Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

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12.02.2010 FC St. Pauli vs. FSV Frankfurt 0:0

Torfabrik vorübergehend geschlossen.
Leider nicht dabeigewesen (erst nächste Woche gegen die Region wieder am Start), aber einen sehr schönen LIGA-Stream gehabt, der erfreulicherweise nur die Atmo übertragen hat und fast synchron mit AFM-Webradio war, also quasi Idealfall, wenn man schon nicht mit im Stadion ist und die Bezugsgruppe allein gehen lassen muss.

Zum Spiel: der FSV Frankfurt hat alles richtig gemacht, hinten geschlossen gestanden, gestört, wo immer es ging – das war eine sehr gute Mannschaftsleistung und der Punkt ist hochverdient. Und auch hochgegönnt, denn mit dem FSV Frankfurt verbinde ich eine sympathische Truppe, einen hervorragenden Schlußmann, tollen Empfang mit Freibier am Bornheimer Hang, von St. Pauli begeisterte Fans – wünsche dem FSV den Klassenerhalt und das nicht nur, weil sie vielleicht auch noch einen anderen Verein damit rauskegeln würden.

Zu uns: da haben einige einen gebrauchten Tag erwischt, aber von keinem kann ich behaupten, er hätte es nicht versucht. Da jetzt Vergleiche mit der letztjährigen Saison und abgeschenkten Spielen zu ziehen, ist ungerecht und auch irgendwie hysterisches Geschwätz. Von solchen Spielen habe ich einige live erlitten und das gestern war so eins nicht.

Extrem nervig ist auch diese „Himmelhochjauchzend-zu Tode betrübt“-Attitude. Der FSV Frankfurt mag hinten stehen in der Tabelle, nichtsdestotrotz sind sie Zweitligisten, die es berechtigt da hin geschafft habe. Wo nimmt man die Arroganz her, da von vornherein eine Vernichtung zu erwarten? Und dann diese „Enttäuschung“ zu zelebrieren und Spieler wie Sukuta-Pasu, der ja nun noch nicht wirklich viel Spielpraxis auf dem Feld mit der Mannschaft bekommen hat, als „Fremdkörper zu bezeichnen? Solche Sprüche erinnern mich ein bißchen an die Anfangszeit, als unser Topjoker noch die Leihraute war. Es gibt da einige, die gern den Mantel des Vergessens über ihre niederschmetternde Kritik seinerzeit legen würden und ihn jetzt bejubeln. Muss ich nicht, ich hatte das schon immer gesagt, der Hennings kommt noch durch. Was für ein Glück, dass wir mittlerweile schon so viele Punkte gesammelt haben, dass ein Abstieg eher unwahrscheinlich ist, sonst wären sicher wieder welche am Start, die das Abstiegsgespenst um die Ecke stehen sehen nach dem Spiel gestern. Sie waren gestern nicht so schlecht, nur der FSV stand kompakter als erwartet und hat eine Leistung gezeigt, die einem Verein, der gegen den Abstieg beim Tabellenführer spielt, würdig ist. Kämpfen und durchhalten. Mit dem dazugehörigen Quentchen Glück, dass die paar halbgaren Chancen unsererseits auch nicht verwandelt wurden.

Noch eins, wo ich mich gerade so am Ärgern bin: durch die Superqualität des Liga-Streams konnte man auch deutlich hören, wie die Gästekurve zum Wechselgesang aufgerufen wurde und mit den hundert (?) Fans auch prima mitgemacht hat. Sowas ist ja auch sehr sympathisch. Und dann warte ich, dass auch mal ein „FSV“-Wechselgesang initiiert wird und – nichts. DAS hätte das so richtig rund gemacht und wäre eine schöne Geste gewesen. Ist das ein Zeichen von Arroganz, dass man von den Gästen erwartet, in einen St. Pauli-Wechselgesang einzustimmen, umgekehrt aber nicht bereit ist, das Spiel auch zu Ende zu spielen?
Erinnert mich an das überhebliche Auftreten in Wehen-Wiesbaden letzte Saison…

Im Übrigen: es ist leicht, mit einem Mob von Tausenden zu Auswärtsspielen zu fahren, so wie wir das tun. Selbst wenn das Spiel nicht so doll läuft, ist Spass in der Regel garantiert. Und Erfolgsauswärtsfahrfan zu sein, ist im Moment auch leicht bei dem Tabellenstand. Aber meine Hochachtung verdienen gerade so kleine, allseits belächelte Fan-Gruppen wie auch die des FSV Frankfurt, die trotz eher schlechter Aussichten die 600 km durchziehen und ihre Mannschaft unterstützen. Oder wie die von mir immer gern erwähnten 23 Paderborner, die sogar nach feststehendem Abstieg noch auswärts fahren. Und dann gewinnen. Und auch deswegen gönne ich dem FSV den Punkt, nicht nur, weil sie es spielerisch verdient haben mit der gestrigen Leistung, sondern auch, weil die Fans das verdienen.

Auf dem Weg zum Geisterspiel?

