Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Kommentar zu „DFL contra Rechtsstaat“

Das Blog, in dem meine Kommentare explizit nicht erwünscht sind, hat das ja sehr schön im Einzelnen aufgeschlüsselt und die Kritik ist ganz klar gerechtfertigt und die deutlichen Worte auch angemessen, was den klar überwiegenden Teil der Inhalte angeht. Das wäre dann der Kommentar gewesen:

Die Inhalte des Papiers sind mir en derail schon länger bekannt, allerdings gehe ich -aus Gründen- davon aus, dass es ohne die Beteiligung von Dr. Stenger inhaltlich in diversen Punkten noch wesentlich schlimmer gekommen wäre. In diesem Zusammenhang stellt sich mir die Frage, ob eine protestbegründete Abwesenheit einzelner Eingeladener, wie z.B. der Vertreter von Union Berlin, wirklich so sinnvoll und lobenswert ist, wie zu lesen war. Durch Abwesenheit schwindet die Möglichkeit der Einflussnahme. An der ein oder anderen Stelle wäre es sicher besser gewesen, wenn sich mehr als nur einer dagegen ausgesprochen hätte. Die Intention, durch Abwesenheit etwas zu ändern oder ein Zeichen zu setzen, ist in Verbindung mit der DFL mehr als blauäugig.

Ich schließe mich allerdings der Aussage, dass die Anwesenheit eines Dr. Stenger ein guter Grund für eine JHV-Abwahl ist, auch deswegen eindeutig nicht an. Abwesenheit ist eben auch die Abwesenheit der Möglichkeit von Einflußnahme. Oder wäre durch die Anwesenheit eines Fanvertreters auch die Anwesenheit eines Dr. Gernot Stenger „legalisiert“ gewesen? Oder wäre jetzt ein Fanvertreter, dem keine wesentlichen Änderungen gelungen wären, auch eine persona non grata nur durch Anwesenheit?

Hier wird wieder eine namentlich benannte Sau gesucht, die man durchs st. paulianische Dorf treiben kann. Schade, dass es einen erwischt, dem Fanbelange nicht total egal sind.

Reiben sollte man sich an den Vereinsvertretern, denen das wirklich alles total egal ist und denen dieses Papier auch teilweise ganz gelegen kommt. Es gibt Vereine, die brauchen keine DFL-Statuten, um seltsame Verbote auszusprechen, sie tun es bereits jetzt.

Aber immerhin ist die Suche nach der nächsten st. paulianischen Sau, die man durchs Dorf treiben kann, jetzt erfolgreich gewesen. Alle auf den Dr.
Der ist ja auch näher und greifbarer als die DFL. Ich bin gespannt, wieviele Fanabordnungen in Tausend-Mann-Stärke bei der DFL in Frankfurt zu Protestaktionen auflaufen oder ob es sich wieder nur um Internethuperei handelt, bis zum nächsten Skandal. Aber wenigstens hat man sich mal schriftlich aufgeregt. Wer eine Anfahrtbeschreibung benötigt, findet sie hier.

Einfacher und naheliegender wäre natürlich die Abwahl des Präsidiums des FC St. Pauli. Das wird die DFL sicherlich untröstlich bestürzen.

Edit: wobei ich noch eher den Verdacht habe, dass Vertreter von FC St. Pauli und Union zum Beispiel nur deswegen eingeladen worden sind, dass es später nicht heisst, man habe ja nur Abnicker eingeladen bei der DFL. Nur so eine Vermutung..

