Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Auf ein Wort, Herr Schulte! (..oder auch ein paar mehr)

Lieber Herr Schulte,

mit einigem Erstaunen habe ich Ihr Interview mit der Hamburger Morgenpost vom 21.12.2010 gelesen. Ich habe es sogar mehrfach gelesen, weil ich bei einigen Passagen zunächst den Eindruck hatte, Sie mißzuverstehen. Leider bin ich mittlerweile zu dem Schluß gekommen, dass im Gegenteil Sie vielleicht einigen Mißverständnissen zum Opfer gefallen sind und möchte auf diesem Weg die Gelegenheit ergreifen, Ihnen das eine oder andere näher zu bringen.

Für uns ist es absolute Grundvoraussetzung, dass wir alle bei uns im Verein an einem Strang ziehen. Deshalb ist es für mich nicht okay, dass einige ihren Frust über das Mainz-Spiel an anderen auslassen.

Den Frust über das Mainz-Spiel an anderen auslassen wäre natürlich nicht in Ordnung. Allerdings sehen Sie offenbar die Respektlosigkeit bei denen, die ihrem Unverständnis über vorzeitige Abwanderungen lautstark Ausdruck verliehen haben statt bei denen, die gegenüber der Mannschaft, die gegen Mainz zwar verloren, aber nie aufgegeben hat, ihre Respektlosigkeit durch gruppenweise Abwanderung sichtbar dokumentiert haben. Auch die MoPo hat Sie so verstanden:

MOPO: Sie meinen die Ultra-Fans, die vorzeitig abwandernde Haupttribünenbesucher beleidigten …

Sowohl die MoPo als auch Sie irren teilweise, denn Unmutsbezeugungen kamen ebenfalls von der Haupttribüne, der Gegengeraden und der Nordkurve. Die Verstimmung war nicht nur bei USP groß. Es scheint vielleicht sicherer, die Verantwortung und die Vorwürfe zu solchen „Entgleisungen“ an eine Gruppe abzuschieben, die innerhalb der Fangemeinde starker Kritik ausgesetzt ist, aber der Eindruck täuscht insoweit, dass in diesem Punkt USP -vielleicht etwas lautstärker- die Mißbilligung vieler im Stadion zum Ausdruck gebracht hat, die man auch schweigende Mehrheit nennt. Sie werden es nicht wissen, weil Sie hier ja nicht lesen, aber ich selbst bin auch kein großer Sympathisant von USP, würde aber in der Sache ebenso schnell zum Unterstützer werden, wie ich andere Aktionen von USP ablehnen kann.
Ihre Vorwürfe sind also an viele andere gerichtet. An die, die seit Jahren ans Millerntor pilgern, sich durch Regionalligazeiten durchgelitten haben und zwei Aufstiege seither erleben konnten.

Respekt, Herr Schulte, darf auch die Mannschaft erwarten, die eine engagierte Hinrunde gespielt hat, oftmals auf Augenhöhe gespielt hat und nur im Abschluß glücklos war, eine Mannschaft, die auch in diesem Mainz-Spiel nie aufgegeben hat und bis zum Schluß alles gegeben hat.
Dieser Mannschaft erweist man keinen Respekt,

..wenn sich jemand eine teure Karte kauft und lieber drinnen TV guckt, (ist das in Ordnung)…

Das ist nämlich nicht wirklich in Ordnung. Gefühlt, Herr Schulte. Emotional. Wenn jemand das Spiel lieber im TV schaut, dann gibt es SKY-Abos, Liga Total, Fußballkneipen. Der Rückzug ins Separée tut denen weh, die gerne das Spiel im Stadion gesehen hätten und sich entweder keine Karte leisten konnten oder einfach keine mehr bekommen haben. Und es tut auch denen im Stadion weh, die mit Herzblut bei der Mannschaft sind und bis zum Schluß in der Kälte mit ihr ausharren und diese Respektlosigkeit mit Fassungslosigkeit sehen.

Sie haben Recht, Herr Schulte,

… Toleranz und Respekt dürfen bei uns am Millerntor keine Einbahnstraße sein.

