Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Von Mimimis, Miasanmias, Managern, Medien und Moosröschen

Die Mimimis unter den wahren und falschen Fans und die Mimimis beim DFB/der DFL und den Medien haben dieser Tage ja wieder richtig viel zu tun. Das Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC hat wieder neue Maßstäbe gesetzt und dem Herrn Niersbach vom guten und gerechten DFB eine Steilvorlage geliefert, die der auch nicht ungenutzt liegen lässt. Allüberall werden im Minutentakt Artikel rausgehauen, Bandbreite von „Emotionen respektieren“ bis „alle lebenslanges Stadionverbot“, da muss ich nicht auch noch in epischer Breite einsteigen. Ist auch meines Erachtens nach überflüssig. Keiner hat auch nur den Hauch einer Ahnung, wie man dem beikommen kann, beide Seiten stellen nur immer wieder fest, wie es NICHT geht. Was ja nicht weiterhilft. Und so werden wir dann gespannt warten, was der DFB diesmal aus dem Zylinder zieht. Analog zu einem Bierbecherwurf, der eine Platzsperre „wert“ war, müsste es für gestern eine Deutschlandsperre werden. Aber mit Relationen hat es der DFB ja noch nie gehabt, drum darf man gespannt sein, was für eine Wurst da aus der Strickliesel rauskommt. Zum Thema Pyrotechnik möchte ich an dieser Stelle mal die Berliner Pyronale im September empfehlen, das ist das, was die Bezeichnung PyroTECHNIK tatsächlich auch verdient. Nuff said.

*Edit: Im „Brennpunkt“ in der ARD liess der DFB-Vertreter keinen Zweifel daran, dass die Maßnahmen Stehplätze weg, Zäune hoch und noch härteres Durchgreifen die Zukunftsmusik sind. War klar, oder?

Aber immerhin hat dieses unterhaltsame Relegationsspiel den Fans des FC Hollywood die Möglichkeit gegeben, mal durchzuatmen und einen hämefreien Tag zu geniessen. Wer das DFB-Pokal-Endspiel gesehen hat, weiss, was ich meine. Mia san mia und waren die bessere Mannschaft. Hat einer so ähnlich gesagt. Was immer sein Bewusstsein getrübt haben mag, an dem „glücklichen“ 5:2 ist nicht mehr zu rütteln. Ich persönlich fand das Spiel sehr unterhaltsam, was aber mehr am BVB gelegen hat, der aus wenig Ballbesitz viel machte. Dieses Ballbesitz wird mehr und mehr überbewertet. Wenn man nichts draus macht, hat man am Schluss halt nur… mehr Ballbesitz gehabt. Mir würden 5% Ballbesitz reichen und pro Prozent ein Tor und kein Gegentor. Wäre doch düpierend.
Macht allerdings jetzt das kommende CL-Endspiel des FC Bavaria gegen Chelsea noch attraktiver. Hat Chelsea aus dem Anschauungsstück gelernt? Bleibt Bayern bei der Strategie, die bessere Mannschaft zu sein, egal, wie das Spiel verläuft? Wer wird die meisten Klatschpappen haben und hat Robben endlich ein Shirt in seiner Größe an? Wir wissen es nicht. Aber bald. Wir = ich. Und Sie.

Manager kommen und gehen. In unserem Fall gehen sie. Er. Helmut Schulte. Das Sauerländer St. Pauli-Gestein. „Ur“ klingt immer so nach Alter Stamm und Harald Stender. Mir tut es persönlich leid, weil ich ihn geschätzt habe. Vor allem wegen seiner Fachkompetenz, die ihm kaum abzusprechen ist.

Als langjährigen St. Paulianer erfüllt mich die Trennung mit Wehmut. Von der Abstiegszone in der 2.Liga habe ich die Mannschaft über den Aufstieg in die 1. Bundesliga bis jetzt ins Spitzenfeld der 2.Liga begleitet. Wer nicht einschätzen kann, was ich geleistet habe, dem kann ich nicht helfen

Quelle: Transfermarkt.de

Aber selbst das findet der eine oder andere unverschämt. Frage mich warum, hab ich den einen oder anderen auch gefragt, aber keine Antwort bekommen. Das Zitat enthält Tatsachen. Der sportliche Aufstieg und viele gute Spieler, die kamen, sind Helmut Schulte zuzuschreiben. Dass ein Sportchef weder die Aufgabe noch die Zeit hat, mit der Mannschaft einmal die Woche die Namen zu tanzen, um es atmosphärisch hübscher zu gestalten, ist eigentlich selbstredend. Das Namentanzen sollte man dem Teammanager überlassen, der in meinen Augen so ein bisschen die Muddi sein müsste. Empathisch. Vertrauenswürdig. Im Geiste ein Sonnenschein, wie ich eine positive Ausstrahlung nennen würde. So einer wie Schulle zum Beispiel. Aber wir haben einen, der stattdessen seinen eigenen Namen am liebsten tanzt, ihn lieber auf seine Autogrammkarten kritzelt und im Glanze seiner kürzlichen Medienpleiten erstrahlt. Wie er sich schreibt? Wie König, nur mit B.