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35 Gedanken zu „Kommentar zu „DFL contra Rechtsstaat“

  1. .SyS. sagte am :

    Liebe Jeky,
    mir liegt nicht daran, mich zwischen den erwähnten Blog und sie zu werfen. Dennoch:
    An ihrer Argumentation, dass Anwesenheit die Möglichkeit der Einflussnahme sichert, ist etwas dran. Allerdings möchte ich an folgendes Zitat aus o.g. Blog erinnern, den sie ihrem Kommentar völlig ausblenden.
    „Und an all diesem arbeitet Gernot Stenger aktiv mit und – so hört man – findet, dass das ja schon immer die Linie des FC St. Pauli gewesen sei. “
    Wenn das so stimmt, was natürlich Hörensagen ist, wird sich Herr Stenger erklären müssen. Auch frage ich mich, warum Herr Stenger Kontakt mit Vereinsmitglieder und Fanschaft aufnahm, um die dringend notwendige Öffentlichkeit zu schaffen, die es braucht, um dieses Sicherheitskonzept zu verhindern.

    • Sie können sich gerne mit vollem Körpereinsatz zwischen die Blogs werfen, bei mir wird nicht zensiert, auch wenn es kritisch ist 😉

      Den Kommentar blendete ich aus guten Gründen aus, denn „man“ kann auch anderes hören, manchmal, so hört man, sogar von der Quelle. „Man“ muss seine eigene Meinung nur nicht immer mit Gehörtem unterlegen, um argumentativ überzeugender zu klingen.

      Wie ernst es der Fanschaft mit dem Widerstand ist, wird man ja sehen bei den nun folgenden Protestaktionen, die durch ihre Präsenz den Weg in sämtliche Medien schaffen. In Frankfurt allerdings war es bisher immer relativ ruhig…

  2. .SyS. sagte am :

    Soll natürlich heißen:
    Auch frage ich mich, warum Herr Stenger NICHT Kontakt mit Vereinsmitgliedern und Fanschaft aufnahm, um die dringend notwendige Öffentlichkeit zu schaffen, die es braucht, um dieses Sicherheitskonzept zu verhindern.

    • Das Thema ist doch schon länger bekannt, nicht erst seit heute. Da die Fanschaft den Aktivitäten des Präsidiums grundsätzlich skeptisch gegenüber steht, frage ich mich, wieso man mit dem Protest so lange wartet, bis Fakten geschaffen wurden. Vielleicht gerade deswegen? Weil vorher keine Fakten vorhanden waren? Erinnert mich ein bisschen an die verspätete Domwachen-Aktion. Das Thema gabs ja auch schon länger und es moderte so vor sich hin.

      Ich bin sicher, Herr Dr. Stenger wird sich erklären, aber vorher kann man ja schon ein bisschen auf ihn einprügeln, das macht sich immer gut.

      Sorry, aber dieses sofortige aus der Pappschachtel springende „Hang em high“ erzeugt bei mir Spontanwiderstand. Auch das aus Gründen.

      • astro sagte am :

        Ohne besonders tiefe Kenntnisse der genauen Abläufe – es gibt seit einer gewissen Zeit und v.a. sozusagen Post-Corny die Angewohnheit der meisten Gruppen und Gremien innerhalb und außerhalb des Vereins, zu versuchen, Probleme und Meinungsverschiedenheiten erstmal intern zu lösen. Daraus, daß jetzt nicht direkt nach dem Kicker-Artikel die ganz große Axt geschwungen wurde (auf den ja durchaus Reaktionen kamen!), zu schließen, daß man das Schaffen von Fakten abwarten wollte, ist wirklich schwer verständlich. Hinzu kommt, daß es zumindest für veröffentlichte Gruppenmeinungen erstmal innerhalb von Gruppen Konsens hergestellt werden.
        Ansonsten ist das alles noch nicht beschlossen, sondern das ist erst für den 12.12.2012 geplant.

        Übrigens noch ein Aspekt, der von magischerfc nicht aufgegriffen wurde: die Präsentation der DFL wertet mehrfach den am 17.07. unterzeichneten Verhaltenskodex als Grundlage für Strafverschärfungen, wenn gegen diesen verstoßen wird. Das steht konträr zu Aussagen des Präsidiums, daß das eine rein symbolische Aktion gewesen sei und das Wording der damaligen Pressemitteilung nicht zugestimmt werde.

