter der Sonne des Omans sitze ich jetzt in Hamburg und es sind weitere 7 Tage Dauerregen angesagt. Und im Gegensatz zu Ihnen hatte ich auch eine Eintrittskarte und bin nicht nur wegen eines TV-Nachmittags angereist 😉

    Nach 24 Stunden Wut, Entsetzen und Fassungslosigkeit wegen der Inkompetenz der HSV-Verantwortichen habe ich mich aber mittlerweile wieder beruhigt.

    Was die Ausschreitungen betrifft, wenn ich mich jedesmal aufregen würde, weil die Polizei nicht in der Lage ist, ein paar Dutzend Asoziale in Schach zu halten, dann hätte ich längst auswandern müssen. Besser ist es, sich schon mal damit abzufinden, dass das in Deutschland sicherlich eskalationsmäßig noch stark zulegen wird, nicht nur in Hamburg. Worauf das mit dem „Warmup-Treffen am Hans-Albers-Platz“ hinauslaufen wird, das war Ihnen klar, das war mir klar, das war allen anderen auch klar.

    • Auch unschön für Sie, Sie wissen ja, bei wem Sie sich bedanken können.
      Dass ich „nur“ wegen des Public Viewings angereist bin, hatte, wie Sie wissen, Gründe und die Vorfälle rund um diese Lächerlichkeit, die sich Derby nennt, geben mir Recht. Keinen müden Euro für diese Stellinger Katastrophe. Weder heute noch sonst irgendwann.

      Oh ja, worauf dieses Warmup-Treffen abzielte, war allen klar, nur den Schöngeistern unter Ihren Mit-Fans, die weder einen Marsch zur Demonstration, wem der Kiez gehört, noch ein nettes kleines Sit-in am Hans-Albers-Platz für bedrohlich halten und bei denen es immer die ominösen „anderen“ sind, wenn es Randale gibt.

      Herr Dave, diese hirnlosen Vollbratzen schmücken sich mit IHRER Raute und wer von den HSV-Fans das konsequent ignoriert, weil es ja nur um den sportlichen Erfolg geht, den kann und werde ich niemals verstehen und auch nicht ernstnehmen. Und wenn der Tag gekommen ist, dass ich solche Vorgänge wie gestern am Jolly Roger in resignierender Abfindungshaltung hinnehme, dann dürfte ich six feet under in einer Holzkiste liegen, vorher passiert das nämlich nicht.

      Diese Aufrufe zum Zeckenklatschen, zur Eroberung des Viertels werden sowohl vom Verein aus geduldet wie auch von den anderen Fans, die sich jetzt bestürzt zeigen wollen.
      Ihr Verein ist nicht in der Lage, die öffentlich agierenden und zur Gewalt aufrufenden Fangruppierungen unter Kontrolle zu bringen und DAS werfe ich Ihrer Vereinsführung vor. Und denen, die das einfach so hinnehmen, gleich mit.

      Das ist kein Kavaliersdelikt, das sind mittlerweile Hunderte und mittlerweile regieren DIE den HSV und nicht mehr der HSV irgendwas oder irgendwen.
      Den Peinlichkeitsaward hat der HSV mit seinen Fans sich redlich verdient, da ist das Rasendesaster ein Kindergeburtstag und vernachlässigbar, denn von der Qualität und Leistungsfähigkeit des Managements wurden wir ja in den vergangenen Wochen ausreichend entertained.

      Ich hatte übrigens eine Eintrittskarte, die ging zugunsten einer Spende an Viva Con Agua weg, ich jedenfalls betrete dieses Stadion in diesem Leben nicht mehr.

  19. Dave/H SV sagte am :

    >Herr Dave, diese hirnlosen Vollbratzen schmücken sich mit IHRER Raute und wer von den >HSV-Fans das konsequent ignoriert, weil es ja nur um den sportlichen Erfolg geht, den kann >und werde ich niemals verstehen und auch nicht ernstnehmen.

    Der HSV hat 70.000 Mitglieder und es wäre höchst ungewöhnlich, wenn bei dieser Zahl nicht 200 „hirnlosen Vollbratzen“ dabei wären. Wobei bei den 200 eh auch diverse Krawalltouristen dabei waren. Ist wie halt bei allen anderen Anhängerschaften auch, auch Ihr Verein macht hier keine Ausnahme. Aber das sinnlose Aufrechnen von Blödheiten aus der jeweiligen Szene können wir uns ja sparen.

