Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Ich gestehe: ich verstehe es nicht, dieses St. Pauli

Nun ist es also wieder so weit. Ein weiteres Kapitel in der Rubrik „Demonstrationen für Fanrechte am Beispiel von Hansa Rostock“.

Vorgeschichte ist schnell erzählt und hinlänglich bekannt: Polizei in Hamburg will keine Rostocker Fußballgäste, erwirkt Verfügung auf Sperre des Gästekontingents. Der FC St. Pauli (zu Recht) geht vors Verwaltungsgericht, um gegen diesen nicht akzeptablen Eingriff vorzugehen und verliert. Auch die nächste Instanz, das Oberverwaltungsgericht sieht es, zwar abgemildert, aber dennoch ähnlich, eine Einigung auf der Grundlage eines Vorschlages, Gästekarten ja, aber nicht an Leute aus der Gewalttäterdatei Sport und an Stadionverbotler, kommt nicht zustande. Mit den Stadionverbotlern hätte man sich wohl abfinden können, die –zu Recht inhaltlich beanstandete- Datei mochte dann aber niemand als Grundlage heranziehen, selbst die Polizei war begrenzt überzeugt von der Datei. Ende vom Lied: Gästekartensperre bleibt, zu einem späteren Zeitpunkt wird dann St. Pauli im Sinne aller Fußballfans weiter gerichtlich vorgehen, um ein Grundsatzurteil zu erwirken. So far, so good. Es ist richtig, dass der FC St Pauli das macht, es ist mehr als nur bedenklich, wenn die Polizei willkürlich Fußballfans al gusto aussperren kann und das mit gerichtlichem Segen. Und ja, dagegen sollte man vorgehen. An dieser Stelle darf ich kurz meinem Erstaunen Ausdruck verleihen, dass dieses für die beiden beteiligten Vereine hochbrisante Thema von anderen Vereinen eher randnotizartig, wenn überhaupt, bedacht wird. Und ich dachte, das geht alle an. Aber gut, es beschränkt sich vieles zuweilen auf den eigenen kleinen Kosmos. Und wer nicht betroffen ist, muss sich auch nicht betroffen geben. Soviel zum vereinsübergreifenden Solidargedanken in der Bundesliga 1 und 2.

Aber das spannende Thema kommt ja noch: die von Rostocker Fans geplante und auch beantragte Demonstration durchs Viertel am Sonntag. Auf der einen Seite werden sich schon die Hände gerieben, weil man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass es Ärger geben wird. Wahrscheinlich sogar mehr als wenn sie als Gäste zugelassen werden. Vermutlich. Und dann ätschbätsch wird die Polizei schon sehen, was sie davon hat. Oder? Ich halte das für einen Irrtum, denn die Polizei hat sich eine bequeme win-win-Situation geschaffen. Gibt es Ärger, wie man ihn kennt, sind sie bestätigt worden in ihrer Auffassung, dass Fußballfans nichts als Ärger machen und die Öffentlichkeit steht einmal mehr hinter der Ordnungsmacht. Gibt es jedoch keinen Ärger –das ist natürlich ein total theoretisches Szenario- könnten sie stolz behaupten, dass ihre Massnahme gezogen hat. Keine Gästefans, kein Ärger. Und das wird ihnen auch keiner schlechtreden können.

Was nun allerdings die Aufrufe zur Solidaritätsbekundung angehen (vor der Südkurve am Millerntorplatz Treffen mit den Rostocker Demonstranten) oder auch die Mitteilung, dass innerhalb des Stadions auf Choreo und die üblichen Supportbemühungen verzichtet werden soll (formerly known as Stimmungsboykott), ist das allerspannendste Thema.

Wer von den geschätzten Lesern noch die Bilder des letzten Spiels in Rostock vor Augen hat, wo eine Tribüne voller „normaler“ Rostock-Fans gejohlt und applaudiert hat, als Leuchtspur in den St. Pauli-Block flogen, wo dem Rassismus gehuldigt wurde durch das Werfen ganzer Obstlädenausstattung an Bananen, wo kleine Glasflachmänner einträchtig vereint mit Feuerzeugen, Handys und sonstigem, was schön fliegt, einträchtig beieinander lagen, wo rechtes Gesocks sich ungehindert tummelt und den Verein nach wie vor als Plattform benutzt, der fragt sich, ob das die Fans sind, mit denen man sich zwingend solidarisieren muss. Da ich hier allein schreibe und auch keine ominösen Mitarbeiter beschäftige, die mich mehr erscheinen lassen als ich bin, kommt meine Meinung so ganz allein daher, ohne die vermeintliche Macht des Pluralis Majestatis: ich muss das nicht. Auch nicht für Fanrechte. Wer Fanrechte für so wichtig hält, dass er Rassismus, Homophobie, rechtsradikales Gewürm und alles andere, was die Rostocker Fanszene in Teilen so zu bieten hat, mal eben vergessen kann, der Fanrechte wegen, der möge sich solidarisieren. Das ist das schöne an der Meinungsfreiheit: man muss das nicht gut finden, man kann es sogar Scheiße finden, aber deswegen muss man auch das ertragen. Das kann nicht jeder, das sage ich aus Gründen, über die ich ein andermal sprechen möchte.

Jetzt an dieser Stelle nur eins noch: was glaubt der geneigte Leser hier, den ich einem eher gemäßigten Fußballfanbereich zuordnen möchte (ohne Sie der BILD- Affinität zu bezichtigen), wer da so an Demonstranten kommt? Leute wie Sie und ich oder eher doch der Typ aufgeregter Suptra, ergänzt durch den Typ Nazi, der sich gerne zum Zeckenklatschen anschließt, oben drauf noch der allgemein stressbereite Homophobe, der den schwulen Hamburgern mal zeigen will, wo die Rostocker Harke hängt? Und das im Gemenge mit der Problemfanklientel des FC St. Pauli. Jaaawohl, die haben wir auch. Und die Trittbrettfahrer verschiedenster Couleur, die diesen Anlass eventuell dankbar für sich nutzen könnten/würden/werden…

Diese Klientel haben wir alle schon kennengelernt, aber jetzt wegen der Fanrechte, machen wir uns mit ihnen gemein? Nein danke. Wäre das bei einem Verein wie Paderborn oder dem FSV Frankfurt passiert, wäre ich die erste, die Gästefans über den Zaun heben würde. Aber warum passiert das bei solchen Vereinen nicht? Weil sie nicht über Jahre in Vorlage getreten sind.