Ich hätte gerne was über das heutige Spiel geschrieben. Am liebsten über einen Sieg. Aber ich werde nicht mal was über das Unentschieden schreiben, weil ich froh bin, dass ich heute nicht im Stadion war.
Nicht, weil es auch über AFM so rüberkam, als hätte man zwei Punkte verschenkt, sondern weil ich fassungslos den Erzählungen meiner Bezugsgruppe gelauscht habe. Von Regenschirmen zum Schutz der abmarschierenden Schiedsrichter habe ich gehört, von hasserfüllten Beschimpfungen gegenüber den Fürther Spielern, die nichts getan haben als Fussball zu spielen, von Feuerzeugwürfen Richtung Spielertunnel, bei denen Thomas Meggle am Kopf getroffen wurde, von zu Gewalt aufrufenden Plakaten („Advent, Advent….“), von Bierbecherwürfen – was soll das???

Was sind das für Hohlbratzen, die nach bereits erfolgter Androhung des DFB, bei weiteren Vorkommnissen mal zur Abwechslung ohne Zuschauer zu spielen, ein derartiges Verhalten an den Tag legen und dann auch glauben, sie sind Fans? Was bitte unterscheidet uns jetzt außer der politischen Richtung noch von Vereinen wie Hansa Rostock? Wir zündeln mittlerweile, Schirme brauchen wir jetzt auch und Feuerzeuge werfen können wir schon lange. Das ist inakzeptabel und mit nichts zu entschuldigen.

Der „etwas andere Verein“ – kompletter Blödsinn. War mal so. Jetzt sind wir wie alle anderen. Herzlichen Glückwunsch an die Typen, wegen denen jetzt Regenschirme gebraucht werden und auch an die Alkoholleichen, die bei Auswärtsspielen komatös am Rand rumliegen (Koblenz), ebenfalls an die, die für alles eine Entschuldigung haben, was an Entgleisungen so passiert. Nichts rechtfertigt ein solches Verhalten, weder eine eventuelle Schiedsrichterfehleintscheidung noch ein verlorenes oder unentschiedenes Spiel. Und eh mir jetzt einer wieder rumtrötet, ich sei ja heute nicht da gewesen: ich bin oft genug heimwärts und auswärts, um mir eine Meinung bilden zu können und im heutigen Fall verlasse ich mich auf die mir erzählten und mittlerweile auch anderweitig bestätigten Vorfälle. Das „widerliche Pack“ -benutzen wir ja im Zusammenhang mit dezidierten anderen Fangruppierungen ganz gerne- haben wir jetzt in den eigenen Reihen. Und ich kann nur hoffen, dass unter anderem das Treffen im Ballsaal am 18.01.2009 zum Anlass genommen wird, ganz schnell diese Dinge anzugehen. Sonst haben wir bald das Geisterspiel und das zu Recht.*

*Edit: falls es in Vergessenheit geraten sein sollte: der DFB hat eindeutig damit gedroht, dass bei weiteren -nicht näher beschriebenen- Vorfällen ein Geisterspiel durchaus das Mittel der Wahl sein könnte. Denen in die Hand zu spielen, ist dumm. Aber dann kann man ja vor dem Stadion „Scheiß DFB“ trällern, ist ja auch was.
Und es war ja nur Meggi, der einen an den Kopf gekriegt hat und kein Fürther. Und kein Schiedsrichter. Was fürn Glück.

Es ist Sankt Pauli hier! – TuS Koblenz vs. FC St. Pauli 1:5

Was soll ich denn jetzt zu diesem Spiel sagen?

Das war ein Schlachtfest. Nichts anderes. Marius Ebbers (10.), Max Kruse (27. und 55.), Florian Bruns (73., Foulelfmeter) und Rouwen Hennings (79.) und ein Ehrentreffer von Koblenz, der im Grunde kaum noch zur Kenntnis genommen wurde, weder von uns noch von den Koblenzern. Die Überlegenheit war so deutlich, dass man das Gefühl hatte, sie spielen wie Katzen mit den Mäusen. Ich kann mich zwischen den Torjubeln eigentlich auch nichts erinnern, das von Koblenzer Seite auch nur ansatzweise gefährlich aussah, die Jungs haben nach Belieben ausgetänzelt, ausgepasst, ausgeflankt und eigentlich sind die fünf Tore im Vergleich zu dem, was sie sonst noch liegengelassen haben, schon fast mager. Das war ein reines Debakel von Koblenz, sie haben mir schon fast leid getan. Die ersten zehn Minuten dienten zum Abchecken des Gegners und dann ging es ja schon gleich los. Unfassbar.

Leider begann die Auswärtsfahrt bei Ankunft im Stadion schon mit einer Horrormeldung. Jan aus Wiesbaden, den ich dort getroffen habe, war direkt daneben, als es passierte und erzählte:

Noch vor Spielbeginn versuchte ein St. Paulianer über einen Zaun vom Steh- in den Sitzbereich zu gelangen und stürzte dabei ca. 3 m tief ab. Sanitäter waren sehr schnell vor Ort, der (vermutlich ernsthaft) Verletzte wurde eine Weile behandelt, bevor er ins Krankenhaus abtransportiert werden konnte.
Das Spiel begann mit Verzögerung.