    >Ihr Verein ist nicht in der Lage, die öffentlich agierenden und zur Gewalt aufrufenden >Fangruppierungen unter Kontrolle zu bringen und DAS werfe ich Ihrer Vereinsführung >vor. Und denen, die das einfach so hinnehmen, gleich mit.

    Das stimmt doch überhaupt nicht. Der Verein verteilt konsequent Stadienverbote, entzieht Dauerkarten und kündigt Mitgliedschaften. Für Ereignisse fernab des Stadions auf der Reeperbahn sind andere verantwortlich. Wenn aber die Polizei nicht in der Lage ist, Täter dingfest zu machen, dann kann man auch unserer Vereinsführung keinen Vorwurf machen. Da wird laut Polizeibericht die ganze Nacht randaliert und laut Polizeibericht haben 554 Beamte exakt „eine Person vorläufig festgenommen“. Anders als bei der Rasengeschichte ist doch hier wohl klar, wo die Inkompetenz liegt.

    • Ok. legen wir noch ein paar Hundert drauf vom letzten „friedlichen“ Marsch, dann waren es 2.000. Aber da sind wir wieder beim alten Übel: „es sind ja nur ein paar“.
      Dass diese paar den kompletten Verein vorführen wie einen Tanzbären am Ring macht Ihnen vielleicht nichts aus, dann ist das eben so.

      Und in der Tat können wir uns nach den letzten beiden Derbys -entschuldigung, einem Derby und einem Versuch- das Aufrechnen sparen, denn wer sich da mit zweifelhaftem Ruhm bekleckert hat, können Sie in sämtlichen Medien nachlesen, oder ich gebe Ihnen ein paar Links zu Videos und Bildern von einem HSV-Fan-Kollegen, da St. Paulianer ja grundsätzlich übertreiben oder lügen.

      Diese Aufrechnungsgeschichte lässt da ein bisschen Federn, finden Sie nicht?

      Ich finde hingegen sehr gut, dass „unsere“ Vollhonks offenbar gerade bei den zwei Derbys so gut wie nicht in Erscheinung getreten sind und der Ruhm allein dem HSV gebührt.
      Leider gehen Sie nicht auf die bekannten Fangruppierungen ein, die öffentlich zum „Zeckenklatschen“ aufrufen und mit Billigung Ihres Vereins und auch Ihnen unbehelligt Aktionen wie gestern organisieren dürfen. Aber das wundert mich jetzt auch nicht mehr.

      Edit: Da Sie ja öfter hier lesen, wissen Sie ja, dass ich auch in der Kritik an den eigenen Fans und am Verein selbst nicht zimperlich bin, im Moment habe ich allerdings keinen Anlass.

      • Dave/H SV sagte am :

        >Leider gehen Sie nicht auf die bekannten Fangruppierungen ein, die öffentlich >zum „Zeckenklatschen“ aufrufen und mit Billigung Ihres Vereins und auch >Ihnen unbehelligt Aktionen wie gestern organisieren dürfen. Aber das >wundert mich jetzt auch nicht mehr.

        Mir ist von diesen Aufruen nichts bekannt, zweifle aber keine Sekunde daran, dass so etwas von Verein sofort sanktioniert werden würde.

    • Ich kaufe ein *sich und füge es hinzu. Stelle dürfte offensichtlich sein

      • Wo stand nochmal. wie lange ein Rollrasen liegen muss, bis er „angewachsen“ ist? Bei optimalen Verhältnissen? Und wie verträgt sich das mit der Tatsache, dass er erst Freitag Abend lag? (war bei den Freezers Freitag abend und wunderte mich schon ob der hellen Erleuchtung der Wasauchimmer-Arena, waren wohl alle beim Rasenfönen….)

        Es bestreitet keiner, dass er unbespielbar war, es bleibt die Frage, ob es hätte sein müssen und vor allem in dieser unprofessionellen Weise.

        Und ehrlich gesagt, gegen das, was sich im Nachgang abgespielt hat, ist diese Rasenposse schon wieder nur Nebenkriegsschauplatz.

        Und was Gutachter angeht: wer hat den Gutachter bezahlt? 😉
        Wes Brot ich ess, des Lied ich sing….
        .