        Mit Deinem Hinweis hast Du Recht: es ist besser, mitzuarbeiten und ggf. das Schlimmste zu verhindern. Wenn dann hinterher ein derartiges Machwerk dabei rauskommt, dann kann man das aber nicht unterstützen und sollte sich nach Veröffentlichung auch entsprechend deutlich öffentlich dazu äußern, z. B. in einem ausführlichen Zeitungsinterview.

        Guck Dir bitte mal an, was da alles an auch rechtlich äußerst fragwürdigen Dingen drinsteht! Das darf man nicht mittragen, nicht als Laie und erst recht nicht als erfolgreicher Rechtsanwalt mit entsprechenden Spezialkenntnissen!

        • Ich kenne das Papier schon länger und gehe insofern mit der Argumentation des besagten Blogs durchaus konform, das habe ich auch oben geschrieben. Und ich warte dann mal die offizielle Stellungnahme des erfolgreichen Rechtsanwalts mit entsprechenden Spezialkenntnissen ab.

          Ich kann diese Attitüde des erst einmal auf eine Person Eindreschens allerdings nicht mittragen. Insbesondere, da auch dort auf entsprechende Einzelheiten verzichtet wird, inwieweit Dr. Stenger das ihm Mögliche versucht hat oder eben nicht. Dass das Ergebnis ist, wie es ist, könnte man durchaus auch auf mehrheitliche Verhältnisse zurückführen. Dieser Versuch wird aber nicht gemacht, sondern gleich die Keule gezückt. Diese Form von Anprangerei ist mir von Grund auf zuwider. Da ich nirgendwo lesen kann, dass der Verfasser des Artikels bei den Sitzungen vor Ort war, hat er ungefähr die gleiche Sachkenntnis, wie jeder, der nicht dort war. Inklusive mir.

          Nicht mehr und nicht weniger wollte ich damit sagen und hier darf ich das auch. Völlig ungestraft.

  3. Piet sagte am :

    «Das Blog, in dem meine Kommentare explizit nicht erwünscht sind, …»

    Ein Blog, bei dem — Sie sind da ja nicht die Einzige — eine ganze Reihe Leser „freiwillig“ nicht mehr kommentieren wollen sollen (man will, scheint’s, dass die veröffentlichte Meinung stimmt), sollte sich lieber etwas zurücknehmen, schon der Glaubwürdigkeit der diskutierten Themen wegen. Oder anders: Themen, die dort verhandelt werden, stehen bei mir quasi automatisch unter Glaubwürdigkeits-Vorbehalt. Aber das nur am Rande. Gibt ja Gott sei Dank genug ernsthafte Quellen, sich zu informieren.

    • Da ist dann auch der Denkfehler, „man will, scheint’s, dass die veröffentlichte Meinung stimmt“.

      Was hier bei mir passiert, ist nicht von „stimmt“ oder „stimmt nicht“ geleitet. Das ist meine Meinung und die weicht halt auch des Öfteren mal vom Konsens, von dem was man Konsens nennt, von dem, was „st.pauli-like“ ist oder wie man es auch nennen will, ab.

      Ich betrachte es nach wie vor als Privileg, Fan eines Vereins zu sein, in dem ich meine Meinung vertreten darf, auch wenn sie mal nicht so angenehm ist wie kaum woanders. Und mit der ich entweder manchmal ganz alleine dastehe oder eben manchmal auch nicht. Aber ich darf sie haben. Ich darf auch das Präsidium kritisieren und manchmal setzt man sich auch dort mit mir auseinander. Mir muss nicht alles gefallen, was sie tun, aber ich muss auch nicht per se alles schlimm finden, was sie tun. Und ich muss auch nicht alles toll finden, was Fans tun. Ich kann auch manches sehr großartig finden. Bei beiden Lagern. Und dafür habe ich dieses Blog. Und ich werde den Teufel tun und die Klappe halten, egal, was irgendwer öffentlich oder auch nicht-öffentlich versucht. Als „pain in the ass“ fühle ich mich allemal lieber als als Jubelperser. Für wen auch immer. Das war nicht speziell auf eine Person oder eine Gruppe bezogen, nur mal so allgemein formuliert.

