Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

01.09.2012 FC St. Pauli vs. SV Sandhausen und von Meinungen und Ansichten

Gewonnen also. Und der kleine Fin hat ein Tor gemacht. Und Ebbe. Ok. Und sonst so?

Es wird ja immer gerne diskutiert, wo man ein Fussballspiel besser verfolgen kann, am Fernseher (Stream, Leinwand, TV) oder im Stadion. Keine Frage ist, wo man mehr Spaß hat, schon allein wegen der teilnehmenden Gleichgesinnten. Natürlich im Stadion. Ich kann allerdings nur für mich sprechen, wenn ich konstatiere, dass mir im Stadion immer mal was entgeht. Sei es durch einen ungünstigen Blickwinkel, das für einen Moment abgelenkt sein, die unterdurchschnittliche Größe, bei der man immer auch mal um Ecken gucken muss und dabei andere Ecken nicht sieht. Ich gebe ehrlich zu, dass ich im Stadion auf der anderen Seite des Feldes nicht entscheiden kann, was nun Abseits ist und was nicht. Und das Verschieben von Ketten sehe ich aus der Vogel- oder zumindest Giraffenperspektive eines Fernsehsenders auch besser.

Wir auch immer, dieses Spiel habe ich mangels Dauerkarte, die es wohl erst zur Rückrunde geben wird, zuhause gesehen. Alleine, konzentriert aufs Spiel. Und was ich gesehen habe, waren sehr starke Sandhausener in der ersten Halbzeit, die das Tor hätten machen müssen. Gesehen habe ich von unserer Mannschaft nichts, was mich in der ersten Halbzeit nur ansatzweise hätte begeistern können. Und ich wage zu behaupten, dass, wenn Sandhausen in der ersten einen versenkt hätte, das ein ganz, ganz bitteres Spiel hätte werden können. Von der Fernsehperspektive habe ich auch das Tor von Fin nicht unbedingt als ein „herausgepieltes“ gesehen, das war ein Duseltor. Für mich. In der zweiten Halbzeit haben sich die Jungs am Riemen gerissen, aber das Erschütternde in der zweiten Halbzeit waren die nicht verwerteten Torchancen. Also ist das Problem im Abschluss auch noch nicht gelöst.
Insgesamt habe ich das -natürlich ganz subjektiv wie immer- nicht als klaren, (hoch)verdienen Sieg gesehen. Ein Unentschieden wäre den Abläufen auf dem Platz durchaus gerecht geworden.

Natürlich war das ein wichtiger Sieg, bei dem Auftakt und den Merkwürdigkeiten im Stimmungsumfeld noch besonders. Aber dieser Sieg alleine ändert meine Meinung nicht über Nacht. Weder über Schubert noch über andere Dinge. Ganz subjektiv. Schon klar, drei Punkte und alles ist wieder Zuckerwatte, aber eingedenk der Tatsache, dass Sandhausen da nicht als Favorit aufgetreten ist, haben sie sich erheblich gut verkauft. Soll heissen, die dicken Brocken kommen ja noch. Und da wage ich es eben zu bezweifeln, dass es dann mit der gleichen Leistung reichen wird.

In Köln bin ich dann wieder live dabei, direkt danach auch beim FSV, der anscheinend prima in die Saison geflutscht ist.

Wie ich schon auf Twitter sagte, es fehlt mir die Magie. Die Magie, die ich trotz Niederlagen gespürt habe, als da eine Mannschaft unterwegs war. Wenn sie biss, wenn sie kratzte, wenn sie blutete. Das, was mir fehlt, ist dieses Zusammengehörigkeitsgefühl, das überschwappt. Ok, bei den vielen neuen Spielern ist das auch ein bisschen viel verlangt, noch nicht eingelebt, noch nicht den Wohlfühlplatz emotional gefunden – wir haben uns eben von vielen Identifikationsfiguren verabschieden müssen.

Und genau das meine ich: bei der Verabschiedung von Morena war sie da, die Magie. Die Gänsehaut beim YNWA, bei seiner Ansprache. Und ganz großartig war natürlich auch die Jubiläums-Choreo von USP, dankenswerterweise bei Stefan Groenveld zu entdecken, wie natürlich auch wieder wunderbare Fotos.