Der Versuch, aus der Polizei Hamburg den Grundübeltäter zu machen, ist irgendwie seltsam. Wie die Frage nach der Henne und dem Ei. Was war zuerst da, der gewaltbereite Fußballfan, wie er sich früher noch mit seinesgleichen separat getroffen hat zum gegenseitigen Vermöbeln –was leider gänzlich aus der Mode gekommen zu sein scheint, da traf es wenigstens nur die richtigen- oder die Polizei mit Gefahrenabwehrmaßnahmen? Ja, auch die Polizei macht Fehler, unbestritten, aber so groß können die Fehler für mich nicht sein, dass ich mich mit „denen“ solidarisiere und alles vergesse, was war. Unterstützung für den FC St. Pauli bei seinem Kampf vor Gericht – ja. Unterstützung bei einer vollständigen Revision der Gewalttäterdatei Sport (man kann da übrigens mit einem Formular Auskunft ersuchen und im Falle des Falles Antrag auf Löschung stellen. Das waren letztes Jahr z.B. 5 Ersuchen und 5 Löschungen, soweit ich dieser Anfrage an den Bundestag zum Thema entnehmen konnte.) – ja. Aber ich gehe am Sonntag ohne Umweg ins Stadion und werde die Mannschaft, die die Unterstützung ja sonst immer so extrem dringend braucht, dann nach Kräften anfeuern. Und ich gehe nicht davon aus, dass man einen Fehler ein zweites Mal macht und Leute davon abhalten will, das Stadion oder die Tribünen zu betreten. Das wäre auch wirklich dumm und kommt sicher nicht so. Aber once bitten, twice shy, so ist das eben bei den ewig Gestrigen wie uns. Äh, mir.

Mir tun die Anwohner leid, die sich in IHREM Viertel nicht gefahrlos werden bewegen können wegen der Demonstration. Aber die Leute im Viertel und ihre Sorgen sind vielen Leuten, die das als „ihr“ Viertel bezeichnen, ohnehin eher egal, es sei denn, es hat mit dem FC St. Pauli zu tun. Den handelsüblichen Ottenser, Barmbeker, Alsterdorfer, Harburger (beliebigen Stadtteil einsetzen) interessieren die S.O.S. St. Pauli Veranstaltungen zum Thema Gentrifizierung, Esso-Häuser, BNQ eher wenig bis nicht. „Ihr“ Viertel ist das Heiligengeistfeld inklusive Stadion, Domschänke und Jolly Roger und damit erschöpft es sich bei den meisten schon. Oder wieso sind die Viertel-Veranstaltungen immer so leer, die nichts mit Fußball und Party zu tun haben?

Ach wissen Sie, wenn man damit mal angefangen hat, was sich ales so widerspricht oder selbst in de Schwanz beisst, kommt man vom Hundertsten ins Tausendste und da habe ich nicht mal das Thema Selbstgerechtigkeit, Meinungsterror und das gute alte „Du hast St. Pauli nicht verstanden“- Gimmick angefasst. Dann bis später mal. Und zum Abschluss genießen Sie einfach diesen wunderbaren, völlig zusammenhanglos unter einen Artikel geklatschten Kommentar eines Menschen, der vielleicht am Sonntag neben Ihnen marschiert. Oder Ihnen alternativ eine Bierflasche über den Kopf zieht.

Sollten Sie Informationen wie den Link zur kleinen Anfrage an den Bundestag wegen der Gewalttäterdatei haben oder Links zu Videos oder anderen Texten oder was auch immer, do not hesitate to contact me.

Ach ja: am Wochenende bin ich übrigens 4 Stunden mit einem der „normalen“ Rostock-Fans Zug gefahren. Der würde da nie hinfahren am Sonntag. Meine Rostock-Fan-Stallkollegin auch nicht. Nur mal so nebenbei…

Lesenswert wegen der eigenen Gedanken, aber auch wegen der interessanten Linksammlung am Ende ist @derUebersteiger im Blog.

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61 Gedanken zu „Ich gestehe: ich verstehe es nicht, dieses St. Pauli

  1. astro sagte am :

    „Was nun allerdings die Aufrufe zur Solidaritätsbekundung angehen (vor der Südkurve am Millerntorplatz Treffen mit den Rostocker Demonstranten)“

    Wer hat denn dazu aufgerufen? Also USP ganz sicher nicht…

    Und Deine Ausführungen zum Thema Henne und Ei…. na ich weiß nicht, durch Fakten ist das ja wohl eher nicht gedeckt, so mit Hooligan-Ehrenkodex-Romantik.

    • Hab ich irgendwo gesagt, dass es USP war? Und zur Hooligan-„Romantik“ gibt es nun wirklich Quellen zuhauf.

      • astro sagte am :

        OK, dann ist das missverständlich – denn es klingt wie ein direkten Bezug auf die heutige USP-Stellungnahme, die nun genau auf ein Treffen (ohne Rostocker) auf dem Südkurven-Vorplatz abzielt. Und wer gibt schon was auf ein paar Internet-Hupen?
        Und ich bleibe dabei, daß dieses Hooligan-Ding überwiegend ein Mythos war und bleibt (wobei es natürlich auchGruppen gegeben hat, die sich daran gehalten haben) und die gestiegenen Repressionen durch die Staatsmacht nicht eine direkte Folge von gestiegener Gewalt ist.
        Eher umgekehrt: auch bei gleichbleibender realer Fallzahl sorgt eine höhere Kontrolldichte für mehr offizielle Fallmeldungen.

        Noch ein Beispiel: der „Staatsanwalt“ des DFB, der die Strafanträge stellt (z. B. beim Kassenrollenwurf usw.) hat sich mal darüber beschwert, daß er sich früher fast ausschließlich mit roten Karten usw. beschäftigen muss, heute aber zu 90% mit Verstößen der Fans. Meiner Meinung nach könnte man dem ja weitestgehend abhelfen, in dem man die entspannte Haltung vergangener Tage beim Thema Pyro wieder aufgreifen würde, hätte er gleich viel weniger zu tun…😉

        • Die habe ich bisher nicht einmal gelesen, da war also sicher kein direkter Bezug meinerseits. Internethupen ist eins meiner Lieblingsworte übrigens.

          Sie sind ja immer mal hier, Sie wissen, dass ich durchaus von Thema zu Thema eine themenangepasste Meinung haben kann. So wie ich jedesmal was in die Choreo-Dose schmeisse für die Süd, weil ich die Choreos toll finde und Aufforderungen zu Verbreitung von Soliaktionen gerne folge, wenn ich (!) sie unterstützenswert finde, so konträr bin ich eben bei anderen Themen.

          Und das Pyrothema – das Faß wollen Sie hier nicht aufmachen, oder?😉
          Ich hätte es aber einfach, ich würde nur auf einen Artikel hier verlinken…

  2. Zitat: Aber warum passiert das bei solchen Vereinen nicht? Weil sie nicht über Jahre in Vorlage getreten sind.

    Überlegen wir mal, wer in den letzten Jahren bei uns alles ein Sicherheitsspiel hatte. Z.B. Jena. Osnabrück. Das sind dann die nächsten, die nicht kommen dürfen. Bzw. wir auch nicht zu denen dürfen. Dies ist erst der Anfang. Später wird man nicht mehr in Vorlage gehen müssen.