      Als rühmliche Ausnahme sei an dieser Stelle der Übersteiger-Blog erwähnt. Wir sind bei fast nichts oder zumindest sehr selten gleicher Meinung, dennoch können wir uns und unsere Meinungen gegenseitig respektieren. Und manchmal auch voneinander lernen. Verschiedene Blickwinkel beleben eine Diskussion und ich habe auch davon schon viel mitgenommen. Auch wenn hier bei mir unterschiedliche Ansichten erscheinen, finde ich das immer gut. Der Sache wegen.

      Das nur mal so nebenbei.

      Dass dieses DFL-Papier eine Ansammlung von Unfassbarkeiten ist, bleibt unbestritten. Sollten Aktionen in Frankfurt geplant sein, nehme ich gerne daran teil.

      • astro sagte am :

        Aktionen in Frankfurt dürften überschaubaren Erfolg haben, die Zeit wird man wahrscheinlich besser nutzen können. Wichtiger ist die Überzeugung möglichst vieler Clubs. Wir dürften unseren umgebogen bekommen, Union ist schon auf Linie, HSV wäre auch ein Kandidat, bei dem die Fans recht viel zu sagen haben, außerdem sind die gerade eh wegen der Ticketing-Geschichte nicht gerade gut auf ihre Führung zu sprechen. 😉

        • Wieviel die Fans eim HSV zu sagen haben, hat man ja an der Ticketgeschichte sehr gut gesehen. Da laufen die Fans jahrelang ganz stolz auf ihren widerspenstigen HSV durch die Welt, der sich der Ticketmafia so mutig und entschlossen entgegenstellt und schwupps ist da die Tickethochzeit.

          Auch eine Methode, lange so zu tun, als würde man die Anliegen der Fans respektieren und sogar unterstützen und dann so schnell Alternativnägel mit Köpfen machen, dass für Widerstand gar keine Zeit mehr ist. In der Tat ein prima Vorbild 😉

          Und Union hätte vielleicht doch besser mal den Lauten machen sollen AUF der Veranstaltung. Wobei ich verstehe, dass das viele prima finden. Ist aber etwas kurz gedacht, aber da waren wir uns ja schon einig, dass Wegbleiben statt versuchen, mitzugestalten nicht so richtig der Burner ist.

      • beim fc st.pauli hat man immer noch 3 möglichkeiten

        a. die veröffentlichte mainstream meinung mitzutragen
        b. die klappe zu halten
        oder
        c. sich eine andere meinung zu erlauben und die konsequenzen dafür zu tragen, stichwort sicheres stadionerlebnis und persönliche herabwürdigung.

        so gesehen sind wir demokratisch immer noch sehr breit aufgestellt.

      • Frodo sagte am :

        Ich werde mich hier auch nicht zwischen die Blogs schmeissen 😉
        Allerdings möchte ich mich für die „rühmliche Ausnahme“ bedanken. Wir sind tatsächlich selten bis nie einer Meinung, was Fanthemen zu diesem Verein anbelangt, aber eben diese Meinung können wir dann beide auch akzeptieren und einordnen.

        Zum Thema: Ich bin hier komplett bei astro. Mitarbeit ist natürlich immer wünschenswert, nur wer nichts tut macht nichts falsch.
        Aber: Bei diesem Resultat hinterher zu sagen „Es wäre sonst noch viel schlimmer geworden!“ ist für mich nicht akzeptabel, insbesondere wenn dann die eigenen zur Verfügung stehenden Experten (sowohl innerhalb des Vereins als auch legitimierte externe Vertreter) nicht zu Rate gezogen und/oder sogar wissentlich getäuscht werden.

