Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Fussball. Bis einer stirbt.

Auf dem gestrigen Schweinske-Cup kam es zu schweren Ausschreitungen zwischen Fans des VfB Lübeck, vermuteten HSV-Hools und Anhängern des FC St. Pauli.

Macht man sich aus Berichten wie diesem im Abendblatt, diesem in der Mopo, diesem im Spiegel, einem Video bei Hamburg1 und dem Augenzeugenbericht von magischerfcblog ein gemischtes Bild, kommt man den Tatsachen näher, dass eneut zu Ausschreitungen unter Fussballfans verschiedener Vereine gekommen ist. Statt das Problem als solches zu verstehen, wird überall die Gelegenheit genutzt, mit der Vereinsbrille bewaffnet die Schuld an Randalen rund um den Fussball einzelnen Gruppen und Vereinen zuzuweisen und sich im Bewusstsein der eigenen vermeintlich weissen Weste genüsslich zurückzulegen. Das „die sind sonst nie da“- und „es sind immer die anderen“-Prinzip.

Journalistische Recherche wird da auch gern mal ausser Acht gelassen, obwohl es klare Aussagen des Einsatzleiters gibt

HSV- und Lübeck-„Fans“ suchen Konfrontation

Und auch die Polizei zeigte sich erschrocken von den Vorfällen. „In diesem Fall war es so, dass wir 700 Fans des FC St. Pauli hatten und etwa 120 Fans des VfB Lübeck verstärkt durch etwa 40 bis 50 Fans des HSV. Die letztgenannten Fans haben relativ schnell in der Halle an allen möglichen Orten die Konfrontation mit den St. Paulianern gesucht. Wir hatten heute eine Gewaltbereitschaft, die wir in dieser Form bisher nicht hatten“, erklärte Einsatzleiter Robert Golz.

Quelle (Edit: interessanterweise ist der Text um einiges gekürzt worden mittlerweile, diese Passage fehlt nun)

aber wo FC St. Pauli draufsteht, ist für die Medien auch zwingend Randale drin. Und natürlich ist auch im Fanumfeld des FC St. Pauli Randale drin, aber wenn es soweit ist, dass die blosse Anwesenheit einer Fangruppierung bereits eine Provokation darstellt -und das gilt nicht nur für die gestern beteiligten Gruppen gestern abend- muss man sich fragen, wo das Ende der Spirale erreicht ist. Wenn der erste im Stadion oder davor stirbt? Ihm der Schädel eingeschlagen wird, weil er die falschen Farben trägt? Oder in einer Rangelei um ein Banner zu Tode kommt? Oder der erste während eines Blocksturms zu Tode gequetscht wird? Hört es dann auf? Wahrscheinlich auch nur so lange, bis Gras drüber gewachsen ist, und dann geht es weiter wie gewohnt. Weil wir es hier anscheinend mit Menschen zu tun haben, deren Hirn, sofern vorhanden, im  Umfeld um den Fussball komplett aussetzt. Wie will man die erreichen? Über polizeiliche Maßnahmen und Gefahrenabwehrtechniken- und taktik kann ich nichts sagen, anscheinend war das gestern auch wieder kein geglückter Einsatz -soweit man den vielen Augenzeugenberichten Glauben schenkt und es sind verlässliche (für mich persönlich relevante) darunter.

Wenn Situationen entstehen, in denen Helfer zu Angreifern, Angreifer zu Opfern, Opfer zu Tätern werden, steht man nur noch hilflos davor. Weit entfernt von einer Lösung und eine Diskussion über die Frage, wer angefangen hat, steht doch im Grunde auch nicht mehr zur Debatte. Die Gewaltbereitschaft im Fussball bundesweit ist kein vereinsspezifisches Problem, es gibt sie überall. Jeden Tag woanders. Jeden Tag wieder. Was bleibt, ist Ratlosigkeit. Und die Angst, dass einer stirbt.