    • Auch an dieser Stelle noch einmal: dass man sich gegen diese Vorgehensweise wehren muss, steht für mich ausser Frage. Nur ob man sich dazu zwingend mit den Rostockern und dieser Demo, die -ich vermute das nur- wieder zu einem Knieschuss werden könnte, solidarisieren muss, wage ich zu bezweifeln. Vorsichtig formuliert.

      • Ich lese nichts von Solidarisierungen. Einzelmeinungen mal außer acht gelassen. Ich kann auch gegen etwas sein, ohne automatisch für das andere zu sein. Und wenn ich auf dem Vorplatz stehe oder in der Nord ne Pappe hochhalte, habe ich mit Rostock erstmal nichts zu tun.
        Dass der Tag in einem Debakel endet, glaube ich auch – aber das ist unabhängig davon, wo wer während des Spiels sein wird.

        • Es soll auch jeder das machen, was er möchte. Reingehen und Spiel gucken, Reingehen, protestieren, Spiel gucken, Draussenbleiben und protestieren – es gibt viele Möglichkeiten. Zumindest sind wir, was das Debakel angeht, einer Meinung.

  3. Und auch in dieser Stelle nochmal: jeder kann tun oder lassen, was er will. Das war das mit der Meinungsfreiheit. So lange jedem haß- und dissfrei auch das Gegenteil zugestanden wird, wäre alles bestens.
    Und auch hier nochmal: dass St. Pauli im Weiteren dagegen vorgeht, ist absolut richtig. Und wichtig.

  4. Piet sagte am :

    Was für ein herzallerliebster Kommentar, den Sie da verlinken.😦

    Ein Freund von mir ist Rostocker. Und Rostock-Fan, immer gewesen. Wenn er Fußball im Stadion sehen will, geht er dann und wann mit uns™ ans Millerntor (und freut sich mit uns, wenn wir gewinnen). Nicht ins Ostsee-Stadion.

    Eine Karte für’s Spiel am Sonntag wollte er nicht haben. Zu viel Idioten unterwegs, mit denen er nichts zu tun haben wolle, hüben wie drüben. Er sieht sich das Spiel lieber im Fernsehen an. Obwohl ihm Transparente („Scheiß DSF“) immer wieder sagen, dass das Fernsehen den Fußball kaputt mache. Ein sogenannter „aktiver Fan“ ist er also nicht. Fan schon.

    Ich habe keine Ahnung, was Sonntag wird. Ich weiß nicht, wie viele Idioten nach St. Pauli pilgern werden, weil „was los ist“, aus der Vorstadt und sonstwo her. Gestern Abend schallte es durch mein Viertel (östlich der Alster) „Heil mein Führer“. Gut, das muss ja nichts heißen, ist ja noch nicht Sonntag.

    Ich weiß nicht, wie viele Idioten ihre Karten an Rostocker weitergegeben haben zum Zwecke sogenannten „Fanprotestes“. Was im Stadion und ohne Fan-Trennung los sein wird. Ich denke, ich werde kurzfristig entscheiden, ob ich überhaupt hinfahre, oder ob ich nicht lieber mit dem Rostocker Freund gemeinsam in der Kneipe gucken werde.

    Ach, und was sich sonst noch sagen ließe… Aber schön, mal wieder einen Bild-Beitrag (<— blogbezogen) gelesen zu haben. Sie wissen schon.😉

    • Dieses, was viele das RL nennen, hatte mich in den Fängen, deswegen alles etwas verzögert und auch nur häppchenweise, wie es gerade passt.
      Der Rostocker, mit dem ich Freitag Zug gefahren bin, hatte auch so ein paar interessante Erlebnisse in der eigenen Fanszene. Das wäre so einer, mit dem könnte ich auch locker ein aprés-Bier trinken. Aber der geht eben auch nicht. aus Gründen.

      Die „Idioten“, die ihre Tickets eventuell weggeben haben, haben das sicher aus ihrer Sicht mit guten, hehren Absichten getan, deswegen lasse ich das mal wertfrei. Was aus den Absichten dann wird, werden wir sehen. Was glauben Sie, warum ich diesmal lieber Sitzplatz gewählt habe? Weil kein Steh mehr da war? Nö.

  5. In der Basch liest sich das etwas anders, Zitat: „Mit den Ros­to­ckern ge­mein­sam de­mons­trie­ren? Nein, danke! Wir wol­len aber ähn­lich han­deln und wer­den das Spiel auf dem Süd­kur­ven­vor­platz am AFM-​Con­tai­ner und den um­lie­gen­den Stra­ßen ver­brin­gen.“ Es werden also wohl kaum Rostocker und Hamburger nebeneinander marschieren, sieht für mich eher so aus als bereite man sich auf alle Eventualitäten vor.
    Wieso die Polizei trotzdem (bisher) von einer friedlichen Demonstration ausgeht, ist bei der anreisenden Klientel völlig unverständlich, aber bei einer win-win Situation ist es eigentlich ja völlig egal was man macht oder nicht macht.

    • Ich hatte das gerade woanders. Wir werden sehen, wie das hernach transportiert wird, wenn es ein optisches Durcheinander wird. Bei der Polizei ist wohl eher der Wunsch Vater des Gedankens, aber realistisch gesehen…. aber stimmt, win-win. Egal.

    • Glauben Sie, das geneigte Gafferpublikum sieht den Unterschied? Das, was sie in der Presse sehen werden, ist das, was transportiert wird, ob das den Protagonisten gefällt oder nicht. Manchen mag es egal sein, wie die Botschaft ankommt, Hauptsache man hat eine, aber für Veränderungen ist das Ankommen der Botschaften manchmal schon nicht ganz unwichtig.

  6. „vor der Südkurve am Millerntorplatz Treffen mit den Rostocker Demonstranten“ – ist glaube ich die missverständliche Passage, denn vor der Süd treffen sich St. Paulianer_innen (auch USP) und in Altona (soviel zum Thema „mein Viertel“) demonstrieren die Rostocker. (Die Route ist noch in der Diskussion, aber Altona wird wohl wegen des Bahnhofs sicher betroffen sein). Ansonsten gebe ich Dir recht: Der wichtige Unterschied diesmal ist, dass die Entscheidung wirklich „frei“ ist: supporte ich vor oder im Stadion.