Auch das kam auf dem Fernsehbild großartig rüber, wie immer hatte ich natürlich AFM-Webradio parallel am Start. Und ich erinnere mich an genügend Spiele, bei denen ich -auch zu Hause- kammerflimmernd und schweißgebadet die 90 Minuten überstanden habe. Diesmal, wie auch die letzten Male, war ich verhalten abwartend. Vor allem, als ich Sandhausen so in der 1. Halbzeit sah.

So, das macht ja alles nichts, jeder hat so seinen eigenen Blickwinkel. Aber mit dem Kritik äußern und dem nicht unkritisch Abfeiern nach Wochen der Diskussionen über die Trainerfrage und und und ist das nicht so ganz einfach. Jubelbefehl! Wenn man sich nicht aus dem Stand für ein insgesamt nicht sonderlich hochklassiges Zweitligaspiel begeistern kann, nur weil die drei Punkte eingefahren worden sind, sollte man sich besser vornehm in Schweigen hüllen. Problem: kann ich nicht.

Mag sein, dass ich mit meinen wenig begeisterten Bemerkungen die, die beflügelt von den drei Punkten direkt aus dem Stadion kamen, in der guten Laune empfindlich gestört habe, was mir auf der einen Seite ja leid tut, der Spaßverderber zu sein, aber so habe ich das nun mal gesehen. Und mir war der Spaß ja quasi auch verdorben.

Nun, wir werden sehen. Echte Zustandsmeldungen sind wohl erst zur Winterpause sinnvoll. Spätestens da sieht man, wo der Weg hingegangen ist und noch hingehen wird.

Einzelbeitrag-Navigation

16 Gedanken zu „01.09.2012 FC St. Pauli vs. SV Sandhausen und von Meinungen und Ansichten

  1. .SyS. sagte am :

    Jeky, ich könnt dich knutschen. Bin ganz bei dir in deiner Einschätzung von Spiel und Lage. Danke. Vor allem was du über die erste Halbzeit schreibst, habe ganz genauso empfunden. Agonie – die mich mich entsetzte, als ich in Halbzeit darüber nachdachte – hatte mich befallen. Plötzlich war da keine Emotion mehr bei mir, wenn unsere Jungs sich im gegnerischen Strafraum tummelten. So nach dem Motto „das wird ja eh nix“. Das ist wohl das, was Gegengeraden Gerd als Kraftfeld empfunden hat.

  2. Pingback: Gegengeraden-Gerd: Jetzt rede ich! » » Kraftfelder

  3. Habe ich völlig anders empfunden. Bei uns war zur Halbzeit der Tenor, dass es eigentlich 3-1 stehen müsste. Und zwar für uns. Bis auf die ersten Minuten war das ein sehr druckvolles Spiel, in dem sehr konzentriert agiert wurde. Am Ende muss man so eine Truppe dann auch eigentlich abschiessen. In der zweiten Hälfte gab es ja Chance um Chance.

    Auch positiv war das Mittelfeld, jedenfalls bis zur Auswechslung von Daube. Bartels mit vielen guten 1-1 Aktionen, nur Bruns fiel etwas ab.

    Kann alles noch besser werden, war aber eine große Steigerung. Und die kann man auch ruhig abfeiern. Ohne jetzt von größerem zu träumen. Denn genauso wie die Truppe nach Cottbus nicht Abstiegskandidat Nummer 1 war, ist sie jetzt Aufstiegsanwärter.

    Zum Thema TV vs. Stadion: Sicher kann man Abseits, Foul etc. im TV manchmal besser sehen – was mir im TV aber völlig fehlt, ist das agieren der Spieler abseits des Balles. Lassen die sich hängen, spielen die gut mit, verstecken die sich, wie verhalten die sich im Raum, wie ist die Sprache untereinander …. alles Dinge, die ich im TV nicht richtig einschätzen kann.

    • Also was die erste Halbzeit angeht, ist das in der Tat ein völlig unterschiedliches Empfinden, aber für beides gibt es „Empfindungsteiler“, sowohl Fernsehgucker als auch Stadiongänger.

      „in der zweiten Hälfte gab es ja Chance um Chance“

      Eben. Die man hätte machen müssen. Gegen andere Gegner können genau diese liegengelassenen Chancen noch arg weh tun.
      Im Fernsehen kann ich aber auch gut oder vielleicht sogar besser sehen, ob die Spieler mitgehen, sich vorbereitend positionieren, Räume gewinnen,

      Nun denn, dann schaue ich mir all die anderen Dinge dann wieder live in Kürze an.