Das gilt aber auch für die Business Seats-Karten Inhaber. Preise von um die 200 Euro zu zahlen, berechtigt nicht, andere zu brüskieren durch offen zur Schau getragenes Desinteresse an den Geschehnissen auf dem Platz. Fragen Sie doch mal Herrn Littmann, wie man sich als Darsteller auf der Bühne fühlt, wenn die Zuschauer früher gehen. Ob das verunsichert oder verletzt oder ob ein Darsteller das einfach als verbrieftes Recht des Zuschauers durch Kartenkauf akzeptiert.
Wobei man ja noch darüber streiten kann, ob und wie man Mißfallensäußerungen wegen eines schlechten Spiels, eines Grottenkicks zum Ausdruck bringt. Aber das war im Falle des Mainz-Spiels ja nicht mal der Fall, die Leute hatten einfach keine Lust mehr, weil die Aussicht auf Erfolg gering war. Und es draußen so kalt.

Sie mißverstehen diese Mißfallensäußerungen als

…so lange er seine eigene Meinung anderen nicht aufzwingen will.

Durch Mißfallensäußerungen kann man niemandem eine Meinung aufzwingen, man äußert allenfalls selbst eine und genau das ist geschehen. Und im Falle der monotonen Liedabsingerei, die Sie auch erwähnen

Denn es gibt ja vielleicht auch Leute im Stadion, die es nicht gut finden, wenn immer die selben Lieder gesungen werden. Ich möchte, dass sich alle Besucher als Gäste fühlen. Wenn wir das nicht hinkriegen, wer dann?

gibt es diese Unmutsäußerungen gegenüber USP. Nun ist das eben nicht jedermanns Support-Stil, aber es ist immerhin ein Support-Stil. Man kann den Ultras vieles vorwerfen, aber nicht, dass sie nicht ihren Vorstellungen entsprechend alles für die Mannschaft geben und auch nicht, dass ihnen einfiele, ein Spiel vorzeitig zu verlassen. Support-Stil ist aber nicht, der Mannschaft den Rücken zu kehren und vor dem TV Schnittchen zu verzehren. Das ist „Eventing“. Und dass das vielen -und nicht nur USP- nicht gefällt, sollten Sie keinesfalls aus den Augen verlieren.

Es gibt vieles, was „wir“ am Millerntor nicht wollen: rechtes Gesindel, Rassisten, Homophobe, Spielerbashing, Eckenpräsentionen, einen neuen Stadionnamen, den Millerntaler, Susi an der Showstange (wie war das gleich mit dem Nein von St. Pauli zu Sexismus?), Laufbanden mit SMS-Sprüchen … und bei den meisten Punkten wähnte ich mich mit Ihnen im Gleichklang bisher.

Mir ist auch klar, dass die Business Seats und Logen günstige Stehplätze mitfinanzieren, das weiss ich nicht erst seit Uli Hoeneß´ Brandrede, und dass der FC Sankt Pauli als Bundesligist auch Geld verdienen muss, um seine eigenen und die Ansprüche der Fans zu befriedigen. Aber Ihnen sollte umgekehrt auch klar sein, dass im Falle eines Abstiegs die Business Seats und Logen eher wieder leer bleiben als sich die „billigen Plätze“ leeren werden. Diese Leute werden auch wieder ans Millerntor pilgern, wenn wir nur noch zweitklassig sind. Oder drittklassig. Diese Leute halten dem Verein die Treue, nicht nur in guten Zeiten.

Und eben diesen Leuten versetzen Sie mit Ihren unreflektierten Anwürfen und der offensichtlichen Inschutznahme der „armen“ Leute, die durch Schmähungen verunsichert werden, weil man ihnen den Respekt entzieht, einen herben Schlag. Nicht nur USP brüskieren Sie damit, Herr Schulte, das betrifft sehr, sehr viele Fans. Auch den Normal-Fan, den nicht organisierten Fan, den Billigplatz-Fan von der Gegengerade wie den langjährigen „Sitzer“ auf der Haupttribüne.

Respekt, Herr Schulte, muss man sich auch verdienen. Die Mannschaft hat das in diesem Jahrhundertjahr getan. Durch den Aufstieg in die erste Bundesliga und eine Hinrunde voller Kampf und für die Mehrzahl der Fans ist das etwas wert. Für die, die gehen, wenn die Lage aussichtslos scheint, ist nur der zählbare Erfolg etwas wert. Alles andere verdient anscheinend keinen Respekt.