    • Lushek Lushikowski sagte am :

      Hallo Jekylla,

      ich frage mich gerade wer denn diese ominösen St. Paulianer sein sollen, die sich mit Rostock solidarisieren. Ich kenne keinen Aufruf oder sonstiges, in dem so etwas propagiert wird.
      Es gibt doch mWn keine Rostock-Soli-Aktion. Daher kann ich die angebrachte Kritik nicht nachvollziehen (an wen richtet sich diese denn konkret).

      • Das begann mit vereinzelten Aufrufen nach Bekanntwerden des Verwaltungsgerichtsurteils, doch Karten an die Rostocker abzugeben (nicht aus dem Kontingent, sondern einzelne, vielleicht sogar die eigene) über den etwas missverständlichen Aufruf im Basch-Magazine, wie oben von ring2 schon eingeräumt, mit diversen Solidaritätsbekundungen auf twitter und in Blogs. Ich habe darauf verzichtet, alles jeweils einzeln zu verlinken, weil ich nicht mit dem Finger auf Einzelne zeigen will, wo es einige betrifft. Bis hin zum Statement von USP, auf Choreo und Stimmungsmache zu verzichten als Zeichen… ja, als Zeichen wofür genau? Für die Mannschaft, dass es doch Wichtigeres gibt, insbesondere in so einem Spiel, als die Mannschaft im Stadion zu supporten? Oder für die vielen Fans am Millerntor, die tatsächlich wegen eines Fussballspiels ins Stadion kommen, für einige das wichtigste Spiel der Saison?

        Ich denke, die, die es betrifft, werden es wissen, für hier reicht mein allgemeines Unverständnis, eine Aktion gegen Polizei und Gericht am Beispiel und unter Mitwirkung von Hansa Rostock in jedweder Form zu unterstützen. Dass es eine Aktion geben muss. habe ich ja mehrfach eingeräumt, aber dieser Weg scheint mir -und mir persönlich- kein besonders geschickter zu sein. Ich würde ja auch gegfen DFB-Willkür lieber bei den Herren vor der Haustür in Frankfurt protestieren als in Berlin oder so.. aber das ist persönliche Präferenz.

        Hier wird auch keiner gesteinigt, der anderer Meinung ist, außer unter der Gürtellinie ist alles erlaubt, aber dies und ein paar andere Sachen waren mir wichtig. Nicht mal aufgeregt, sondern einfach nur wichtig.

        Den Rostocker Kommentar habe ich übrigens absichtlich stehenlassen. Er ist kein Einzelfall, diese Meinung kann man in einem Forum mehrfach lesen. Ob die auch kommen am Sonntag?

        • Lushek Lushikowski sagte am :

          Ich persönlich finde die betreffende Passage im Aufruf nicht missverständlich, USP möchte nicht zusammen mit den Rostockern demonstrieren und stattdessen vor der Südkurve und den einschlägig bekannten Treffpunkten und Läden im Viertel verharren. Aber okay, geschenkt…
          Bezgl. Supportverzicht: Dieser richtet sich gegen die Schaffung eines Präzedenzfalles.
          Ich selbst gehöre zu jenen, die, beruflich bedingt, leider nur selten nach Hamburg kommen können und bin zumeist auf Auswärtsspiele angewiesen. Wenn das Aussperren von Gästefans Schule macht, dann werde ich auf Spiele in Köln etc. zukünftig verzichten müssen, da wohl in Bälde sämtliche Risikospiele ohne Gästefans ausgetragen werden dürften. Die Verfügung der Hamburger Polizei liefert die ideale Steilvorlage für sämtliche Polizeibehörden des Landes in Zukunft ebenso zu verfahren (s.a. die Überlegungen der Dresdner Polizei bezüglich unseres dortigen Auswärtsspiels).
          Den eingeschlagenen Weg (dem Spiel fernbleiben und sich stattdessen im Viertel verteilen) halte ich jetzt auch nicht für das Nonplusultra, hoffentlich bleibts ruhig.
          Es bescherrt der Polizei aber einen Haufen Mehrarbeit und bringt sie vllt ein wenig zum Nachdenken, wobei ich da so meine Zweifel habe.

          • Ich fahre ja auch des Öfteren auswärts, aber es gibt durchaus jetzt schon Begegnungen, zu denen ich freiwillig nicht fahre, weil ich mich den Umständen einfach nicht aussetzen will. Das allein ist schon betrüblich. Die Verfügung und ihre Folgen sind natürlich nicht hinnehmbar und ich werde -wie offensichtlich auch Fans anderer Vereine, für die das kein Thema zu sein scheint (ich lese zumindest nichts weiter)- abwarten und sehen, was der FC St. Pauli auf offiziellem Weg erreicht, denn ich denke, die zu erwartenden Proteste, wie auch immer sie ausgehen, sind im Thema allenfalls schmückende Folklore, die Entscheidungen werden anders getroffen. DAS wird dann richtig interessant.

            Andere Frage: was soll der Supportverzicht im Stadion genau bringen? Es werden keine Rostock-Fans im Stadion sein, das Fernsehen wird wie üblich darüber hinweggehen und sicher trotzdem von der tollen Stimmung am Millerntor berichten -selbst wenn sie es nicht ist- und das wars dann. Die Mannschaft, die nach vielerlei Bekundungen doch den Support so braucht, kann dann diesmal problemlos darauf verzichten? Seltsam. Aber auch das kann jeder machen, wie er mag. Nur führt das diese Supportdiskussionen irgendwie etwas ad absurdum, oder?

    • @ring2: Das liest sich erst so, als blieben die Rostocker auf Altona beschränkt und die St. Paulianer machen ihr eigenes Ding am Millerntor – bis dann der Hinweis mit der Route kommt. Das ist natürlich jetzt wieder total nur von mir vermutet, aber die Rostocker werden sich sicher nicht auf den Bahnhof Altona beschränken, zumal ich bezweifle, dass alle schäfchengleich mit den ihnen zugewiesenen Zügen fahren werden. Haben „wir“ ja zu Hunderten auch nicht gemacht, das Ding mit dem Sonderzug nach Rostock…

      • Piet sagte am :

        Eben. Die Trennung von St. Paulianern und Rohrstöckern (ggf. inkl. Vorstädtern), erstrecht wenn letztere ins Stadion wollen und also ’neutral‘ Richtung Stadion latschen (bzw. wieder heraus), aber auch um das Stadion herum, auf dem Dom, vorm Jolly, das ist aus meiner Perspektive eine rein hypothetische. Erstrecht, wenn alle Beteiligten noch mit Team Green spielen wollen.

        • Man kann an diese Hypothese glauben und darauf vertrauen, dass diesmal alles total anders wird als sonst oder eben nicht. Auch das bleibt jedem freigestellt. Und wenn es untereinander nicht zu Gerangel kommt, hat man ja noch einen gemeinsamen Feind, den mit dem türkischen Vornamen.