Der neueste Knaller ist die Feststellung, man wolle „Stillschweigen bewahren“, woraus die Mopo umgehend „schmutzige Wäsche“ macht. Was impliziert, dass es sehr wohl welche gegeben hat. Die man eben nur nicht waschen will. Also den Mantel des Stillschweigens darüberhüllen. Prima. Anstatt ein Statement auf der Ebene sportlicher und funktionaler Differenzen abzugeben, suggeriert man persönliches Fehlverhalten mit dieser schmutzigen Wäsche und öffnet -wieder mal- der Spekulation Tür und Tor. Was hat er bloss gemacht, der Schulte? Eine Spielerfrau beglückt? Herrn Schubert gewürgt? Morgens zu spät gekommen? Einem Spieler das Auto geklaut? Diese Außendarstellung des Vereins ist eine einzige Katastrophe. Diesen Satz kann ich mittlerweile in jeden zweiten Artikel reinkopieren. Und es gelingt ihnen immer noch, einen draufzusetzen. Jedes Mal. Um auf Schulte zurückzukommen: das Timing ist grandios. Und die Interimslösung ein Traum in wachsweich. Wer noch von den goldenen Zeiten eines Holger Stanislawski als Sportchef schwärmt, an dem dürfte komplett vorbeigegangen sein, dass sich seither einiges geändert hat. Nicht zum besseren, sondern zum härteren. Ich sehe einen erfolgreichen (und ich messe den sportlichen Erfolg) Sportchef als abgeklärten, kompromisslosen, weitestgehend emotionslos-sachlichen Vertreter, dem es nicht darauf ankommt, dass man ihn mag, sondern dass die Ergebnisse stimmen. Das hat der kantige Sauerländer gemacht und das hat er gut gemacht. Aufgrund der Kantigkeit kann ich mir auch vorstellen, dass er bei dem ein oder anderen Mimimi von Spielern nicht angemessen reagiert hat. Zumindest nicht für die Vertreter der Blümchen-von-der-Bewußtwerdungskirche-Fraktion. Dafür haben wir aber andere. Oder könnten wir haben, wenn man sie mal liesse (schließe Kreis zu Schulle).
Ein Sportchef muss auch mit Spielern, die bei ihm einen Vertrag unterschrieben haben, nichts mehr weiter veranstalten. Dafür gibt es einen Trainer, einen Co-Trainer und einen Team-Manager. Also gäbe, wenn man einen gescheiten Teammanager installieren würde. Die Hintergründe dieser Entlassung und dieser in meinen Augen schäbigen Verhaltensweise werden wir wohl nicht erfahren. Es sei denn, jemand Internes süffelt wieder Plauderwasser und steckt den bösen Medien Details. Oder die Medien denken sich eben selbst was aus, dass sie das wild spekulierend können, dafür hat unser Grüßorth ja mit der schmutzigen Wäsche gesorgt. Danke auch dafür.

Wo wir gerade bei den Medien sind, also den Bösesten der Bösen: die „Falschmeldung“ von Schuberts Entlassung, die Richtigstellung von Schuberts angeblicher Entlassung und die Bekanntgabe von Schuberts Nicht-Entlassung waren ein Sahneschnittchen. Ich als Medien hätte jetzt einen richtigen Krötenhals auf meinen Informanten. Obwohl ich wahrscheinlich wüsste, dass der Informant zu diesem Zeitpunkt richtig lag. Aber bei unserem Kirmeskarussell-Präsidium -jede Drehung eine neue Überraschung- würde ich als Informant lieber auch keinen mehr informieren. Was heute stimmt, kann morgen ein Skandal sein. Ein Entenskandal. René Marik würde sagen „Maulwurfn hier“, denn dass die Lokalpresse mit Informationen gefüttert wird, wird sicher niemand bezweifeln. Und natürlich möchte jeder der erste sein. Quote. Print wie Fernsehen. Was dieser Medienhype bewirkt, haben wir dann gestern wieder gesehen. Die hammerhärtestekultigstespannendstekrasseste Liga allerzeiten. Mit Einschaltquote. Alles richtig gemacht, die Initiative „Pyro legalisieren…“ hat sicher wieder total positiven Auftrieb in der Öffentlichkeit bekommen gestern. Nicht.