Aber ich glaube nicht, dass das die Philosophie des FC Sankt Pauli ist. Das darf sie nicht sein. Denn das wäre doch erst der Anfang. Erst sind es die Früh-Geher, als nächstes kommen die Spielerbepöbelungen, wenn es nicht gut läuft, irgendwann fliegen dann Flaschen auf glücklose Spieler, als nächstes werden sie homophob beschimpft – wo sind wir dann am Ende? Da, wo viele andere Vereine jetzt schon sind. Da können auch Sie sich nicht mehr mit dem Prädikat „beim etwas anderen Verein der Sportchef sein“ schmücken. Dann sind wir wie alle. Natürlich ist uns das auch im Rahmen der ewigen Kultverein-Diskussion langsam über, diese stereotypen Begriffe, aber St. Pauli war immer anders, durch die politsche Positionierung, durch die Fans, nur scheinen wir von diesem Weg abzukommen. Sehenden Auges. Wenn ich das alles will, geh ich nach Stellingen, wo vieles zum guten Ton gehört, was für mich am Millerntor unvorstellbar ist. Noch. Denn wenn ich Sie so in der MoPo lese, wird mir bang, Herr Schulte. Und weh ums Herz. Und ich glaube, ich bin damit nicht alleine.
Der FC Sankt Pauli lebt auch durch seine lebendige, kritische Fanszene. Wenn Sie die zum Schweigen bringen, haben Sie schlußendlich einen Verein wie alle anderen. Mit unkritischen, konsumierenden Fans. Ob Sie den allerdings so vermarkten können wie einen Kultclub?

Respekt und Toleranz sind unverzichtbar, da gebe ich Ihnen Recht, aber der Anspruch darauf steht nicht auf dem Ticket in Form des Preises.

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen für ein besinnliches Weihnachtsfest und die Gelegenheit, über das eine oder andere noch einmal nachzudenken.

P.S.: Noch etwas Persönliches, Herr Schulte: ich werde trotz des Besitzes einer Karte nicht zum Derby am 6.2. gegen den HSV gehen. Nicht, weil es mir im Februar zu kalt ist oder die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass wir verlieren, sondern erstens weil ich die Ticketpreisung nicht unterstütze UND weil ich es zweitens aus genau den obengenannten Gründen ablehne, in ein Stadion zu gehen, wo all das passiert, was ich am Millerntor nicht sehen, nicht hören und nicht haben will.
Wo aus den teuren Rängen Flaschen auf Spieler fliegen, weil sie versagt haben, wo Sprüche wie „Schiri, Du schwule Sau“ nicht weiter auffallen, wo Leute lange vor dem Schlußpfiff das Stadion verlassen. Und wenn ich sehe, wie diese Unsitten einreißen und wenn ich lese, dass Sie das als altes St. Pauli-Urgestein auch noch in Schutz nehmen, dann kriege ich Angst um „meinen“ FC Sankt Pauli.
Außerdem ärgert es mich ganz persönlich jedesmal, dass andere schadenfroh mit dem Finger auf uns zeigen können mit den Worten „Haha, Ihr Gutmenschen, bei Euch ist es doch genauso, was regt Ihr Euch über uns auf?“ Das kann ich nicht gebrauchen, Herr Schulte. Damit werde ich nicht glücklich, das macht mich nicht zufrieden.

————————————————–
Einzelmeinung? Scheinbar nicht.

StPauli.nu und nochmal StPauli.nu

René Martens

KleinerTod

Momorulez
Und natürlich ging das hier auch per Mail an den Adressaten, er wird hier kaum selbst lesen.

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53 Gedanken zu „Auf ein Wort, Herr Schulte! (..oder auch ein paar mehr)

  1. Pingback: Tweets that mention Auf ein Wort, Herr Schulte! (..oder auch ein paar mehr) « Fabulous Sankt Pauli -- Topsy.com

  2. @michaelhein sagte am :

    Danke Jeky!