Edit: Viele Fragen und mögliche Antworten hier -vielleicht des Rätsels Lösung? Und hier ein durchaus auch eigen-fankritischer Beitrag bei Sitz[Blog]ade.

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29 Gedanken zu „Fussball. Bis einer stirbt.

  1. b_rge sagte am :

    Das ganze ist echt traurig. Eigentlich wollte ich mal mit meiner Tochter das Hallenturnier besuchen oder auch mal ein Ligaspiel. Aber momentan ist mir das zu heiß.
    Unfassbar dass sowas bei einem HALLENTURNIER passiert…

    • Furchtbar. Und nicht mal ansatzweise eine Lösung in Sicht. Mit Kindern zum Fussball zu gehen, ist mittlerweile ein großes Risiko. Viel zu schnell kann man plötzlich irgendwo mittendrin sein.

  2. Sehr schöner und sachlicher Artikel zu einem Thema, dass ich sehr betrüblich finde. So langsam vergeht auch mit die Lust darauf. Wenn nun auch Familien ein schönes Event kaputt gemacht wird ist das nur noch traurig.

    Aber wir du schon sagst. In ein paar Wochen ist Gras über die Sache gewachsen und alles geht weiter wie gehabt. Traurig…

  3. Flotzge sagte am :

    im endeffekt sind es immer die anderen, es waren Lübeck und HSV Fans die Stunk gemacht haben, mag sein …
    die Polizei ist auf die achso friedlichen Sankt Pauli Fans gegangen anstatt die Lübeck und HSV Fans zu maßregeln, mag sein …

    Wenn man das Video auf Hamburg 1 anschaut, dann sind wohl in den ersten 25 sekunden doch aggressives Verhalten von unseren Fans zu sehen… die anderen stehen doch in dem Video nur da und schreien „Scheiss Sankt Pauli“ …

    Ich mag das ganze Geschehen nicht verharmlosen, aber ich denke das bei uns auch nicht alle fromme lämmer sind.
    Diejenigen die auf beiden Seiten in der Ersten Reihe stehen, auch mit dem Motto „ich muss mich doch verteidigen“ sind das Problem.

    Manchmal ist es vielleicht besser nach dem Motto „Der Klügere gibt nach zu handeln“ anstatt „Gewalt erzeugt Gegengewalt“ …

    • Die Zeit der Schuldzuweisungen ist auch irgendwie vorbei, alle haben ihren Anteil dran. Nur wie das zu lösen ist, bleibt das Rätsel.

      Wenn mich jemand angreift und in die Ecke drängt, wehre ich mich. Macht davon jemand ein Bild, sieht man zwei sich prügelnde Personen. Es gibt auch noch die mit der Attitüde „Komm doch her, damit ich mich wehren kann.“ Schlimm auch, wenn ein Banner oder eine Fahne dann der Anlass sein soll. Da schlagen sich Menschen (meist altersmässig erwachsen) wegen eines Stück Stoffs bis aufs Blut😦

      Irgendwann werden die Stadien fast leer sein, weil die Leute lieber in Sicherheit und damit wegbleiben und wir dürfen uns eine neue Sportart suchen.

      Man sagt, Fussball ist trotz der VIP-Logen, der glitzernden Fussballpaläste, der Krabbenschnittchen auf den Business-Seats und der eloquenten Blogger eine Proletensportart. Und bei Anlässen wie diesen merkt man immer wieder, dass das wohl stimmt.

      • Flotzge sagte am :

        glücklicherweise gibt es Sport1, dann können wir wenigstens die Montagsspiele Live verfolgen ohne im Stadion der Pyrotechnik und Gewalt ausgesetzt zu sein …🙂

        • Und Sitzplätze werden immer attraktiver…

          • Flotzge sagte am :

            Pro Ausbau Business Seats Plätze😉

            • Pro Schnittchen und Pro Secco!