        • Moment – ich sprach von dezidierter Auseinandersetzung. Dazu gehört auch die Betrachtung anderer Meinungen, die Äußerungen des Gutachters habe ich nicht gewertet und werde das auch nicht tun.

          Außerdem, die Führung des HSV hat schon einige Böcke geschossen, aber so doof, dass sie negative Berichte auf die Homepage packt, ist sie auch nicht.

          Wissen Sie eigentlich, welche Person beim HSV ich momentan einzig schmerzfrei sehen kann?

    • Gutachter bekommt man für nahezu jede Position. Solange man dies bezahlen kann und will. Insofern ist ein vom HSV bezahlter Privatgutacher für mich in keiner Weise aussagekräftig.

      Liest man sich das im Detail durch, erkennt man schnell die Schwachstellen – die genannten Regenmengen basieren auf Vorhersagen – und wir wissen ja alle, daß es nicht immer und nicht immer so viel regnet wie vorhergesagt. Von starken Regenfällen am Wochenende in Hamburg habe ich niemanden berichten hören, in der Nähe der Wieauchimmersiegeradeheißenmag-Arena wohnende Leute hatten auch geschrieben, daß es nicht sonderlich stark geregnet hätte. Den Vorhersagen zum Trotz.

      Der Rasen am Millerntor wäre auch bespielbar gewesen, da muß es also einen anderen Grund als den Regen geben. Und was bleibt da noch? Rasenposse.

      • MaKs sagte am :

        Dass die Qualität des gekauften Rasens nicht gut ist oder dass beim Verlegen Fehler gemacht wurden, hat ja auch niemand behauptet. Aber schön, dass HSV um das zu widerlegen extra einen Gutachter bezahlt haben. Der Fehler war doch, dass der Rasen bei diesen Wetterprognosen überhaupt (und nicht was oder wie) verlegt wurde. Dazu äußert sich der Gutachter aber gar nicht.
        Außerdem – was immer wieder zu lesen ist: Das Drainagesytem schafft 5 Liter pro Stunde und in drei Tagen sind 80 Liter pro Quadratmeter gefallen. Die Angaben zum System sind ja wohl auch pro Quadratmeter gemeint, oder? Dann hätte die Drainage ja die gefallene Regenmenge locker schaffen müssen.

        • Diese Gutachter-Geschichte ist überflüssig. Er bestätigt nur, was jeder vorher schon wusste. Zu naß, nicht bespielbar, ordnungsgemäß verlegt.
          Es geht ums zu spät Verlegen und auch die Drainage-Sache ist interessant. Dazu äußert sich der „unabhängige Gutachter“ *hust* nicht.

          Aber mittlerweile hat die Rasengeschichte ohnehin nur noch Nebenschauplatzwert. Das, was sich nach der Absage abgespielt hat ist viel übler als alle organisatorisch-planerischen Peinlichkeiten.

  20. Bastian Reinhardt ist mir gelinde gesagt sympathisch, dem haben sie aber in der öffentlichen Wahrnehmung auch schon wieder die Hosen ausgezogen, siehe Causa Sammer..

    Nein, der Pressechef/manager irgendwas, Jörn Wolf.
    Lässt einen via Twitter wenigstens etwas hinter den Kulissen teilhaben und erfrischt mitunter durch witzige Kommentare. Der Einzige, bei dem ich momentan behaupten kann, von keinen Kerbholzgeschichten zu wissen.

    Eigentlich traurig, dass ich hier einen Pressesprecher ikonisiere, eine Person, die die Wortverdrehung als Tagesgeschäft ausübt..

  21. Ja, deswegen kam ich ja auf Bastian Reinhardt, der tut mir leid. Auch das macht sympathisch. Zumindest in dieser Konstellation.

    Und ja, den habe ich auch schon gelesen und mich amüsiert.

    Und ja, das ist traurig, aber viel bleibt ja nun wirklich nicht mehr, da klammert man sich eben an den kleinsten Grashalm….

    Aber trösten Sie sich, nach den jüngsten Worten unseres erkenntnisretardierten Präsidenten Orth, der sich auf ein Abendspiel als Nachholspiel freut, bedaure ich, dass wir nicht mal einen twitternden Grashalm haben.

  22. Ich habe gerade nicht die Zusammenhänge, war aber beruhigt als ich las, dass sich zumindest irgendeine Person vom HSV bei Sankt Pauli gemeldet hat bzgl einer Entschuldigung.
    War wohl doch noch eine Portion Rückgrat beim HSV vorhanden.