        Ob das ne Abwahl rechtfertigt?
        Bei anderen Vereinen sicher nicht. Bei uns? Vielleicht auch nicht, da haben wir uns unter Corny viel länger am Nasenring durch die Manege ziehen lassen.
        Aber ne mehr als deutliche Ansage ist es allemal wert, und auf die öffentliche Erklärung dazu bin ich ebenfalls gespannt.

        • Das mit dem Resultat sollte auch keine abschliessende Entschuldigung oder Rechtfertigung sein, aber wie Sie sagten, versuchen, etwas zu tun, ist allemal besser als Nichtstun. Deswegen fand ich die Absage der Vereinsvertreter von Union auch eher nicht so toll und zielführend.

          Nochmal: mit gefährlichem Halbwissen die Keule auspacken, halte ich für ebensowenig zielführend. Dass keine wissenden bzw. legitimierten externen Vertretern eine Einladung seitens der DFL zugekommen ist, finde ich im Grunde am übelsten.

          Die Meinung der Fanszene (zu der ich mich als Einzelblogger nicht zähle, ich äußere hier ja nur meine) dürfte allerdings auch dem Präsidium hinlänglich bekannt sein, für so weltfremd und fern dem Geschehen halte ich sie nun nicht.

          Zum und/oder kann ich mich nicht äußern, da mir hierzu auch nur sich widersprechende Darstellungen bekannt sind und ich weder die eine noch die andere selbst verifizieren kann. Also bleibt nur das Warten auf eine öffentliche Erklärung. Dieses Hörensagenhängtsiehöher ist mir insofern ein Greuel, weil sofort die halbinformierten Eiferer in ihrem Bedürfnis, die Fanszene zu repräsentieren, auf den fahrenden Zug aufspringen und unreflektierte Hetzjagden beginnen. Wenn die, die effektiv getäuscht oder in einer anderen Form sich übergangen oder disrespektierlich behandelt fühlen und das kommunizieren und denen, denen sie es vorwerfen, die Möglichkeit geben, sich ebenso öffentlich zu äußern, dann könnte ich mir eine fundierte Meinung bilden.

          Ich habe die Erfahrung gemacht (das darf man ja auch eigentlich nicht sagen, weil Lebenserfahrung ja nicht zählt), dass es selten eine gute Idee ist, einem Kontrahenten erst brachial eine überzuknüppeln und dann als Resonanz eine fruchtbare und offene Diskussion zu erwarten. Gegenschläge sind vorprogrammiert, wo Kooperation und Dialog sinnvoller sind.

          Ich als Dr. Stenger hätte da jetzt erst recht keinen Bock mehr drauf, im Gegenteil. Aber gottseidank bin ich ja nicht Dr. Stenger.

    • astro sagte am :

      Nun ja, also wenn wir vom gleichen Blog sprechen, dann halte ich den schon für äußerst glaubwürdig und auch überwiegend sachlich.

  4. Nur mal nebenbei: den Job würde ich nicht mal für Geld machen wollen, geschweige denn für umme (i.e. ehrenamtlich). Nicht in diesem Verein.

    Und wenn der letzte geht, der sich nur ein bisschen für Fanbelange interessiert und wir nur noch solche von einer Sorte haben, von der es bereits welche gibt und die in der Mehrzahl der Vereine sitzen, dann stirbt irgendwo ein „non“. Endgültig aus.

    Und nun warte ich auf offizielle Erklärungen. Der Details wegen.