  3. Wie sagte man kürzlich in Barcelona zur Trikotwerbung …
    Wir waren mal mehr als ein Club, jetzt sind wir nur ein Club mehr.
    Das trifft es momentan bei uns auch ganz gut.

  4. Ja, Bravo! Und da capo! (Schon wieder 5 Euro ins Harmonie-Schwein😉 )

    Finde zwar nicht, dass man sich Respekt erst verdienen muss, aber ansonsten völlig richtig.

  5. Starker Text.
    Wirklich ein sehr starker Text, der mich einige Male zum staunen versetzte. Und dem ich gerade oder trotzdem absolut zustimmen kann.

  6. Piet sagte am :

    Ein super Kommentar! Unterstützende Grüße aus der Nord, in diesem Fall tatsächlich völlig d’accord mit USP!

  7. Hiermit wird dies von mir offiziell mitunterzeichnet!

  8. Stedtler sagte am :

    auf den Punkt gebracht, und zwar sowas von.

  9. Danke für die wahren Worte! Es sprach mir aus der Seele!

  10. Ich reihe mich in vorweihnachtliche Harmonie mit ein… volle Zustimmung!

  11. Gerade die Tatsache, dass Schulte alle kritischen Stimmen gleich in den den USP Topf steckt halte ich für schwerst bedenklich.
    Ansonsten: Die Kürze der vorangegangenen Kommentare beweist: Du hast offensichtlich alles (vollkommen richtig) gesagt, es gibt nichts hinzuzufügen. Das ist toll, das spart Arbeit. Danke.

  12. Guter Text.

    Ich frage mich nur, wie man mit dem Thema an sich konstruktiv umgeht.

    Prinzipiell finde ich „Scheiße wie der HSV-Gesänge“ nicht das richtige Mittel (und selbstverständlich weiß ich, dass Sie das auch nicht meinen).
    Prinzipiell hat ja auch jeder (IMHO) das Recht, zu gehen, wann und warum auch immer.

    Im EINZELFALL ist das völlig okay.
    Und wenn jemand nach Jahren des Leids irgendwann nicht mehr hinsehen mag (Beispiel: Nach dem zweiten Abstieg in zwei Jahren seinerzeit) wäre das sicherlich eine individuell nachvollziehbare Entscheidung, OBWOHL sie durch den Fußball kommt, nicht durch externe Dinge (Termin, Family, whatever wären ja auch denkbare Entschuldigungen). Von daher… puh.

    Das, was mich an dem ganzen stört ist weniger, dass es Leute gibt, die früher gehen, sondern dass es eine große, deutlich sichtbare Gruppe ist (übrigens lange nicht nur auf den BS, wenn ich mir anschaue, wer da in der Nord – auch von den Stehplätzen!! – schon in der85. min. gehen wollte/gegangen ist).
    Dieses „wenn der geht, geh ich mit, ist ja an sich ne gute Idee und das Spiel ist auch schlecht“-Ding. Nur.. wie kriegt man, kriegen wir diese (deutlich zu große und dadurch störende) Gruppe dazu, sich das noch mal zu überlegen? Da zu bleiben? Nächstes Mal zu sagen „na komm, die fünf Minuten… im Theater bliebe ich ja auch sitzen!“…

    Ich fand den Aufruf an die „Noobs“ auf den BS im Stadion seinerzeit gar nicht schlecht.

    „Wie wir uns das hier so vorstellen“…

    Hatte auch den Eindruck, dass sich das einige zu Herzen genommen haben. Und nochmal: Das ist für mich definitiv kein Business-Seat-Problem..Aber.. again, wie macht man denen das klar? Blogposts sind sicherlich ein Weg (wenn nur einer der gemeinten hier reinschaut, das liest, versteht, und es sich anders überlegt, ist ja schon viel gewonnen!)… aber wie noch?

    Ich halte pöbeln da irgendwie für falsch, weil unproduktiv. (Pöbeln as in „scheiße wie der HSV“, NICHT as in „Blog-frust-Post“!!)…

    hmm.. ich denk nochmal drüber nach…

    • TaschaCL sagte am :

      Auch ich habe die Abwanderung ganzer Gruppen auf der Nordkurve weit vor Spielschluss erlebt und muss daher feststellen, dass das offenbar kein „reines“ BS-Problem ist. Traurig, dass es solche Tendenzen am Millerntor gibt. Falls Ihnen was Sinnvolles einfällt, mit dem man gegensteuern kann:
      Ich bin gerne dabei.