Wozu braucht es eigentlich eine Relegation? Ich finde, 34 Spieltage sind ausreichend, um den Status als „die drei schlechtesten und die drei besten“ zu zementieren. Relegation ist für die Medien, für den Kommerz, die Werbung. Nicht für uns. Zumindest nicht für die von uns, die mit einem Abstieg einfach nicht umgehen können. Für die nicht, für die Abstieg das Ende der Welt as we know it bedeutet. Das Leben zu Ende ist. Der Verein am Boden.
Wo waren wir denn mal? Fast pleite. Und heute bauen wir ein neues Stadion, haben knapp den Aufstieg in die 1. Liga verpasst und alles ist gut. Könnte gut sein. Wenn nicht gerade aus dem Magischen FC der Tragische FC wird, wie jetzt. Eins steht fest: meine Stimme bekommt dieses Präsidium nicht mehr. Einmal reicht.

Und zu guter Letzt:

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18 Gedanken zu „Von Mimimis, Miasanmias, Managern, Medien und Moosröschen

  1. geissy sagte am :

    Schöne Moosröschen.
    Und ansonsten: aber sowas von full ack.
    Ich gehe jetzt mal nach den Balkonpflanzen schauen, danke für die Erinnerung.

  2. Alle Achtung: allerfeinste Alliterationen. Auch alles (Argumentation, Ansichten, Appelle) anständig ausformuliert. Applaus.

  3. Das mit der Relegation ist nur eine zusätzliche Geldbeschaffung, denn die Spiele sind ja in aller Munde, nach dem Vorgefallenen sowieso. Das die Diskussion, wie von Ihnen vermutet in die Richtung sitzende und Popcorn kauende Fans geht ist auch klar, zumal ja Sitzplätze auch deutlich mehr Erlöse in die Kassen spühlen.

    Für das Pyrozeugs habe ich keinerlei Verständnis, für die Stürmung des Platzes (wenigstens friedlich) kann ich bei dem kolportiertem, dass war jetzt der Abpfiff, noch etwas Verständnis aufbringen. Das Erschreckende an diesem Abend ist jedoch, das es wieder Bekloppte gibt, die das noch versuchen zu toppen in der kommenden Saison und wenn die Entscheidung pro Hertha ausfällt, befürchte ich, das die Fans der unterlegenen Mannschaft sich zum Thema, wir könnten bei dem und dem Tun ein weiteres Spiel bekommen, einiges einfallen lassen um dann den Abstieg zu verhindern. Gespannt bin ich auch auf die Strafe, die wohl erheblich ausfallen wird. Wenn Sie mich fragen, ich habe auf sowas keine Lust, also würde ich die Erstligasaison mit 17 spielen, die der 2. Liga mit 19, aber das geht ja leider nicht, es soll ja Vereine geben, die hätten dann einen Einahmeverlust von mehr als 1,5 Mios und mehr, den Schnickschnack wie Bratwurst & Bier noch nicht mitgerechnet.

    Und was den Helmut anbetrifft, da nehme ich ihn liebend gerne wieder als Leiter unserer Jugendabteilung, haben ja gute, wenn nicht sogar sehr gute Erfahrungen mit ihm gemacht. Also her damit😉

    • Die emotionalen Bengalo-Werfer haben ihrer Sache ja nun wieder erheblich gedient, das wird dem Herrn Licht von der Initiative sicher auch ganz toll gefallen. Über Pyro braucht man auch kein Wort mehr verlieren, es erledigt sich nach und nach von selbst.
      Ich glaube nicht, dass Hertha mit dem Einspruch durchkommt, auch durch die Instanzen nicht. Wie Sie sagen, wäre fatal, wenn man erstmal die Spielabbruchsvariante als Möglichkeit installieren würde. Ich rechne mit sowas wie drei Geisterspielen und erheblicher Geldstrafe, dazu Auflagen zur Absicherung wie Installation oder Hochfahren vorhandener Fangzäune, erst für Betroffene, dann für alle. Der FCSP sollte mit dem Bau der Gegengerade langsam machen, die geplanten vielen Stehplätze könnten eventuell anders ausfallen als gedacht…

      • Sicher, das ist schon eine schwierige Entscheidung, besonders für einen Verein mit Existenzängsten geht. Denke, es wird sich bei zwei Spielen ohne Zuschauer einpendeln, denn das wird sicherlich durch die Instanzen gehen. Und wie ich den Gott des Spielplans kenne wird dann das Spiel gegen die Kanppen darunter sein…. hmpf.