  4. Pingback: Tägliche Presseschau des magischen FC, 04.09.2012 | Blutgrätsche Deluxe

  5. Vorneweg: Schön, dass Sie wieder regelmäßig schreiben. Auch wenn ich es nicht immer mit dem Kommentieren hinbekomme (als Ausgleich gibt es dafür jetzt gleich einen halben Roman!), gelesen wird alles.🙂

    Im Großen und Ganzen teile ich Ihre sportliche Einschätzung… ich war ein wenig überrascht, als ich nach dem Spiel zu hause ankam und, so zur Nachbetrachtung, ein wenig im Forum schmökerte… ich fragte mich da, ob ich eigentlich ein anderes Spiel gesehen habe, denn die fast durchgehend herrschenden Jubelzustände konnte ich nicht nachvollziehen.

    Die erste Halbzeit war, bis auf die 2,3 Chancen ganz am Ende, eine Katastrophe… Sandhausen hat gezeigt, wie man aufzutreten hat und wo unsere Probleme liegen: Es fehlt einfach jemand der Ordnung und Struktur in unser Offensiv-Spiel bringt. Daube mag zwar das Potential für diese Aufgabe haben, aber ob er das jemals konstant abrufen können wird, wage ich mittlerweile arg zu bezweifeln. Leider. Kringe könnte diese Aufgabe möglicherweise auch übernehmen, so neben Boll, leicht nach vorne versetzt, spielend, mehr „8“ als „6“… Auf der Bank, oder der Außenverteidigerposition, ist das mit dem Leiten aber schwierig. Bleibt noch Funk, der zwar ein guter Arbeiter und auch eine Alternative zu Boll ist, aber, wie der Herr Kommissar, eben niemand der ein Spiel eröffnen kann. Beim 4-2-3-1 der letzten Saison wurde dieses Problem (auch damals fehlte ein spielstarker 6er wie beispielsweise Lehmann im Aufstiegsjahr) zumindest teilweise durch ein sehr starkes Auftreten Max Kruses aufgefangen. Und als dieser in seiner Form schwächelte, kam auch unser gesamtes Offensivspiel ins Stocken. Nun ist Kruse in Freiburg und wir haben ein Loch auf dem Feld, welches nicht durch zwei Stürmer und auch nicht durch diverse (halb)hohe Bälle übergangen werden kann. Vielleicht sollte man Bruns zentraler aufstellen, denn auf der Außenposition ist er zu langsam und verdaddelt viel zu viele Bälle in Zweikämpfen. Gogia hat hier für mich einen besseren Eindruck hinterlassen, Schade, dass er sich verletzt hat… mal schauen wie sich die neuen schlagen, ich glaube hier wurde gute Verstärkung geholt.

    Immerhin scheint Saglik als zweiter Stürmer etwas aufzublühen (by the way Aufblühen… Auch Bartels, nicht nur wegen seines Tores und der Vorlage, scheint auf dem aufsteigenden Ast), wobei uns dann immernoch ein richtiger Knipser fehlt…Ebbers wird auch nicht jünger und braucht mittlerweile mindestens zwei 100-prozentige um ein Tor zu machen. Aber okay, gute Stürmer sind nicht einfach zu bekommen, von daher kann ich diese Baustelle verzeihen… im Gegensatz zum unstrukturierten Offensivspiel. Hier erwarte ich nach diversen Wochen gemeinsamen Trainings (einer Mannschaft, die in der Offensive nur einen (Stamm-)Spieler verloren hat!) einfach mehr. Wie kann es angehen, dass die Laufwege noch so überhaupt nicht stimmen, ja, teilweise schlicht nicht vorhanden zu sein scheinen? Es ist mir unbegreiflich und kann nur am Trainer festgemacht werden.

    Die zweite Halbzeit war dann okay – mehr aber auch nicht. Ja, man war bemüht, aber wie Sie schon schrieben: Es ging gegen Sandhausen. Dass ich in den letzten Minuten nach dem 2-1 noch ordentlich (wenn auch letztendlich zu Unrecht!) zittern musste, spricht für sich. Und nicht falsch verstehen… ich erwarte kein spanisches Tiki-Taka-Feuerwerk und zweistellige Siege… ich erwarte ein Offensivspiel wie es in der letzten Hinrunde zumindest halbwegs regelmäßig gezeigt wurde. Damals dachte ich ja, dass man auf einem guten Weg sei und sich jetzt nur noch die Autmatismen verstärken müssten… tja, ein Trugschluss, stattdessen entwickelte man sich zurück, so dass es in der Rückrunde und auch in den ersten Spielen der neuen Saison (selbst wenn man Cottbus ausklammert) wieder bedrohlich nach Regionalligarumpelfußball aussah… und das kann, bei der durchaus vorhandenen Qualität der Spieler, einfach nicht sein.