Offizielles aus dem Polizeibericht

Später kam dann die Durchsage, dass er außer Lebensgefahr und stabil sei. Der nächste Behandlungsbedürftige lag schon an der Seite, mit Sanitätern drumrum, hier handelte es sich aber wohl um einen alkoholbedingten Spontanausfall.

Ich kann ohnehin nicht verstehen, wie man sich vor dem Spiel schon so die Kutte zuschütten kann/muss, dass man vom Spiel selbst mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts mehr mitbekommt oder halb ins Koma fällt.

Die DamenJungs von der Singing Area waren heute auf den Sitzplätzen zu finden. Nur böse Zungen würden behaupten, dass wegen zu erwartendem Regen die überdachten Sitzplätze die Wahl des Tages war, die anderen sagen, die Akkustik ist überdacht einfach besser 😉 *Edit: diese Plätze waren auch rechtmässig in Besitz genommen worden und nicht „gestürmt“!

Tja, dieses Spiel knüpft nahtlos an die Auswärtsserie an, 24 Tore in 8 Spielen macht mehr als drei pro Spiel. Wer da ernsthaft noch eine Aufstiegschance abstreitet, muss bescheuert sein. Und was macht dieser Max Kruse für einen hervorragenden Eindruck! Von Ebbe erwartet man ja mittlerweile total arrogant schon die eine oder andere Bude. Und natürlich war auch Rouwen wieder am Start, diesmal selber und nicht mit Vorlage – dass mich das unglaublich freut als Hennings-Befürworter der ersten Leihrautenstunde, versteht sich von selbst.

Schade wärs aber irgendwie um Koblenz, jetzt auf dem Relegationsplatz. Ein Auswärtsspiel, bei dem Fans gemeinsam im Shuttlebus zum Stadion und zurück fahren, ein nichtspritfreies Auswärtsbier trinken kann und Team Green nur die Funktion von Wegweisern hat – mir täte es leid, wenn sie es nicht packen würden.
Die Koblenzer Fans waren auch nach der ersten halben Stunde trotz niedriger Erwartungen (in deren Forum sprach man schon von einem 0:4 oder 0:5) wie gelähmt, gehört hat man dann bloss noch uns. Um die 8.600 Zuschauer nur im Stadion Oberwerth, gefühlt 6.000 Sankt Paulianer. Richtung Spielende verliessen die Koblenzer in Scharen das Stadion, der Unmut war hör- und sichtbar.
Und bei uns? Wechselgesänge Steh und Sitz, breites Liedrepertoire und wo man hinsah, glückliche Gesichter. Just in diesem Moment habe ich meine tiefgefrorenen Füsse in Frankfurt beim 0:1 und das Offenbach-Debakel endgültig verziehen. Wunderbar! Ich liebe Auswärts!

Hier Ausschnitte aus der PK.

Und hier Bilder vom Spiel.

Und Ebbers so: yeaah! – St. Pauli vs. Union Berlin

Mit freundlicher Genehmigung von Stefan Groenveld

1:0 Ebbers
2:0 Kalla
3:0 Kruse

Das war schnell, überzeugend und dominant in der 1. Halbzeit, so deutlich hatte ich das nicht erwartet. Wobei die Abwehr von Union ein reines Trauerspiel war, sofern man sie mit dem Wort „vorhanden“ überhaupt noch irgendwie beschreiben kann.
Wunderschön war aber das, was dieser Kalla da für uns abgeliefert hat! Das war aber deutlich mehr als nur eine Wiedergutmachung für Augsburg, ich war schlichtweg begeistert. Das Tor hab ich ihm sowas von gegönnt! Und auch von Max Kruse, der scheint sich langsam in Form zu spielen, stetig steigend, einfach klasse, belohnt mit einem Tor. Und auch Dennis Daube hatte ein paar gelungene Aktionen, auch da geht noch mehr. Natürlich auch mein Lieblingsjoker Hennings – seine Flanken sind große Klasse, aus einer davon ist nur mit Pech kein weiteres Tor geworden. Unseren Goalgetter, Knipser, Dauertreffer Marius Ebbers muss ich wohl niht extra erwähnen – fabelhaft!

In der zweiten Halbzeit sahen die Eisernen besser aus, was wohl aber eher daran lag, dass St. Pauli alle Dreie gerade sein ließ und nur noch halbe Kraft voraus spielte und sich ein bißchen mit Hackentricks vertändelte. Was Stani im Nachhinein zu Recht kritisierte. Finde ich. Insgesamt HÖCHST erfreulich, dieses 3:0. Für uns.

Das erste Spiel ohne Haupttribüne war schon merkwürdig. Obwohl die Nachbarn vom Wirtschaftsgymnasium fahnewedelnd und bannerhängend alles gaben, um die paar Tausend zu ersetzen und auch eine gute Figur dabei machten bei den Wechselgesängen – sie fehlt mir, die alte Haupttribüne. Sicher wird die neue größer, schöner was auch immer, aber wieder ein Stück Nostalgie dahin. Und bis dahin auch ein erhebliches Stück Akkustik.
Schön war allerdings beim Stadion-Wechselgesang nach alter Sitte das Anrufen der Haupttribüne und plötzlich anwortet über uns die Sitz Süd, das war groß!!!