  13. Mir juckt es auch schon lange in den Fingern, die vielen kleinen Veränderungen im Stadion und im Verein setzen sich zu einem unschönen Ganzen zusammen. Besonders erstaunlich finde ich immer wieder die Kurzsichtigkeit der Vermarkter, die offenbar immer noch nicht verstanden haben, was ihre Marke eigentlich ausmacht.

    Auf jeden Fall: Daumen hoch für diesen Text!

    Schöne Feiertag,
    Patrick

  14. Ein wunderbarer Text, vielen Dank.

    Als einzigen Kritikpunkt daran möchte ich noch erwähnen, daß der genaue Wortlaut der Unmutsbekundungen nicht auf die Goldwaage gelegt zu werden braucht, sondern die Kritik als solches von sehr vielen an den Weggehern geteilt wurde und wird. Über den jeweiligen Wortlaut der Rufe kann man sich nebenbei auch unterhalten, dies darf aber nicht das eigentliche Problem verdecken.

    So schöne Worte wie die Ihren habe ich hiermit zwar nicht verfassen können, aber dies als kleine Anmerkung.

    Ihren Brief würde ich ansonsten sofort auch mit unterzeichnen.

  15. Pingback: Auf 17 Punkten eingefroren – nichts zu holen gegen Mainz am Millerntor « KleinerTods FC St. Pauli Blog

  16. sparschaeler sagte am :

    zur zeit gehe ich davon aus das die leitlinien des vereins für alle gelten, unabhängig von der höhe des eintrittspreises.

    auszug
    14. Das Wesentliche beim Sport ist das Spiel der Mannschaften, deshalb soll dieses auch im Vordergrund stehen. Die Atmosphäre wird geprägt durch die Interaktion zwischen Fans und Spielern. Das Rahmenprogramm zeichnet sich durch Sachlichkeit sowie vereins- und stadtteilbezogene Informationen aus.

    Lieber Herr Schulte, ich empfehle ihnen dringend diese leitlinien zum rückrundenstart auf den business seats und in den logen auszulegen.

    eine belehrung großer teile der besucher über ihre mangelnde toleranz ist und bleibt verzichtbar.
    von ihnen hätte ich ein klares wort auch an die adresse derjenigen erwartet, die es mit den leitlinien nicht ganz so genau nehmen.

    das sie in ihrem mopo interview diese chance verpaßt haben, ist eine einzige enttäuschung.

  17. Pingback: Imageprobleme (2004 vs 2010) » St. Pauli News & Social Club

  18. Ich habe eben dem FCSP und Herrn Schulte mein Mißfallen zu diesen Aussagen mitgeteilt. Zu Weihnachten scheint ja die schiere Harmonie hier auszubrechen, wie fein🙂

  19. Mit Herzblut geschrieben, danke für den Text, den ich so unterschreiben würde. Ich hoffe mal, der Herr Schulte liest sich den ganz genau durch – und versteht.

  20. Doc No sagte am :

    Bravo, Jeky!

  21. Patrick sagte am :

    Ich werde nie verstehen, wieso man einfach nicht in diesem unentspannten Land ein Minimum an „Leben und Leben lassen“ zustandebringt. Das eigene Fandasein wird zum „Grundkonsens“ hochstilisiert und wer es wagt, diesen nicht zu teilen, der ist ein schlechter Fan, der sich zu xyz verpissen soll. Gähn.

    Es ist doch völlig schnuppe, ob Leute jetzt 5 Minuten früher gehen oder in der Halbzeit paar Minuten länger im Warmen bleiben. Die Haupttribüne schreit ja beim enervierenden Singsang der Ultras auch nicht gleich „Jetzt haltet endlich mal die Schnauze!“.