    Positiv erwähnt sei, natürlich neben Bartels und Saglik, zudem noch Avevor… ich glaube da haben wir uns einen Guten angelacht. Jetzt muss nur noch Schachten wieder richtig zurückkommen, denn auch wenn ich Kalla mag: Sein defensives Stellungsspiel ist sehr suboptimal, um es mal nett auszudrücken… Vielleicht sollte er mal offensiver spielen, bzw aufgestellt werden.

    Und dann noch schnell in eigener Sache: Zum Glück habe ich in der zweiten Halbzeit einen Großteil meiner alten Nebensteher wiederentdeckt… auf der neuen Gegengrade muss sich ja erstmal alles finden und da ich zudem spät dran war, stand ich eine Halbzeit am falschen Aufgang, was mir aber immerhin zwei Erkenntnisse einbrachte: 1. Menschen die sich über die maue Stimmung auf der neuen Gegengrade beschweren, dann aber in einer Tour mit dem Nebenmann über Gott und die Welt quatschen, zudem keine Ahnung von den eigenen Spielern haben („Wie heißt der? Avatar?“) sind… nervig. 2. Muss man unbedingt eine Horde kleiner Kinder mit in ein Fußballstadion nehmen? An und für sich habe ich damit ja keine Probleme und es ja schön, wenn der Nachwuchs an den magischen FC herangeführt wird, allerdings ist es einfach nervig, wenn 4-5 kleine Gören um einen herumwuseln und sich um alles, aber nicht um das Spiel kümmern. Und wenn mal nicht gewuselt wurde, wurden sie so auf die Wellenbrechern gestellt, dass auch ich als 2-Meter-Mensch nichts mehr sehen konnte. Jaja, ein bisschen kleinkarriert mein Gemecker, ich weiß, aber in der Kombination mit dem düftigen Spiel hat es mich einfach tierisch genervt. Zweite Halbzeit war dann zum Glück in allen Belangen besser.

    Uff. Geschafft. Über weitere nichtsportlichen Dinge wird dann bald in Ruhe und in analoger Umgebung gesprochen.🙂

    • Immerhin entdecke ich Ähnlichkeiten in Ihrer Darstellung, das ist beruhigend.
      Auf die Entwicklung innerhalb des Stadions aufgrund der neuen GG bin ich ja auch gespannt. Es werdne ja doch einige Bezugsgruppen auseinandergerissen, die einen mit der ‚falschen“ Dauerkarte, die einen ohne Dauerkarte – da wird einiges an Neuorientierung passieren müssen. Auch das wird spannend. Die Support-Diskussionen gehen ja schon wieder los, auch wenn die GG Steh nur ein Gerüst ist bisher.

      Analoge Umgebung klingt gut😉

  6. Ich sage es mal ganz vorsichtig, weil ich das Spiel nicht gesehen habe, sondern nur per Twitterkonferenz einer heißblütigen FCSP Anhängerin verfolgen konnte.
    Emotionalität ist bei aller sachlichen Beurteilung möglich. Das lese ich jetzt hier.
    und das finde ich ganz stark, denn seien wir ehrlich.
    Wenn die Emotion kommt, macht die Ratio meistens Platz.
    Und es fällt uns sehr schwer, Dinge richtig zu sehen und noch schwerer Dinge richtig einzuschätzen.
    Womit wir beim nächsten Thema sind.
    Das richtige Einschätzen von Ausgangslagen. Ich bin, so viel vorweg, kein Verfolger der zweiten Liga. Warum auch….
    Aber ich habe Sandhausens Direktaufstieg aus Liga 4 in Liga 2 miterlebt, weil mein Zweit-Stadtverein gegen die spielen durfte. In Liga 3.
    Das ist eine gute, gewachsene Mannschaft. Im Gegensatz zum FCSP, der ja dann doch viele Ab- und Zugänge verarbeiten muss. Und die haben es schwerer, als der Aufsteiger, denn der konnte am Millerntor doch nur „gewinnen“. Während alles andere als ein Heimsieg das Feuer unterm Vereinsadch vergrößert hätte. So gesehen hat man das Maximum erreicht und darauf sollte man jetzt in Ruhe aufbauen und weiterarbeiten. Dann klappt das auch wieder mit dem Tore schießen. Emotionalität hilft den Spielern gerade nicht, sondern Ruhe und Sachlichkeit. Die Stimmung und das Feuer kommen dann wieder von ganz alleine, wenn es läuft.