Auf dem Weg zum Stadion, auch schon vorher beim Viertelwandern mit Muddi, die ihr erstes Spiel am Millerntor erlebte, hatten wir schon etliche Unioner getroffen, von freundlichem Nicken über lockere Sprüche- alles sehr entspannt. Die Unioner-Kurve kam akkustisch nicht so rüber, ich erkannte nur das Union-Meine Liebe-Lied, das Erik weiter unten in der Alten Försterei aufgenommen hatte, aber auch das nur fetzenweise.
Aber in manchen Momenten hatte ich irgendwie das Gefühl, das sind so… wir, wenn wir in einem Gästeblock stehen, wenn die Mannschaft verliert, trotzdem nicht aufhören zu supporten. Nette Geste, auch unserer Mannschaft höflich zu applaudieren nach Spielende, was beim Abgang der Eisernen von Gegengerade und Süd auch erwidert wurde. Alles in allem genau so ein entspanntes Miteinander, wie ich es mir erhofft hatte.

Und vor allem ein tolles Erlebnis für Muddi, die trotz eines fußballspielenden Ehemannes nie so richtig den Zugang zu Stadionbesuchen gefunden hatte früher, die aber vom gestrigen Erlebnis total begeistert war. Natürlich ist so ein Vorzeigesieg schon mal nicht schlecht und der Rest des guten Eindrucks kam von meiner Bezugsgruppe, die die Mitbetreuung im Stadion übernahm. An dieser Stelle vielen Dank, Muddi ist hin und weg von Euch!
Schön auch, dass einer meiner absoluten Lieblingsfotografen @rim_light (wenigen als Stefan Groenveld bekannt 😉 ) auch den Weg zu unserem After-Show-Treffpunkt fand und uns gleich mit der Ansicht herrlicher Bilder des Spiels verwöhnte.

Auch am Start: ein paar trauernde Unioner am Nebentisch, denen unser Siegestaumel nicht nur bildlich gesprochen die Feuchte in die Augen trieb. Kurz entschlossen ein Astra spendiert und ihre Stimmung etwas erhellt. Ihre Erfahrung auf St. Pauli war wohl sehr gut, zumindest mit den St. Pauli-Fans. Ihre Begegnung mit einer frustrierten HSV-Auswärtsfahrertruppe auf dem Dom war wohl weniger angenehm. Den Herrschaften (ob die direkt aus Bielefeld oder Celle zurückgekarrt worden sind, wissen wir nicht) reichte bereits der Anblick der Union-Schals, um der kleinen Gruppe Prügel anzudrohen. War wohl eine knappe Geschichte, die die kleine Gruppe ziemlich bestürzt hatte. Gut, dass die Truppe deutlich markiert war als Rautentrupp…

Ich freue mich jedenfalls sagen zu können: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!!! Denn das wir fast vollzählig beim Rückspiel am Start sein werden, steht fest. Wir freuen uns auf die Alte Försterei und die Eisernen und natürlich auf einen Auswärtssieg 😉

Und selbstverständlich!!!! habe ich eine Fanräume-Zeitung mit dem besten Foto, das ich seit Ewigkeiten gesehen habe, gekauft. Emotion pur. Das waren mal wieder zwei gut angelegte Euro!

Edit: Hier schon mal der Podcast von der „Eisernen Seite“, zu finden auch bei @saumselig

Und hier ist er nun, der Podcast vom unvergleichlichen AFM-Radio!!

Warmup FC St. Pauli vs. Union Berlin

Die Eisernen kommen. Am Sonntag. Und ich freue mich da sehr drauf. Was man im Vor- und Umfeld so von den Berlinern hört, stimmt mich sehr frohgelaunt. Hatte schon mächtig Respekt vor diesen Fans, als ich den Bericht vom Stadionbau sah. Man stelle sich das vor: 140.000 Arbeitsstunden von Fans und freiwilligen Helfern erbracht, damit die Alte Försterei in neuem Glanz erstrahlen konnte. Und ein reines Stehplatzstadion, denn auch für die Eisernen ist „Sitzen fürn Arsch“ 🙂

Dass sie trotz eines beachtlichen finanziellen Engagements einen Sponsor in die Wüste schickten, weil der Aufsichtsratschef mit Stasi-Vergangenheit behaftet war, nötigte mir dann die nächste Portion Respekt ab.

Und Erik hat kürzlich persönlich erlebt, wie die Union-Fans ihre Mannschaft auch bei einer Niederlage nicht im Stich lassen

Sowas kenne ich eigentlich bisher nur vom Magischen FC und ich bin sehr gespannt, wie sich die Gästefans bei uns am Millerntor präsentieren, das hat Potential für ein denkwürdiges Ereignis.

Edit: gerade gesehen, die Berliner scheinen sich auch auf den Besuch in Hamburg zu freuen, der Kartenverkauf sah etwa so aus, im Fan-Blog wurde der Ansturm mit der Begrüßungsgeldausgabe verglichen 😀

Mail an den DFB zur Sperre des Spielers Deniz Naki

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe soeben von der 3-Spiele-Sperre gegen Deniz Naki vom FC St. Pauli wegen unsportlichen Verhaltens beim Spiel gegen Hansa Rostock erfahren, in erster Linie ging es dort um die „Halsabschneider“-Geste.