    • Das war wohl Herr Hoffmann mit dem gleichzeitigen Angebot, einen Teil der Public Viewing Kosten übernehmen zu wollen. Und einer Entschuldigung für die Fan-Ausfälle, nachdem nun feststeht, wer da ausgefallen ist.
      Das war zumindest zeitnah. Ob es eine rückgratgeprägte oder „politisch“ motivierte Vorgehensweise ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Meine Skepsis bezüglich irgendwelcher offizieller Äußerungen ist überproportional gestiegen in den letzten Wochen und das ist nicht einseitig vereinsbezogen.

      P.S.: Es könnte sich natürlich um das ehemalige Rückgrat von Herrn Orth halten, ich befürchte da erhebliche Defizite.
      Erwähnte ich schon, dass ich Herrn Littmann sehr vermisse im Moment?

      • Huch, das ist mehr als ich zu hoffen gewagt hatte. Egal ob Politik oder Rückgrat, für mich zählt zuvorderst der Fakt. In diesem Fall besser als gar nichts, oder nicht?

        Schon, doch der Zusammenhang erschließt sich mir als Außenstehendem nicht. Vielleicht mögen Sie da weiterhelfen.

        • Man wird bescheiden? Ach, ich tue mich mit diesem Bescheidenheitsdingens immer öfter schwer 😦
          Ok, besser als nichts auf alle Fälle. Aber auch das Wort „Lippenbekenntnisse“ ist mir aus dem eigenen Vereinsführungsumfeld wohlbekannt geworden.

          Herr Littmann war ja, wie bekannt, sehr umstritten, doch eins war nie umstritten: er hatte die von Kahn geforderten Eier, wenn es darum ging, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen (siehe Hansa Rostock und beschränktes Gästekarten-Kontingent) und einen Kuschelkurs à la „Wir freuen uns auf ein Dunkelheits-Derby“ hätte es bei ihm nicht gegeben.

  23. Sagen wir so – wann ich nicht bescheiden?
    Da muss ich schon eher eingestehen, dass ich nach den Ereignissen den Tweet mit der „Nummer Eins“ in HH sehr bereue.

    Oh, das ist nachvollziehbar. Doch was sollte Herr Orth ihrer Meinung nach tun? Gar nicht reagieren? Interagieren? Sticheln? Provozieren?

    • Ich kann nur sagen, dass ich -wäre ich Herr Orth- in Zusammenarbeit mit der sicher nicht uninteressierten, weil völlig überforderten Polizei Hamburg anstreben würde, dieses Nachholspiel zu einer völlig uninteressanten Mittagszeit anzusetzen. Und das Geheule derer, die es dann auch nicht sehen können, wäre mir dann auch egal. Es geht, heute mehr als gestern, um die Sicherheit von unbeteiligten Nichtrandalierern, i.e. Fußballfans oder einfach nur Passanten, die schneller als sie Fußball sagen können, inmitten einer Katastrophe sein können. Das wäre mir wichtiger als der ganze Derby-Müll.

      Wenn man die Leute nur vor sich selbst schützen kann, indem man ihnen das Spielzeug wegnimmt, dann ist das eben so.

      Aber allein der Versuch wäre unpopulär. Und das ist nichts für Herrn Orth. Dazu braucht es Eier.

      Den Tweet mit der Nummer 1? Da muss ich schnell nochmal luschern, es gab so viele Nummer 1-Tweets gestern.

      Edit: Meinen Sie den? http://twitter.com/blogHSV/status/33926523337576449 Zumindest hat er heute ein … Geschmäckle.

      • Dem habe ich eigentlich nichts hinzuzufügen. In Deutschland kursiert das Wort Wutbürger. Müssen wir uns bald über Wutfans unterhalten? Über FoVs? Fans ohne Vernunft? Mich stimmt das alles sehr traurig.

        Genau den Tweet meinte ich. Wobei ich ja irgendwo Recht behielt – wir sind in Hamburg zuständig für peinliche Ereignisse und haben Fans, die gerne mal in -für sie eigentlich als solche kenntliche- Tabuzonen eindringen, um sinnbefreit Randala anzuzetteln.