              Ach, das Thema ist ja viel zu traurig, um zu witzeln. Das ist wohl Galgenhumor. Der dem Wegfall von Stehplätzen, den personalisierten Eintrittskarten, dem Alkoholverbot im Stadion, dem Wegfall von Fanutensilien und Ähnlichem vorausgeht. Würde doch keinen mehr wundern.

              • Flotzge sagte am :

                sicherlich ist das thema viel zu traurig um zu witzeln.

                was kann man wohl tun um dagegen etwas zu machen?
                Ich mache mir dabei weniger sorgen um die Lübecker und HSV Unterstützer, denn das soll nicht meine Sorge sein.
                Mir stinkt das Problem in unserer Kurve und irgendwie bekomme ich immermehr den Eindruck das die „Guten“ einfach die Minderheit in dieser Kurve sind.
                Gute Fans sind für mich Fans, die zum einen Ihren Verein unterstützen aber auch die Größe haben um gute Aktionen des Gegners wertzuschätzen.
                Bei meinem letzten live besuch im Millerntor, bin ich in der Nord gestanden. Es war das Spiel gegen Wolfsburg. Soweit ich mich erinner sind wir 1:0 in Führung gegangen nach einer Ecke und haben dann in der zweiten Hälfte den Ausgleich durch Dzeko bekommen.
                Was mir in Erinnerung geblieben ist, war die Wertschätzung der Fans um mich herum für die Choreo der Wolfsburg Fans und die des Gegentors durch Dzeko, wo jeder sagte, der junge ist einfach stark und den darf man nicht ne Sekunde ausser Acht lassen.

                Aber leider muss ich immer mehr Negatives lesen, da ist ein Bierbecherwurf, ne verunglückte Kassenrolle, Feuer in Rostock, Schlägereien beim Hallenfussball.

                Gute Aktionen, wie die Spende an die Fanszene Dresden, die ständige Unterstützung von Viva Con Agua oder das Kämpfen für eine Stripfreie Loge, werden einfach nicht transportiert.

                Leider ist das Ansehen der Fanszene nur Negativ und ich beginne zu glauben das dies der Hauptteil unserer Fanszene ist.

  4. @Flotzge
    Ich mal hier weiter, da rechts wirds so eng…

    Ich bin da ganz bei Ihnen, Positives wird -auch seitens des Vereins- zu wenig transportiert. Aber ich glaube immer noch nicht, dass es der Hauptteil der Fanszene ist. Der Hauptteil der Fanszene aber tut nicht genug dagegen. Und die Vereine selbst positionieren sich auch nicht deutlich genug, sowohl von Fans als auch von Vereinsseite wird es größtenteils auf die geschoben, die sonst nie da sind. Aber viele von denen sind immer da und werden mit diesen Phrasen unter den Teppich gekehrt. Wie kann es sein, dass es in einer sich selbst reinigenden Kurve von mehreren hundert oder auch tausend Leuten nicht gelingt, „die wenigen“ Randalierer in den Griff zu kriegen? Wir können nicht ständig mit dem Finger auf andere zeigen, so lange es immer und immer wieder in den eigenen Reihen selbst zu Ausfällen kommt.

    Und jetzt ist ein Hallenfussballturnier betroffen, dass es 26 Jahre gegeben hat ohne große Zwischenfälle. Ein Familienevent. Ich verstehe auch nicht, wie es der Polizei in einer Mannschaftsstärke wie dieser nicht gelingt, ein paar Dutzend Lübecker und HSVer an der Initiierung zu hindern, da wird wertvolle Zeit zugeschaut und wenn es zu spät ist, geht das Geknüppel los. Henne und Ei. Was war zuerst da, die Randale oder die Polizeieinsätze? Oder will einer behaupten, dass die Polizei bei einem rundum friedlichen Spiel ohne Vorfall -die gibt es tatsächlich- einfach mal so aus Bock den Einsatzbefehl gibt? Wohl kaum.