Ich habe mich schon bei den Ausschreitungen im letzten Jahr in Rostock über die lasche Verfahrensweise des DFB, der sich sein Engagement gegen Rassismus ja weithin sichtbar auf die Fahne schreibt, gewundert, aber das Urteil setzt Ihnen ja nun die Krone auf. Die der Ignoranz, der Unverhältnismässigkeit und der Doppelzüngigkeit.
Ebenfalls äußerst moderat bis „beide Augen zugedrückt“ ging es seitens des DFB gegen die Groß-Pyroaktion und die offen zur Schau getragene Lust auf Randale beim Spiel in Hamburg letzten März zu.

Dass Sie bei diesen Plakaten http://www.suptras.de/bilder/fotos/0910/pauliheim/index.php?picno=3 kein unsportliches Verhalten entdecken können, dem der Verein, vertreten durch seine Ordner, ein schnelles Ende hätte setzen müssen, und auch nicht in den rassistischen Anfeindungen, denen sich im letzten Jahr Morike Sako und dieses Jahr auch Deniz Naki ausgesetzt sahen, ist mir unerklärlich. Das Absingen vom U-Bahn-Lied im Fanblock und Anfeindungen über 90 Minuten sind offenbar etwas, was ein Spieler klaglos hinnehmen muss.

Wir sprechen hier von einem sehr jungen Mann, der mit einer solchen von Haß zersetzen Atmosphäre in seiner erst kurzen Karriere noch nie konfrontiert worden ist und dem die Spieldauer einiges an Contenance abverlangt hat. Dass er -zugegeben- überreagiert hat, ist unbestritten, aber eine Sperre von drei Spielen ist ebenso überzogen wie Ihre Reaktion in Richtung Rostock so gut wie nicht existent ist.

Dass Sie damit das Gefahrenpotenzial zwischen den Fangruppen vergrößern, scheint Ihnen nicht bewusst zu sein.
Mit einer Strafe hatten alle gerechnet und das ist angemessen, so darf ein Spieler nicht vorgehen. Aber hätte Schiedsrichter Kinhöfer die Aktion bemerkt und mit gelber oder auch roter Karte geahndet, wäre es auf maximal zwei Spiele Sperre hinausgelaufen und weiteres Vorgehen des DFB wäre nicht nötig gewesen.

Davon abgesehen, dass Ihre Glaubwürdigkeit ohnehin schon stark gelitten hat, vermitteln Sie nun den Eindruck, als würden Sie die „Ausfälle Ost“ weitgehend tolerieren.
Ebensogut könnten Sie den Verein Hansa Rostock dazu auffordern, den Ordnungsdienst anzuweisen, Plakate mit grob unsportlichen Inhalten (siehe Beispiele oben) entfernen zu lassen. Das könnte einer Deeskalation eher nützen, als Ihre merkwürdige Ansicht zu angemessenen Bestrafungen.
Dem DFB, der ach so engagiert gegen Rassismus ist, ist im Grunde egal, dass ein farbiger Spieler wie Morike Sako Affengeräusche und andere rassistische Anfeindungen hinnehmen muss, dass ein U21-Nationalspieler aufgrund seines Namens ebenso in die Ausländerschublade gestopft und dementsprechend verhöhnt wird, daß es mittlerweile ligaweit vermehrt Ärger gibt, wo Hansa Rostock mit seinen Fans auftaucht und der Verein vom DFB in keiner Weise dazu aufgefordert wird, Maßnahmen zu ergreifen.

Dass diese Mail bei Ihnen wahrscheinlich inhaltlich nicht mal ankommt, geschweige denn einer Antwort wert ist, ist mir schon beinahe klar, aber ich muss es trotzdem loswerden. Scheiss-DFL war gestern…

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Ich erwarte keine Antwort oder allenfalls eine standardisierte, automatisierte Mail, ungefähr so wie im letzten Jahr nach Rostock. Ohne freundliche Grüße und bar jeder Hochachtung, sehr emotional, aber so ist das nun mal, wenn die Ungerechtigkeit einen quasi anbrüllt.

Noch nicht dazu gekommen bin ich, auch meinem Verein, dem ich einen großen Teil meiner Freizeit und auch meines Geldes widme, eine Email zu schreiben. Inhaltlich schon etwas zusammengefasst hat es der User Linkskurve aus dem St. Pauli-Forum, mit dessen freundlicher Genehmigung ich das hier schon mal als Einstimmung veröffentliche:

Ich entschuldige mich hiermit in aller Form für meinen Verein, den FC St. Pauli, der menschenverachtende Transparente („Hals- und Beinbruch“), beleidigende, sowie nazistische Parolen unwidersprochen toleriert und in aller Öffentlickeit stehen lässt, der sich weder hinter seine friedlichen Fans, noch hinter seine jungen Spieler stellt, die einen Fehler gemacht haben, aber geschützt werden müssten. Der Verein wurde somit Teilhaber dieser Parolen. Deeskalation JA, reflexartiges Einknicken und Abgabe aller Überzeugungen: NEIN!

Herr Littmann, Herr Stanislawski, Herr Böning, Herr Schulte – heute abend kriegen Sie dann auch Post von mir.

