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Randale in Rostock – das Finale


Das ist das Bild, das ich jetzt beim Namen „Hansa Rostock“ vor Augen habe…

Nachdem die Foren auf beiden Seiten heisslaufen, in der Presse ein Artikel nach dem anderen erscheint, im Fernsehen Berichte gezeigt werden, es eine Stellungnahme des FC St. Pauli gibt und eine erneute Schönrednerei von Hansa Rostock in/nach der Pressekonferenz, die Polizei bei ihrer laschen Linie bleibt und ich mir vor allem das Geschehen im Hansa Forum angesehen habe nach der PK und insbesondere den Thread für das Rückspiel, der „wie immer mit einem gepflegten Scheiss-St. Pauli beginnt“, komme ich langsam zu dem Schluß, dass meine scheuen Erwartungen an eine Einsicht der „normalen“ Rostock-Fans überzogen waren. Kleinmädchen-Träumereien von Bemühungen, aus den Vorfällen der Vergangenheit zu lernen.

Nachdem sowohl Polizei als auch Vereinsführung ihre vorangegangen Aussagen relativiert haben -um es freundlich auszudrücken- wird auch im Hansa-Forum wieder die Klappe aufgerissen. Es sind ja „nur“ keine Angehörigen der Fanvereinigungen gewesen, also kein Grund zur Besorgnis. Dass dieses rechte Gesocks von den Fanvereinigungen durch Nichtstun und Mitsingen angespornt wird und bei Hansa Rostock eine wunderbar beleuchtete Bühne findet, interessiert jetzt schon wieder nur noch Einzelne. Es scheint vergebliche Liebesmüh zu sein -bis auf wenige Ausnahmen- den Rostockern begreiflich zu machen, dass diese Hools IHREM Verein schaden und nicht unserem. Wen auch immer man auf Fußball anspricht, dem fällt bei den Stichworten „Randale“, „Nazis im Fußball“ und „Gewalttätigkeiten in Fan-Kreisen“ meist spontan und als allererstes Hansa Rostock ein. Woher das kommt und dass man munter damit fortfährt, diesen Ruf zu kultivieren, dafür wird die schweigende Masse schon sorgen. Die, die Gefahren nicht sehen, weil die Vereinsführung verniedlicht. Es wurde nie bestritten, dass in jeder Fanszene Gewaltbereite auf ihre Gelegenheit lauern, diese unterm dem Deckmantel des Fußballs auszuleben. Auch bei St. Pauli gibt es solche, nur die Bemühungen seitens der Fans, das zu regulieren, sind weitaus größer als bei Rostock. Anders gesagt: bei St. Pauli sind sie vorhanden im Gegensatz zu Rostock.

Wer erinnert sich nicht an die seitenlangen Diskussionen über die Tapete der Ultras zur „Lilaweissen Osnasch*****“ oder auch die Reaktionen schon im Stadion. Allein das ist für mich ein Beweis dafür, dass sich die Fanszene bei uns versucht selbst zu regulieren, bevor der DFB eingreifen muss, bevor der Verein Maßnahmen GEGEN die Fans ergreifen muss. Und es geht hier nicht um eine Verbalvernichtung der Ostvereine per se.

Ich zum Beispiel habe die Fans von Erzgebirge Aue letzte Saison nach dem Ligaspiel in Hamburg sowohl im Stadion als auch später in der Stadt als friedlich erlebt. Ich kann mich nicht erinnern (von der Süd aus), Ausfälle aus der Gästekurve gesehen oder gehört zu haben, die über das normale Maß hinausgehen. Sollte es Zwischenfälle gegeben haben, habe ich davon nichts mitbekommen. Und sowohl vor als auch dem Spiel erinnere ich mich -trotzdem Aue verloren hatte- nur an die Gesänge „Wir sind alles Erzgebirge-Jungs“ und gemeinsam in den Kneipen auf der Reeperbahn sitzende Fans.

Am meisten allerdings irritiert mich die Haltung der Vereinsführung von Rostock. Es spielt in der Tat keine Rolle mehr, wer speziell in dieser Begegnung wann einen Stein geschmissen hat. Die vergiftete Atmosphäre zwischen den Fans, die randalierenden Nazihools im Dunstkreis des Bundesligisten sind nicht mehr nur Ärgernis, sondern Schrecken. Am liebsten wäre mir, das Rückspiel würde ausfallen. „Höhere Gewalt“. Mir tun die leid, die Fans von Hansa Rostock sind und sich mit diesen erkenntnisresistenten Dumpfbacken auseinandersetzen müssen und das wahrscheinlich ebenso erfolgreich wie dereinst Don Quichotte gegen die Windmühlenflügel.

Ich bin bekennender Sozialromantiker mit einer großen Portion Hoffnung und dem beinah unzerstörbaren Glauben an Besserung durch Erkenntnis. Aber wo die keinen Einzug hält, ist auch keine Hoffnung mehr.

Der DFB als oberste Instanz wird auch diesmal keine Zeichen setzen, obwohl Herr Zwanziger das schon vor zwei Jahren nachweislich ankündigte. Es wird wieder so lange heruntergespielt, bis sich die Wogen in der Öffentlichkeit geglättet haben und dann back to business. As usual. Alles beim Alten in Rostock.

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