        • Die Idee der 1,5. Liga für Düsseldorf und Hertha fand ich charmant. Wo sie 34 Spieltage nur gegen sich spielen.😉

          Wenn das FCSP-Hertha-Spiel unter den gebannten wäre, wäre es mir Recht. Muss ich nicht haben.

          Aber bis zur Entscheidung des guten und gerechten DFB alles Spekulation.

  4. Auch von mir mal wieder große Zustimmung für Ihre Worte. Ich kann nicht beurteile was da intern vorgefallen ist, aber von Außen betrachtet, hat Schulte gute Ergebnisse, bzw Spieler geliefert. Dazu kommt noch der vollkommen falsche Zeitpunkt für solch eine Wechsel. Das Einzige, was in meinen Augen ernsthaft gegen ihn spricht, ist, dass es ja wohl nicht nur mit Schubert, sondern auch schon mit Stani gekracht hat, aber da befinde ich mich dann doch schon wieder im Spekulationsbereich.

    Achja… Dilettantismus auf diversen Eben – das ist endlich wieder mein FC Sankt Pauli.:-/

    Und noch schnell zum Relegationsspiel: Ja, ist Mist. 34 Spiele, jeder zweimal gegeneinander – fairer gehts nichts. Punkt. Das Fortuna-Hertha-Spiel müsste aber zwingend wiederholt werden (vor leeren Publikum, alternativ vielleicht die Istanbul-Lösung) , außerdem sollte es noch eine saftige Strafe für beide Vereine obendrauf geben.

  5. Nikolay sagte am :

    Danke fuer den interessanten Bericht. Habe gestern gelesen oder gehoert, dass St. Pauli Daniel Royer von Hannover 96 ausgeliehen hat, wissen Sie was davon?

    • So richtig fest ist das ja erst, wenn es auf der Homepage steht, wo es aber immer erst dann steht, wenn es wirklich schon JEDER weiß. Ich jedenfalls gehe davon aus.

  6. Nikolay sagte am :

    Egal wie die Sache vor dem Gericht ausgeht, einen neuen Trainer (Luhukay) hat Berlin wohl schon. Sollte es stimmen, m.E. eine gute Wahl.

  7. Was hat Bönig denn verbrochen? Ich behaupte mal, dass er gut mit den Spielern klar kommt und auch deren Vertrauensperson ist. Habe ihn letzten erst mit Alex Ludwig durchs Viertel schleichen sehen. Wofür dann also Schulle? Das schlimmste scheint ja die eigene Autogrammkarte zu sein. Sehr seriöse Kritik.

    Und Schulte wird verteidigt. Alleine seine diversen Aussagen zu Fanthemen rechtfertigen schon einen Rauswurf. Die wird das Präsidium aber nicht gejuckt haben. Da wird anderes vorgefallen sein. Ich kann das sicher auch in vollem Umfang nicht beurteilen – aber was ich so sehe und lese reicht mir schon. Wie Spieler verabschiedet werden, wie einige Verträge gestaltet sind …. daran ist er sicher nicht alleine Schuld – aber als Sportdirektor trägt er daran einen großen Teil.

    Fazit: In Teilen stimme ich überein – vor allem, was den Zeitpunkt der Trennung und das durcheinander betrifft. Bei anderen Teilen bin ich genau gegenteiliger Meinung. Liegt vielleicht auch daran, dass ich nicht alles am sportlichen Erfolg messe.

    Gruß

    • Mit Alexander Ludwig? Ja, das passt vom Typ her perfekt. Und sogar mit einem nicht aktuellen Spieler, der bereits zu seiner Zeit wegen seiner sympathischen Art viele Fans hatte…
      Das mit der Autogrammkarte ist nur beispielhaft für den in meinen Augen sehr selbstzentrierten Bönig und dessen Bemühen, vor allem seine eigene Außendarstellung durch solche kleinen Gimmicks aufzuwerten.