        • „Wir“ (also minus ich) wollten übrigens „hintenrum“ über Othmarschen zusammen zum Derby gehen, um Konfrontationen weitgehend zu reduzieren und Einzelne in den Schutz der Menge nehmen. Andere hingegen laufen böllernd über die Reeperbahn. Honi soit…

          Schade, dass wir beide das auch nicht werden ändern können. Aber immerhin … in all dem Zorn und der Fassungslosigkeit ist das ja auch so eine Art Grashalm, oder?

  24. Der Boden der Ereignisse, die den HSV betreffen, ist mittlerweile auch schon zu trocken, als das man darauf noch Gras wachsen lassen könnte. Wenn Sie verstehen, was ich meine.

    Mag sein, dass wir momentan eine Art Grashalm verkörpern. Doch wie will man der mähenden Sense wirksam begegnen?

    Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage..

  25. Ja ich tippe da noch an einer mysteriösen E-Mail… 😉

  26. Gerade will ich mich dem Football widmen, da erhasche ich noch das hier:

    „BILD: Wie sehr schmerzt Sie noch, dass der Verein Ihren Wechsel zu Real Madrid verhindert hat?

    Van Nistelrooy: „Ich habe das verarbeitet, fühle mich mittlerweile wieder wohl. Nervig für mich war, dass die ganze Real-Geschichte über zehn Tage lief. Das hat zu lange gedauert.““

    Muss ich das noch kommentieren????? Ich fasse es nicht.

  27. Pingback: Armer Fußball, armer HSV

  28. sparschaeler sagte am :

    ein ganz ander aspekt an dieser rasenaffäre ist die tatsache, das eine platzkommission dreist das geläuf für unbespielbar erklärt.

    1974 wurde auf so einem rasen ein weltmeisterschaftsspiel angepfiffen und keiner hat sich beschwert.

    daran kann man sehr gut erkennen was völlig überschätzte balltreter, rückgratlose verantwortliche und korrupte cliquen von genf bis frankfurt aus dem sport gemacht haben.
    nur damit sich überbezahlte fußballer bei der ausübung ihres berufes keine schrammen holen wird ständig und überall ein neuer rasen verlegt. das ist von großen übel.

    dieser ganzen überheblichen fußballmischpoke gehört einfach nur in den arsch getreten und nichts lieber als das würde ich es gerne persönlich übernehmen.

    wie es mich freuen würde, wenn diese arroganten dilletanten ihren verzichtbaren fußballzirkus gegen die wand fahren würden.

    die schreibtischtäter aus frankfurt haben sich mit dieser spielabsage für immer unglaubwürdig gemacht.

    • Pek sagte am :

      Meines Wissens werden „ständig“ neue Rasen verlegt, weil in den modernen Stadien die Luftzirkulation und Sonneneinstrahlung weitaus schlechter sind, als in früheren Zeiten und der Verbrauch dadurch höher ist. An einem neuen Rasen muss man nicht gleich seinen ganzen Fußballweltschmerz aufhängen, einfach mal das satte Grün* und das potenziell bessere Spiel genießen (*benötigt Farbfernsehen, so man nicht live dabei ist). Und apropos früher, da gab es viel mehr Spielverlegungen und der Himmel ist trotzdem nicht auf die Erde gefallen. Sieh die Absage doch einfach als tribute an die guten alten Zeiten.

      • Nö. die Rasenposse inklusive dieses lustigen „unabhängigen Gutachters“ ist doch nur noch Makkulatur im Vergleich zur „After Show Party“, DAS ist das wahre Problem.

        Wenn zum „Warm Up“ der HSVer auf dem Hans-Albers-Platz aufgerufen wird,

        http://www.facebook.com/Block22C#!/photo.php?fbid=148726451849602&set=a.126989050690009.37351.123692504352997

        ist der, der sich wundert, dass es zu Randale kommt (und die Bericht sind da ja sehr dezidiert), entweder naiv, blauäugig oder schlichtweg dumm.
        Das gleiche gilt für den friedlichen Marsch über die Reeperbahn.

        Und bevor wieder das Argument „Ach, die gibt es doch überall“ kommt: wenn man weiss, dass man sie hat, spart man sich „Warm Ups“, „Derby-Märsche“, Aufrufe zum Zeckenklatschen

        Es sei denn, die, die dazu aufrufen, wollen sich das nicht sparen, weil sie genau das wollen, was am Samstag wieder abgelaufen ist.