  7. „Mir tun die Anwohner leid, die sich in IHREM Viertel nicht gefahrlos werden bewegen können wegen der Demonstration.“

    Warum können die das nicht? Weil Demonstranten aus Rostock kommen von denen man erwarten kann, dass sie gewaltbereit sind. Aha. Komischerweise gilt das doch aber auch für’s Stadion?!

    „Mit tun die Stadiongänger leid, die sich in ihrem Stadion nicht gefahrlos werden aufhalten können, wegen der Rostocker Gäste.“ – oder nicht?

    • Piet sagte am :

      Wieso „komischerweise“?

      Dass ich überlege, ob ich überhaupt ins Stadion gehe, wenn viele St. Paulianer draußen bleiben, dafür aber (danke, ihr ***!) eine ungewisse Zahl Rohrstöcker rein geht, war übrigens völlig Ernst gemeint. Meine Gesundheit ist mir nämlich deutlich mehr wert als vermeintliche Fanrechte von Leuten, die den Fußball für ihre Gewaltfantasien missbrauchen.

      Wenn mir zu Saisonbeginn jemand gesagt hätte, dass ich mal überlegen würde, ob ich überhaupt ins eigene Stadion gehe oder nicht — ich hätte ihn für verrückt erklärt.

    • es ist schon ein unterschied ob ich ins stadion will oder am sonntag einen spaziergang über den kiez und das aus den bekannten gründen nicht kann. der marsch der vorstadt habe ich damals live miterlebt und familien gesehen die unvermittelt auf der reeperbahn auf die demonstration trafen, kindern denen raketen vor die füsse geworfen wurden. das war alles andere als hinnehmbar.

      das ich nach dem spiel nicht zu meiner wohnung gelassen wurde, kann ich als fan vielleicht noch hinnehmen, aber wenn ich mit nachbarn spreche sind die alles andere als amused über den shyss fussball und ich mir gehen auch die argumente aus. mir selber ist es auch schon 2 x passiert das ich wg. einer demo auf dem kiez mein haus nicht verlassen durfte, das hatte war nichts mit fussball zu tun, aber am ende wird das von anderen unbeteiligten alles in einen topf geworfen. bei nicht wenigen anwohnern und nachbarn hat der der fcsp und die begleitumstände des fussballs mehr an rückhalt verloren als man glauben möchte.
      aus diesen und anderen gründen geht mir ewige „mein viertel“ geschwafel auf die nerven. das viertel ist für sehr viele nur von belang wenn es um fussball geht, ansonsten geht das doch den allermeisten am arsch vorbei, was hier passiert.

  8. Wenn ich ins Stadion gehe, nehme ich das in Kauf, weil ich ins Stadion gehen will. Was aber, wie Sie richtig sagen, schon bescheiden genug ist.

    Ob der Nicht-Fussball-Fan, der vielleicht nicht irgendwo an der Route in Schwierigkeiten geraten will, lieber zuhause bleibt, finde ich schon eine andere Hausnummer. Erinnert mich an die Leute, die einfach nur über die Reeperbahn wollten beim Marsch des HSV… oder die nicht mehr nach Hause konnten, um ihr Gepäck zu holen für die Rückfahrt, weil alles gesperrt war. Ich.

  9. Beides kann man im Prinzip nicht hinnehmen. Und beides kann die Polizei nicht hinnehmen.

    Ich frage mich nur, warum es keine Teillösungen gab. Nur Sitzplätze oder ähnliches. Ich hab den Ostseeverein im Verdacht, er ist mit einem Feindbild gut bedient und will sich gar nicht daran beteiligen. Ist ja auch nur noch ein Spiel.

  10. Ich will kurz auf „geht alle an / Solidarität “ eingehen, denn ich glaube, das stellt sich verzerrt dar: ich lese das alles mit großem Interesse, hier und anderswo. Der Randnotiz-Charakter hat bei mir eine andere Ursache: es geht um Hamburger Landesrecht und um viel politische Befindlichkeit. Man kann das also nicht so richtig verallgemeinern. Das Urteil in der Hauptsache steht noch aus, erst aus dem könnte man ungefähre Schlüsse ziehen. Aber auch die wären nur bedingt übertragbar. Es ist eine ziemliche Wundertüte, was da grad passiert. Wie gesagt – mein Interesse ist groß, aber mit Schlussfolgerungen tue ich mich derzeit schwer.

    • Sie haben Recht, ALLE geht es erst an, wenn das finale Urteil gefallen ist. Aber trotzdem vermisse ich Diskussionen über die Entscheidung jetzt. Dass es der Polizei möglich ist, so eine Verfahrensweise durchzuziehen. Das könnte ja nun einige betreffen.

      • Gerade nach den heutigen „Entwicklungen“, ja. Ich sitze und staune, ich find’s unfassbar. Die Polizei gibt zu, eine Situation nicht im Griff zu haben und zündet täglich neue Eskalationsstufen. Das wirft reichlich Fragen auf, und zwar grundsätzlicher Natur, weit über den Fußball hinaus.

  11. kurze Frage sagte am :

    Aus Mangel an Platz und womöglich auch hier vorhandenem Willen zu weiteren Differenzierungen, will ich einfach nur kurz erfragen, was genau das willkürliche Werfen von Bananen als Rassismus qualifiziert und inwiefern ein qualitativer, abgesehen von geleisteter Handarbeit, Unterschied zu dem Bild in diesem Forum besteht:
    http://sofacoach.de/forum/showthread.php?t=2398&page=2

    Mir ist bewusst, dass der Kontext ein anderer ist, aber ich möchte verstehen, worin du Rassismus siehst und wo halt einfach Mentalitätsbananen von ‚HSV-Affen‘ gejagt werden. Danke.

    • Googlen Sie mal „Rostock Affenlaute“, da werden Sie eine längere Geschichte der Verknüpfung zwischen Affenlaute und Rassismus entdecken und der Weg vom Affen zur Banane ist nicht allzuweit. Es als „Bananen für den Westen“ zu verkaufen, hätte ich einem weniger durch rassistische Entgleisungen bekannten Verein eher geglaubt.

      Was ich allerdings nicht so verstehe, ist Ihr Link, was sollen mir die Bilder eines jubelnden Asamoah oder ein paar jubelnder St. Paulianer sagen oder gucke ich falsch? Und was haben jetzt die „HSV-Affen“ damit zu tun? Bitte um Erklärung.

      • nichtmehrganzsokurz sagte am :

        Zunächst möchte ich feststellen, dass das „Sie“ im Internet, insbesondere in Foren oder Kommentarbereichen, für mich eine der perfidesten Formen der Äußerung von Abneigung ist. Aber, ich bin genügsam und habe mir, tatsächlich als Rostocker, schon schlimmeres anhören müssen. Außerdem will ich dir nichts unterstellen.

        Des Weiteren bringt die Google-Suche mit anderen vorangestellten Städten und Vereinen sicher ähnliche Ergebnisse hervor. Aber Rassismus wird nun mal am Millerntor und im Ostseestadion bekämpft. Hauptsache es wird bekämpft. (Meine ich ernst!) In Berlin, Dortmund, Aachen, Stellingen darf sich augenscheinlich jedoch selbst darum gekümmert werden, der Zeigefinger zeigt nur in eine Richtung. Ist ja auch richtig, nur oftmals etwas arg verkürzt. Macht nichts, haben wir hier gelernt mit umzugehen. Zumindest die Vernünftigeren, Linken. Aber auch die werden älter und verlieren, aus Gründen, die Lust, jedes zweite Wochenende von irgendwelchen Durchschnittsdeutschen für ihr Einschreiten, in welcher Form auch immer, zu kassieren. (Nicht mal (Neo-)Nazis, also im eigentlichen Sinne, sondern schlicht stumpf dumme Bauern, wie es sie in jeder noch so schönen Arena dieses Landes gibt. Nicht weniger schlimm.) Nur, um sich dann wieder Vorträge aus Hamburg anhören zu können.

        Auch, wenn ich nicht glauben kann, dass dir beim scrollen durch die Forumsseite dieses Bild nicht aufgefallen ist, verlinke ich es mal direkt: http://farm1.static.flickr.com/95/270999734_906f192e5d.jpg (Ging mit meinem Mobilgerät irgendwie nicht, deshalb der allgemeine Link gestern.)
        Die Fragen, die mich dahingehend umtreiben, sind also: Sind Affen mit HSV-Schal kein Rassismus, weil die Aktion von einer „antirassistischen“ Gruppe kommt? (Die Antwort kann ich mir denken, erscheint mir aber zu einfach.) Sind Dortmunder Bananen im Derby gegen Manuel Neuer kein Rassismus (auch hier gab es in der Vergangenheit Affenlaute und Rassistische Ausfälle nicht wahr?)? Ist es nicht vielmehr so, dass Rostock eben die Nazistadt, mit dem Naziverein und den Nazifans ist? Es sich also schlichtweg schickt in jeder, wie auch immer blöden, Aktion entsprechendes Gedankengut zu sehen?

        Damit wir uns nicht falsch verstehen, was bei dem Spiel gelaufen ist, bezüglich des vermeintlich normalen Publikums (die Pyroschüsse sind eine Perversität im Einsatz von Pyrotechnik im Stadion, über die wir gar nicht diskutieren brauchen (hat es bei einem ‚eurer‘ vorangegangen Besuche in die andere Richtung übrigens auch gegeben)), hat mich zutiefst erschrocken und über Tage erschüttert zurück gelassen. Etwas in mir ist an diesem Tag, in diesem Stadion, kaputt gegangen, daraus mache ich keinen Hehl.

        Ich hoffe, ich konnte den Bezug dieser einzelnen Aktion auf die Mentalitätsbananen-Debatte verdeutlichen.
        Deshalb werde ich diesen Verein nicht weniger lieben, kann ich gar nicht. Eines habe ich übrigens in meinen 20 bewussten Jahren mit Hansa gelernt, manchmal sind Aktionen gegen St. Pauli auch einfach nur Aktionen gegen St. Pauli, wie es eine Aktion St .Paulis gegen den HSV sein kann.

        • nichtmehrganzsokurz sagte am :

          Gerade sehe ich, dass du grundsätzlich siezt, ich nehme den ersten Absatz also zurück.

          • Das wäre auch meine Erklärung gewesen. Internet oder nicht, dass „Sie“ hat für mich zum einen eine respektvolle Seite, zum anderen eine distanzwahrende. Gerade in schwierigen Diskussionen kann das hilfreich sein, das ist eine Erfahrung aus 8 Jahren Bloggen. Aber Sie haben es ja bemerkt.

            Das Bild hatte ich tatsächlich nicht gesehen mit dem allgemeinen Link, danke fürs Raussuchen. Persönliche Meinung: Affen mit HSV-Schal sind auch nicht besser, da haben Sie Recht. Interessanter Punkt, könnte ich zu einem späteren Zeitpunkt auch noch mal aufgreifen, merci für den Hinweis.

            Dass Sie Ihren Verein lieben und immer lieben werden, ist so natürlich, wie ich das gleiche von mir und meinem Verein sagen kann, obwohl -wenn Sie hier öfter lesen-ich auch nicht mit allem glücklich bin, was so bei uns passiert. Und das schliesst ebenfalls ein, dass mich manche „unserer“ Aktionen auch erschrecken.

            St. Pauli und Hansa Rostock haben eine sehr lange, gemeinsame(!) schwierige Geschichte und da es sich jedesmal, wenn wir aufeinandertreffen, noch schwieriger gestaltet, frage ich mich, wo das enden soll.😦

      • „Der Weg vom Affen zur Banane ist nicht weit“ und deshalb war der Bananenregen im Hinspiel rassistisch motiviert? Das ist doch nicht Ihr Ernst?
        Die sonst hier übliche differenzierte Betrachtung von Sachverhalten stehr Ihnen deutlich besser. Schade.

        • Das war zugegeben sehr kurz gefasst, aber in allen Diskussion, die es nach diesem Spiel gegeben hat, wurde die Bananenaktion so empfunden. So ganz abwegig aufgund der sonstigen Erfahrungen ist das nicht, insbesondere, da Rostocker Choreo-Aktionen durchaus auch weniger humorvoll und von Esprit geprägt waren in der Vergangenheit. Denke da insbesondere an den Puppenwurf.

          Sehen Sie, so geht das, wie mit dem Peter und dem Wolf. Das linke Zecken-Gebashe eicht irgendwie dann doch. Das mag dem Bekunden der Erfinder nach schon amüsant gewesen sein (Bananen für den Westen), aber auch da hätten wir wieder die Vorgeschichte.

          Übrigens streite ich nirgendwo und niemals ab, dass auch St. Pauli eine Fanklientel hat, die der Rostocks in vielerlei Hinsicht nicht nachsteht. Nicht zwingend inhaltlich, aber „hirnlich“.

          • Nur fürs Protokoll: Die einschlägige St. Pauli-Klientel im letzten Absatz (praktisch die, die bei St. Pauli „sonst nie da“ sind) haben Sie jetzt hier ins Spiel gebracht. Oder bezog sich das nicht auf meinen Kommentar?

            Zum Rest: We agree that we can disagree?

            PS: Falls ich es unbehelligt durch das „Gefahrengebiet“ schaffe, freue ich mich darauf, die Gegengerade am Sonntag mal aus eigener Anschauung zu erleben. Bin gespannt.