    PS Vielen Dank für den twitter-Liveticker🙂

    • Die Sandhausen-Argumentation kann ich nachvollziehen. Ja, man das Maximum erreicht.
      Ruhe und Sachlichkeit? Am Millerntor? Der war gut🙂

      • Naja. Ruhe und Sachlichkeit sind in der Bundesliga generell eher überbewertet. In Medienstädten wie Hamburg erst Recht.
        Aber geht es, gerade am Saisonanfang, auch um einen guten Start und Punkte sammeln, um Ruhe reinzubekommen. Um sachlich arbeiten zu können?
        Egal wo, egal in welcher (Profi-)Liga.
        Gewinnst Du, hast Du Recht. Verlierst Du, bist Du der Depp.
        Egal wo. Egal wann.
        Diese alten, abgedroschenen Weisheiten treffen leider immer zu.
        Entwicklungsarbeit wird da schnell über den Haufen geworfen. Strategien ebenfalls.
        Glauben Sie mir, ich weiß wovon ich da gerade rede, leider…

  7. Beißen Sie sich da nicht gerade selbst ein wenig in den Schwanz? Auf der einen Seite war Sandhausen gefühlt dem 1:0 sehr nahe (hatte Chancen, aber keine Tore), waswärewenn, die hätten getroffen oha?
    Auf der anderen Seite sind es bei uns „liegengelassene Chancen“, die man hätte machen müssen?

    Das ist mir zu einseitig. Ich sehe das wie Herr Kiesel (und ich habs im TV gesehen), da hätte man auch weiter vorn liegen können. Und Chancen lassen die anderen eben auch liegen.

    Dazu kommt: Ich fand es geradezu großartig, wie dominant die Mannschaft nach dem Holperstart aufgetreten ist. Man spürte MEINE ICH Selbstvertrauen, und den Glauben, dass es klappen wird. Das war mir als Signal nach Cottbus sehr sehr wichtig.
    Dass die sich nicht ganz so euphorisch freuen, wie nach einem 4:0 im dritten Sieg in Folge, finde ich dann naheliegend, der Druck war ja schon immens.

    Und zur fehlenden Magie..
    Meine These ist ja inzwischen, dass das eher… sagen wir Betrachterseitig ist.
    Ich glaube, dass vielen (ja, auch Ihnen) der Weg von der 4 Jahre langer Pseudoeuphorie mit zwei Aufstiegen, dem ersten halben Jahr Bundesliga und dem Derbysieg noch zu präsent ist. Und so fühlt sich die zweite Liga mit „Standard-Programm“ im Moment möglicherweise weniger emotional an.

    Weil ehrlich gesagt.. dieses „Zusammengehörigkeitsgefühl“ gabs es doch in der Form eigentlich nur in der Aufstiegssaison in Liga 1. Davor? Brunnemann, Ludwig, Trojan, Biermann, Luz…? Das war doch keine „Einheit“ nach außen.
    Danach spürte man fand ich sehr schnell, dass es in Krisensituationen eben auch in unserem Kader kriselt. Zumal die diversen Diskussionen um Naki, Taky, Asamoah und Co. ja auch genau das in den Vordergrund stellten. Und die Disziplinarmaßnahmen gegen die genannten … das war ja noch die Ära Stanislawski.

    Ich denke, es gab einen „Kern“ von Spielern, die länger dabei waren. Im „erweiterten“ Stamm und vor allem auf dem Platz waren das doch auch „nur“ allem die Herren Rothenbach, Gunesch, Bene, Boll und Bruns? Ebbers kam später. Lehmann war nur zwei Jahre hier. Kruse? Drei.