  5. Alternativlos sagte am :

    Hallo, ich möchte erstmal gratulieren zu diesem Blog. Gerade im Vergleich zu dem erwähnten Blog und auch zu vielen anderen Blogs bezüglich des FC St. Pauli finde ich deine Meinung immer erfrischend anders. Die anderen Blogs sind mir da deutlich zu radikal und zu einseitig. Es wird auf alle eingedroschen die nicht der gleichen Meinung sind, ob Fans oder Vereinsangestellte.
    Gerade auch zum aktuellen Sicherheitsthema finde ich den Artikel „DFL contra Rechtsstaat“ deutlich überzogen und stimme nur in einigen Punkten überein.
    Widersprüchliche Meinungen werden dort dann nicht freigeschaltet oder teilweise patzig als Falsch deklariert.
    Du dagegen hast eine, wie ich finde, gemäßigte und abweichende Meinung zu diesem und zu anderen Themen! Ein Blog der aus dem Einheitsbrei heraussticht!
    Danke!

    • astro sagte am :

      Unabhängig von diesem Blog hier – warum ist eine gemäßigte, abweichende Meinung automatisch „besser“ oder „korrekter“? Ich habe mir gerade zum ersten Mal die Kommentare unter dem Blog-Eintrag angeguckt – und da wurde weder besonders patzig reagiert, noch waren die Einwände sonderlich begründet. Es wurde inzwischen von diversen Seiten festgestellt, daß es schlicht keine signifikant steigende Gewalt gibt, vielleicht ist sogar eher das Gegenteil der Fall.

      • Also ich habe das jetzt so verstanden, dass der Kommentator es erstens begrüsst, dass hier kritische Kommentare auch einfach so stehen dürfen und dass ich hier nicht jedesmal sofort die Keule auspacke bei Themen, sondern meistens -es gibt Ausnahmen- versuche, zu differenzieren. Nicht alles am Präsidium ist schlecht, nicht alles an den Fans ist toll. Und umgekehrt.

        Wäre mir daran gelegen, dass es hier so aussieht, als wären alle meiner Meinung, würde es natürlich helfen, wenn ich kritische Kommentatoren wie Sie oder auch Frodo oder auch Rostock-Fans oder HSV-Fans einfach „editiere“. Das hübscht die Akzeptanz auf, hat aber nichts zu sagen.

        Ich vermute, dass der Kommentator über Ihnen sich auch nicht explizit auf diesen Blogeintrag beruft, sondern aus Erfahrungen der Vergangenheit spricht, wie sie ja auch Piet schon gemacht hat.

        Mir kann hier jeder in angemessener Form sagen, dass ich totalen Scheiss erzähle und meine Meinung Blödsinn ist. Wenn er das auch noch begründen kann, bin ich lernfähig. Und wenn in einem Blogbeitrag zu einem heiklen Thema ALLE so schön einer Meinung sind, kommt man doch ins Grübeln. Also ich käme.

      • Piet sagte am :

        Astro, es geht (mir zumindest) nicht um mehr oder weniger Radikalität. Auch nicht um die Qualität der Beiträge des besagten Blogs, den ich in der Vergangenheit regelmäßig gelesen hatte. Wenn der Autor aber meint (in mehreren Fällen, nachweislich), Kommentare zensieren zu müssen (also nicht, sein Blog zu moderieren und z.B. unhöfliche/beleidigende Beiträge zu löschen, sondern da, wo ihm die formulierten Ansichten nicht gefallen — es soll ja abweichende Meinung durchaus geben), dann ist das nix, was ich noch lese. Aus Prinzip. Was aber wichtiger ist: Man muss eben wissen, dass die dortigen Diskussionen, so es sie noch geben sollte, in keinem Fall einen wie auch immer gearteten Fan-Durchschnitt repräsentieren (sog. „aktive Fans“ oder so), sondern einzig die Meinung des Autors; der ja übrigens auch in anderen Medien gerne mal zitiert wird. Aber gut, mit Aussperrungen (anderer Meinungen) hatte er schon zu anderen Zeiten an anderen Orten wenig Probleme…

        Auf jeden Fall fühle ich mich auf Blogs wie diesem hier, wo es durchaus differierende Meinungen geben darf, sehr viel wohler, selbst wenn es anderswo als „Bildzeitungs-Blog“ diffamiert wird (da kann man ja mal über Beweggründe nachdenken).