            • Das bezog sich auf Ihren Kommentar und war der Vollständigkeit halber einfach mal erwähnenswert. Es ist ja nicht so, dass es „immer die anderen“ sind, der Anteil an der Problematik ist schon deutlich. Und man muss ja auch nicht immer einer Meinung sein, man sollte sie aber mal austauschen und kennenlernen. Ich finde das hilfreich.

              Ich hoffe sehr, dass Sie unbehelligt ankommen. Es wird ja leider nicht so, wie es sonst immer wird (Stichwort Stimmungsboykott oder wie man das nennen will, dass es keinen organisierten Support geben wird, ehe jemand wieder das wort moniert), aber ich schätze, es werden dennoch eine Menge Fans Gas geben. Im Stadion.

            • Piet sagte am :

              «PS: Falls ich es unbehelligt durch das “Gefahrengebiet” schaffe, freue ich mich darauf, die Gegengerade am Sonntag mal aus eigener Anschauung zu erleben. Bin gespannt.»

              Gastfreundschaft ist ein hohes Gut.

              Ich hoffe inständig!, dass Rostocker Gäste dieses am Millerntor nicht missbrauchen (bitte überlegen Sie vorher, was Sie sich wohl wünschen, wenn eine Gruppe St. Paulianer — hypothetisch gesprochen, denn diese Vorstellung ist ausgesprochen surreal — in der DKB-Arena neben Ihnen steht) — und wünsche Ihnen viel Freude aus der Kurve nebenan.

              • Keine Sorge, ich weiß mich durchaus angemessen zu benehmen, obwohl ich gerade überlege, ob ich jetzt beleidigt sein sollte.
                Meine Wünsche hinsichtlich des Nicht-behelligt-Werdens richten sich in erster Linie an die sympathischen Staatsbürger mit und ohne Uniform.

                • Ich misch mich mal ein: nicht beleidigt sein, ´Sie wissen ja sicher, wie es umgekehrt wäre, wenn ein St. Paulianer im Heimbereich seinem Jubelbedürfnis bei einem Tor seines Teams freien Lauf lassen würde?😉
                  Aber dazu wird es ja nicht kommen *flitz* *borntorun*

                • Piet sagte am :

                  Oh, das war keinesfalls persönlich gemeint (bitte nicht beleidigt sein), sondern ein Wunsch an die HRO-Gäste im Allgemeinen (s. @Jeky, danke).

                  Was die Ordnungsmacht angeht, hoffe ich genauso inständig, dass sie sich zu benehmen weiß; nur begreift die sich i.d.R ja leider nicht als Gast.😉

  12. Ich glaube die haben Angst vor dem Geld und den Mannschaften in der ersten Liga. Anders kann ich mir das nicht erklären! Schade und ich habe mich schon auf die Relegationsspiele gegen die Hertha gefreut! Gruß aus Berlin

  13. in diesem zusammenhang finde ich es auch erstaunlich, das gerade die, die mich bei der südkurvenblockade als unsolidarischer schlechterfan gemassregelt haben, weil ich die zwangsmassnahme nicht ganz so toll fand, selbstverständlich am sonntag wieder mit ihren dicken hintern im stadion sitzen und nach ein paar bieren danach wieder von solidarität schwafeln. Dafür ist auch kein argument zu blöde um das reingehen zu begründen, die mannschaft braucht unterstützung im aufstiegskampt etc pp. was für eine romantische vorstellung. die spieler laufen vor 1000 leuten auf oder auch vor 30.000, weil es ihr job ist und sie am ende für ihren marktwert oder einen neuen vertrag spielen. dabei ist die fanfolklore nicht so wichtig wie es viele gerne hätten.

    • Diese Erkenntnis wird sich nie durchsetzen. Dieses sich als Fan unverzichtbar fühlen ist ungefähr so, wie sich auf der Arbeit unverzichtbar fühlen. Auch irgendwie ein Irrtum, dem man leicht unterliegt.

      An die Solidaritätsdiskussionen seinerzeit kann ich mich auch noch gut erinnern. Und ich habe auch gedacht, gerade die müssten nun freiwilliger als freiwillig jetzt mit den anderen draussenbleiben. Tun sie aber auch nicht, weil die Mannschaft den Support braucht. Diese inkongruente Verhaltensweise ist mir auch nicht ganz verständlich. Das ist alles immer so … situationsabhängig wandelbar. Wenn Sie verstehen…

  14. Pingback: Gefahrengebietsdemonstrationsverlierer | Übersteiger-Blog

  15. Daniel sagte am :

    Pluralis Majestatis!!! Wäre das ganze Thema nicht so extrem ätzend, dann hätte ich laut gelacht.
    Danke für Deine 2 Cents.

    • Gern geschehen😉 Ich befinde mich auch in Dauerschwankungen zwischen Belustigung, Erstaunen, Verärgerung, Erschütterung, Frustration und … Gleichgültigkeit. Eine gruselige Mischung.

  16. BenKr sagte am :

    Jeky, allen Ernstes, was hat Dich denn geritten, dass Du eine Solidarität mit Hansa irgendwo rausgelesen bzw. reininterpretiert hast? Es wurde von keinsterseite irgendwas davon verlautbart, da scheinst Du wieder auf den falschen Zug, den Du bereits nach der Blockade genommen hattest, aufgesprungen zu sein.

    Und bitte, wenn man Dich für eine informative und glaubwürdige Bloggerin halten soll, bitte, bitte, bitte mit Sahnehäubchen, informier Dich über Leuchtspurmunition. Ich kann nicht glauben, dass Du wirklich das Niveau des Boulevard in Deinem Blog weiterführen möchtest.

    Abschliessend zeigt sich Dein Umgang mit den Fangruppen auf der Süd geprägt von Deinem Erlebniss, als Du keine DK für eben diesen Bereich des Stadions bekommen hast und diese Tatsache nicht in Deinem verspäteten Erscheinen, sondern bei den Ehrenamtlichen des Projekts Südkurve als Schuld aufgeladen hast. Seit diesem Zeitpunkt, ist Deine Wahrnehmung leider getrübt, was diese Fans betrifft. Leider.

    Ich wünsch Dir ein entspanntes Wochenende und wenn Du im Stadion bist, feuer die Manschaft mit für uns an.

    • Wo fange ich an bei den vielen Baustellen, die da angelegt werden?