        Ich finde es erstaunlich und bemerkenswert, dass trotz der offensichtlichen Aggressionen, die von den hoolenden HSV-Fans ausgegangen ist, unsere „Problemfans“ -ja, haben wir auch- diese Gelegenheit nicht zum Rudelhoolen benutzt haben und diese Schlagzeilen allein dem HSV gehören.

        Was an der Rasenposse das wirklich Üble ist, ist die Spielverlegung womöglich und wahrscheinlich in die Abendstunden. Man kann sich unschwer vorstellen, was da passiert, gefördert durch den Schutz der Dunkelheit.

        Können Sie mir vielleicht sagen -mal ernsthaft- warum die HSV-Fans sich eigentlich im ach so furchtbaren Stadtteil zum Warm Up treffen müssen, wenn es sich nicht um eine offensichtliche Provokation handelt? Warum bleibt man nicht im beschaulichen Stellingen?

        Mal ganz persönlich gesprochen: zu einem Spiel, zu dem ich mich nur im Schutz von großen Gruppen wagen kann, in dessen Umfeld ich im eigenen Viertel nicht mehr gefahrlos St. Pauli-Devotionalien tragen kann, gehe ich nicht. Und mit dem Argument „Chaoten gibt es überall“ kann ich nicht viel anfangen, zu allen anderen Spielen würde ich und bin ich auch ganz alleine gefahren. Mit den gegnerischen Fans in S- und U-Bahnen. Wild gemischt.
        Beim HSV kommt das nicht in Frage. Das finde ich unfassbar traurig. So ganz persönlich. #nurbeimHSV muss ich sogar Angst vor der überforderten Polizei haben, dass es mich einfach mal so am Rande erwischt.

        Es wird immer groß getönt, dass der kleine Stadtteilverein ohnehin nichts zu melden hat, aber statt es uns sportlich zu zeigen, wird eben im Viertel randaliert. Von den gleichen Großmäulern, die vorher tönen.

        Übrigens: bei „Matz ab“ gibt es 715 Kommentare zum Derby. Eine knappe Handvoll beschäftigt sich mit den Vorfällen nach dem ausgefallenen Derby. Bezeichnet das den Stellenwert, den hooliganisierende Fans bei den Normalfans haben? Eine uninteressante Nebenerscheinung? Dem Wettskandal um den FC St. Pauli wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt als den erneuten Ausfällen in den eigenen Reihen. Aber stimmt ja. „Die gibt es ja überall“.

        Der Verein kann da nichts tun? Bei diesen Veröffentlichungen? Mit Verlaub, das sehe ich anders.

        P.S.: Und was „unseren“ Derbymarsch angeht: wir wollten über Othmarschen anreisen, um so wenig wie möglich mit den Stellingern konfrontiert zu werden. Ist eine andere Hausnummer als auf der Reeperbahn entlang „Macht“ demonstrieren zu wollen, oder?

      • sparschaeler sagte am :

        anstatt stundenlang bälle auf den rasen zu werfen um der anwesenden journaille zu demonstrieren das man darauf nicht spielen kann, hätte man lieber versuchen sollen alle möglichkeiten zu nutzen um das grün in einen halbwegs bespielbaren zustand herzurichten. und wenn dann noch immer ein paar pfützen rumliegen wird einfach halbhoch gespielt. ich kann von hochbezahlten profis verlangen das sie sich auf diese verhältnisse einstellen, die auch noch für alle gleich sind.
        ein satter rasen ist keine garantie für ein gutes spiel.
        eine alternativlose absage werde ich immer in abrede stellen, denn die vorgaben von dfl etc.pp sind weltfremd.
        die spielabsage war ein weiterer beweis dafür das funktionäre aus dem fußball einen ganz anderen sport machen wollen, aber leider haben schon zuviele anhänger aufgegeben sich dagegen zu wehren.
        der fußball ist mittlerweile so verkommen, das ich eigentlich nur noch kotzen könnte.

  29. Pek sagte am :

    Der Wettskandal ist ja auch ein Vorfall mit bundesweiter Relevanz. Die anderen Dinge interessieren im engeren Sinne nur lokal. Und diese Panik vor Flutlichtspielen gibt es wohl so auch nur bei St. Pauli. Überall sonst freut man sich mehrheitlich auf diese Spiele. Das man bei vorbelasteten Spielen nicht unbedingt im Mob der Heimmannschaft zum Stadion spazieren sollte, mag ja bedauerlich sein. Aber wir leben nunmal nicht in einer perfekten Welt. Daher wird man immer wieder Kompromisse gegen den eigenen Wunsch nach unendlicher Freizügigkeit und Selbstverwirklichung machen müssen, müßte man vermutlich auch in einer perfekten Welt.