    Ich finde es sehr gut, dass Herr Schulte endlich mal nicht wie sonst IMMER bei uns den „aktiven Fans“ nach dem Maul redet, sondern wahre Worte gelassen ausspricht. Und ich mach im Stadion genau das was ich will. Ist das Spiel total langweilig, verquatsche ich es mit meiner Bezugsgruppe, wenn es mir zu kalt und zu nass wird und das Ding eh durch ist, dann geh ich auch mal in der 85. Minute. So habe ich das in der Regionalliga gehalten und so bin ich auch gegen Mainz paar Minuten vor Schluss abgebogen. Und das werde ich auch weiterhin alles so tun, denn ich gehe wegen dem Fußballspiel hin und nicht um Teil einer Jugendbewegung zu sein, die glaubt, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.

    • sparschaeler sagte am :

      was das mit einer jugendbewegung zu tun hat begreife wer will, ich nicht.

      einige regeln halte ich für sinnvoll, damit nicht jeder im stadion macht was ihm gerade so einfällt.

  22. Pingback: Einfach mal zustimmen! « Metalust & Subdiskurse Reloaded

  23. manzi_forever sagte am :

    Schulte sollte sich darüber im Klaren sein, dass seine Kritik, die er nur auf USP bezog, sich gegen alle(!) Fans richtet, die dem Verein seit Jahren die Treue halten. Dieses despektierliche Verhalten ist ein Schlag ins Gesicht der Mannschaft und eben dieser Fans und darf einfach nicht unwidersprochen bleiben. Deshalb VIELEN DANK für diesen Beitrag.

    Sollten wir absteigen, gäb es es immerhin ein kleines Trostpflaster: Rückbau der BS!

  24. Gabi sagte am :

    ausdrucken-unterschreiben-wegschicken

    wieder mal auf den Punkt…vielen Dank!

  25. Sehr guter Blogpost; allein: unkritische, konsumierende Stadionbesucher gibt es bei jedem Verein. Bei jedem Verein, der Eintritt für seine Spiele nimmt, egal, in welcher Liga. Sogar egal, in welchem Land. Unterschiedlich ist allein der Anteil dieser Besucher an der Gesamtzahl der Stadiongeher, ein Faktor, der auch von der jeweiligen Verkaufspolitik für Dauerkarten abhängig ist.

    Solange der Besuch eines Fußballspiels als Event gesehen werden kann, wird es Eventbesucher geben. Zwangweise. Und ohne dieses legitime Bedürfnis hier näher zu werten zu wollen — nicht zuletzt machen auch Ultras aus dem Fußballspiel einen Event.

    Das muss man alles nicht mögen, halte das aber eher für ein Zeichen der Zeit oder ein gesellschaftliches Phänomen als für ein vereinsspezifisches Problem. Oder für einen Preis des Erfolgs. Das mal aus der Warte desjenigen gesagt, der per Vereinszugehörigkeit offenbar zwangsweise zu den unkritischen Stadionbesuchern gehören muss. Und ein Konsument der Darbietungen auf dem Fußballplatz und den Rängen ist (was ich de facto kaum bestreiten kann, halte das auch für zwangsläufig, sobald man die Zuschauerränge betritt).

    Das alles sage ich jetzt nicht, weil ich den Gutmenschen eins reinwürgen möchte, sondern weil ich das für meinen Verein ähnlich sehe. Und es für gut und richtig halte, Eventkultur zu thematisieren, aber für schwierig, gleichzeitig gegen gesellschaftliche Entwicklungen anzukämpfen. Gegen die moderne Fußballkultur, sozusagen.

  26. torbinho1910 sagte am :

    Seit langem bin ich mal wieder erfreut einen Blogeintrag von Ihnen zu lesen!
    Bis auf den Boykott, wobei ich die Begründungen sehr wohl verstehen kann und auch teile, bin ich da bei Ihnen!

  27. Paul_in_Hamburg sagte am :

    Da hat Herr Schulte beim Minderheitenquartett sehr frühzeitig die USP-Karte ausgespielt.
    Ich gehe hier mit jedem einzelnen Wort d’accord.