      Nein, in den Aufrufen von USP ist nicht die Rede von Solidarisierung mit Rostock, aussehen wird es hingegen so. Die einen demonstrieren in Altona, die anderen am Stadion und für die Prognose einer späteren Vermischung braucht man nicht viel Phantasie. Dem geneigten Aussenstehenden, dem die Zusammenhänge völlig abgehen -und ich wage zu behaupten, dass es davon auch viele im Stadion gibt- wird dieser Eindruck letztendlich vermittelt. Und am Ende des Tages hat vielleicht die böse Presse wieder genug Futter, um das Lied vom gewalttätigen Fussballfan in höchsten Tönen zu singen und der Staatsmacht zu attestieren, dass man da auch gegen vorgehen muss. Alles richtig gemacht, Polizei.
      Ich halte es für taktisch unklug, etwas abzuziehen, das dann wieder ganz anders kommt, als man es beabsichtigt hat. Da schliesst sich der Kreis zur Blockade, die mal als Boykott gedacht war und im Endergebnis alles andere als das gebracht hat, was man gerne gehabt hätte. Kontraproduktiv mit lang anhaltenden Folgen. Und absehbar. Das ist das, was ich nicht begreife. Wenn ich etwas erreichen will, mache ich mir doch Gedanken über das Wie.

      Mein Umgang mit den besagten Fangruppen hat nichts mit der verpatzten DK-Aktion zu tun, bei der nicht nur Zuspätgekommene alt aussahen. Ich bin trotz ohne DK bisher noch zu jedem Spiel gekommen, das ich besuchen wollte und habe mich an meinem neuen Standort gut einrichtet. Ich kann mich auch nicht erinnern, wann ich das Thema DK das letzte Mal hier angesprochen habe. Muss lange her sein.
      Der Umgang besagter Fangruppen anlässlich der Blockade hat in der Tat einen bleibenden Eindruck hinterlassen -aus Gründen- und daraus habe ich auch nie einen Hehl gemacht und auch nicht, warum. Was aber nicht den Umkehrschluss zulässt, ich würde besagte Fangruppen ausschliesslich bashen.

      Wer hier regelmässig liest, weiss, dass ich oft genug meinen Respekt denen zolle, die Auswärtsfahrten ans Ende der Welt auf sich nehmen, ihr ganzes Geld und ihre gane Freizeit diesem Verein widmen, tolle Choreos auf die Beine stellen, hervorragende Arbeit leisten für die Themen, die uns verbinden: Antirassisimus, laut gegen Nazis, gegen Homophobie und und und. Und wenn ich von USP per Mail als Blogger gebeten werde, für eine besondere Spendenaktion aufzurufen, dann mache ich das, wie gerade erst vor kurzem.

      Wenn ich gut finde, was jemand tut, unterstütze ich das, wenn ich es nicht gut finde, dann nicht. Das kann man auch als Differenzieren betrachten. Dass aber Kritik an USP schnell zum „Bashing“ hochstilisiert wird, ist nicht mein Thema.
      Dass ich hier als Einzelperson ohne finanzielles Interesse durch Werbeeinnahmen und mit eher begrenztem Interesse an Egoaufwertung durch Abfeiern von Blogrankings meine Meinung hier äußere und mein Hauptinteresse den Lesern und Kommentatoren dieses Blogs gilt, auch den kritischen, grenzt mich vom Boulevard ab. Ich verdiene hier nichts, ich gehöre nicht zur relevanten Fanszene, ich bin bloss ein Fan mit Blog. Nicht mehr und nicht weniger.

      Und ehe wir uns jetzt über die chemische Zusammensetzung der brennenden, heißen Flugkörper, die im St. Pauli-Gästeblock gelandet sind, streiten, einigen wir uns darauf, dass es heisse, brennende Flugkörper waren, dann wären wir uns zumindest in einem Punkt nähergekommen. Man wird bescheiden. Zumindest wenn man eine Meinung hat, die von der der aktiven Fanszene abweicht.

      Ich wünsche ebenfalls viel Erfolg und in unser aller Interesse, dass alles friedlich verläuft. Das mit dem Anfeuern geht klar.

      P.S.: Die, die da morgen draussenbleiben und tatsächlich für ihre Ideale auf etwas verzichten (und dieses Spiel nicht zu sehen, ist wohl ein Verzicht), haben meinen vollen Respekt.

  17. Pek sagte am :

    Wieder mal die traditionelle Hasspredigt hier im Blog. Gut, dass diese immer weniger Gehör findet.

    • Schön, dass Sie dennoch immer wieder mal reinschauen. Eins am Rande: Hasspredigen geht anders.

      Aber jetzt nach diesem Tag: mein Respekt gilt heute den friedlichen Demonstranten von Hansa Rostock. Ich gebe ehrlich zu, dass ich damit nicht gerechnet habe. Und es freut mich für die paar Rostocker, die ich persönlich kenne, besonders. Da gibts keine Diskussion, das war groß.

      • Pek sagte am :

        Wahrheiten halbieren und verbeugen, Fakten selektiv einsetzen und – wo nötig – aus dem Kontext reißen, differenzierte Sichtweisen in Nebensätzen verschwurbeln, aus Singularitäten Ableitungen für das große Ganze ziehen, ironische Äußerungen der Gegenseite als bare Münze verkaufen, wo immer was nicht ins Weltbild passt mit Gänsefüßchen arbeiten…

        Haßpredigen mag anders gehen, aber Sie haben meiner Meinung nach viele der benötigten Werkzeuge im Programm. Wieviel Wissen und Verstehen Sie von manchen Dingen haben, über die Sie schreiben, zeigt Ihre Prognose zum Ärger, welchen die Rostocker Demo verursachen wird. Dazu noch die inhaltlich abfällige Vorbesprechung der Demonstration an sich; wünschenswerte Fans würden sich an so etwas nicht beteiligen. Fanrechte, Grundrechte, Menschenrechte – pfffffffh

        Wenn alle so „gemäßigt“ wie Sie wären, würde es mMn jedesmal knallen und zwar schlimmer als bisher. Weil Worten nunmal auch Taten folgen. Nicht von Ihnen. Sie schreiben dann nur darüber. Über die Teile, die man gut nutzen kann. Oder aber es kommt alles anders. So ein Leben ist ja manchmal überraschend – und Menschen vielleicht auch.

        • Wissen über die Demo konnte bis gestern keiner haben, allenfalls Prognosen aus den Erfahrungen der Vergangenheit. Davon abgesehen galt die Befürchtung ebenso für Leute aus den den eigenen Reihen. Heute wissen wir, wie es lief, der Artikel zu gestern ist bereits fertig und vielleicht wird es Sie überraschen, dass ich durchaus Fehleinschätzungen auch zugeben kann.
          So wie Sie das schreiben, klingt es, als hätte ich mit langen Fangzähnen eine Herde Unschuldslämmer gerissen. Ganz so ist es ja nun nicht, aber zumindest angesichts des Rostocker Auftritts von gestern gibt es in der Tat Klarstellungsbedarf.

    • Piet sagte am :

      Gut, dass diese immer weniger Gehör findet.

      Mist. Warum sagt mir das keiner.😦

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