    • In einem HSV-Blogbeitrag zum Derby ist also der Wettskandal bei St. Pauli interessanter als die eigene Fanproblematik? Sehr aufschlussreich.

      Mit Allgemeinplätzen kann ich allerdings im Weiteren nicht viel anfangen. In der übrigen Fußballwelt -also außer dem HSV und Rostock- funktioniert das mit der Freizügigkeit und der Selbstverwirklichung ganz gut. Und diese Spiele kann man sich dann in der Tat auch sparen, mir geht die Freude daran komplett ab.

      Die für mich interessanten Fragen haben Sie nicht beantwortet, aber es waren ja auch sehr viele und keine hatte mit dem Wettskandal zu tun, ich verstehe das.

      • Pek sagte am :

        Oh, das las sich für mich oben alles wie rhetorische Fragen, die nicht wirklich einer Antwort warten und falls dem nicht so ist, bin ich auch der falsche Ansprechpartner. Aber Lust an Provokation kann doch so verkehrt als Begründung nicht sein. Manche fühlen sich von HSV-Devotionalien in St. Pauli provoziert andere von St. Pauli Accessoires im Umkreis des Volksparkstadions. Und die übrige Fußballwelt ist – weiß Gott – größer als der Radius eines St. Pauli Fans. Hoffenheim-Fans haben sogar noch weniger Probleme, andere, mit gelebten Rivalitäten dagegen mehr.

        Was jedoch für ein Terz um eine simple Spielverlegung gemacht wird, ist schon abenteuerlich. Und da liegt der Verdacht schon nahe, dass hier von den Wettbetrügereien abgelenkt werden soll.

        • Und an dieser Stelle beende ich mal den Dialog zu diesem Theme mit Ihnen. Vielen Dank für Ihre Teilnahme, aber Ihr letzter Satz ist in etwa so ernst zu nehmen wie die Unterstellung einiger, der HSV hätte die Spielabsage aus Angst provoziert.

        • Piet sagte am :

          „Was jedoch für ein Terz um eine simple Spielverlegung gemacht wird, ist schon abenteuerlich. Und da liegt der Verdacht schon nahe, dass hier von den Wettbetrügereien abgelenkt werden soll.“

          Das meinen Sie nicht Ernst, oder? Das können Sie nicht Ernst meinen!

          Der zweite Satz zeigt eigentlich nur, dass Sie keine Ahnung haben, wie St. Paulianer ticken. Auch nicht, wie Medien ticken. Btw.: Ihnen ist schon klar, dass Sie (in der Nach-Enke-Zeit) von Menschen reden?

          Und wenn Sie von einer ’simplen‘ Spielverlegung reden, um die solch ein ‚Terz‘ gemacht würde, als wären solche Ausschreitungen völlig normal, als wäre das das Salz in der Suppe und nicht die Sägespäne, dann finde ich das nicht nur ‚abenteuerlich‘, sondern ziemlich erschreckend. Abscheulich übrigens auch.

    • sparschaeler sagte am :

      das derby sollte unter der woche um 14.00 angepfiffen werden. die unversehrtheit tausender zuschauer geht vor wirtschaftsinteressen von vereinen und fernsehsender.

      • Soviel zur Theorie. Mein Tipp: Dienstag, 18.30 Uhr.

        Die Unversehrtheit von Zuschauern ist den Spielansetzern schnurz.
        News? Nicht wirklich, oder?

        • sparschaeler sagte am :

          sky zahlt und bestimmt wann angesetzt wird. die polizei drängte auf eine ansetzung am nachmittag, das ist jetzt plötzlich völlig unwichtig.
          ich bin hin und hergerissen zwischen hoffentlich bleibt es friedlich und hoffentlich knallt es so richtig.
          am ende muß doch erst wieder irgendjemand einen stein an den kopf bekommen, bis einige für ein paar wochen zur besinnung kommen.

  30. geissy69 sagte am :

    Mit ein wenig Verzögerung, da auf einem längeren Auswaärtsspiel: danke für den Beitrag.

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