  28. Pingback: Business Seats Haupttribüne, Rückbau 2011 und andere Maßnahmen » St. Pauli News & Social Club

  29. sparschaeler sagte am :

    was mich an dieser diskussion bzw an dem interview stört, ist die ständige verengung auf den konflikt bs/logen und usp.
    es gibt noch eine 3. fangruppierung, die sich aus den bestandssüdlern, alte hauptsitzer und zu großen teile aus der gg und nordkurve zusammensetzt. diese gruppe ist zwar die größte am millerntor, hat aber keine lobby in der presse und immer weniger im verein. sie äußert sich aber über blogs, twitter etc. pp.
    das diese gruppierung zeitweise von vereinsseite total aus dem fokus gerät, nur weil die fans nicht organisiert sind, ist ein schwerer fehler.

    muß es erst soweit kommen das sich diese gruppe das recht rausnimmt mal 10 min. später zu kommen bzw früher den heimweg anzutreten? dann wird in dem freudenhaus ganz schnell eine stimmung herrschen wie in der gerichtsmedizin im uke.

    der fc st.pauli ist mehr als logen, bs und usp.

    auch das sollte bei der diskussion bedacht werden.

  30. Großartig. Nuff said.

  31. Scheiß Winterpause😉

  32. Pingback: Schlag auf Schlag, bis einer KO geht « yuppies sankt pauli

  33. Patti sagte am :

    Wir sind ja seltens einer Meinung, aber der Text ist groß. Danke!

  34. Pingback: Fest? Feste protestieren! Wie man den Fan verprellt… « KleinerTods FC St. Pauli Blog

  35. Michael sagte am :

    Bin „auch“ als Inhaber einer Dauerkarte auf der HT voll bei Dir!!!

  36. Pingback: Es sind doch ein paar mehr als 10! « Fabulous Sankt Pauli

  37. Pingback: #FCSP Elbphilharmonie & Operettenhaus Millerntor: Euer „Pauli“ wollen wir nicht – mein St. Pauli braucht euch nicht! « Quotenrock by QuoteniRud.us

  38. Jaa. Guter Text. Mir geht USP auch an vielen Stellen auf den Keks – aber hier sind wir uns einig: So ein St.Pauli wollen wir nicht. Wer so respektlos mit der Mannschaft umgeht, wer LED-Schriften am Stadiondach geil findet – der ist bei uns falsch. Und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass dies fast das ganze Stadion so sieht!

  39. Olli sagte am :

    Alles in allem kann ich dem Text zustimmen, aber wir alle sollten die MoPo nicht immer so ernst nehmen. Ich bin bei dem Wahrheitsgehalt dieser Zeitung sehr kritisch, weil die gerne Dinge aus Interviews nicht mit reinbringen.
    Eine offene Konversation finde ich besser als über die sensationsgeile Presse. Es wird aber wieder Zeit, dass wir alle uns mehr Gehör beim Verein verschaffen.

  40. Cantaloop sagte am :

    Das kann so nicht weitergehen! Mein Millerntor steht für „Roar“ selbst nach Abpfiff!
    Und während des Spiels steht das Geschehen AUF DEM RASEN im Vordergrund.
    Für gepflegte Langeweile gibt´s den Fersehsessel.

  41. Mark sagte am :

    Vielen Dank!
    Das war erfreulich umfangreich und differenziert.
    Viele Aspekte wurden angesprochen und ich teile nahezu Alles, was im Beitrag geschrieben wurde.
    Genau darüber haben wir auch schon während des Spiels und auch schon bei den vorangegangen Heimspielen gesprochen.
    Die beschriebenen Tendenzen gibt es aber leider schon seit Fertigstellung der Nord-Tribüne und es hat sich durch die neue Haupttribüne noch deutlich verstärkt.

    Dass massenhafte verspätete Aufsuchen und vorzeitige Verlassen der Plätze auf den Business Seats ist in der Tat schlicht respektlos, unhöflich und ignorant.
    Für die Logen gilt das noch mehr, dort ist nur nicht so offensichtlich, wer wann wohin verschwindet…
    Das der Business-Seat Zuschauer (Kunde? Fan?) für den Verein kommerziell wichtiger ist als ein Stehplatz, liegt auf der Hand.
    Wohin das führen wird, ist für mich die größte Herausforderung für den FC St. Pauli
    Und ich freue mich sehr, dass diese Diskussion jetzt offen geführt wird.