Edit: Der Verlag, der das wunderbare Buch herausgebracht hat, twitterte gerade folgendes:

HoffmannCampe

As expected die standardisierte Antwort des DFB:

Sehr geehrter Fußballfan,

danke für Ihre Mail. Das Urteil im Fall Deniz Naki können Sie hier nachlesen:

http://www.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1%5BshowUid%5D=20573&tx_dfbnews_pi4%5Bcat%5D=145

Der Spieler, der sich auch entschuldigt hat, und der FC St. Pauli haben diesem Urteil zugestimmt.

Ferner möchten wir Sie davon in Kenntnis setzen, dass der DFB-Kontrollausschuss wegen der Vorkommnisse auf den Rängen während des Spiels FC Hansa Rostock – FC St. Pauli bereits Ermittlungsverfahren eingeleitet und beide Vereine zu zeitnahen Stellungnahmen aufgefordert hat. Sollten hier in den nächsten Tagen Urteile ergehen, so vermelden wir dies ebenfalls automatisch im News-Bereich von http://www.dfb.de.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre DFB-Pressestelle

Textbaustein-Ende.

Es ist vollbracht! Hansa Rostock vs. FC Sankt Pauli 0:2

FCSPHRO1
frisch aus Rostock von Stefan Groenveld Photography

Mast-, Schot- und Schiffbruch!!
Kogge versenkt.

Zugegebenermassen hätte auch ein Unentschieden dem Spiel entsprochen, aber wer bin ich denn, dass ich mich darüber beschwere, dass Lehmann mit dem von Walke bezeichneten „Sonntagsschuss“ so richtig abgeledert hat und wie schön, dass Naki den Joker heute gegeben hat.

Da sass ich nun hier, mit Schal und Kappe und Hühnersuppe und heulte. Dass ich das noch erleben darf…

Bescheuert -und da sind wir uns alle einig- die Pyro- und Bölleraktion nach dem Lehmann-Tor. Man kann nicht auf der einen Seite wegen Cottbussern und Rostockern heulen und dann selbst… Stani hat Recht, das sind nicht die hellsten Kerzen am Weihnachtsbaum. Da wird sicher noch intern einiges geklärt.

Egal, und der Naki in uns allen hätte auch gern den Rostockern freundlich zugewunken 🙂
Über das hirnlose Interview von Naki breite ich mal den Mantel des Schweigens…
..andererseits… wenn man als Spieler dieses Bild vor Augen hatte die ganze Zeit -menschenverachtender und erbärmlicher geht es eigentlich auch nicht- denke ich mir, ach, Deniz, geht klar. Das mit der Fahne. Nicht diese Halsabschneider-Geste.

WIR HATTEN CHANCE!!! UND HABEN GENUTZT!!

Nach“spiel“:
Die Ostseezeitung berichtet:

22:30 Uhr: Die Polizei setzt unmittelbar vor der DKB-Arena Wasserwerfer gegen Anhänger des FC Hansa Rostock ein.

22:40 Uhr: Einsatzkräfte der Bundespolizei gehen vor der Nordtribüne der DKB-Arena gegen Hansa-Anhänger vor.

23:05 Uhr: Aus den Reihen von Fans fliegen Steine. Anlass der Auseinandersetzung war offenbar der Versuch, eine von der Polizei gesperrte Straße in der Nähe des Stadions zu durchbrechen.

23:14 Uhr: Mehrere randalierende Fans sind bereits festgenommen worden.

23:38 Uhr: Polizisten tragen einen verletzten Kollegen aus der Menge.

00:10 Uhr: Die letzten friedlichen Fans dürfen endlich die Parkplätze am Stadion verlassen. Seit Abpfiff mussten die Anhänger ausharren, weil die Polizei sämtliche Straßen um die Arena gesperrt hatte.

00:21 Uhr: Die ersten Einsatzkräfte rücken ab. Es kehrt Ruhe ein. Nur vereinzelt sind noch Martinshörner zu hören.

Wie gut, dass Stani sich in diesem Punkt geirrt hat. Wir haben gewonnen und Rostock brannte nicht.

Sehr gut das Riesenbanner in HRO NordOst „Rivalität ja, Gewalt nein“ und offenbar haben Teile des Block 1 mit engagierten „Nazis raus“-Rufen auch Flagge gezeigt. Mal abgesehen von diesen sterbenslangweiligen, im fünfminütigen Abstand wiederholten „Scheiss-St.Pauli“-Chants hat HRO an Liedgut nicht sonderlich viel zu bieten. Ach ja, das „Hier regiert der FCH“ ist gottseidank zum Ende hin wieder zu einem „Hier krepiert der FCH“ geworden. 🙂

04.10.09 FC St. Pauli vs. TSV 1860 München 3:1

Mei, war des schee!

MilesPhotoMatze

Glücklich über die freundliche Genehmigung von Miles Photo!!