        Zur Sache selber, genauer zur Person Dr. Stenger und seinen Positionen, kann und will ich mich mangels ausreichender Kenntnisse nicht äußern. Aber ich halte es schon für wichtig, bevor unnötig Porzellan zerschlagen wird, genau hinzusehen. Ich finde, das gehört sich so, prinzipiell, jedem Menschen gegenüber, und kann der Sache letztlich nur dienlich sein.

    • @Alternativlos
      Vielen Dank, es freut mich, dass Sie sich hier zu Wort gemeldet haben, zumal Sie offenbar auch von Zensur nicht viel halten im Rahmen von basisdemokratischen Unternehmungen.

      Das Inhaltliche bei dem Papier ist natürlich, wie schon gesagt, unbestritten an vielen Stellen einfach schlecht, aber von der DFL war nicht viel anderes zu erwarten. Die Darstellung der Sachlage in diesem Blog ist ja auch akribisch dargestellt und sicher ist so ein Ergebnis auch nicht akzeptabel. Das war ja aber auch nicht mein Problem damit 😉

  6. @jekylla: Falls mit dem von Dir genannten ‚Fernbleiben‘ die Absage der Vertreter von Union Berlin für den Sicherheitsgipfel gemeint ist, der im Juli stattfand, kurz nachfolgendes dazu:

    Union hat nicht generell den Verhaltenskodex und weitere Massnahmen abgelehnt, zu dessen Unterzeichnung sich die Vereine am Sicherheitsgipfel zusammengefunden haben. Der Klub hat mitgeteilt, dass man lediglich bemängelt hat, dass die im Verhaltenskodex aufgelisteten Punkte erst 24 Stunden vor der Veranstaltung den Vereinen bekanntgegeben wurde, so dass man keine Zeit hatte, das Papier zu prüfen und vereinsintern eine Meinung zu bilden. Nicht mehr und nicht weniger.

    Diese ganze Causa (Strafen, Massnahmen, DFB/DFL, usw.) wird natürlich auch bei uns im Eintracht (Frankfurt)-Forum breit diskutiert. Bisher scheint sich jedoch anscheinend keine Mehrheit zu finden, die für deutschlandweite Spieltagsboykotte oder Demos vor dem DFB plädiert.

    M.E. läuft es darauf hinaus, dass der grössere Teil der Fans die (zukünftigen) Massnahmen resigniert über sich ergehen lässt, während ein kleiner Teil dies zum Anlass nimmt, weiterhin zu zündeln und die Provokation mit den Vereinen und dem Verband zu suchen…

    • Danke für die Erläuterung. Da muss ich mal drüber nachdenken, inwieweit das die Situation verändert und ob.

      Das Problem mit der Mehrheitsfindung ist eben die Krux. Da wird überall danach gerufen, dass sich ja „nur“ die Vereinsführungen zusammenschliessen müssten und dann könnte man DFB/DFL schon einnorden. Es scheitert allein schon daran, dass die Vereinsführungen wohl auch schon unterschiedliche Ansichten zum Sinn und Nutzen dieses Papiers haben.

      Dazu kommt dann die Uneinigkeit in den Fan-Foren, in der aktiven und passiven Fanszene (ich nenne es einfach mal so) und in der Szene, der das sowieso alles egal ist, Hauptsache, bequem ins Stadion und Fussi gucken. Die Antwort auf die Frage, wie groß eigentlich die einzelnen Fraktionen sind, habe ich auch nicht wirklich belegbar at hand, aber ich vermute, die letztere ist die größte.

      • Die fehlende Homogenität der Fanszene ist Fluch und Segen zugleich. Deutschlandweite, gemeinsam koordinierte Protestaktionen gab es bisher keine, die besondere Wirkung erzielt hätten (ProPyro-Demo 2010 oder 2011 in Berlin? Irgendwas war da mal…). Bin da sehr skeptisch.

        Beschränkt sich der Protest jedoch nur auf Vereinsebene, wird das verpuffen. Die Profivereine scheinen ja die Linie des DFB / der Innenministerkonferenz widerspruchslos mitzutragen.

        • Ja, das war da mal und in der Mannstärke auch nicht wirklich bombastisch. Also zumindest nicht so, dass man die Herren in Frankfurt hätte beeindrucken können.

          Selbst wenn ein paar Profivereine mucken, das ist allenfalls „Kosmetik“.

    • astro sagte am :

      Welche Mitwirkungsmöglichkeiten habt Ihr denn bei der Eintracht? Ihr müsstet doch auch ein Verein sein?

      • Der Präsident des Hauptvereins Eintracht Frankfurt eV. war sogar früher selbst Kuttenträger 🙂 Die Profi-Abteilung ist allerdings eine AG. Eine direkte Einflussnahme durch JHV o.ä. ist somit nicht gegeben. Werde mich am besten hier nochmal melden, sobald sich bei uns etwas Relevantes tut…

  7. Ich hatte ja versprochen, hier über Aktuelles aus Frankfurt zu berichten… Also: am 18.10. trafen diverse Fanvertretungen mit unserem Vorstand Axel Hellmann und Philipp Reschke (Leiter der Rechtsabteilung) zusammen und diskutierten das Strategiepapier ‚Sicheres Stadionerlebnis‘. Hier die nun m. E. beachtliche Stellungnahme der Eintracht Frankfurt (vom 22.10.):

    http://www.eintracht.de/media/bundesligafussball/newsneu/2012-2013/fans/pdf/Stellungnahme_Eintracht_Frankfurt_Fussball_AG.pdf

    • Vielen Dank dafür! In der Tat beachtlich, die detaillierteste, die ich bisher gelesen habe.

      Bis zum 12.12. wird es allerdings sicher noch das eine oder andere Mal gelingen, dem DFB/der DFL und ihrem Sicherheitspapier Wasser auf die Mühlen zu gießen, alles andere wäre ein kleines Wunder. Bin gespannt, wie viele sich noch positionieren. Und wo. Und wie es danach unterm Strich aussieht. Wetten werden noch angenommen.

  8. Piet sagte am :

    Auch Fortuna Düsseldorf und Wolfsburg haben nun abgewunken: http://www.sportschau.de/fussball/allgemein/sicherheitskonzept100.html

    • Wie viele fehlen noch zur Mehrheit der Bundesligavereine?

      • astro sagte am :

        4 oder 5 vermutlich, bisher sind aber mehr als doppelt so viele Ablehnungen, wie „Annahmen“ bekannt. Wobei das nicht immer ganz eindeutig ist – die meisten lehnen das Papier komplett ab, andere nur Teile.

        Inzwischen glaube ich nicht mehr an eine weitgehende Umsetzung/Annahme der Vorschläge am 12.12. – vielleicht versucht die DFL, eine eingeschränkte Fassung durchzuboxen, für wahrscheinlicher halte ich einen überarbeiteten Anlauf im kommenden Frühjahr und tlw. Umsetzung durch den Gesetzgeber.

        Wird jedenfalls noch spannend.

        • Naja, wäre ich ein „Annahme-Verein“, würde ich damit im Moment auch nicht hausieren gehen, es sei denn, man hat Bock auf den Fanszene-Pranger.

          Aber Ihre Vermutung ist schlüssig, mit dem Gesetzgeber im Rücken hätte das auch mehr Durchschlagskraft. Und die Verantwortung teilweise abgeben, macht sich auch schick im Lebenslauf.

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