      Ich muss hier keine seriöse Kritik äußern, sondern nur eine, die meinem Empfinden entspricht. Im Klartext: als Person ist mir dieser Medienvertreter in höchstem Maße unsympathisch, aber würde er einen guten Job machen, wäre es für mich kein Problem, das anzuerkennen. Das tut er aber nicht, wie die Vergangenheit immer wieder durch Patzer hier und Informationsfails dort zur Genüge zeigt. Wie oft haben wir uns wegen der Informationspolitik, den Zeitpunkten oder Inhalten der Mitteilungen schon an den Kopf gegriffen? Ich hätte etliche Beispiele am Start, auch aus seinem Wirken „on the job“, die nicht gerade vorteilhaft sind, aber das würde hier ausufern. Zusammengefasst: den Job könnte man wesentlich besser machen, zu Gunsten des FCSP.

      Auch zu Schulte habe ich -und das kann man mir gern vorwerfen- aus einem persönlichen Kontakt heraus, in dem es nämlich gerade um die Fanbelange ging- eine etwas andere Meinung. Und wenn es nach misslungenen Aussagen zu Fanthemen ginge bei Rauswürfen, wären da auch andere im Präsidium am Start. Würden mir auch spontan mindestens zwei einfallen.

      Würde ich alles am sportlichen Erfolg messen, wäre ich jetzt nicht mehr als zufrieden mit dem Verbleib in der zweiten Liga und wie wichtig mir Fanthemen sind, hat besagter Helmut Schulte in einem vierstündigen Gespräch über den Jolly Rouge seinerzeit erfahren dürfen. Der ihn nicht mal hätte interessieren müssen als Sportchef. Fanthemen zähle ich nicht zu seinen primären Aufgaben, dennoch hat er es gemacht. Ohne zwingenden Grund. Mit erheblichem Interesse. Das rechne ich ihm hoch an.

      Insofern fühle ich mich da nicht angesprochen mit der Sucht nach sportlichem Erfolg. Einen Sportchef messe ich allerdings in erster Linie nach seinem sportlichen Erfolg, da gebe ich Ihnen Recht und das auch unumwunden zu.

      Und gegenteilige, abweichende, kritische Meinungen sind hier immer willkommen, aber das wissen Sie ja, sonst würden Sie hier nicht kommentieren.

  8. Langsam wird es heikel. Der Verein hatte (aufmerksame ÜS-Twitter-Leser wurden darüber informiert) am Donnerstag bekannt gegeben , dass nach dem Spiel die Sitzschalen abmontiert und gegen den kultigen Vereinsstandard-Preis von 19,10€ dann zuhause entsorgt werden können. Problem: Wir haben nur gut 1.700 Follower auf Twitter und von denen waren die Allermeisten wahrscheinlich nicht im Stadion, geschweige denn im GG-Sitzplatzbereich. Und auch sonst dürften geschätzte 80% der GG-Sitzler von der Bezahlpflicht nichts mitbekommen haben, weil Vereins-HP lesen eben immer noch keine Voraussetzung für den Stadionbesuch ist. Als der Block 1 dann kurz nach Abpfiff gesammelt die roten Plastikteile in die Luft reckte, entwickelte sich der übliche Gruppenzwang und fast alle hatten plötzlich das Ding in der Hand. Wie gesagt, die Meisten in dem guten Glauben, dem Verein nen Gefallen zu tun und das Schrottding selber zu entsorgen, damit der Verein das nicht machen muss. Am Ausgang dann für viele das böse Erwachen, denn (wie zwar ebenfalls vorher angekündigt, aber eben nicht wirklich bekannt) war auch nur der eine Ausgang zur Süd für den Verkauf geöffnet, was natürlich in dem eh schon dichten Gedränge unter der GG zu noch mehr genervtem Hin und Her führte. Überforderte Ordner / Kassierer holten dann in Anbetracht des steigenden Unmuts zur Rettungskeule aus und sagten, alles ginge an Fanräume e.V., was eben nicht der Wahrheit entsprach und auch nicht mit Fanräume selbst abgesprochen war, was dann im Nachhinein (völlig zurecht) die nächste Welle der Entrüstung verursachte. Bei Publikative.org ist auch noch ein unschöner Vorfall aufgeführt und das Ganze in den Gesamtkontext einer ganz peinlichen Nummer eingebettet. Der Verein hat immerhin heute Nachmittag dann noch eine Stellungnahme veröffentlicht und will sich mit Fanräume e.V. über die weitere Verwendung der Gelder unterhalten, es bleibt mal wieder mindestens eine mehr als unglückliche Kommunikation und Außendarstellung.

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