Nicht für die Löwen allerdings, die sich in der ersten halben Stunde stationär in unserer Hälfte befanden und das Spiel da gut und gerne schon hätten klarmachen können. Unsere Jungs wieder in altgewohnter Manier mit leichten Desorientierungserscheinungen und null Drang nach vorne. Aber unsere Taktik war ganz klar: Standard- und Eckengott Alexander Ludwig durch das Ermöglichen von gefühlt einhundert auszuführenden Ecken wechselweise rechts und links zu ermüden, um dann das Heft in die Hand zu nehmen. Wobei man zugeben muss, dass seine Ecken nicht wirklich schlecht, sondern auch eher gut waren, so ganz anders als bei uns zum Schluss. Beruhigenderweise spielte er im weiteren Verlauf dann wieder altgewohnt.

Als wäre unsere „Aufwachen“- Rufe erhört worden, wechselte auf einmal die Richtung und das Tor von Kiraly war zentraler Mittelpunkt. Kiraly, übrigens modisch absolut sicher im 80er-Style in einer 25X-hellgrauen Jogginghose, die später noch Erwähnung finden wird, konnte Rothenbach nichts entgegensetzen, den 1:0-Stand konnten wir sogar in die Halbzeit retten. Wann genau es regnete, goss und stürmte und sich das wann mit strahlendem Sonnenschein abwechselte, ich weiss es nicht mehr, auf jeden Fall Hamburger Wetter vom Feinsten, büschen glitschig wurde es dann auch und beinahe grätschte sich sogar der Schiri Welz bei Lauf zu einer Standpauke in den Rasen, Gott, hätten wir das gern gesehen! Und schauen Sie mal Mo!Lustige Art zu pfeifen hatte er übrigens, der Herr Welz, einer von denen, die in festem Treu und Glauben sind, dass wenn einer fällt, er bestimmt gefoult worden ist. Joesel hat es hier schön dokumentiert…

Mit zunehmendem Spielverlauf sah Kiralys Elefantenjogginghose so aus, als hätte er sein Granufink nicht genommen, honoriert wurde die Optik mit gutgelaunten „Du hast die Hose nass“- Rufen, die gute Stimmung resultiere nicht zuletzt aus den Geschehnissen auf dem Platz, da waren sie wieder, die 5:0-4:0-Recken aus den ersten Spielen, druckvoll, schnell und meine Güte, der Naki hat Dinger drauf – unfassbar! Und Takyi! Auch Gunesch wieder auf der Reihe und immer noch finde ich, dass sich Morena wirklich extrem gesteigert hat – auf einmal wussten sie wieder alle zu gefallen, es gab von jedem applauswürdige Einzelaktionen, heute wieder mal mehr Kampf als Schön, aber es funktioniert genauso.

Den Löwen die Krallen gestutzt, noch einige schöne Möglichkeiten nicht genutzt, aber Ebbers ist immer für einen gut, das 2:0 war nur eine Frage der Zeit. Das merkürdig reingeschachtelte Anschlusstor der 60er konnte nur eine Antwort herausfordern: das 3:1 durch den großartigen Naki, sowas von verdient aber auch und was hat er sich gefreut. Der Junge ist gut, wenn er noch seinen unglaublich verbissenen Ehrgeiz kanalisiert bekommt, kann das ein ganz Großer werden, so blutjung, wie er noch ist – ach, was red ich, eine wahre Freude wieder.

Schlußpfiff, Jubel, Konfetti (wann übrigens wird das mit dem Konfettieinsatz mal wirklich klappen?) und es gab mal wieder Grund zu feiern.

Schöne Geschichte: zum Hinsetzen auf den Rasen vor der Süd aufgefordert wurde die Mannschaft, machen sie auch, ein paar Sekunden sitzen sie da und es ist fast still und dann singt die Kurve „Ihr habt die Hosen nass, Ihr habt die Hosen nass..“- grande!!!

So hab ich mir das gewünscht, so hab ich das bekommen, das war wieder mal eine Reise, die sich komplett gelohnt hat, niemand siegt am Millerntor -außer Kaiserslautern- und was mir besonders gefällt, sind so die kleinen Gesten zwischen den Spielern, da spürt man die Harmonie, das sind nicht elf zusammengewürfelte Spieler, sondern eine Mannschaft. Das ist mein Sankt Pauli 🙂

Und da ging er dann hin, der Alexander Ludwig, dem es wohl doch irgendwie leid tut, dass er nur noch mit dem eingetauschten Trikot von Bruns vom Platz geht. Mit einem liebevollen „Sportlich verbessert“ und freundlichem Applaus. So ists Recht.

Edit: übrigens ab Hauptbahnhof Richtung Flughafen mit 5 „Löwen“ zusammengetroffen, die den Spielverlauf ähnlich sahen und sportlich nahmen und in der S-Bahn für erheblich bajuwarische Stimmung sorgten.
Und wie immer Dank an meine Bezugsgruppe auf der Süd, es ist mir immer ein Fest!! 🙂

Edit: und Herr textundblog hat natürlich auch gebloggt!

Play two, get one free

Nach der Niederlage gegen Lautern und der Niederlage im Pokal sind aller schlechten Dinge drei. Auch gegen Bielefeld verloren. Und auch hier wieder die erste Halbzeit verschlafen und zu spät aufgewacht. Aber wenigstens eine ziemlich homogene Mannschaftsleistung, alle wieder deutlich am Niveau der letzten Saison entlanggehangelt.

