Fabulous Sankt Pauli

.. ist die einzige Möglichkeit

Der DFB – (k)ein Wintermärchen

Es war einmal das Spiel des FC St. Pauli gegen den FC Hansa Rostock am 27. September 2008.

Nach skandalösen Vorfällen, rassistischen Anfeindungen gegen Morike Sako, aggressiven Übergriffen von Fans und einer nicht akzeptablen Leistung des Sicherheitsdienstes wurden seitens des DFB versprochen, sich der Sache anzunehmen, die Vorfälle zu untersuchen, Zeugen zu hören und „Konsequenzen zu ziehen“.

Alles, was seither passiert ist, war ein „Musterprozess“ gegen einen der Beteiligten, der vergleichsweise im Schnellverfahren angesetzt wurde, womit der DFB nichts zu tun hat. Seitens der Staatsanwaltschaft und der Gerichtsbarkeit in Rostock wurde zumindest festgestellt, dass es zu Ausschreitungen gekommen ist, die nichts mehr mit normalen „Vorfällen“ bei und rund um Fussballspiele zu tun haben. Nur der DFB, der schweigt. Beharrlich. Wurden noch im Vorfeld Emails von St. Pauli-Fans beschwichtigend beantwortet im Sinne von „file in process“, gibt es jetzt auf Nachfrage nicht mal mehr eine Antwort. Der DFB tut das, was er am besten kann: eine unangenehme Sache totschweigen.

Die halb unangenehmen Sachen werden hingegen sofort erledigt. Etliche Vorfälle, die sich NACH dem Spiel gegen Rostock ereignet haben, wurden seitens des DFB im Eilverfahren geahndet, in Sachen Rostock passiert – NICHTS. Auf der anderen Seite werden öffentlich Aktionen der Werder Bremen Fans gelobt, die sich dem Hissen einer Nazifahne entgegengestellt haben und der DFB wird nicht müde, werbewirksam sein Engagement gegen Rassismus und Gewalt im deutschen Fussball herauszustellen. Nur sind das im Falle von Rostock nichts als Lippenbekenntnisse. Es wird offensichtlich darauf gebaut, dass das öffentliche Interesse bei konsequenter Themenvermeidung schon nachlassen wird, das Eisen ist dem DFB aus mir unerfindlichen Gründen offenbar zu heiss und jetzt, wo Vertröstungsemails offenbar nicht mehr wirken, wird eben gar nicht mehr reagiert.

Es gibt ja auch immer noch Leute, die überzeugt davon sind, dass der DFB schon weiss, was er tut und eben alles seine Zeit braucht. Sehr blauäugig, sehr naiv und unglaublich vertrauensvoll angesichts der Tatsache, dass die Vorfälle bereits zwei Monate zurückliegen, in der Zwischenzeit etliche andere Maßregelungsprozesse zum Teil in atemberaubender Geschwindigkeit abgeschlossen werden konnten, währenddessen der See bei Rostock still ruht. Aber nicht in Frieden.

Man könnte nun meinen, Hansa Rostock werde ja mittlerweile von einer höheren Gerechtigkeit gestraft, wenn man an das gestrige 6:0 gegen „die Region“ denkt und an die „sportliche“ Entwicklung des Vereins in den letzten Wochen. Sicherlich trägt das zu einem leichten Befriedigungsgefühl bei, ändert jedoch nichts an der Grundproblematik.

Der DFB war und ist aufgefordert, eindeutig Stellung zu beziehen anstatt willkürlich in die Welt hineintrompetete Statements abzugeben, und am konkreten Fall Zeichen zu setzen. Dieser Verantwortung wird sich bisher konsequent entzogen und die damit verbundene Verhaltensweise, auch auf Anfragen nicht mehr zu reagieren, lässt nur den Schluss übrig, dass die Angelegenheit im Sande verlaufen soll.

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Ein Gedanke zu „Der DFB – (k)ein Wintermärchen

  1. Pingback: DfB: Nun bleibt auch noch Arbeit liegen — ring*2

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