    Und umgekehrt denke ich gerade an das Interview von Bene, in dem er im letzten Winter sinngemäß äußert zu Tschauner habe er keine Beziehung, der sei halt der Typ der mit ihm im Torwarttraining stehe, aber sonst? Das ist doch das absolute Gegenteil von sozialer Kompetenz (die ihm ja einige übrigens immer wieder als Pro zubilligen)? Das ist doch genau gar nicht „Teamspirit“? Von einem der Spieler, von denen man das doch aufgrund der langen Kaderzugehörigkeit gerade erwarten sollte?

    Ich weiß nicht… Es läuft fußballerisch (hoffentlich noch) nicht allzu rund. Das liegt aber in meinen Augen auch am nur eingeschränkt guten Kader. Spieler, die langsam der Rente entgegensteuern (Boll, Bruns, Ebbers) oder (noch?) nicht in der Lage sind, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Ich habe da Hoffnung bei einigen der neuen (Buchtmann, Averor, Thy!) und Saglik stimmt mich diese Saison auch positiv… Das muss man eben auch sehen.
    Der quasi kapitale „Fehler“ in dieser Transferperiode war meiner Ansicht nach, dass man sich bei Volz verspekuliert hat, aber andererseits sollte man eben auch irgendwo einen Schlußpunkt setzen. Nur: Ein Transferfehler macht noch keine schlechte Mannschaft. Und Kruse war in meinen Augen schlicht nicht gleichwertig zu ersetzen, bei den Spielern, die im Markt waren.

    • Wahrscheinlich verzeihe ich Sandhausen das „Liegenlassen“ aufgrund ihres jungen Aufstiegs eher. Wobei der ja nun releativ souverän war, aus einer starken dritte Liga heraus. Ich meine aber, wenn Sandhausen das Ding gemacht hätte, wäre es uns nicht gelungen, das noch zu drehen. Soll heißen, ein Glückstreffer hätte gereicht.

      Und warum kann man sich denn nicht gerade über den ersten Sieg der Saison euphorischer freuen als über den dritten Sieg in Folge? Allein die Erleichterung, dass der Druck erst mag weg ist, müsste doch schon Effekt zeigen.

      Sie haben an einigen Punkten durchaus Recht, aber die erste Halbzeit war von uns eine Nullnummer, da lass ich mich auch nicht überzeugen😉

      Immerhin bezeichnen Sie es ja selbst als „Holperstart“, bei mir dauerte der halt 45 Minuten.

      Das mit Bene war mir jetzt neu oder ich habs vergessen, interessanter Einwurf, danke. Nö, Teamspirit klingt anders. Wobei das sich ja vom Winter bis jetzt auch geändert haben kann.

      Das Thema Schubert scheint aber auch beim Team nicht ausgestanden zu sein, wenn man Augenzeugenberichten vom Training zur Stimmung glaubt. Was ich tue. Das Gefühl, dass der Wurm drin ist, lässt mich nicht los und das hängt an mehr Faktoren wie nur an einer Menge neuer Spieler, die noch nicht so ganz angekommen sind. Bei mir.

      Das ist ja nun auch ein subjektives Gefühl, aber das geht schon über die vier Jahre, von denen Sie reden hinaus. Und dass ich nicht der verfechterische „ich will 1. Liga“ Typ bin, wissen Sie ja nun auch. Aufstiegseuphorie ist nicht erforderlich für mich, auf Abstiegsdepression kann ich allerdings verzichten. Irgendwas geht aber gerade nicht zusammen.

      Spielen aber noch ein paar andere Faktoren eine Rolle, die mit dem Umfeld zu tun haben und vielleicht auch die Magie abblättern lassen. Also bei mir. Rein subjektiv.

      Wir werden sehen, wie das zur Winterpause aussieht und ich werde sehen, wie das lilive aussieht in Kürze.

      • Warum man das nicht so euphorisch feiert? Ich kann da natürlich nur für mich sprechen, aber für mich ist sowas einfach eher „Puh“, als „JAAAAAAAAAAAAH!!!1!!elf“. Eben Erleichterung und nicht Begeisterung.

        Die wenigen Augenzeugenberichte vom Training, die ich kenne, sind da sehr.. sagen wir differierend. Ich will und kann gerade auch nicht beurteilen, ob die sich alle lieb haben, oder das nur machen, weil sie es eben „müssen“. Und vielleicht ist es unter Schubert auch weniger… „lustig“, beim Training, aber – und das ist glaube ich die Frage, die wir alle nicht ganz beantworten können – bringt „lustig“ denn was, außer mehr Freude beim Training? Führt das WIRKLICH zu besseren Resultaten? Keine Ahnung.