Mich hätte es erschreckt, wenn das jetzt im Stil von Aachen und Karlsruhe weitergegangen wäre, die jetzige Entwicklung bestätigt mich in meiner Auffassung, dass ein Aufstieg, egal, wie schön das zum 100. gewesen wäre, einfach zu früh ist. Wir haben eine prima Mannschaft, die erhebliches Potential hat, aber das noch lange nicht konstant bringen kann. Ich tippe nach wie vor 4. Tabellenplatz am Ende der Saison.

Dass Hansa Rostock die Kleeblätter so ausgerupft hat, hat nicht zu meiner fußballerischen Erbauung beigetragen, das einzige Highlight dieses Fussballwochenendes: Ibisevic trifft wieder für Hoffenheim, gleich drei Mal in 21 Minuten gegen Hertha, zum finalen 5:1-Deklassierer.

Ansonsten bin ich gedanklich schon beim nächsten Heimspiel und die Löwen mit dem König der Löwen, Alexander L., der bereits die Abdrücke der Ersatzbank im verlängerten Rücken hat. Ob man ihm ein Ständchen singt? „Sportlich verbessert……“ 😉

Und derweil habe ich mich hier mal wieder mit unscharfen Fotos aus dem Stadtteil versucht.

DFB-Pokal Werder Bremen vs. FC St. Pauli 23.09.2009

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by peddi

Und Stani so:

„Verdient verloren, zuviel Respekt und nicht mutig genug in der 1. Halbzeit. In der 2. Halbzeit ebenbürtig. Die 2. Halbzeit war schon sehr, sehr gut.“

Schöne Zusammenfassung, das sagt alles. In der 1. Halbzeit zu respektvoll und nicht genug Druck gemacht, in der 2. Halbzeit richtig guten Fußball gespielt und ich muss sagen, ich kann mit der Niederlage leben, da sie zum einen verdient war und zum anderen „die Gäste mit hocherhobenem Haupt den Platz verlassen können.“ Es ist keine Schande, gegen Werder zu verlieren, die Mannschaft ist ein Bundesligist und zur Zeit nicht gerade schlecht drauf. Wenn ich mir vorstelle, wir hätten Ende der letzten Saison das Spiel abliefern müssen – never.

Nach wie vor will ich nicht vom Aufstieg sprechen, aber heute haben sie gezeigt, dass sie zumindest mit der 2. Halbzeit-Einstellung auch gegen einen Erstligisten bestehen können. Und auch hätten gewinnen können, wenn…

Pokal wäre nett gewesen, ja, nicht zuletzt auch wegen der Extrakohle, aber gut. Wie sagte Stani? Oder war es Takyi? Das war ein Bonusspiel und jetzt wissen sie, wo sie stehen. Und wo sie stehen könnten. Wenn da noch so ein paar Scharten ausgemerzt werden können. Die Fehlpassquote ist noch viel zu hoch, das kostet Zeit und Kraft, solche Schnitzer wieder auszubügeln. Und wenn sie in der ersten Halbzeit schon den Turbo einschalten, können sie einigen den Schneid abkaufen. Nicht nur in der zweiten Liga.

Erstligareif und mehr als das war ja wohl der Support der ca. 6.000-10.000 mitgereisten St. Pauli Fans, sie waren so gut und so laut und so beständig, das war großartig! Von Werder hat man außer dem drögen „Werder eins, Sankt Pauli null bitte danke“ so gut wie nichts gehört, für ca. 20.000 Grünweiße war das eine suboptimale Fanvorstellung. Tja, wie so oft, wenn die da unten so spielten, wie wir da oben supporten, dann … würde sogar ich vom Aufstieg sprechen 🙂
Selbst der Herr Wiese hat es bemerkt:

„Bei der Fan-Schar, die die mitgebracht haben, war das ja fast ein Heimspiel, da muss man schon aufpassen.“

Habe mir das Spiel per Sky TV gegönnt, bin fix und fertig, meine Nachbarn haben sicher schon überlegt, ob sie mal nach der wirren Frau schauen, die da so unartikuliert vor sich hin plärrt und ich beschließe diesen Pokalabend absolut nicht unzufrieden. Das war spannend, das war im Verlauf hochmotiviert, mit viel Einsatz – das kann man sich auch als „Verlierer“ ansehen.

Schöner Fallrückzieher von Ebbers, feiner Nachsetzer von Sir Charles, Kruse war echt knapp dran und auch mit Rouwen kam neuer Elan ins Spiel. Ich finde, wir haben wirklich eine ganz prima Mannschaft zusammengestellt bekommen, damit kann man arbeiten.

Und abschließend halte ich es auch mit Stani:

„Wenn man an sich glaubt und mutig ist, dann kann man auch in der Bundesliga mithalten, ja.“

Auf nach Bielefeld und mit dem Rückenwind von heute abend einen Wirbelsturm nach vorne mitnehmen.

Apropos: das nachhaltige Rumgeheule wegen des Schneespiels damals finde ich auch übertrieben. Die Grünweißen tun gerade so, als hätten sie auf der Hälfte des Platzes spielen müssen, wo der Schnee lag. Das Problem hatten ALLE. Nur Sankt Paulianer heulen nicht wegen Schnee 🙂

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