    Dass auch die Polizei bei diesen Einsätzen überfordert ist und im Verlauf glatt überzieht, ist mittlerweile wohl klar geworden. Aber sie jedes Mal unterm Strich als mehr oder weniger für die Enstehung verantwortlich zu machen, ist doch Blödsinn. Natürlich sind die bei Einsätzen, auf denen FC St. Pauli, Rostock, HSV, Braunschweig etc. in beliebiger Kombination steht, schon vorab extrem angespannt. Weil man ja nicht mal mehr wetten kann, dass was passiert. Steht ja geradezu fest. Und als „Bastard“ in so einen Ring zu steigen, macht sicherlich nicht weniger aggressiv.

    Der nächste Runde Tisch des DFB zu Fangewalt steht doch schon ins Haus. Und dann wird das sein wie bei der Werbung für die Sparkasse. Tausend Vorschläge, manche gar nicht mal schlecht, und dann machen sie doch das mit den Fähnchen.

  5. Das Folgende unkommentiert in den Raum gestellt – Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es einige Vereine gibt (wie z.B. VfB Lübeck, HSV, FC St. Pauli) die fürs Stunk machen prädestiniert sind.

    Aus eigener Erfahrung kann ich da auf die Lübecker Anhängerschaft verweisen, die u.A. aus den Vororten stammende Jugend schon in jungen Jahren erklärt, dass man einen Disput beim Fußball am Besten mit der guten alten Faust regelt. Gratis Lehranweisungen kriegen diese oft von den Hundertschaften aus der Polizeiausbildungsstätte der wundervollen Rosen- und Rentnerstadt Eutin (Reizgas- und Schlagstockattacke beim Einlass von diversen Spielen). Es kommt wie es kommen muss und man gibt seine Erfahrung weiter!

    Für die Haudraufhaubitzen beim Fußball gibt es daher kein adäquates und sachliches Mittel. Jedenfalls keines, das man über den Fußball selbst transportieren kann. Bin ich unzufrieden mit Gott und der Welt und möchte ich etwas kaputt machen, dann ist mir Zeit und Ort recht egal!

    • Genau das ist das Problem. Und da wird man mit Gesprächsrunden bei Ingwertee und Weizenplätzchen auch nichts erreichen, da kann es nur mit der vielgepriesenen Selbstreinigung funktionieren. IM Block. Und wenn es sich, wie alle behaupten, immer nur um die paar wenigen, die sonst nie da sind, handelt, müsste das- theoretisch- doch gar nicht so schwer sein bei der Menge derer, die sonst immer da sind.

      Dass die Polizei bei friedlichen Spielbegegnungen nichts macht, ist zumindest ein Anhaltspunkt dafür, dass sie dort offenbar die Kollegen, die gerne mal knüppeln würden, zumindest bei solchen Spielen im Griff haben.

      Es ist immer so leicht, nach so einem Vorfall die Schuld immer auf die Polizei zu schieben, zumal diese durch solche misslungenen Einsätze und total überzogene Reaktionen die Schuldzuweisungen- und abwälzungen auch extrem erleichtert. Den Eigenanteil kann man damit gut schönreden. Dass es durchaus auch Polizisten gibt, die sich unter solchen Bedingungen „notwehren“ müssen, das sagt irgendwie nie jemand.

      Und irgendwann haben wir dann keine Risikospiele mehr, sondern von vornherein Geisterspiele bei bestimmten Spielpaarungen. Gewaltprävention in den Stadien dann anders.

      • Im Grunde wollte ich nur anmerken, dass es 1000 und 1 Gründe für Ausschreitungen beim Fußball gibt. Dabei ist der platitüdenhafte Spruch „Fußball ist die schönste Nebensache der Welt“ hier nicht fehl an Platz, da abseits von ihm auch viel von den Fans kompensiert wird.

        Falls sich die Fans also selber nicht müßig halten können, muss halt wieder der große Zeigefinger von Oben kommen und alle Anwesenden zurechtweisen.

        • Und so wird es dann werden. Das mit dem großen Zeigefinger. Was glauben Sie, wieviel Prozent der Stadionbesucher dagegen revoltieren werden?

          Dem großen Zeigefinder ist zumindest an diesem Wochenende genug Munition geliefert worden, wie das zustandegekommen ist, darüber lässt sich ja zur Zeit überall diskutieren.

          Dass auch die Polizei ein erhebliches Problem in der Handhabung kritischer Situationen hat, ihre sogenannten „Szenekundigen“ nicht so kundig sind, wie sie glauben machen, ihre Deeskalationsstrategien wie auch die Vorbereitung offenbar massiv verbesserungsfähig sind, ist auch wieder ein weiteres Thema.

          ‚Es ist nach wie vor -und das vereinsunabhängig- eine Minderheit von Personen pro Verein, die den Fussball und sein Umfeld als Selbstdarstellungsbereich in übelster Form benutzen. So lange die Mehrheit ihr Mehrheitsverhältnis gegen diese Gestalten nicht ausübt und die Polizei nicht bereit ist, selbst auch dazuzulernen, kommt es genau so. Der DFB-Zeigefinger übt schon…

  6. Pingback: Hallenchaos « Der Kiesel

  7. fcstpaulifan sagte am :

    Was passiert eigentlich mit den Schlägern, die sogar in den Fernsehbildern deutlich zu sehen sind? Weiß das jemand?
    Da waren auch welche von der Südtribüne gut zu erkennen, dort bin ich auch immer. Im Moment ist mir der Spaß vergangen, besonders wenn ich an die Familien denke, die gerne Fußball schauen wollten bei einem traditionsreichen Hallenturnier.
    Ich fänd’s gut, wenn der Verein etwas gegen die Schläger unternimmt.
    In den anderen Block hoch klettern und schlagen. Soetwas ist nicht in Ordnung. Provokationen und Fahnenklau sind kein Grund für Schlägereien und lassen auch alle anderen St. Pauli Fans sehr mies aussehen in der Öffentlichkeit.
    Im Block bleiben hätte Zeichen gesetzt.

    • Das kann man ja mal nachfragen. Mach ich dann mal, vielleicht gibt es eine interessante Antwort.
      Warum wer wohin geklettert ist und ob Bleiben oder Gehen, kann ich nicht beurteilen, aber der wie auf den Bildern deutlich zu sehen einen bereits am Boden Liegenden zusammengetreten hat, ist über die Berufung auf Notwehr deutlich raus. Da sind einige deutlich zu erkennen und vereinsseitig hiess es ja, man wolle das Material auswerten. Der VfB Lübeck hat ja auch genug Anschauungsmaterial, um aktiv zu werden, statt einfach mit den Achseln zu zucken.

      Die Grenzen zwischen Provozieren und Provozieren lassen und zum Provozieren provozieren sind ziemlich fließend.

  8. Nikolay sagte am :

    In Russland gibt es einen Witz, der geht ungefaehr so:
    Nach dem ein Ehepaar eine Party im Haus von Freunden verlassen hat, ruft die Gastgeberin bei ihren Gaesten an und meint: „Mir fehlen zwei Silberloeffel aus dem Teegeschirr, Sie haben diese doch nicht etwa mitgenommen?“ Die Freundin behauptet natuerlich, sie haette die Loeffel nicht mitgehen lassen. Nach einiger Zeit ruft die Gastgeberin wieder an und meint sie haette die Loeffel gefunden. „O.K meint sie, die Loeffel konnte ich zwar finden, aber ihr kommt lieber nicht mehr zu uns, denn die Loeffel sind zwar wieder aufgetaucht, aber der bittere Beigeschmack ist leider geblieben“.
    Genau so geht es mir auch, denn selbst wenn es die Luebecker waren, die in der Halle provozierten und dann auch angriffen (was ich doch sehr hoffe), spuere auch ich einen solchen unguten Beigeschmack.
    Schade, dass es auch im Neuen Jahr wieder weniger um Fussball als um Gewalt geht. Kaum ist der Rollenwurf halbwegs vergessen, kommt jetzt das. Danke fuer den Eintrag und die Links dazu.

    • Das ist ein sehr guter Vergleich. Etwas bleibt immer hängen.

      Ich hatte eigentlich auch gehofft, das Neue Jahr mit so etwas Erfreulichem wie dem Sportbloggerbeitrag des Jahres zu eröffnen und dann frohgemut zum Auftaktspiel am 1. Februar mehr die sportlichen Aspekte betrachten zu können.

      Hoffte ich. Tja.

  9. Pingback: Schweinske Cup 2012 - Gegen die Ignoranz. FC St. Pauli, beziehe Stellung! | St. Pauli Events | SPNU - St. Pauli News & Social Club |St. Pauli NU*

  10. Vielleicht sollte man darüber nachdenken Fussballgewalt ähnlich hart wie rassistische oder nazi-motivierte Verbrechen zu bestrafen.

    ( … um den strafmildernden Alk-Pegel wieder auszugleichen, der vielen den Arsch rettet.)

    Mich ekelt´s an. Auch die Vollbratzen auf St.Pauli Seite, die das gern mit einem „gegen Nazis“ Sticker zu legitimieren versuchen. Get a life …

    • Das Problem ist, dass für einige genau das das „Life“ ist. Und andere benutzen es als persönlichen Hort der freien Auslebung von Gewalttendenzen.

      Aber so lange es nicht mal -wie im aktuellen Beispiel- gelingt, eine Horde offenbar verabredeter, kenntlicher und teils mit bundesweitem Stadionverbot belegter Randalierer mit einem hohen Polizeiaufgebot unter Kontrolle zu kriegen, weiss ich nicht, wie das mit der umfassenden Bestrafung so funktionieren soll. Weil es in der Tat noch den Notwehrparagraphen gibt. Ob ich nun von Nazis oder Hooligans oder Besoffenen bedroht werde, ist mir erstmal egal. Da würde ich mich auch wehren. Und gerate mittenrein in die ingewahrsamgenommenen Randalierer. Auch toll.

      Gegen Nazis sein ist keine Meinung, sondern ein Grundverständnis. Nur, und da haben Sie Recht, ist ein Sticker kein Persilschein für Aggressionen aller Art.

      Mich ordnet man ja des Öfteren der Law-and-Order-Fraktion zu. Ich würde mich besser fühlen, wenn die Law-and-Order-Verwalter ihren Job auch mal überdenken, sie sind zwar i.d.R. nur die „Reaktion“, aber auch eine solche sollte durchdacht sein, um zu ziehen.

      Wenn es nun zu umfassenden, restriktiven Maßnahmen kommt, dann ist das so. Ich weiss nämlich, und das teile ich mit allen Kritikern, nicht wirklich eine tolle Lösung.

      • Wenn man zum Schutze eines friedlichen Fussballfans 100 Deppen bestrafen muss, für die Fussi mehr als nur ein Fansport ist … dann halte ich das für legitim.

        Bedeutet allerding auch, dass sich normale Fans räumlich von Ultras aller Lager distanzieren müssen – um nicht in die Kessel zu geraten. Schwierig, aber erstrebenswert IMHO. Die Abstimmung mit den Füßen funktioniert immer noch am Besten.

        Schwieriges Thema .. ich bin selbst als Teenie schon zwischen Borussenfront und Bochumer Ultras geraten. Und fragte mich schon damals, warum die Cops bei Eskalationen im öffentlichen Raum nicht 100x härter einschreiten – wenn klar ist dass dort kenntlich gemachte Lager randalieren.

        • D´accord. Die Distanzierung ist ja bereits in vollem Gange, bei uns nennt man das aufgerissene Gräben. Das Problem ist immer die schweigende Mehrheit, weil sie sich eben nicht artikuliert und auch am Internethupen nicht teilnimmt. So entsteht der Eindruck, dass die Minderheit die Mehrheit ist. Ich denke, der Unmut der Schweigenden wird erst hörbar, wenn die Maßnahmen, die getroffen werden, sie selbst auch betreffen. Ist ja immer so, erst wenn der eigene Frack brennt, wird Feuer gerufen. Und erst, wenn es nachhaltig ans Geld geht (Sponsorenprobleme etc.) wird auch der Verein tätig. So lange das nur auf die „tolerierbaren wenigen Einzelnen, gegen die man ja nichts machen kann“ geschoben wird, bleibt alles, wie es ist.

          Der Umgang der Polizei mit der Angelegenheit ist allerdings auch mehr als dilettantisch, auch da muss man wohl mal „sich zusammensetzen und neu formatieren“.
          Übereinstimmenden Berichten nach wurde ja eben NICHTS gegen die Lübecker Randaleversammlung unternommen, die hätten offenbar als allererste in Gewahrsam genommen werden müssen, eine überschaubare Gruppe von 100 Stück. Stattdessen geleitete man sie unbeanstandet zum Bus.

          Das wäre klares Einschreiten gegen klar erkennbare Krawallmacher gewesen. Auch diese Gelegenheit wurde verpasst. Seitens der Polizei.

  11. paulifan sagte am :

    Hallo jekylla,
    hattest Du schon Gelegenheit beim Verein anzufragen?
    Ein Vorsänger von der Südtribüne wird mittlerweile zum Fernseh und youtube Star. Eigentlich ist sein Lieblingsplatz doch auf dem Zaun hinterm Tor.
    Bei jeden Heimspiel Live im Fernsehbild und nun als Schläger auf jedem Sender zu sehen. Schrecklich. Ich hoffe er meldet sich selbst und erklärt das mal.
    Außerdem muß ich mal loswerden, dass ich es ziemlich dumm finde, so auszuflippen, nachdem die meisten Hooligan Schläger sich wieder verzogen hatten.
    Ist doch völlig klar, dass dann die St. Pauli Fans blöd da stehen und als Krawallmacher gelte, während sich die anderen schön hinter der Polizei versteckt hatten. Die Polizei -wie so oft zu spät- hat dann nur noch die Schläger von St. Pauli auf der Tribüne angetroffen. Denen wird dann erstmal auch alles andere in die Schuhe gesteckt. Ist doch klar wie die Polizeiarbeit anfangs funktioniert.
    Aufgeklärt wird später, aber dann nur wenn es wirklich nötig wird.

    • Nein, hatte ich bewusst noch nicht, ich wollte erstmal weitere Informationen abwarten und die Stellungnahme des Vereins.

      Von Anfang an klar war ja, wer das angezettelt hat. Die Unfähigkeit des Veranstalters, den Lübecker Aufmarsch schon im Ansatz richtig einzuordnen, gemeinsam mit der Polizei in der weiteren Entwicklung komplett zu versagen. Der mehr als nur harte Einsatz gegen alles, was in der Halle herumgelaufen ist inklusive Frauen, Kindern, Rentnern ist eine Sache, die geklärt werden muss, von Verhältnismässigkeit keine Spur mehr. Nicht mal ansatzweise. Da hat der Verein Recht.

      Aber die Beteiligung der „wenigen“ St. Pauli Fans, die sich „fehlverhalten“ haben, muss ebenso angegangen werden, dass kann man nicht en gros entschuldigen mit Notwehr. Anhand des zur Verfügung stehenden Materials sollte das möglich sein.

      Dass die Medien aus der Stellungnahme nur herauslesen, dass alle schuld waren außer St. Pauli, war abzusehen.

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