  42. jedes wort grandios. 100% zustimmung, besser und treffender geht es nicht.

  43. Als Hamburger BVB-Fan einfach mal ein paar solidarische Grüße. Sehr schöner Text, der sich gut mit meinem Verständnis von Fußball trifft. Lasst Euch nicht unterkriegen.

  44. Pingback: Tra$hTalk NIX mit #FCSP? Auf ein „Altes“ in Twentyeleven – Als die TV- Totalvermarktung der Ligen begann… « Quotenrock by QuoteniRud.us

  45. egal sagte am :

    es mag für jede einzelne gute gründe geben, ein spiel vorzeitig zu verlassen, einige sind hier ja auch schon angesprochen worden; ich war auch nicht beim spiel gegen mainz, so wie ich leider noch nie bei einem heimspiel von pauli war, ist ja durchaus nicht leicht, als auswärtiger ohne den dicken gehaltsscheck und ohne auf mehrere monate im vorraus planbar freie wochenenden.
    aber wenn ich die texte hier so lese, scheint mir der grund der abwanderung zu sein, dass bei kaltem wetter keine hoffnung mehr auf ein erfolgserlebniss (sprich mindestens einen punkt) bestand. und das finde ich ehrlich gesagt ziemlich armseelig. natürlich wünsche ich mir und hoffe, dass mein verein gewinnt, aber wenn ich fußball nur toll finde, wenn wir denn auch tatsächlich gewinnen, habe ich etwas ganz entscheidendes nicht verstanden und sollte vielleicht besser zum bobfahren oder rennrodeln gehen. auch wenn ich zugeben muss, dass da die anreise für uns norddeutsche doch etwas aufwändiger ist.
    ein wahrscheinlich verlorenes spiel ist keine begründung früher zu gehen, solange die mannschaft nicht aufgegeben hat und stattdessen spielt und kämpft, wie wir es von „unseren paulianern“ erwarten und kennen.

  46. Hellprayer sagte am :

    Als ewiger Paulifan der in Bayern Lebte und nun bald endlich mal die möglichkeit hat ein Paulispiel mal Live erleben zu dürfen, will ich nich das da so Popelige Typen sitzen nur weil es In ist Paulifan zu sein oder die Karten irgendwie ind den Arsch geschoben bekommen haben, ich will nich wissen was Justin, Chantall oder was weis ich wer für einen geistigen Dünnschiss in die Weite welt verbreiten wollen…wen sie Lieb haben oder ob sie ne Arschfurunkel haben. Ich will nich das sich irgendwelche schleimigen Freier in irgendeiner Loge an Mädels aufgeilen wenn sich unsere Jungs auf dem Platz den Arsch aufreissen… Ich will guten alten fussball sehn, ich will frieren für meine Jungs, ich will mit den anderen im Stadion stehen Singen, Lachen Schreien und auch Weinen… ich will wissen das der Typ der neben mir seinen Pauli -Celtic Schal trägt genauso Denkt wie ich… Ich will das GEFÜHL ST.PAULI spüren. Ich ärger mich doch nich in Bayern als einziger Pauli Fan in meinem ehemaligen Bayernkaff mit den scheiss Bayernultras rum um dann auf St. Pauli die gleichen idioten zu sehen wie beim Fc. Bayern!! Hallo… für was steht denn St. Pauli?

    Non Established…!!!!

    Dafür kennt man uns , das sind WIR.
    Das die 1. Liga für den Verein Teurer und evtl. auch nicht leichter zu händeln ist, ist mir klar. Aber 1. Liga um jeden Preis..Jeden…? Ich weis nich

    Sorry aber das musste mal so simpel raus!

    Fuck the System
    in diesem Sinne
    Hellprayer

    Ps.: und ein Spiel vorzeitig zu verlassen geht einfach mal garnicht! Respektlosigkeit nenne ich sowas! Geschissen auf die 15 minuten die ich weniger im verkehr hängen bleibe. Ich rde hier von denjenigen die sich ins warme verpissen… nich von denen die verpflichtungen haben!!
    Man sieht sich….

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  49. Pingback: Email von Helmut | Hyde and Seek

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