        Ich wollte übrigens auch gar nicht darauf hinaus, dass Sie „1. Liga fordern“. Beileibe nicht, aber ich empfand vor allem die Aufstiegssaison als „besonders“ oder „herausragend“. Einfach auch aufgrund der ungewöhnlich hohen Siege und der neuen, offensiveren Spielweise, die man als St. Pauli-Fan ja sonst nicht so gewohnt war. Und ich glaube schon, dass „man“ eine 08/15 Zweitliga-Saison im Vergleich dann eben … weniger emotional wahrnimmt.🙂

        Nur, genau dies anderen Faktoren, DAZU die latente Unzufriedenheit mit Schubert (ob berechtigt oder unberechtigt ist da ja an sich egal), das führt natürlich dazu, dass man überall Gründe sucht und findet.
        „Fühlt sich nicht mehr an wie früher“…

        Und.. ich finde XXLHonk hat Recht: Die SPIELER müssen nicht emotional spielen, die sollen sich konzentrieren und „richtig“ spielen. Ruhig und konzentriert. Kein Hurra nach vorne. So gewinnt man nämlich in der Regel nicht. Schon gar nicht gegen konterstarke Sandhausner.
        (Übrigens: Konterstärke. In meinen Augen der Hauptgrund für den Aufstieg. Geht nicht mehr, wenn man dauerhaft der Favorit ist. Das sah man bereits in der Rückrunde der Aufstiegssaison. Und wir SIND eben bisher meist der Favorit. Ist jetzt nicht so, als könnten wir plötzlich Dinge nicht mehr, die wir vor 2 Jahren noch im Blindflug beherrschten…)

  8. Piet sagte am :

    „sollte man sich besser vornehm in Schweigen hüllen. Problem: kann ich nicht.“

    Wofür ich Ihnen sehr dankbar bin!🙂

    Übrigens (zum „Sabbeltaschen-Phänomen“, s. @Frittenbuddhist): Das ist ja Gott sei Dank nur ein sehr punktuell auftretendes Phänomen (oder ich bin während des Spiels zu scheuklappig, kann auch sein), aber bevor ich mich in Beziehungsprobleme oder Tipps zum Wäschewaschen einmische, schlage ich inzwischen doch einen Gang zum Bierstand vor, wo man sich ja auch viel ruhiger unterhalten kann. Gibt manchmal giftige Blicke, ist aber meist erfolgreich.

    Schaun wa mal. Unsere Alten machens finde ich immer noch recht gut (Comissario, Ebbe, auch Bruns) und mit Thy, Saglik und Bartels (und Averor) ist mir eigentlich nicht bang.

    Kurze Grüße!

    • Nochmal schnell zum „Sabbeltaschen-Phänomen“… eigentlich bin ich da recht tolerant, in diesem Fall war es aber kaum auszuhalten, es kamen allerdings auch mehrere Faktoren zusammen. Aufgrund der aktuellen Situation auf der Gegengrade musste sich meine Nebenstehertruppe erstmal wieder finden, was halt erst in der zweiten Halbzeit halbwegs klappte, ich stand also 45 Minuten „fremd“. Wenn man dann wenig sehen kann, das auf dem Rasen Gezeigte zudem sehr ernüchternd ist und man sich außerdem wie auf einem Kinderspielplatz fühlt, dann nervt das Gebrabbel gleich nochmal extra.

      Ich habe es übrigens mit der subtilen Variante des „Geht doch zum Bierstand“ versucht (= Die Herren nicht direkt angesprochen, sondern den Vorschlag mit einem „man“ laut in den Raum gestellt), das ist aber nicht verstanden worden. Oder man wollte es nicht verstehen.

      Aber by the way verstehen… ich werde wohl nie Verständnis dafür entwickeln, warum man sich in diesen 90 Minuten unbedingt über Gott und die Welt austauschen muss. Kommentare über das Spielgeschehen, zu den Spielern, Fans etc – gerne, mache ich ja auch. Selbst gegen einen kurzen Klönschnack ist nichts einzuwenden… aber doch nicht 45 Minuten am Stück… und sich dann auch über die schlechte Stimmung aufregen. Ahhrg.

      Das ist jedoch kein fußballspezifisches Phänomen, bei Konzerten ist es sogar noch schlimmer… das aber nur mal so am Rande.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: