Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Respekt, mein Lieber! – Der Werfer hat sich gemeldet. via FC St. Pauli Homepage

Hier steht es. Und so vehement ich hier dafür eingetreten bin, dass das für ihn Konsequenzen haben muss, so vehement trete ich auch jetzt dafür ein, dass der Verein ungeachtet der mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit dennoch erfolgenden DFB-Strafe gegen den Verein, im Gegensatz zum DFB Verhältnismässigkeit wahrt.

Der junge Mann hat genau das getan, was richtig ist: sich der Verantwortung nicht entziehen, Arsch in der Hose, hingehen und sagen, das war nix.
Dass ihn sein Vater begleitet hat zeigt, dass er eine Familie hat, die ihn darin unterstützt und offensichtlich diese „Werte“ auch zu ihm transportiert hat. Finde ich großartig.

Da dies eine Art öffentlicher Präzendenzfall ist (ein „geständiger Täter“), wird es interessant sein zu beobachten, wie der Verein damit umgeht. Es wäre auf jeden Fall vorbildlich, das Vergehen so zu bewerten, dass sowohl der, der Mist gebaut hat, weiß, dass er es im Nachgang richtig gemacht hat als auch zu signalisieren, dass so ein Verhalten Konsequenzen hat. Und es an einem selber liegt, wie weitreichend die werden.

Ich bin zuversichtlich, dass der Verein da sinnvoll entscheidet. So lange, bis ich vom Gegenteil überzeugt werde. Was hoffentlich nicht passiert.

Noch einmal: Respekt an den unbekannten Kassenrollenwerfer, you´ve got balls.

Edit: auf den berechtigten Hinweis eines Kommentatoren entschuldige ich mich selbstverständlich für die Unterstellung einer Teillobotomie im vorangegangenen Text beim Werfer. Das ist zwar keine Geisteskrankheit, aber dennoch offenbar falsch, denn wenn er etwas mit seiner Reaktion bewiesen hat, dann, dass er sein Hirn benutzt.

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27 Gedanken zu „Respekt, mein Lieber! – Der Werfer hat sich gemeldet. via FC St. Pauli Homepage

  1. Pingback: Gegengeraden-Gerd: Jetzt rede ich! » » Gebrannte Mandeln

  2. Genau das und nichts anderes sollte dabei herauskommen: eine verhältnismäßige Sanktion. Und dazu gehört, gerade hier bei einem noch dem Jugendstrafrecht unterliegenden jungen Menschen, daß sein Bild von den Medien nicht überall herumgezeigt und sein Leben durch dieses an den Pranger stellen ruiniert wird – denn das gehört NICHT zu einer verhältnismäßigen Sanktion für so eine Dummheit. Daß er sich nicht sogleich (damit auch den Medien) gestellt hatte, war insofern eine weise Entscheidung – und mutig, daß er sich jetzt gestellt hat. Nun bleibt nur zu hoffen, daß sein Abbild nicht durch die Medien geistern wird.

    Oh, für den vorsätzlichen und feigen Überfall der HSV-Hools gab es wegen der Anwendung des Jugendstrafrechts minimale Strafen – wenn dieser Vorfall schwerer gewertet werden würde, dann sollte man nochmal an die Bedeutung von Verhältnismäßigkeit denken…

  3. Nach der einsetzenden Hexenjagd konnte man damit nicht unbedingt rechnen, ist aber in etwas das, was ich vermutet hatte: Nicht nachgedacht, Dummheit gemacht, Panik bekommen und von Freunden gedeckt worden.
    Ich hoffe sehr auf Augenmaß, der wird seinen Fehler sicher nicht wiederholen.

    • Hexenjagd im Keim erstickt. Die einzige Möglichkeit, wie ich vermute.
      Ergänze Ihre Reihe „Nicht nachgedacht, Dummheit gemacht, Panik bekommen und von Freunden gedeckt worden“ durch „Drüber nachgedacht, mit den Eltern gesprochen, Entscheidung getroffen, Herz gefasst und angepackt.“

  4. Pingback: Kein großer Wurf gegen die Eintracht aus Frankfurt, aber 3 Punkte für den #FCSP « KleinerTods FC St. Pauli Blog

  5. Piet sagte am :

    „Wir werden nach Erhalt des Urteils durch den DFB unter Berücksichtigung der Umstände des Geschehens ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen notwendiger Sanktionierung und unserer sozialen Verantwortung finden. Allerdings muss nun auch dem Letzten klar sein, dass zu keiner Zeit während eines Spiels Gegenstände in Richtung des Innenraums geworfen werden dürfen“, erklärte Stefan Orth, Präsident des FC St. Pauli.

    Als ich diesen Absatz gelesen hatte und davon, dass sich der unglückliche Werfer gestellt hat, dachte ich: DAS ist mein St. Pauli!

  6. Flotzge sagte am :

    ich hoffe das hier keine strafe von vereinsseite ausgesprochen wird.

    Der junge Mann hat seine Strafe schon bekommen und sicherlich seine Lektion gelernt.
    Die Auswirkungen der medialen und faninterne Hetzjagd zu sehen, die durch seine Aktion passiert sind, müsste Lektion genug sein.
    Und das er zu seiner Familie gegangen ist und diese Scham mit ihr geteilt hat, zeigt das er seine Lektion gelernt hat.

    Von Vereinsseite, ein Rüffel und das Aufzeigen der Konsequenzen, aber keine Strafe – Gelbe Karte.

    DFB wird sowieso unverhältnismäßig urteilen, da es sich ja um einen Spieler Frankfurts (also aus der Nachbarschaft) handelt.

    Bleibt meiner Meinung nach nur der Sportsfreund Pirmin Schwegler, vielleicht möchte der noch was zu dem Werfer sagen …

    • Och, ein paar Stunden sozialen Einsatz, vielleicht bei einem vom FCSP geförderten Projekte fände ich als Gelbe Karte zum Beispiel ganz gut.
      Also mehr symbolisch als schmerzhaft. Und dann noch kombiniert mit der sozialen Komponente.

      Ich finde es großartig, dass er sich für den geraden Weg entschieden hat. Und die Medienhetzjagd ist sofort zu Ende. Wie man an dem auffallend sachlichen Bericht der MoPo schon sieht. Im Keim erstickt. Alles richtig gemacht.

      • Flotzge sagte am :

        hach, Sozial oder vereinsarbeit wäre doch wunderbar …

        – dem Schulte beim Auszug helfen
        – Sonderschichten bis Saisonende im AFM Container
        – F bis D Jugend als Betreuer unterstützen
        – Pfand sammeln für Viva Con Agua

        hach ich würde schon was für ihn finden …

    • Piet sagte am :

      «Der junge Mann hat seine Strafe schon bekommen»

      Nein, hat er nicht. Sollte er aber, um die Konsequenzen zu spüren, und das dann auch möglichst zeitnah. Geldstrafe derart vielleicht, dass er es abarbeiten kann und/oder Arbeit in einem sozialen Projekt hielte ich für angemessen, aber auch notwendig. 😉

  7. Ich wünsche mir, dass die Strafe nicht sehr streng ausfällt, schließlich geh ich nicht davon aus, dass der Wurf mutwillig war, sondern sich die Rolle einfach nicht gelöst/geöffnet etc hat.
    Notfalls würde ich mir Solidarität aus der Fanszene wünschen, wenn rauskommt, dass es wirklich ein Versehen war.

    • Laut Artikel war es ja -glaubwürdig laut Verein- ein Versehen. Und von mir kann er bezüglich der Vereinsmaßnahmen öffentliche Solidarität erwarten. Aufgrund seines Verhaltens danach.

      • Eben. Meiner Auffasung nach, wurde der Werfer in den Medien und teilweise auch aus Teilen der Fanszene über alle Maße hinaus kriminalisiert.
        Ich bin wirklich sehr gespannt, wie sich das entwickelt.

        • Die Hardliner beider Seiten haben sich nicht mit Ruhm bekleckert. Die eine Seite hat offenbar zu Lynchjustiz und Hexenjagd aufgerufen (so heisst es zumindest aus dem Forum), die andere Seite verunglimpft die „Gegner“ als rechtspopulistische Pöbler, ruft die Abteilung Folternde Mitglieder aus, stellt Befürworter von Strafen in eine Reihe mit Ronald Schill – das ist alles extrem bestürzend.

          Ich glaube von mir sagen zu können, dass ich im Verlaufe der Diskussion niemanden der „Gegenseite“ persönlich angegriffen habe und eine nicht übertriebene eigene Meinung geäußert habe. Und dass ich in der Lage bin, zu relativieren, zeigt meine Freude über den Mut des Werfers, die Dinge selbst in Ordnung bringen zu wollen.

  8. Strafversetzung in die Krabbencocktail Loge. Von da aus trifft der bestimmt nicht! 😛

  9. neunzehnhundertzehn sagte am :

    Wie wäre es denn jetzt, wenn Sie genauso viel „Eier in der Hose“ hätten und sich dafür entschuldigen würden, daß sie in Ihrem Artikel vom 20.12. dem jungen Mann unterschwellug eine Geisteskrankheit attestiert haben.

  10. manzi_forever sagte am :

    Ich denke, dass der Junge sich selbst damit auch einen großen Gefallen getan hat.
    Scheiße gebaut und dazu gestanden. Alles Gute für die Zukunft!

    Äh, angemessene Strafe muss natürlich sein

  11. Nikolay sagte am :

    Auch ich finde die Entscheidung des jungen Mannes mutig, hoffentlich war nicht ein zu hoher „Fahndungsdruck“ der Grund dafuer, sondern aufrichtige Reue.

  12. Gut gefuehrter Blog, gefaellt mir sehr gut. Auch schoene Themen.

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